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Das erste Mal – Teil 5 – Mobile-Gaming

von am 3. Juni 2020
 

Lesezeit: 8 MinutenUnsere Artikelreihe “Das erste Mal” geht in die fünfte Runde. Wir haben sie ins Leben gerufen, um euch davon zu berichten, wie wir zu Videospielen kamen. Im ersten Teil ging es um die ersten Schritte in Sachen PC-Gaming. Im zweiten Teil um das Konsolen-Gaming. Danach um das “kompetitive Gaming” und das Handheld-Gaming. Heute werden wir noch mobiler, denn es dreht sich alles um das Mobile-Gaming. Welche Apps haben wir auf welchen Smartphones gespielt? Welche Spiele haben uns nachhaltig fasziniert? Und was zocken wir noch heute auf unseren Handys? Gespannt auf die Antworten? Dann starten wir direkt!

Was war eure erste Mobile-Game-Erfahrung?

André

Mein erstes Mobile-Game zu benennen, ist gar nicht so leicht. Wenn wir jetzt einmal Snake auf meinem ersten Nokia-Handy außen vor lassen, ist mein erstes “richtiges” Mobile-Game wahrscheinlich Doodle Jump gewesen. Zwar damals nicht auf einem Smartphone, sondern dem iPod Touch der ersten Generation, aber das gilt ja trotzdem. Ich erinnere mich noch gut, an das sehr simple, aber süchtig machende Spielprinzip. Vor allem erinnere ich mich auch noch gut daran, wie beeindruckt ich von der Technik war. Während der Gyroskopsensor heute Gang und Gäbe ist, war das 2007 noch eine richtige Sensation.

Daniel

Ein bißchen musste ich tatsächlich überlegen. Auf dem Handy habe ich tatsächlich erst sehr spät gespielt. Das lag unter anderem daran, dass ich bereits seit 2005 mit einem DS bewaffnet war. Falls ich vorher auf einem Handy vor meinem ersten iPhone gespielt habe, fällt es mir wirklich nicht mehr ein. Scheint also kein einschneidendes Gaming-Erlebnis gewesen zu sein. Und auf dem iPhone? Da habe ich Plants vs. Zombies gespielt, bis der Akku leer war. Oh Mann, was habe ich dieses Game geliebt und gesuchtet. Bis die DS-Version kam. Und als ich feststellte, dass die iPhone-Version flüssiger lief und besser aussah… bin ich wieder zurückgeswitcht. Und seeeehr lange geblieben!

Chucky

Ich bin erst recht spät in die weite Welt der Smartphones eingedrungen. Während meine Freundinnen und Freunde schon über Fruit Ninja, Angry Birds und Doodle Jump lamentierten, hing ich noch an meinem Nokia und spielte irgendeinen Arcade-Shooter. Mein erstes Smartphone war blöderweise auch ein Nokia und anders als Apple und Samsung verließ sich der (damals noch relevante) finnische Konzern auf ein eigenes Betriebssystem namens Symbian. Zu blöd, dass kein (oder kaum ein) Developer Interesse daran hatte, Spiele für Symbian zu programmieren. Dementsprechend spielte ich mein erstes Mobile-Game – und zwar Temple Run – auf einem HTC Sensation im Jahre 2012.

Amor

Snake wurde ja bereits vom André erwähnt, daher würde ich das auch mal zur Seite schieben – auch wenn ich Snake II wie ein Blöder auf dem Nokia 3310 meines großen Cousins gezockt habe. Das erste Mobile-Game, an welches ich mich erinnere, hieß einfach nur Tower Defense und war, wie der Name schon sagt, ein simples Tower Defense-Spiel im Alien-SciFi-Setting. Die Grafik war für damalige Verhältnisse ansprechend und das Gameplay konnte mich auch eine Zeit lang wirklich fesseln, zumal es in den späteren Stages unsagbar schwer wurde. Es war mit eine der ersten Apps, die ich auf meinem damaligen Samsung Galaxy S3 installiert habe.

Was begeistert euch an Mobile-Games und was nicht?

André

Ich finde Mobile-Games aus dem offensichtlichsten Grund toll: Sie sind auf meinem Smartphone. Während die Nintendo Switch natürlich eine grandiose Konsole für unterwegs ist, nehme ich sie gerade auf kürzeren Wegen nicht mit, da es sich meiner Meinung nach einfach nicht lohnt. Aber was ich immer dabei hab, ist mein Smartphone, so wie eigentlich jeder heutzutage. Da ist es nur logisch, dass ich auch auf meinem Smartphone spiele. Nicht so gut finde allerdings, dass die meisten Mobile-Games, insbesondere aus Asien, nach demselben Prinzip aufgebaut sind. Ein zwölftes Rollenspiel mit “Gacha-Elementen” braucht nun wirklich niemand und reizt mich auch einfach nicht mehr.

Daniel

Mobile-Gaming ist für mich immer ein kurzer Moment des Abschaltens. Gerade das ist es, was das Ganze ausmacht. Da, wo ich gerade stehe oder sitze einfach mal ein wenig losdaddeln. Sei es im Bus, auf dem Klo, in einer Ruhe-Phase auf der Arbeit, im Wartezimmer, im Auto (als Beifahrer)… “kurzzeitige Zerstreuung” ist das Zauberwort. Dabei spielen vor allem zwei Dinge eine gewichtige Rolle: schnelle Verfügbarkeit des Spiels und Gameplay, dass in kürzester Zeit beendbar oder zumindest pausierbar ist und nicht lange meine Konzentration bindet.
Nervig finde ich, dass viele Spiele mit Werbung und In-App-Käufen totgeballert werden. Candy Crush ist hier ein gutes Beispiel. Viele Sammelobjekte und Items sind schwer zu bekommen, will man nicht das Portemonnaie schmälern, sind aber unablässlich für so manche Stage und Sonderaufgabe. Das frustriert. Ich würde lieber für ein solches Spiel einmal Geld hinlegen und hätte dann meine Ruhe vor ständigen “Sonderangeboten” für Item-Packs oder Booster-Bundles, ohne die ich an Level 517 einfach nicht vorbei komme und in der Wochenladder nicht vom Fleck komme.

Chucky

Wenn ich ehrlich bin, haben Mobile-Games für mich einen eher geringen Mehrwert. Unterwegs höre ich Musik und lese und zuhause habe ich meine Battle-Station für Videospiele. Ich kann verstehen, dass viele Leute einen Nutzen daraus ziehen, auch unterwegs Videospiele spielen zu können, aber bei mir bleibt die Begeisterung größtenteils aus. Was mich an Mobile-Games allerdings begeistert, sind die technischen Möglichkeiten, die eine Home-Console oder ein PC nicht bieten können. Pokémon Go! zum Beispiel ist eine popkulturelle Sensation. Oder auch Text-RPGs, die das Interface eines Instant Messengers oder gar eines ganzen Smartphones imitieren (z.B. Simulacra oder The Parallax), finde ich sehr interessant. Es ist weniger das “Mobile”, das mich an “Mobile-Games” fasziniert und mehr die innovative Komponente mancher Spiele, die auf anderen Geräten nicht (oder nur bis zu einem gewissen Grad) funktionieren würden.

Amor

Ich bin kein allzu großer Verfechter von Mobile-Games, weil bei den meisten die Qualität oft zu wünschen lässt und mich die Werbung häufig nervt (natürlich finanzieren sich diese Apps dadurch, das ist mir klar). Ähnlich wie Chucky lese oder schreibe ich unterwegs viel, höre dabei Musik oder zocke dann – vor allem in letzter Zeit – auf meiner Switch. Dennoch gibt es zwischendurch sehr genial gemachte Mobile-Games, welche die Plattform Smartphone optimal nutzen und dadurch ein Alleinstellungsmerkmal erhalten – Dumb Ways to Die oder das süchtig machende 2048 sind hier zu nennen.

Welches Mobile-Game hat den größten Eindruck bei euch hinterlassen und warum?

André

Definitiv Florence. Während ich den Titel bis zu den letztjährigen Game Awards gar nicht auf den Schirm hatte, kann ich heute sagen, dass es wahrlich das schönste Mobile-Game ist, das ich bis dato gespielt hab. Die Musik und Story sind von höchster Qualität, sodass auch der Sieg bei den Game Awards nur berechtigt ist. Wer Lust auf ein Spiel, abseits von Rollenspielen oder Pokémon Go hat, sollte es unbedingt ausprobieren.

Chucky

In einem soziologischen Kontext würde ich behaupten, ist Pokémon Go! das Spiel, das mir am ehesten im Gedächtnis geblieben ist und bleiben wird. Dieses Spiel hatte einen solch beeindruckenden gesellschaftlichen und auch wirtschaftlichen Impact, dass Powerbanks in den Geschäften für eine Zeit tatsächlich rar waren und sogar eine Brücke in Düsseldorf für Autos gesperrt wurde, weil die Spieler*innenmassen vor Ort einfach die Straße blockierten. Das ist beeindruckend. Von einem reinen Gameplay-Standpunkt aus betrachtet, würde ich allerdings eher Yu-Gi-Oh! Duel Links nennen. Ein Trading-Card-Game dieser Größe erfolgreich, gratis und ohne Pay-To-Win-Modell als Mobile-Game auf den Markt zu bringen ist eine Leistung, die man nicht unterschätzen sollte. Ich spiele das Spiel noch nicht allzu lange, aber ein Spiel mit diesem Umfang bietet sicherlich einige tausend Stunden Spielspaß für lau.

Daniel

Ich glaube diese Frage zielt eindeutig auf Angry Birds ab. Zumindest in meinem Fall. Dieses Game habe ich lange und ausgiebig gespielt und als ich erfuhr, dass es auch meine zehn Jahre ältere Schwester spielt, die so gar nichts mit Videospielen am Hut hat, war ich überzeugt davon, dass dank der Smartphones eine völlig neue Gruppe Spielende, aber natürlich auch Games entstehen würde. Das ist inzwischen so lange her. Der Markt mit Spiele-Apps ist gewaltig geworden und hat inzwischen einen so großen Anteil am Gesamt-Games-Markt errungen, dass einem schwindelig werden könnte. Mich hat damals an dem Spiel fasziniert, dass es jeder sofort begriffen hat. Was ist zu tun? Aha! Wie mache ich das? Aha! Fertig. Dann wird gedaddelt, bis der Akku leer ist. Ich habe immer noch Angry Birds, Angry Birds Rio und Angry Birds Star Wars auf meinem Handy. Und werde wohl gleich mal nachschauen, was man da im Jahr 2020 noch so reißen kann.

Amor

Wie fast jeder Mensch auf diesem Planeten war auch ich im Jahre 2016 ziemlich geflasht von Pokémon Go! und den Impact, den dieses Mobile-Game auf unsere Gesellschaft hatte. Für einen Sommer wirkte die Welt wie ein harmonischerer Ort, Menschen aus allen Schichten und Ecken liefen in den Städten rum, hockten zusammen in Parks und auf öffentlichen Plätzen und sammelten haufenweise Taubsis. Natürlich hat der Hype seitdem stark abgenommen und ich persönlich spiele es ebenfalls nicht mehr – dennoch muss man hier (trotz der vielen vielen Bugs) Niantic ein Kompliment machen. Auf anderen Seite hat wohl Candy Crush viele gelangweilte Hausfrauen und unmotivierte Studenten viele Stunden gekostet. Nur würde ich das nicht als was Gutes ansehen.

Was ist das für dich am meisten unterbewertete Mobile-Game?

André

Das ist tatsächlich eine schwierige Frage, weil ich aktuell sehr wenig Mobile-Games spiele. Aber wahrscheinlich würde ich auch hier Florence nennen, auch wenn es durch den Sieg bei den Game Awards nicht wirklich unterbewertet ist.

Daniel

Puh. Da bin ich tatsächlich überfragt. Ich bin da sehr “mainstreamig” unterwegs. Das liegt vor allem daran, dass ich beim mobile Gaming eher Spiele auf dem Handy installiere, die mich anlachen und die bereits von Freunden gespielt werden und die einen hohen Bekanntheitsgrad haben. Wenn ich jetzt die Frage so vor mir sehe, interpretiere ich sie eigentlich so: Ein Spiel, auf das du aufmerksam wurdest, weil es sehr gute Rezensionen bekam, aber kaum jemand kennt. Damit kann ich leider nicht dienen. Daher interpretiere ich das mal neu und mache daraus: Ein Spiel, das ich gespielt habe, was eine Menge Potential hatte, aber kaum jemand kennt. Das wäre dann wohl Alchemy, das gleichermaßen grafisch wie Gameplay-technisch so simpel ist, wie es überhaupt nur sein kann. Aber eben perfekt für zwischendurch auf dem Handy. Leider wird meine damals gespielte Version nicht mehr von iOS unterstützt.

Chucky

Identity V ist ein Dead By Daylight-Klon für Android und iOS. Das Spiel läuft flüssig, bietet eine große Auswahl an Figuren mit verschiedenen Spielmechaniken und eine ziemlich große Playerbase. Mein Mitbewohner hat mir das Spiel empfohlen und wäre ich ein Fan des Genres, hätte es vermutlich etliche Stunden meines Lebens gefressen. Allerdings habe ich sonst noch nie von dem Titel gehört, was mich überrascht hat. Das Game an sich ist auch nicht wirklich unterbewertet, da es kaum jemand zu kennen scheint und es demnach auch kaum jemand “unterbewerten” kann. Aber trotzdem bin ich der Meinung – da gerade in dieser Redaktion gerne über Dead By Daylight gesprochen wird – dass mehr Leute es ausprobieren sollten.

Amor

Da ich wie der André zur Zeit sehr wenig Mobile-Games spiele – meine Switch existiert hat immer noch – könnte ich da momentan nicht wirklich was nennen. Was ich gerade wieder gehäuft spiele und niemand in meinem Bekanntenkreis zu kennen scheint ist das staubtrockene Denkspiel Math Riddles. Und ja, mal löst mathematische Rätsel. Keine Pointe. Ich mag’s trotzdem sehr.

Welches Mobile Game kannst du immer und immer wieder spielen/wirst es nicht satt?

André

Tatsächlich kann ich hier keinen Titel nennen. Ich spiele Mobile-Games in Phasen, würde aber nicht behaupten, dass es ein spezielles Spiel gibt, an dem ich mich bisher nie satt gespielt habe.

Daniel

Da muss ich ausnahmsweise gar nicht lange überlegen. Es gibt auf meinem iPhone genau drei Spiele, die immer wieder angeworfen werden und die ich so lange spielen werde, bis die Apps nicht mehr vom iOS unterstützt werden. Für den kurzen Thrill, spiele ich immer wieder Bejeweled Blitz. Hier ist für mich vor allem wichtig, mich Gaming-mäßig kurz abreagieren zu können. Highscore-Jagd und “instant satisfaction” eben. Habe ich mehr Zeit und möchte meine grauen Zellen neu ausrichten und das sich wild drehende Gedanken-Karussell anhalten, spiele ich Shanghai. Das ist klassisches Mahjongg und ist genau das, was es sein soll: Brainfood. Habe ich noch mehr Zeit und brauche meine kleine Hosentaschen-Trekkie-Dosis, wird das Idle-Game Star Trek Trexels rausgeholt. Ein bißchen Ressourcen sammeln, eine Mini-Mission und eine kleine Weltraumschlacht und gut is!

Chucky

Hearthstone natürlich. Ich spiele es zwar nur sehr selten auf dem Smartphone, aber dieses Spiel wird nicht alt und muss auf jedem meiner Geräte zumindest installiert sein, damit ich meine täglichen Quests überall machen kann.

Amor

Ich war lange süchtig nach Adventure Communist, einem absolut schwachsinnigen Zeitfresser mit Endlosmodus. So süchtig, dass ich quasi bei jeder Gelegenheit die App aufgemacht und meinen virtuellen Reichtum beschleunigt habe. Ich kann nicht mal behaupten, dass es im klassischen Sinne Spaß gemacht hat. Das simpelste Belohnungssystem von mehr Rohstoffen hat mich zeitweise so in den Bann gezogen, dass ich heute noch denke, wie effektiv es war. Aber davon ich glücklicherweise weg… entschuldigt mich kurz, ich muss nur mal kurz schauen was mein Vault in Fallout Shelter macht…

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