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30 Days Video Game Challenge: Tag 29 – Ein Spiel, bei dem wir dachten, dass wir es nicht mögen und es nun lieben

von am 29. April 2017
 

Lesezeit: 4 MinutenTag 29 der 30 Days of Video Game Challenge widmet sich einem Spiel, bei dem wir dachtet mögen würden und es dann liebten. Nennt uns doch auch eure Antworten auf diese Frage in den Kommentaren. Hier findet ihr alle Beiträge zur Challenge.

Daniel: Pandora’s Tower

Als ich das erste Mal einen Trailer zu Pandora’s Tower für die Wii sah, war ich wenig begeistert und verstand auch nicht, warum Nintendo da so ein Gebese drum machte. Ich gestehe, dass mir Games mit einem sehr hohen “Japan-Look-Anteil” einfach nicht gefallen. Ich finde einfach keinen Zugang zu den Charakteren und dem Look & Feel. Das wird nun einige Leser und auch Redakteure ziemlich schockieren, aber so ist es nun mal. Deswegen war meine Zugangshürde zu Pandora’s Tower wirklich hoch! Aber ich bin drüber gesprungen und war innerhalb weniger Minuten von Story, Setting und Skurilität total gefangen. Da kam aus dem Nichts ein Spiel und hat mein Herz im Sturm erobert. Und ich packe es in dieser Sekunde auf meinen Stapel “unbedingt noch einmal spielen”.

André: Persona 5

Ich muss sagen, dass ich sehr skeptisch war, als mir der Kommilitone riet Persona 5 zu spielen. So cool es auch aussehen mag und so sehr mich die Thematik ansprechen könnte, so wenig angetan bin ich von rundenbasierten Spielen. Besonders, wenn es dann noch Rollenspiele sind. Seit jeher war ich immer der “Haudrauf”-Typ von Spieler. Je mehr Action und krassere Combos ich selbst ausführen darf, umso besser. Wahrscheinlich ist das auch einer der Gründe, warum ich bis heute keinen Final-Fantasy-Teil gespielt hab. Nichtsdestotrotz gab ich Persona 5 auf “Easy” eine Chance und muss sagen, dass ich angefixt bin. Die Story und Charaktere sind spaßig und das Gameplay… auszuhalten. Dazu kommt noch der Vorteil, dass sich Persona mehr wie eine Visual Novel und weniger wie ein RPG anfühlt. Und wer mich kennt, weiß, dass ich eine Schwäche für gute Visual Novels habe. Also Chapeau an Atlus für Persona 5.

Sophia: Die Metal-Gear-Solid-Reihe

Mich hat diese Reihe immer kalt gelassen. Ich dachte, dass “Metal Gear Solid” einfach nur hieß, dass die Typen im Spiel besonders harte Kerle seien. Dass es ein stumpfes Action Game sei. Girl, I never was this wrong. Als ich per Zufall dann in einen von Chuckys MGSV-Streams reinguckte, war ich sofort verliebt, obwohl ich mittendrin einschaltete und keine Ahnung von nichts hatte. Aber immerhin wurde mir direkt klar, was denn nun eigentlich die Metal Gears sind… (Needless to say: mittlerweile liebe ich MGS! Ich versuche die ganze Zeit nicht zu oft Final Fantasy während der Challenge zu erwähnen, stattdessen nimmt diesen prominenten Platz nun die MGS-Reihe ein.)

Lu: Dark Souls

Ja tatsächlich. Also ich das erste Mal von Dark Souls hörte, klang es für mich wahrscheinlich so wie für die meisten Menschen. Unnötig frustrierend und übertrieben schwer. Ich warf den Entwicklern vor ein stinknormales Mittelklasse-RPG programmiert zu haben, dessen scheinbare Unfairness bestimmt nur existiert um Aufmerksamkeit zu generieren.
Einige Jahre später sollte ich eines besseren belehrt werden und tauchte ab in ein Spiel, dessen Schwierigkeitsgrad integraler Bestandteil von Level- und Gamedesigns ist und welches mich unter anderem genau deswegen jahrelang begeistern sollte.

Miene: Bloodborne

Naja, “lieben” ist so ein starker Ausdruck.. Nennen wir es lieber positiv überrascht. Was Videospiele angeht bin ich nicht wirklich experimentell und bleibe lieber an meinem sicheren (J)RPG-Hafen, daher musste ich mich zu Bloodborne auch erst etwas überreden lassen. Zudem hasse ich es in Videospielen Dinge doppelt und dreifach machen zu müssen und werde dadurch schnell frustriert. Kein gutes Omen lag über Bloodborne, doch ich habe es wirklich mögen gelernt. Das beeindruckend hübsche Setting, die interessante Lore und der schöne Soundtrack haben dann doch in mir ausgelöst, dass ich zum 15. Mal zum gleichen Boss laufe, um ihn diesmal wirklich zu legen, statt einfach irgendein FF einzulegen.

Chucky: Dark Souls

Ich kenne kaum jemanden, der Dark Souls auf den ersten Blick lieben konnte. Nicht umsonst sagen so unglaublich viele Leute, man müsse dem Game eine Chance geben und einfach weitermachen, um die Genialität hinter From Softwares Gourmetstückchen erkennen zu können. Ich hatte mal einen Arbeitskollegen, der mir bei jeder gemeinsamen Schicht die Ohren über Dark Souls abgekaut hat. Über Bossgegner, Speedruns und Levelsysteme. Und ich habe immer nur müde gelächelt und genickt, bis er mich fast schon gezwungen hat, das Spiel zu kaufen. Ich hab es dann eher widerwillig gestartet (mit Maus und Tastatur!) und als dann der Asylum Demon herunterkrachte und ich gesehen habe, wie wenig Schaden mein kaputter Schwertgriff anrichtet, habe ich das Spiel deinstalliert und lange Zeit nicht mehr angefasst. Irgendwann hat mich dann doch die Neugier gepackt und ich habe mir einen Controller gekauft, um dem angeblich “härtesten Spiel der Welt” noch eine Chance zu geben. Und sieh an! Ich besiegte den Asylum Demon, den Taurus Demon (mit schwarzen Feuerbomben) und wurde langsam optimistisch! Dann kam der Hellkite Dragon und ich habe das Spiel erneut deinstalliert und lange Zeit nicht mehr angefasst. Diese konstante Anspannung war für meine Nerven zu viel. Aber dann kam das Bloodsouls-Special und ich war gezwungen, weiterzuspielen und nachdem ich dann im Stream die Gargoyles besiegt habe, war ich gehookt. Nichts ist befriedigender, als eine Hürde zu nehmen, für die man tausend Anläufe gebraucht hat. Und spätestens die Wette mit Lu war es dann, die mich dazu gebracht hat, Dark Souls durchzunehmen, wie es mich zunächst durchgenommen hat. Spielt es! Ihr werdet es zunächst hassen, aber wenn ihr durchhaltet, ist es besser als Sex.

Amor: Fallout 3

Ja, damals war ich nicht so begeistert, als ich Fallout 3 zum ersten Mal gespielt habe. Die Steuerung war träge, das Interface schrecklich und es war unheimlich verbuggt. Die Welt wirkte trüb und uninteressant und irgendwie sah mein Charakter wie eine halb frittierte Kartoffel aus. Zudem hatte ich in meiner Unwissenheit mir die USK-Version zugelegt, welche so zurechtgeschnitten war wie ein hebräischer Haarsalon. Nach dieser Erkenntnis hab ich meine Version in die Tonne geworfen und mir damals während einer Amsterdamreise die ungeschnittene PEGI-Version geholt. In der Zwischenzeit sind einige Monate vergangen und die Entwickler haben ein halbes Dutzend an Patches nachgereicht, sodass ich der ganzen Geschichte nochmal eine Chance gegeben habe. Und was soll ich sagen? Es ist eingeschlagen wie eine Nuklearbombe, hat mich zum Fan der Serie gemacht und mir viele epische Momente beschert. Die Nachfolger Fallout: New Vegas und Fallout 4 waren dementsprechend Pflichtkäufe und ich bin mittlerweile der Meinung, dass ich theoretisch so viel Wissen im Falle einer postnuklearen Welt gesammelt habe um erfolgreich zu überleben. Faktisch bedeutet es wohl er mein eigenes Ableben nach ca. 6 1/2 Stunden, weil ich aus einer verseuchten Schüssel getrunken hätte.

Kommentare
 
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    Mantraxx
    30. April 2017 at 01:37

    Ein wenig weg von konventionellem Gaming, aber für mich ist es World of Warcraft.
    Ich persönlich bin mit Guild Wars (1) großgeworden (insgesamt schon ein eher ungewöhnlicher MMO-Titel), daher hat mich WoW immer etwas … nun ja, nicht abgeschreckt, aber regelrecht angeekelt mit seiner Art, es allen recht zu machen, alle Ecken und Kanten zu überbügeln, komplett auf Hardcore Raiding als letztendlichen ‘Zweck’ des Spiels zu setzen. Erst viel später habe ich verstanden, warum WoW immer an der Spitze des MMORPG-Genres stand und immer noch steht: WoW klaut. Punkt. WoW klaut von anderen Spielen, anderen Genres und dann … fügen sie dieses System nahtlos und (so ziemlich) komplett bugfrei ihrem Spiel hinzu. Man könnte frech sagen, dass Blizzard nur eine Horde kleptomanischer Goblins mit Keyboard und Monitor sei, aber WIE sie Inhalte umsetzen, ist wirklich eine Kunst … manchmal, zumindest. Trotzdem ist ihr Zugang zum Genre bemerkenswert und als ich (nach vehementem Nachfragen von einigen Freunden) dazu verleitet wurde, WoW mal auszuprobieren, da … habe ich es genossen. Es ist wie der Moment, wo man seinem ‘Rivalen’, mit dem man sich oft im Klassenverbund oder in der Pause streitet, auf einer Party trifft, mit ihm ein bis zwölf Bier trinkt und feststellt: ‘Hey, der Trötenkopf ist gar nicht so ein Idiot, wie ich immer dachte!’
    So zumindest geht es mir mit World of Warcraft.


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