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30 Days Video Game Challenge: Tag 9 – Traurigste Szene

von am 9. April 2017
 

Lesezeit: 5 MinutenTag 9 der 30 Days of Video Game Challenge widmet sich der traurigsten Szene in einem Videospiel. Nennt uns doch auch eure Antworten auf diese Frage in den Kommentaren. Hier findet ihr alle Beiträge zur Challenge.

Daniel: The Legend of Zelda: A Link to the Past

Da mir der höchst ausbündige André mit seiner traurigsten Szene zuvorkam, muss ich auf eine Szene zu sprechen kommen die mir tatsächlich immer wieder eine Träne ins Knopfloch zaubert und mich jedes Mal auf’s Neue berührt. Natürlich geht es um den Jungen mit der Flöte aus The Legend of Zelda: A Link to the Past. Ja, darüber sprach ich schon in unserem The Legend of Zelda – Special-Podcast – Teil 1, aber es ist auch einfach zu traurig. Erst trifft man den verzweifelten Vater des Jungen, der dem Spieler erzählt, dass sein Sohn, der so gerne auf der Flöte spielte, vor langer Zeit auf der Suche nach der goldenen Macht verschwunden ist. Dann treffen wir kurz darauf auf einer Lichtung ein Fabelwesen, dass umringt von Tieren auf einer Flöte spielt. Als wir uns nähern verschwindet die Gestalt und die Tiere huschen davon. Und als Link endlich in die Schattenwelt hinüberwechseln kann, erfüllt sich das traurige Schicksal des Jungen, der in der Schattenwelt gefangen ist und durch uns eine traurige Erlösung erfährt…

André: To the Moon

Ihr fragt gerade mich, den Eiszapfen der IKYG-Redaktion, nach der traurigsten Szene in einem Videospiel? Wisst ihr, wie lange ich dafür überlegen musste? Das dauerte schon die letzten acht Tage, ungelogen. Das Ding ist nämlich, dass ich einfach nicht so empfänglich bin für traurige Szenen, ganz gleich ob in Filmen, Büchern oder halt Spielen. Natürlich verspür ich auch immer diese “traurige Leere” am Ende eines spaßigen Titels, aber das ist es auch meistens. Nichtsdestotrotz hab ich in mich hineingehorcht und kam schlussendlich mit einer Antwort um die Ecke. Und zwar ist To the Moon mit Abstand einer der traurigsten Titel, die ich je gespielt habe. Aber nicht unbedingt traurig im negativen Sinne, sondern im Gegenteil. Die englischsprachige Welt würde wohl etwas wie “Bittersweet” benutzen, um dieses Indie-Juwel zu beschreiben. Es gibt auch keine “traurigste
Szene” in diesem Titel, sondern das Gesamtbild ist das Traurige daran, inklusive dem grandiosen Soundtrack. Ich freu mich jetzt schon auf die zweite Episode Finding Paradise.

Sophia: The Last Guardian (Spoiler-Alert)

Vorsicht, das Spiel ist noch relativ jung und vielleicht haben noch nicht alle The Last Guardian gespielt, daher eine kleine Spoiler-Warnung. Aber meine Tränen haben keinen Halt gemacht und wurden zu Sturzbächen, als unser Trico sich für uns auf dem Turm einsetze… und von seinen Artgenossen nahezu zerfleischt wurde. Als sie ihm den Schwanz ausrissen, bin ich gefühlt beinahe zusammengebrochen. Trico erinnert mich sehr stark an (m)eine Katze, daher traf es mich als Katzen-Mami vielleicht nochmal härter. Aber dieses starke Gefühl wäre auch nicht zustande gekommen, wäre Trico nicht so unglaublich authentisch gestaltet worden. Ein großes Lob an das Spiel und die Entwickler dahinter!

Lu: The Walking Dead Season One

In all den Jahren, die ich mit Videospielen verbracht habe, gab es nur ein einziges Mal den Fall, dass ich tatsächlich eine Träne verdrücken musste. Das Staffelfinale von The Walking Dead lässt sich am Ende so viel Zeit und baut eine so unfassbar gute Atmosphäre auf, dass selbst die Kombination aus einem Wikinger-Holzfäller und einer emotionslosen KI hier ein mulmiges Gefühl bekommt.

Miene: Crisis Core: Final Fantasy VII

Bei diesem Tag musste ich nicht lange überlegen, schließlich hab ich diesem Thema eine ganze Top10 gewidmet. Auch wenn Aeris’ Tod aus dem Haupttitel eine große Lücke in meinem Videospielherz hinterlassen hat, tritt Zacks Tod aus dem Prequel Crisis Core bei mir so richtig auf die Tränendrüse. Obwohl einem als Spieler sein Schicksal von Anfang an bewusst ist, wurde mir Zack über den Spielverlauf so sympathisch und wichtig, dass es mich doch wie ein Stein ins Gesicht traf. Der heroischer Akt, um seinen Freund zu retten, kostet ihn am Ende das Leben und ich starre nur mit einem leeren Blick auf die Credits und weine ein bisschen.

Amor: Valiant Hearts: The Great War

Also natürlich war der Tod von Aeris… ach, das schreibt doch jeder. Und ehrlich gesagt hat mich kein anderes Videospiel so Nahe den Tränen gebracht wie Ubisofts Perle Valiant Hearts: The Great War. Dass der erste Weltkrieg bereits als nicht sehr erheiterndes Setting dient, sollte jedem bewusst sein. Doch auch mit diesem Wissen kassiert der Spieler während der kompletten Spielzeit einen Schlag in den Magen nach dem nächsten. Und das Ende! “Die letzten Glühwürmchen” trifft auf “Schindlers Liste”! Und nein, ich weine nicht! Ich habe… nur was im Auge.

Chucky: Metal Gear Solid 3: Snake Eater (SPOILER!)

Nun habe ich Hideo Kojimas Meisterwerk schon für den besten Soundtrack ausgewählt und muss feststellen, dass ich nicht drum herumkomme, das Game auch den Preis für die traurigste Szene zu überreichen. Die Wahl wurde mir erleichtert, da Lu und Miene meine anderen möglichen Gewinner bereits für sich beschlagnahmt haben. Aber selbst wenn nicht, hätte den Tod von The Boss vermutlich nichts toppen können. Lu hat es in einem früheren dieser Artikel bereits erwähnt, aber hier noch einmal. The Boss ist die Mentorin des Protagonisten Naked Snake (oder Big Boss) und läuft während des kalten Krieges zur Sowjetunion über. Unsere Aufgabe ist es, die Verräterin auszuschalten und die Machenschaften der Sowjets zu vereiteln. Es ist unmöglich, das Ganze in Kürze zusammenzufassen, daher beschränke ich mich hierauf: The Boss war nie eine Verräterin, sondern eine Doppelagentin und wurde von der U.S. Regierung als Sündenbock für einen Atomschlag ausgewählt. Sie weiß, dass das für sie den Tod bedeutet. Dennoch opfert sie sich für ihre Mission und im letzten Gefecht gegen sie, sind wir es, die ihr das Leben nehmen und das ist die wohl traurigste Szene, die ich je in einem Videospiel erleben durfte.

Henne: Final Fantasy VI

Yes, endlich eine Thema, das mich nicht 3 Tage lang schlaflos rumlaufen und überlegen lässt. Bei einer traurigen Szene muss alles zusammenpassen. Es darf keine Momentaufnahme sein, die für den Moment traurig ist, sondern es muss bis dahin aufgebaut werde; es bedarf einer gewissen Fallhöhe. Die Musik, der Ort, die Uhrzeit, alles spielt eine tragende Rolle für diesen Augenblick. Spoiler
Wir reden von Celes Chere, zu Beginn Magitek-Ritterin und Generalin des Gestahl-Imperiums. Nachdem sie die Wahrheit über das Imperium und ihre bisherige Arbeit erkennt, schließt sich desillusioniert der Bande von Terra(d) an. Ihr Stand in der Grupper ist anfangs schwer, das Vertrauen gering, hat sie doch jahrelang für den Feind gearbeitet. Ihre Persönlichkeit bleibt lange verborgen, getarnt unter dem Mantel der starken, stolzen und unabhängigen Kämpferin. Nachdem Kefka die Welt, wie wir sie kannten verändert hat, erwacht Celes aus einem Koma und findet sich in der Obhut von Cid wieder, der sie von kleinauf kennt und wie seine Tochter behandelte, ehe sie vom Imperium einberufen wurde. Kurz darauf wird Cid schwer krank und Celes kümmert sich liebevoll um ihn und um die Rosen in seinem Gewächshaus, die sie so liebt. Je nach Spielverlauf, endet Cid’s Leben jedoch. Und dann beginnt es.
Erster Musikwechsel, Celes, die unweigerlich vom Bett zurückweicht und auf die Knie sinkt, nachdem sie keine Antwort bekommt. Sie schreit, er habe ihr versprochen bei ihr zu sein. Sie bittet ihn, diesen Scherz aufzulösen, ihm zu antworten. Sie vergießt erste Tränen.
Zweiter Musikwechsel: Das Stück, welches sie vor Kurzem noch in der Oper gesungen hat, eine Ode an ihren Geliebten, den sie sehnlichst vermisst und erwartet. Allerdings nun in langsamer, verletzter, gebrochener. Die Musik unterlegt Celes’ Aufstieg einer nahen Klippe. Sie steht mit dem Rückenzum Wasser, klagt darüber, dass alle weg sind. Auch Locke, der ihr sein Wort gab, auf sie aufzupassen. Sie geht an den Rand, kniet nieder und….stürzt sich rücklings in die Fluten. Ihre Tränen funkeln wie Sterne, als sie hinter dem Fels verschwindet.
Es ist die großartigste Szene eines FF-Spiels aller Zeiten! Und ja, ich habe geweint, als ich diesen Text geschrieben hab.

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