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Return to Monkey Island – Rückkehr eines Klassikers

von am 10. November 2022
DETAILS
 
Spieldauer:

Benutzt du wenige Hinweise ~ 10-12 Stunden
Benutzt du hauptsächlich Hinweise ~ 3 Stunden

Für Fans von:

Point-and-Click-Adventure
Humorvollen Spielen
LucasArts-Titel der 90er

Accessibility-Optionen:

Untertitel in 10 verschiedenen Sprachen
Einstellen der Textgeschwindigkeit
Einstellen der Text- und Objektgröße
Sprach-Optionen (nur Text und Untertitel)
Writers Cut mit "mehr Geschwafel"

Pluspunkte

+ klassisches Point-and-Click-Adventure
+ erleichterte Steuerung
+ unerwarteter Wiederspielwert für Achievement-Hunter
+ wunderschöner Soundtrack
+ gute Prise Piraten-Humor
+ technisch flüssig

Minuspunkte

- Rätsel könnten kniffliger sein
- keine deutsche Synchronisation
- noch mehr vom alten Humor erwünscht
- quasi kein Beleidigungsfechten Verdammt!

Editor Rating
 
GAMEPLAY
9.0

 
GRAFIK
8.0

 
SINGLEPLAYER
9.0

 
MULTIPLAYER
0.0

 
SOUND
9.0

Gesamt-Wertung
9.0

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Zusammenfassung
 

Mit Return to Monkey Island kehrt ein Point-and-Click-Klassiker zurück. In fünf Kapiteln begeben wir mit uns Musterpirat Guybrush Threepwood erneut auf die Suche nach dem Geheimnis um Monkey Island. Mit flüssigem Gameplay, einer guten Menge an Humor und charismatischen Figuren hindern eigentlich nur kleine Kinderkrankheiten wie eine fehlende deutsche Synchronisation Return to Monkey daran gleichaufzuziehen mit den Klassikern von früher.

 

Lesezeit: 7 MinutenWas ist die Bilderbuchvorstellung eines Piraten? Davon gibt es einige. Freigeister mit stolzen Schiffen, denen die Liebe zum Meer wichtiger ist als alles andere. Der unverschämt gutaussehende Pirat mit langem wallenden Haar und exzessiver Brustbehaarung. Oder der betrügerische, aber dennoch charmante Pirat auf der Suche nach glorreichen Schätzen und einer Buddel voll Rum. In Return to Monkey Island bekommen wir ein doch eher albernes Piratenabenteuer serviert. Das ist für Fans aber nichts Neues. Der Klassiker unter den Adventures wird nun 30 Jahren nach dem zweiten Teil von Terrible Toybox, Devolver Digital und Lucasfilm Games fortgesetzt. Ob Serien-Protagonist Guybrush Threepwood und ich das Geheimnis um Monkey Island gelüftet haben oder ob ich mir dabei Skorbut eingefangen habe, das erfahrt ihr hier.

Klassiker unter den Adventures

Monkey Island-Teile gab es einige. Für viele Fans ist nach Teil zwei gedanklich aber erst mal Schluss. Nach Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge gingen Serien-Vater Ron Gilbert und damals noch Lucasarts getrennte Wege. Das hatte zur Folge, dass die nachfolgenden Teile von vielen Fans als nicht würdig erachtet und ignoriert wurden. Seinen Teil dazu beigetragen hat auch das Cliffhanger-Ende des zweiten Teils, in dem wir Guybrush Threepwood und Rivale LeChuck als Kinder durch einen Vergnügungspark laufen sehen. Was es damit auf sich hat, wurde nie geklärt. Von allen nachfolgenden Titeln wird dieses Ende ignoriert und zu einer Art Traum erklärt. Um das Geheimnis um den Cliffhänger zu lüften, sind Serienerfinder Ron Gilbert, Dave Grossman und ihr Team 30 Jahre nach Teil zwei wieder zurück. So spielt Return to Monkey Island als direkte Fortsetzung nach den Ereignissen aus The Secret of Monkey Island und Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge.

Vorwissen benötigt

Bevor wir beginnen, sollte ich eine Sache ansprechen. Muss ich alle anderen Teile von Monkey Island gespielt haben, um Return to Monkey Island zu verstehen. Kurze Antwort: Nicht alle. Wie schon erwähnt handelt es sich um eine Fortsetzung des zweiten Teils der Reihe. Es ist also zu empfehlen, in Teil eins und zwei reinzuschauen. Wirklich ausschlaggebend für den Spielverlauf ist es zwar nicht, aber das Spiel ist randgefüllt mit Referenzen, Nostalgie-Kicks und Figuren, die in den vorherigen Teilen vorkommen. Ein bisschen Vorwissen trägt also zum guten Spielerlebnis bei. Wer das aber nicht möchte oder nur ein wenig eingerostet in Monkey Island-Lore ist, hat noch eine andere Chance.

Und diese heißt Guybrushs Scrapbook. Im Menü des Spiels finden wir unter dem Punkt Sammelalbum eine Zusammenfassung. Startet man das Spiel und will direkt loslegen, übersieht man diese Option aber recht schnell. Auch die Darstellung des Scrapbooks ist ein wenig mager. Wir sehen Fotos und Erinnerungsstücke aus den alten Teilen und bekommen diese durch einen Klick darauf kurz erklärt. Eine gute Zusammenfassung für Neuanfänger ist das leider nicht. Haben wir unser Wissen aufgefrischt geht es auch direkt los.



Segel setzen und volle Fahrt voraus

Guybrush Threepwoods letztes Piratenabenteuer ist schon eine Weile her, und daher löst Return to Monkey Island gleich zu Beginn das Mysterium des Cliffhangers aus Teil zwei. Wir sehen zwei freche Bengel auf einem Volksfest, die ein paar Erwachsenen auf die Nerven gehen. Der Prolog dient uns als Tutorial, woraufhin wir recht schnell in das eigentliche Geschehen geraten. Um nicht zu viel zu verraten, sei hier nur gesagt, dass sich Gilbert und sein Team eine schicke Lösung ausgedacht haben, um uns wieder auf die Suche nach dem Geheimnis von Monkey Island zu schicken.

Die Story wird uns in fünf Kapiteln erzählt, die unterschiedlich lang sind, uns aber allesamt mit Rätseln und dem bekannten Piratenhumor versorgen. Wohingegen die ersten drei Kapitel noch relativ überschaubar sind, bekommen wir in Kapitel vier die volle Dröhnung. Hier wird nicht nur die Spielwelt deutlich größer, sondern auch der Aufwand der Rätsel um einiges vervielfacht.

Auf Guybrushs Abenteuern besuchen wir bekannte Orte wie Melee Island und treffen dabei auf altbekannte Gesichter wie zum Beispiel Guybrushs Frau Elaine. Natürlich ist auch Serien-Bösewicht, der untote Pirat und Guybrush-Hasser, LeChuck wieder mit dabei.

How to be a Pirate

Auf technischer Ebene läuft Return to Monkey Island flüssig und fühlt sich frisch und modern an. Die Steuerung ist kinderleicht und schnell gelernt.Auf der Switch-Version maneuvrieren wir Guybrush mit den linken Analog-Sticks und bekommen anklickbare Stellen mit Kreisen markiert. Diese können wir wiederrum mit dem rechten Analog-Stick anwählen. Um nicht dauernd mit dem Joystick zu lenken, kann man die Auswählbaren stellen, per Schultertasten durchschalten.

Visuelle Aspekte wie Textboxen können größentechnisch angepasst, das Erzähltempo eingestellt und der Spielstand überall gespeichert werden. Ach ja Ladezeiten sind so gut wie nicht vorhanden.
Etwas kurios wird es bei der Wahl des Schwierigkeitsgrades. Hier bietet uns das Spiel einen Einfachen- und Harten-Modus an. Ihr solltet aber ganz eindeutig die härtere Schwierigkeit wählen. Im Einfach-Modus gibt es so gut wie keine Rätsel. Die normale Monkey Island Erfahrung bekommt ihr nur im schweren Modus. Wer nur die Geschichte nachspielen möchte wählt dann den einfachen Modus schätze ich mal.

Interaktion ist der Schlüssel

Wenn es etwas gibt, das wir in Point-and-Click-Adventure sehr oft tun, ist das pointen und clicken oder kurzum interagieren. Die Möglichkeit dazu bekommen wir zur genüge. Allem vorran interagieren wir natürlich mit Gegenständen. Auf unseren Reisen sammelt sich schließlich so einiges an schrägen Objekten an. Hat Guybrush sein Auge auf etwas geworfen, stehen ihm zwei Optionen zur Verfügung. Entweder wir betrachten das Objekt, was nicht selten einen scharfsinnigen Kommentar unseres charmanten Piraten zufolge hat oder wir können besagtes Objekt benutzen.

Früher oder später erreichen wir den Punkt, wo wir mit dem Inventar interagieren müssen. Hier können wir Gegenstände auswählen, uns erneut Guybrushs Gedanken zu dem Gegenstand anhören oder zwei oder mehr Objekte miteinander kombinieren. Das ist für gestandene Adventure-Fans natürlich nichts Neues, macht aber immer wieder eine Menge Vergnügen. Gleichermaßen läuft es bei Personen. Entweder wir reden mit unserem Gegenüber oder wir kommentieren.



Dialoge

In Dialogen haben wir stets eine Reihe von möglichen Sprachoptionen. aus einer Reihe von schnippischen und seriösen Antworten wählen wir unsere liebste Entgegnung aus und schmeißen sie unserem Gegenüber an den Kopf. Unsere Wahl beeinflusst den Verlauf des Spiels allerdings nur an wenigen Stellen. Vielmehr ermöglicht uns die Auswahl die Chance auf eine zusätzliche Alberei und trägt somit hauptsächlich zum Spaß und zu unserer Unterhaltung bei.

Die Antworten, die einen Einfluss auf das Spielgeschehen haben kommen erst spät im Spiel. Es sei aber erwähnt das Retrun to Monkey Island mehrere Enden besitzt. Seid ihr im letzten Kapitel angekommen solltet ihr also ein wenig mehr aufpassen oder einfach etwas öfter Speichern.

An dieser Stelle möchte ich noch kurz erwähnen, dass es keine deutsche Sprachausgabe gibt (Switch-Version). Ist euch rasant gesprochenes Englisch mit teilweise wirrer Wortwahl zu viel, helfen euch lediglich deutsche Untertitel. An manchen Stellen leidet darunter auch ein wenig der Witz. Helfen wird euch die Übersetzung aber allemal.

Rätselhaftes Rätselraten

In Sachen Gameplay erfindet Return to Monkey Island das Rad nicht neu. Es gibt keine neue Mechanik oder neuartige Möglichkeiten Rätsel zu lösen. Das Adventure bleibt lieber bei seinen Wurzeln und brilliert in dem, was es am besten kann. Humorvolle Rätsel. Von einfachen Bring-mir-Objekt-X-Aufgaben zu kniffligeren mehrstufigen Rätseln. Monkey Island hat sie alle. Gerade das vierte Kapitel ist vollgepackt mit längeren Rätseln, die etwas mehr Hirnschmalz benötigen. So richtig zum Haare ausraufen ist allerdings keines der Rätsel.

Da wir hier von einem der Urväter der ulkigen Point-and-Click-Titeln reden, sollte jedoch klar sein, dass nicht immer alles einen Sinn ergeben muss. Trotzdem sind die Lösungen immer logisch, brauchen nur manchmal etwas mehr Fantasie. In die Welt von Monkey Island passen sie wunderbar rein und sind herrlich witzig.

Knifflige Probleme sind für Rätselfreunde der Himmel, für andere vielleicht ein wenig zu viel des Guten. Damit denjenigen geholfen werden kann, führt Return to Monkey Island das “Buch der Hinweise” ein. Benutzen wir es wird uns nach und nach geholfen. Sind wir nur ein wenig verzweifelt, bekommen wir nicht direkt die Antwort vor den Latz geknallt. Wir starten mit einem seichten Tipp, können uns aber auch Stück für Stück zur kompletten Lösung durchklicken.

Was wisst ihr über Monkey Island?

Rätsel sind jedoch nicht das Einzige, womit wir uns beschäftigen können. Für aufmerksame Monkey Island-Fans haben sich die Entwickler ein weiteres kleines Feature ausgedacht. Im gesamten Spiel stößt Guybrush auf kleine Quizkarten, die wir uns in unserem Inventar anschauen und beantworten können. Die Fragen beschränken sich dabei nicht nur auf Return to Monkey Island, sondern überprüfen gleichfalls unser Trivia-Wissen über die erste beiden Teile.

Ganze 100 Karten können wir im Spiel finden. Beantworten wir mal eine Frage falsch, finden wir sie im Verlauf des Spiels einfach erneut. Der beste Weg, die Quizkarten zu finden, ist es, die Markierungspunkte auf unserem Bildschirm hervorzuheben. Dafür könnt ihr in der Switch-Version einfach L und R gleichzeitig gedrückt halten.

Aber was bringt uns das lustige Fragen beantworten überhaupt? Die Antwort ist Achievements. Das erlangen von Errungenschaften ist ebenfalls eine Premiere in den Monkey Island-Titeln. Kennen wir die richtige Antwort von einer bestimmten Anzahl an Quizkarten, erhalten wir zum Beispiel ein Achievement. Aber auch Fortschritt im Spiel wird mit einem Achievement belohnt.

Alle Achievements und Quizkarten im ersten blinden Spiel-Durchgang finden ist nicht wirklich einfach. Daher müssen Achievement-Hunter, die keine Guides lesen möchten, mehrfach ran.

Grafikstil

Piraten-Abenteuer? Check! Knifflige Rätsel? Check! Monkey Island-Humor? Check! Was fehlt noch? Richtig der gewaltige Elefant im Raum. Damit meine ich, wie könnte es anders sein, den neuen Grafikstil. Guybrush und Co. schmücken sich in ihrem neuesten Abenteuer mit einem bunten Cartoon-Design, welches an Kinderbücher erinnert. Ist der neue Look gut oder schlecht? Eine definitive Antwort darauf gibt es nicht. Dem einen gefällt es, dem anderen eben nicht. Mir persönlich gefällt der Stil ganz gut. Die Figuren und die Umgebung mögen zwar nicht mehr so aussehen wie zu Lucasarts Zeiten, ich finde den Stil aber passender als den grausigen 3D-Versuch in Tales of Monkey Island. Vielmehr muss ich sagen, dass der Stil in Return to Monkey Island mit Ausnahme der Figuren dem Rezept von damals sogar sehr gut treu bleibt. Gebäuden und Landstriche erkennt man trotz des anderen Looks eindeutig wieder. Figuren sind wohlgemerkt ein wenig schwieriger wiederzuerkennen.

Untermalt wird das Ganze von einem wunderschönen Soundtrack, der denen aus den alten Teilen in nichts nachsteht. Anders sieht es da bei Cutscenes aus. Neben flüssigen und gut gelungenen Animationen bekommen wir hier und da auch noch eine kleine Zwischensequenz oben drauf. Diese sind allerdings mit denen von früher kaum zu vergleichen.


Return to Monkey Island – So gut wie früher?

Hat die Rückkehr zur alten Stärke für Monkey Island geklappt? In meinen Augen schon. Der neuartige Grafikstil wird aber dennoch eine Hürde bleiben. Wer sich ums Verrecken nicht mit dem neuen Stil anfreunden kann, wird dies auch nicht nach mehreren Stunden Rätselspaß können. Diejenigen, die sich nicht so sehr daran stören, erwartet jedoch ein gut gelungener Monkey Island-Titel mit Rätseln, wunderbar humorvollen Textzeilen und der bekannte Monkey Island-Charme.

Kritik möchte ich gerne bei der fehlenden deutschen Synchro und, trotz meiner lobenden Worte, auch beim Humor anbringen. Während ich die Witze und Blödeleien sehr genossen habe, hätte ich mir doch ein wenig mehr davon vorstellen können. Angefangen beim Beleidigungsfechten, das im neuesten Teil doch etwas kurz kommt. Vielleicht ist man durch Adventure-Titel wie die Deponia-Reihe auch etwas anders eingestellt.

Gefallen hat mir Return to Monkey Island aber dennoch sehr. Vor allem Kleinigkeiten, die an die früheren Teile erinnern, aber auch neue Features wie das Zusammenfassen des Abenteuers hat man das Spiel mal für eine längere Zeit unterbrochen zauberten mir ein Lächeln ins Gesicht. Allen Zweiflern, die vielleicht doch gewillt sind, dem Grafikstil eine Chance zu geben, kann ich nur empfehlen, mal in das neue Abenteuer mit Guybrush, Elaine und LeChuck reinzuschauen.

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