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Doom – Fight like hell

von am 7. Juni 2016
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Die Mutter aller Shooter ist wieder da und nach über zwanzig Jahren des Wartens und einer mehr oder weniger gelungenen Horrorvariante in 2004, ist 2016 das Jahr, auf das jeder Fan des einstmals in Deutschland indizierten Titels gewartet hat. Doom, das damals das Genre des First-Person-Shooters neu definierte, legte sich die Messlatte selbst enorm hoch. Ob dieser Shooter unsere Erwartungen übertreffen kann, das erfahrt ihr hier.

Kaum eine Story, aber dafür eine bessere als im Vorgänger

Die Story von Doom eignet sich prima für Kurzgeschichten oder wie John Carmack, einer der Väter des ursprünglichen Doom, es kürzlich sagte: „Story in a Game is like story in a porn movie. It’s expected to be there, but it’s not that important.“ Eine nicht unstrittige These, im Fall von Doom aber durchaus gerechtfertigt. Als namenloser Protagonist erhebt ihr euch aus einem steinernen Sarg in einer geheimen Forschungseinrichtung auf dem Mars. Es vergehen keine fünf Sekunden und ihr zerklatscht schon den ersten Dämonenschädel an der steinernen Sargkante. Ein ziemlich böses Erwachen, denn die gesamte Forschungseinrichtung ist von dämonischen Horden überlaufen. Nach wenigen Minuten Spielzeit kommt ihr der Sache dann auch auf den Grund. Die Union Aerospace Corporation, kurz UAC, hat wie bereits im Original, durch die Forschung an Teleportationstechnologie ein Tor zur Hölle geöffnet. Während die UAC zunächst noch die Ressourcen aus den neun Kreisen der Hölle ausbeuten konnte, muss vor kurzem irgendetwas gewaltig schief gelaufen sein, denn bis auf euch scheint es kein menschliches Leben mehr auf der gesamten Marsoberfläche zu geben. Euer Abenteuer, das sich übrigens bei mir auf überaus angenehme zwölf Stunden Spielzeit erstreckte, führt euch dabei nicht nur ausschließlich durch sterile Forschungslabors. Der ein oder andere Abstecher in die Hölle oder Marsoberfläche ist durchaus drin und spätestens, wenn ihr das schrille Geschrei entfernter Dämonen hört, wisst ihr: Das ist Doom.

Stillstand ist der Tod

Doom war schon immer ein Spiel in dem es galt in Bewegung zu bleiben. „Press X to take cover“ oder ähnlicher Firlefanz waren nie Bestandteil dieses Shooters. Ähnlich verhielt es sich 1993 allerdings auch mit der Relevanz des Nachladens oder gar der Fähigkeit auf und ab zu zielen. Letzteres könnt ihr dankenswerterweise allerdings im neuen Doom. Was sich aber nach wie vor nicht verändert hat, ist das Motiv der Bewegung. Jeder Kampf mit den Dämonen entwickelt sich im neuen Doom zu einem ständig wandelnden Wechselspiel zwischen eurer Position und den intelligent aufschließenden Dämonen. Bleibt ihr auch nur zwei oder drei Sekunden stehen, werdet ihr mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit von einem feindlichen Projektil erwischt. Je nach Schwierigkeitsgrad und Gegnertyp kann das dann auch im sofortigen Ableben enden. Damit das nicht geschieht, habt ihr verschiedene Möglichkeiten, um eure Lebensenergie wieder aufzufüllen. Selbstverständlich liegen auch in Doom Medpacks, Munition und Rüstung in der Welt verteilt, aber eure vermutlich beste Option im Notfall ist ein brutaler Glory Kill. Diese neue Mechanik, die sich Bethesda höchstwahrscheinlich aus Sergeant Mark IV’s Einmannprojekt „Brutal Doom“ abgeschaut hat, ermöglicht euch, eure benommenen Gegner auf brutalste Weise ins Jenseits zu befördern. Ausgerissene Augäpfel und gebrochene Gliedmaßen zählen bei den Glorykills fast noch zu den harmloseren Varianten, belohnen euch aber alle gleichermaßen mit zusätzlicher Lebensenergie und Munition, die wie bei einer explodierenden Piñata aus euren Feinden purzeln.

Runen, Upgrades und eine Menge Knarren

Damit ihr insbesondere im späteren Spielverlauf nicht sofort aus dem grünen Hemd gepustet werdet, belohnt Doom den aufmerksamen Spieler mit einer Reihe interessanter Upgrades. Je nachdem wie viele der teilweise wirklich intelligent versteckten Secrets ihr findet, erhaltet ihr entsprechenden Zugang zu neuen passiven Talenten, die euch das Überleben erleichtern. Boni auf Lebensenergie und Rüstung gehören auf höheren Schwierigkeitsgraden fast schon zur Grundvoraussetzung für Doom Marines, die an ihrem Leben hängen. Ansonsten bietet euch Doom mit den Runenprüfungen noch ein anderes nettes Feature. Hier gilt es, ähnlich wie in Devil May Cry, unter Zeitdruck bestimmte Aufgaben zu erfüllen, um mit einer entsprechenden Rune belohnt zu werden. Die Auswirkungen der Runen sind unterschiedlich und reichen von Bewegungsboni bis hin zu schnelleren Glory-Kills. Am deutlichsten sticht aber das Waffenarsenal im Kontext von Upgrades hervor. Nicht nur, dass ihr mit der doppelläufigen Schrotflinte eine alte Bekannte aus Doom II wieder trefft, sondern ihr könnt diese und alle anderen Waffen mit einer entsprechenden Anzahl von Waffenupgrade-Punkten verbessern.  Dabei hat nahezu jede Waffe zwei verschiedene Upgrade-Optionen. Bei der Schrotflinte könnt ihr euch zwischen Dreifachschuss und Unterlaufgranatwerfer entscheiden und beim Plasmagewehr zum Beispiel, sind es eine Art Schockwelle und eine Betäubungsgranate, die euch zur Verfügung stehen. Das Gute daran ist, ihr könnt die unterschiedlichen Modifikationen jederzeit per Knopfdruck wechseln und seid daher in jedem Kampf auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Die Kehrseite der Medaille – Der Multiplayer

Was Doom in Sachen Singleplayer alles richtig macht, scheint im Multiplayer vergessen. Nehmen wir die Glory-Kills. Was im Singleplayer zentrales Element sämtlicher Kämpfe ist, versagt im Multiplayer total. Nicht nur, dass Glory-Kills im Multiplayer nicht mit irgendwelchen Ressourcen belohnt werden, ihr seid auch noch verwundbar, während ihr euch eines angeschlagenen Kontrahenten entledigt. Einfach mal zwei Sekunden in einer Animation gefangen sein, ist eine ziemlich blöde Geschichte und das ganz besonders, wenn Jeder gegen Jeden kämpft. Auch die Sache mit den Waffen wurde im Multiplayer drastisch gekürzt. Ihr wählt im Vorfeld einfach zwei Waffen aus und werdet direkt mit diesen beiden Waffen in die Spielwelt geworfen. Waffen aufheben? Kampf um zentrale Waffenspawns? Fehlanzeige. Der Multiplayer von Doom ist leider eine glanzlose Kopie von Multiplayern, wie wir sie seit Halo und Call of Duty kennen. Eigentlich nur wenig überraschend, denn der Multiplayer in Doom wurde von Certain Affinity entwickelt, die wiederum auch die Multiplayermodi von Halo 2 und einigen Call of Duty Ablegern entwickelt haben. Es ist schade, dass Bethesda und Id sich hier nicht treu geblieben sind und dieselbe Leidenschaft in einen Multiplayer gesteckt haben, der dem Einzelspielemodus in nichts nachstehen muss.

Aber es gibt Hoffnung – Snapmap

Trotzdem gibt es Licht am Ende vom Tunnel. Denn dank Snapmap, dem integrierten Map Editor, erhält die Community ein mächtiges Werkzeug an die Hand. Wie in einer Art Lego-Baukasten könnt ihr in Snapmap eigene Karten und Welten für Doom erschaffen. Dabei bietet euch der Editor die unterschiedlichsten Möglichkeiten, wie das Festsetzen von bestimmten Schaltern, Bedingungen und vielen weiteren Optionen, die sicherstellen, dass ihr viele glückliche Stunden mit Doom verbringen werdet. Dem Ideenreichtum sind dabei keine Grenzen gesetzt. Manch einer baut derweil schon fleißig an einer Moba-Variante, während anderswo in bester Farmville-Manier, das Obst angebaut wird. Wir können an dieser Stelle nur staunen und sind uns ziemlich sicher, dass wir noch einiges aus den Reihen der Doom-Community zu erwarten haben.

Doom ist das Beste, was dem Shooter-Genre in den letzten 20 Jahren passiert ist

Ich habe nach der Open-Beta Tränen in den Augen gehabt. Ich war fast schon überzeugt, dass die Doom-Franchise ein ähnliches Schicksal ereilt, wie es Duke Nukem in 2011 ereilte.  Ich hätte mich nicht mehr irren können und ich bin froh, dass dem so ist. Der Einzelspielermodus von Doom bricht in Sachen Gameplay mit allen Shootern der letzten Jahre und etwas Besseres hätte dem gesamten Genre nicht passieren können. Gefangen in den ewig wiederkehrenden Mustern aus „Deckung und Feuern!“, schien sich die Entwicklung von Shootern im Kreis zu drehen. Wie bereits 1993 gelingt es diesem Spiel ein Genre neu zu erfinden, neue Wege zu gehen und dabei sich selbst so treu zu bleiben, dass nahezu jeder, der dieses Spiel bereits in den 90ern spielte, sagen kann : „Das ist mein Doom. Damit wuchs ich auf und ich liebe es.“

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