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Microsoft schluckt Bethesda – Was nun?

von am 22. September 2020
 

Lesezeit: 3 MinutenRespekt, Microsoft. Nach den vielen, vielen weniger guten Entscheidungen während der Xbox One-Ära (erinnert sich noch jemand an das DRM-Debakel?) haben sie vorgestern und ein paar Tage nach Sonys peinlicher Vorbestellpanne einfach mal aus dem Stand verkündet, dass sie ZeniMax Media für 7,5 Milliarden Dollar aufgekauft haben. Was nichts anderes bedeutet, als “uns gehört ab jetzt Bethesda”. Und um noch die letzten Zweifel direkt am Anfang wegzuräumen wurde ebenfalls verkündet, dass auch alle künftigen Bethesda-Titel direkt über den Xbox Game Pass verfügbar sein werden. Und das, liebe Kinder, nennen wir einen One-Two-Punch. Doch was bedeutet das für die Zukunft?

Für die Playstation-Jünger (wie mich) könnte das im schlimmsten Fall bedeuten, dass auf der PS5 keine Titel der folgenden Spieleschmieden erscheinen könnten:

Arkane Studios

Die klugen Köpfe hinter Dishonored und Prey konnten in letzter Zeit nicht wirklich durch kommerziell erfolgreiche Spiele punkten, doch mit den Microsoft-Dollars entsteht eine finanzielle Sicherheit, die eventuell zu Fortsetzungen der Reihen oder neuen IPs führen könnte. Oder Microsoft schließt das Studio und verteilt die Entwickler auf die anderen Einheiten. In der Industrie wird das als der reguläre “Electronic Arts”-Move bezeichnet.

id Software

Die legendäre Truppe, welche für zeitlose Klassiker wie Doom, Wolfenstein und… Commander Keen (als ob ich hier Ragenennen würde) verantwortlich ist, könnte demnächst das nächste Doom exklusiv bringen oder das nächste Wolfenstein direkt zum Game Pass hinzufügen. Was im ersten Fall für schlechte Laune bei mir sorgen würde wäre im Falle vo Wolfenstein ehrlich gesagt nicht mehr so schlimm wie anfangs. Die Reihe hat ihre Magie mit Wolfenstein – Youngblood (welches ich in Retrospektive viel zu gut bewertet habe) verloren und ich habe das Gefühl, dass der Graph bei der IP tendenziell nach unten als nach oben geht.

Bethesda Softworks

Die Mädels und Jungs, welche wahre RPG-Monster mit der Elder Scrolls und Fallout Reihe geschaffen haben, sich unfassbare viele Fehltritte erlauben dürfen und weiterhin von so vielen Spielern als eins der besten Studios gesehen werden. Wo Konami und Square Enix in der Luft zerrissen werden überlebt Bethesda jeden noch so großen Shitstorm – selbst wenn sie diesen selbst erzeugen und ja, ich rede über Fallout 76 verdammt nochmal! Wie kann man eine der besten Spielereihen so durch den…. ähem. Entschuldigung. Ich weiß, haue gefühlt bei jeder Möglichkeit auf Bethesda ein und der Gedanke, dass ich eventuell ein bisher nicht angekündigtes Fallout 5 nicht auf meiner PS5, welche ich noch nicht mal besitze, spielen könnte, sorgt auch wieder für den nächsten mittelschweren Wutanfall. Daher belassen wir das an dieser Stelle. … … … ich meine, habt ihr mal Fallout 76 gezockt? Es ist wirklich der größte… okay, okay. Sorry.

Das ist natürlich alles eine Mutmaßung und vielleicht wird dieser Beitrag in ein paar Monaten noch schlechter altern als The Elder Scrolls IV: Oblivion (ja, ich hab’s gesagt). Und vielleicht kontert Sony im Oktober mit einem 100 Jahre geltenden Exklusivdeal mit Activision und der Gamer wird, wie schon 2013, sich in den Schützengräben des Konsolenkrieges befinden, toxische Tweets absetzen, dämliche Memes liken und die Fans des anderen Lagers durch den anonymen Schleier des Internets beschimpfen. Jeder weitere Exklusivdeal wird wie ein Gebietsgewinn gefeiert, die Absatzzahlen werden jede Woche verglichen und 2022 werden dann die PS5 Pro und die Xbox Series XYZ vorgestellt, welche endlich 8k unterstützen und dadurch der Preis von 599,00€ gerechtfertigt wird und AAAAH!

Warum tun wir uns das überhaupt an? Warum lassen wir uns auf Social Media, in Youtube-Videos oder Foren darauf ein und reden darüber? Warum gieße ich mit diesem Beitrag weiteres Öl in das Feuer? Warum können wir nicht einfach friedlich koexistieren, eine gesunde Rivalität beobachten und uns für die Konsole unserer Wahl entscheiden – und aufgrund ihrer technischen und multimedialen Fähigkeiten und nicht welche Studios und Spielemarken als Geisel genommen haben? Doch ich hole hier zu weit aus. Wie schon zu Beginn gesagt kann man diese Aktion jetzt erstmal als extrem gut getimten Businessmove sehen und gespannt sein, welche Dynamiken dadurch entstehen werden. Microsoft hat in einer kurzen Schwächephase von Sony gekonnt in die Wunde gestoßen, die Vergeltung wird folgen. Oder nicht. Aber wahrscheinlich. Eventuell auch nicht. Ich ziehe das hier eh schon die in Länge, weswegen ich mich mit meiner Switch an die Seitenlinie stellen und mir das Spektakel aus sicherer Distanz betrachten werde. Und vielleicht auch endlich meinen Twitteraccount lösche.

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