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Doom Eternal – stylische Hölle auf Erden

von am 22. April 2020
DETAILS
 
Spieldauer:

ca. 15 Stunden

Für Fans von:

Shootern, egal welcher Art

Amazon-Link:

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Pluspunkte

+ fantastisches Gameplay
+ tolle Präsentation
+ Strategie benötigt
+ herausragender Sound
+ lange Kampagne
+ sinnvolle Verbesserungen zum Vorgänger

Minuspunkte

- manche frustrierende Sprunpassagen
- einige nervige Gegner (Marauder!)
- Multiplayer kommt nicht an die Qualität der Kampagne ran

Editor Rating
 
GAMEPLAY
10

 
GRAFIK
9.0

 
SINGLEPLAYER
10

 
MULTIPLAYER
7.0

 
SOUND
10

Gesamt-Wertung
9.0

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GAMEPLAY

 
GRAFIK

 
SINGLEPLAYER

 
MULTIPLAYER

 
SOUND

User-Wertung

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Lesezeit: 6 MinutenIch muss euch zu Beginn direkt was beichten: dieser Test hat mir keinen allzu großen Spaß gemacht. Also Doom Eternal macht unfassbar viel Spaß, versteht mich nicht falsch. Doch diesen Test zu schreiben hat mir keine große Freude bereitet, denn es fiel mir wirklich schwer dieses Spiel zu testen -- denn in erster Linie habe ich es einfach nur genossen. Aber ich will euch hier nicht alles vorweg nehmen, auch wenn ihr wahrscheinlich schon auf die Wertung gespickt habt. Also… legen wir los.


Ich gegen die Hölle, die Hölle gegen mich

Die Handlung beginnt da, wo das großartige Reboot von 2016 geendet hat, jedoch befinden wir uns mittlerweile auf der Erde, welche von Dämonen überrannt wurde. Dabei wurde die gesamte Menschheit fast vollständig ausgelöscht und nur noch der Doom Slayer wird sich gegen Khan Makyr, ihre drei Höllenpriester und die gewaltige Armee aus der Hölle auflehnen und sie aufhalten. Und… ja, das war es im großen und ganzen. Wir gut, Dämonen böse, alles abschlachten, was uns vor die Wumme kommt. Auch wenn sich id Software beim Profil des Doom Slayers (fantastischer Name nebenbei) diesmal etwas mehr Mühe gegeben haben und ihm sogar sowas wie eine Vergangenheit an die Hand gegeben haben, tritt die Story innerhalb von Nanosekunden in den Hintergrund und machen Platz für das blutigste Gameplay der letzten Jahre.

Das ist auch vollkommen in Ordnung, denn man spielt seit 1993 kein Doom wegen seiner herzzerreißenden Storyline, sondern mehr wegen der Möglichkeit, Dämonen-Herzen rausreißen zu können. Und Doom Eternal macht es besser als all’ seine Vorgänger und weitaus besser als vergleichbare Titel. Und nach den letzten, sagen wir mal, weniger eindrucksvollen Shootern aus dem Hause Bethesda (Wolfenstein: Youngblood habe ich damals definitiv zu gut bewertet und Rage 2 lebt von großartigen Momenten, welchen sehr viel Leerlauf entgegensteht) kommt mit Doom Eternal ein brachiales Shootergewitter, welches gameplaytechnisch seinesgleichen sucht. Die Mechaniken aus Doom 2016 wurden hierbei übernommen und konsequent weiterentwickelt. Statt mit der unbefriedigenden Pistole die ersten Minuten rumlaufen zu müssen, gibt man hier dem Doom Slayer (ich liebe den Namen) direkt die ikonische Shotgun zur Hand und man darf sich an den ersten Dämonen abreagieren, bevor das Arsenal Stück für Stück erweitert wird.

Schießen mit Hirn

Auch wenn man in erste Linie bei Doom an kopflose und brachiale Action denkt, kommt man hier mit der ‘Run & Gun’-Methode nicht wirklich weit. Natürlich ist der erste Instinkt, sich mit der Wumme in das dämonische Getümmel hineinzustürzen und alles Bewegliche kurz und klein zu schießen. Mit dieser Strategie wird man aber schneller zum Inferno-Schaschlik als einem lieb ist. Selbst auf den niedrigeren Schwierigkeitsgraden muss man in jedes Areal mit einer Strategie reingehen und auch bereit sein, diese situativ zu adjustieren. Oder um es weniger hochgestochen zu sagen: man muss abschätzen, welchen Dämonen man zuerst zerlegt.

Ja, ich rede hier von echtem Ressourcenmanagement… in Doom Eternal. Und das sieht folgendermaßen aus: Unsere Lebensleiste, unsere Panzerung, als auch die Munition sowie eine Leiste für eine neue Spezialattacke müssen immer im Blick behalten werden. Sinkt etwas davon, können wir es entweder im Level selbst aufsammeln (weitaus weniger als im Vorgänger) oder wir holen es uns direkt von unseren Gegnern. Wenn wir zur Beispiel mehr Kugel benötigen, holen wir die Kettensäge raus und zerlegen den nächstbesten Gegner damit -- die Menge bleibt dabei immer gleich, jedoch empfiehlt es sich, einen stärkeren Gegner mit diesem One-Hit-Kill zu beglücken. Sieht es schlecht bei der Panzerung aus, schmeißen wir den Flammenwerfer an und grillen ein paar dämonische Kollegen auf Höllentemperatur. All dies muss immer sehr schnell entschieden werden, da all diese Leisten bei einem vollen Haus sehr schnell auf Null sinken können.

Potpourri aus der Unterwelt

Es scheint sich in der Hölle rumgesprochen zu haben, dass die Party in Doom unsagbar gut gewesen sein muss, denn gegenüber dem Vorgänger haben sich einige neue Kreaturen dazugesellt. Dazu wurde das Design einiger bestehender Gegner etwas verändert um sie diverser zu gestalten. Der Doom Slayer (ich werde meinen Erstgeborenen so nennen) muss aber auf dem Weg zu Khan Makyr auch einige nervige Kreaturen erlegen. Und wenn wir schon dabei sind: ich hasse den Marauder. Ich hasse diesen Gegner so sehr. Kommt man ihm zu nah, feuert er seine Shotgun auf einen, ist man zu weit entfernt, schickt seine Hunde auf euch. Und Schüsse blockt er mit seinem gewaltigen Schild ab. Die Begegnungen mit ihm erinnern einen mehr an Dark Souls als an einen Shooter. Kleiner Tipp: alle Gegner bis auf ein paar Zombies (= Munition/Leben) vorher erledigen und dann auf ihn konzentrieren.

Auch sind die Areale und Kampfplätze haben eine Runderneuerung erfahren. Es gibt deutlich mehr Schlachten in der Vertikalen, außerdem schwingt und stößt sich der Doom Slayer (ja, ich droppe den Namen extra häufig) fröhlich durch die Luft, was ebenfalls zu neuen Kampfsituationen führt. Hierbei ist es wichtig, die im Spiel befindlichen Runen zu sammeln, da einige neben den Standardattributen (Leben, Panzerung, Munitionskapazität) auch die Bewegung des Spielers verbessern. Dennoch gab es einige Stellen, wo es nicht klar war, ob diese Plattform begehbar war oder es sich wieder um eine unsichtbare Wand gehandelt hat und man zum x-ten Mal in den Tod gestürzt ist. Zwar lädt man in der Regel kurz vor dem Sprung, nervig war allemal.

Wie aus einem Guss

Kommen wir zur Präsentation. Und ich könnte jetzt auf die minimalen Clippingfehler oder manch unsaubere Textur eingehen, doch seien wir mal ehrlich: Doom Eternal sieht extrem gut aus! Die Grafik ist top, die Animationen sind fließend, die Belichtung optimiert. Id Software hat hier all die richtigen Zutaten zusammengemischt, um einen perfekten optischen Cocktail hinzukriegen. Die Dämonen sind wunderbare in Szene, es gibt mehr Todesanimationen und die Innereien fliegen einem nur so um die Ohren! Zudem ist das Leveldesign nochmal im Gegensatz zum Vorgänger verbessert worden. Die Schauplätze sind noch etwas comichaftiger geworden, wirken aber durch ihre schiere Größe gleichzeitig einschüchternd und episch. Die Hölle auf Erden sah nie schöner aus.

Optisch könnte man jeden zweiten Screenshot als ein Death Metal oder Grindcore Albumcover benutzen und Musikliebhaber dieser Richtung würden garkeinen Unterschied merken. Und wenn wir schon bei der Musik sind: god damn! Da ich mich ebenfalls zu dieser alternativen Musikliebhabergruppe zähle, bieten sich mir die feinsten Metal-Geräusche sei…. naja, Doom 2016. Ein druckvoller Soundtrack, gepaart mit glasklaren Sounddesign, wuchtigen Waffensounds, brechenden Knochen und zerfetzenden Organen. Neben der Optik wird soundtechnisch ein neuer Maßstab gesetzt, welcher auch nicht durch die wenigen adäquaten aber nicht herausragenden Sprecher vermiest werden kann. Und wenn man dann bedenkt, dass die Performance auf voller Breite stimmt -- auf der PS4 Pro gab es fast durchweg 60fps und keinerlei Framerateinbrüche -- und die Ladezeiten ebenfalls vollkommen vertretbar sind kann man vor id Software nur den Hut ziehen.

“Gibt es nicht noch einen Multiplayer?” mögt ihr fragen. Und in der Tat existieren wie im Vorgänger verschiedene Multiplayermodi, wobei sich der Battle-Modus hervorhebt. Hierbei tritt ein Doom Slayer über mehrere Runden gegen zwei Dämonen an, welche jeweils verschiedene Fähigkeiten haben wie z.B. die Beschwörung anderer Dämonen. Dieser asymmetrische Modus verfügt ein interessantes Potenzial, konnte mich aber auf Dauer nicht wirklich fesseln, was vor allem an der behäbigen Steuerung der Dämonen lag. Als kleine Abwechslung zur Kampagne ist es einen Blick wert, doch sollte man sich Doom Eternal nicht wegen seiner Multiplayerkomponente besorgen.

Werde der Doom Slayer

Ich habe ja zu Beginn gesagt, das hier zu schreiben hat keinen großen Spaß gemacht. Und das stimmt auch zum Teil, denn kaum etwas ist langweiliger, als ein Spiel permanent zu loben. Selbst die wenigen Kritikpunkte gehen unter all der Qualität unter. Denn id Software und Bethesda haben mit Doom Eternal den wohl besten Shooter dieser Generation abgeliefert (man vergesse das fantastische Titanfall 2 nicht!) und bringen den perfekten Abgesang zu den aktuellen Konsolen. Dass dieser Abgesang ein brutaler Death Metal Soundtrack mit extrem viel Gewalt, Geballer, zerfetzten Extremitäten und literweise Dämonenblut wird dürfte dabei nur die wenigsten Gamer stören. Alles, was der Vorgänger aus dem Jahre 2016 richtig gemacht hat wurde hier nochmal verfeinert. Wenn man den nicht komplett durchdachten Multiplayerteil weglässt, bleibt einfach nur ein perfekter Shooter über, der zum ersten Mal (in meinen Reviews) zurecht die volle Punktzahl verdient! Holt euch Doom Eternal, wenn ihr auch nur entferntes Interesse an Singleplayer-Shootern mit Anspruch habt, hier kann nichts falsch gemacht werden.

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