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Nioh 2 – Schwerer, dunkler, besser

von am 24. März 2020
DETAILS
 
Spieldauer:

~ 50 Stunden

Für Fans von:

Dark Souls - Feudales Japan - Samurai + Ninjas

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Pluspunkte

+ fulminante neue Mechaniken
+ verbesserte Grafiken
+ schöne Setpieces

Minuspunkte

- musikalisch weniger auftrumpfend
- englische Synchro macht wenig Stimmung

Editor Rating
 
GAMEPLAY
9.0

 
GRAFIK
9.0

 
SINGLEPLAYER
9.0

 
MULTIPLAYER
10

 
SOUND
7.0

Gesamt-Wertung
9.0

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Zusammenfassung
 

"Nioh 2" trumpft ganz groß auf und dürfte die Zweifler des ersten Teils verstummen lassen. Mit mehr Gameplay-Elementen als "Nioh" und einem überarbeiteten Leveldesign, macht die Souls-Like-Fetzerei ordentlich Laune und bringt für jeden Samurai-Enthusiasten seine eigene Waffe mit sich.

 

Lesezeit: 5 MinutenNachdem sich auch Sony und Koei Tecmo mit möglichen Releaseverspätungen auseinandersetzen mussten, hat Nioh 2 den pünktlichen Start dennoch hinbekommen und die Welt kann sich am Prequel des Souls-Like-Titels für aufstrebende Samurai probieren. Schon nach wenigen Minuten wird deutlich: Team Ninja hat das Arsenal ordentlich aufgestockt!


Eine Reise in ungeahnte Richtungen

Wir befinden uns in der Sengoku-Zeit, also ein paar Jahre vor den Ereignissen aus Nioh. Trefft Hide, den stillen Protagonisten des Spiels. Still, aber mächtig, denn Hide ist ein Shiftling, halb Mensch, halb Yokai. Als solcher trägt er ein schweres Schicksal, da die dämonischen Yokai meist böser Natur sind und das Leben in Japan des 15. Jahrhunderts zum Albtraum machen. Nach kurzer Zeit ist er jedoch nicht mehr allein. Auf seiner Reise trifft er Tokichiro, einen aspirierenden Händler, und Mumyo, die ihres Zeichens eine Yokai-Jägerin ist und sich anfangs nur schwer mit der Gesellschaft Hides anfreunden kann. Erst nach gemeinsamen Abenteuern und dem Eintreffen am Hof des damals noch jungen Oda Nobunaga, erkennt sie in ihm einen Freund. Doch nicht nur Freunde warten auf dem Weg. Der mysteriöse Kashin Koji tritt immer wieder auf den Plan, versucht die Reise zum Halt zu bringen und scheint zudem eine wichtige Verbindung zu Hides Vergangenheit zu haben.

Neuer Held, neue Story, neues Gameplay

Im Gegensatz zu William, dem blonden Samurai aus Irland, bekommt ihr hier absolute Schaffensfreiheit für euren Helden. Der Baukasten ist unfassbar umfangreich und fängt bei der simplen Frage nach dem Geschlecht an. Über Haarfarben, Gesichtsstatur und -Struktur sowie Körperbemalungen, schließt ihr die Erschaffung ab, wenn ihr noch eine passende Stimme ausgewählt habt. Darüber hinaus könnt ihr eure Kreation als Code speichern und im Netz verfügbar machen. Natürlich könnt auch ihr euch einen Code holen, falls ihr keine Muße habt, an all’ den Reglern zu drehen.

Mit Hides Doppelblütigkeit eröffnen sich allerhand neue Mechaniken und Fähigkeiten. Ein Faktor, den Team Ninja gekonnt nutzte und das Gameplay mit gänzlich neuen Elementen schmückte. So kommt Hide mit seinen ganz eigenen Yokai-Formen, die sich von Schutzgeist zu Schutzgeist unterscheiden: Dem Wildling, dem Rohling und dem Phantom. Die Namen lassen schon erahnen, was sich dahinter verbirgt. Der Wildling attackiert seine Gegner mit aufbrausendem Klingenhagel und verheerenden Kombos, wohingegen der Rohling eher langsamer angreift, dafür aber wie eine Abrissbirne auf sein Gegenüber einschlägt. Das Phantom wiederum verfügt über ein Projektil-Arsenal, welcher er dem Gegner entgegenschleudert, bevor das Ganze im Nahkampf beendet wird.
Dazu bekommt ihr noch den Wuchtkonter, der quasi das Pendant zum Parieren aus Dark Souls darstellt. Für den Bruchteil einer Sekunde schnellt ihr nach vorne und lasst ein Abbild euer Yokai-Form zurück. Mit gutem Timing könnt ihr hiermit nicht nur einem mächtigen Angriff des Gegners ausweichen, sondern diesen, sofern er das Abbild trifft, auch einen ordentlichen Nackenklatscher verpassen.

Die Yokai und das dunkle Reich

Zwei der größten Mechaniken kommen allerdings auch von den Gegnern. So besteht die Chance, die Seelenkerne der Yokai zu erhalten, die ihr gerade zur Strecke gebracht habt. Diese Seelenkerne könnt ihr dann eurem Schutzgeist zuordnen, der dadurch nicht nur stärker wird, sondern auch eine Fähigkeit des jeweiligen Yokais bekommt. Wenn ihr genug Anima durch Angriffe gesammelt habt, könnt ihr das Kampfgeschehen mit einem mächtigen Yokai-Angriff nochmal zu euren Gunsten wenden. Dazu gehören auch die Bosse, die ihr auf eurer Reise erlegt.
Die zweite Neuerung ist das Dunkle Reich, das zusätzlich zu der bekannten Yokai-Verschmutzung im Spiel Einzug hält. Um das Reich wieder verlassen zu können, müsst ihr einen bestimmen Gegner finden, der in dieser Welt nochmal stärker ist als ohnehin schon. Allerdings lohnt sich der Besuch im Reich des Feindes, da hier immer eine Truhe auf euch wartet, die mit besonders wertvollem Loot lockt.

Waffen, Gräber, Multiplayer

Im Gegensatz zu Nioh, erweitert der Nachfolfger nicht nur die Fähigkeiten, sondern auch die dafür benötigten Waffen. Zu den bekannten Gerätschaften gesellen sich nun auch noch Tonfas, Gleven, Äxte, Beile und Odachis, mit ihrer Klingenlänge von 2,20 m. Somit ist quasi allen Spielstilen grünes Licht gegeben und ihr könnt viel ausprobieren, um den eurigen zu finden.
Wie schon sein Vorgänger ist Nioh 2 absolut unerbittlich was Kämpfe angeht, egal ob Bosse oder andere Plagen. Der Deathscreen und die dazugehörige Melodie, die bereits im ersten Teil auftaucht, aber nun durch einen Chor verstärkt wird, wird u.U. ein gewohntes Bild werden. Nach wie vor, kann man sich einen echten Spieler per Beschwörung einladen, der die Mission wohl schon kennt und auch schon besser ausgerüstet ist. Nun gibt es aber zu den bekannten roten Gräbern verstorbener Spieler auch die blauen Gräber. Diese lassen euch gegen zwei Ochoko-Becher (Beschwörungsgegenstand) den genannten Spieler als KI-Version in eure Welt rufen. Eine gute und ehrenhafte Mechanik, denn diese Gräber werden von den Spielern selbst gesetzt, um in kniffligen Situationen zu helfen.

Ein grafischer Chinaböller

Anders kann man die Optik von Nioh 2 nur schwer beschreiben. Viele Szenarien sind meist düster und nur durch einzelne Lichtimpulse wie Lava oder Lampen erhellt. In anderen Missionen, die tagsüber stattfinden, warten satte Farben und allerhand Lichtreflexe. Die Einsätze vom Wuchtkonter und den Spezialfähigkeiten der Waffen und Yokai, bereichern das Geschehen durch ausschweifende Bewegungen um ein Vielfaches. Gerade die mächtigen Angriffe der Yokai geben ein richtig gutes Bild ab, mit eigenen Kamerawinkeln sowie Licht- und Soundeffekten.
Obwohl die Story weitaus weniger düster als die von William startet, zögert Nioh 2 keine Sekunde damit, das dunkle und traurige Bild das fiktiven Japans aus der Sengoku-Epoche zu zeichnen: Zerstörte Häuser, zerklüftete Gebirgszüge und viele, leblose Körper; Zum einen dem Krieg, zum anderen den marodierenden Yokai geschuldet.

Auch Hides Yokai-Formen und vor allem die neuen Schutzgeister lassen die japanische Kultur ordentlich hochleben. Die Geister sind weitaus mehr animiert und haben noch mehr Details bekommen, als ihre Vorgänger. Allgemein lässt sich sagen, dass Nioh 2 nicht nur mechanisch besser werden wollte, sondern auch visuell nochmal eine ganz neue Höhe erreichen wollte. Die gesamte Optik wirkt noch stimmiger, griffiger, die einzelnen Missionen sind weniger öde und bringen mehr versteckte Winkel und Wege ins Spiel.

Ein würdiges Erbe -- Das Fazit

Nioh 2 hat sich ganz genau überlegt, an welchen Schrauben es gegenüber dem ersten Teil drehen möchte. Und das merkt man sofort. Ein kurzes, aber gut ausgearbeitetes Tutorial geht sanft in die Anfangs noch gar nicht so düstere Story über und gibt euch genug Zeit, mit der Fortsetzung vertraut zu werden. Allerdings zögert Nioh 2 daraufhin auch nicht lange, mit seiner zerstörerischen Schwierigkeit um die Ecke zu kommen, die schon in Nioh für ordentlich Frust gesorgt hat. Allerdings ist die Marge an Fehlern, die man dem Spiel zuschreiben kann, deutlich kleiner geworden. Wenn ihr sterbt, habt ihr euch einfach nicht gut angestellt. Das Timing der Angriffe und Animationen passt wie angegossen, nur eure Hand-Auge-Koordination muss jetzt mitziehen.

Alle neuen Mechaniken bereichern das Spiel ungemein. Allen voran haben die Kämpfe nun viel mehr Elemente, die es zu beachten gilt, aber eben auch mehr Möglichkeiten, einer gefährlichen Situation zu entkommen oder die Gefahr zu bannen. Die zusätzlichen Waffen geben dem Spiel nicht nur mehr asiatischen Flair, sondern sprechen auch jene an, denen die Klassiker wie Katana, Speer und Kusarigama aus dem ersten Teil nicht genug waren. Allgemein schlägt das Spiel viel mehr in die rein japanische Kerbe Abseits von Feudalität. Es geht mehr um Einzelschicksale und die Personen an sich, als um die großen Königreiche. Möglicherweise ist das auch durch den bescheidenen Ursprung des Helden gewährleistet, als einen Iren kommen zu lassen, der mitten im Krieg auftaucht.

Diese und auch alle anderen Abwechslungen und Neuerungen machen nicht nur zeitweise Spaß, sondern verbessern Nioh 2 an allen Ecken und Enden. Mehr Möglichkeiten im Spiel selbst, bedeuten auch immer, mehr Möglichkeiten, um sich zu verbessern. Gerade Souls-Like-Spiele profitieren von solchen Mechaniken, da sie das ewige Grinden nach Erfahrungspunkten ablösen und dafür neue Waffen und Fertigkeiten an die Hand geben.

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