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Heave Ho – Ärmel rauf und angepackt!

von am 29. August 2019
DETAILS
 
Spieldauer:

mindestens 3 Stunden

Für Fans von:

Party-Games, Puzzle-Plattformern, Couch-Coop

Pluspunkte

- unglaublich witziges Partyspiel
- easy to learn, hard to master
- bis zu vier Spieler im Couch-Coop
- optionale Minispiele, Herausforderungen und Kostüme lockern das Spiel immer wieder auf
- fantastische Optik und Sounddesign

Minuspunkte

- im Singleplayer leider nicht ganz so stark wie im Multiplayer

Editor Rating
 
GAMEPLAY
10

 
GRAFIK
10

 
SINGLEPLAYER
8.0

 
MULTIPLAYER
10

 
SOUND
10

Gesamt-Wertung
10

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User Rating
 
GAMEPLAY

 
GRAFIK

 
SINGLEPLAYER

 
MULTIPLAYER

 
SOUND

User-Wertung

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Zusammenfassung
 

Heave Ho muss Ende des Jahres in jeder in "Top Ten Party-Games of 2019"-Liste auftauchen. Alles andere wäre gelogen.

 

Partygames sind immer ein zweischneidiges Schwert. Oft leben Sie nur von der Gruppendynamik und bieten im Singleplayer kaum interessantes Material. Das Drei-Personen-Team Le Cartel aus Franreich schafft es mit der Untersützung von Devolver Digital aber Heave Ho zu einem fantastischen Puzzle-Spiel für Einzelspieler und Couch-Coop-Freunde zu machen.

Wer braucht eigentlich Beine?

In Heave Ho steuert jeder der bis zu vier Spieler einen… Blob. Außer seinem Körper, der hauptsächlich aus einem Gesicht besteht verfügt dieser über zwei lange Arme, die mit dem linken Stick bewegt werden können und deren jeweilige Hand sich, mit Druck auf den passenden Trigger, an allem festhält, was die einzelnen Level so hergeben. Diese bestehen dabei meist aus einem einzelnen Screen. Alle Level haben dabei eines gemeinsam… wer runterfällt fällt, wird zu Gehacktem. Dementsprechend gilt es sich in kleinen Schwüngen von Plattform zu Plattform zu hangeln. Heave Ho passt dabei die Level immer so an, dass die Distanzen zwischen den einzelnen Plattformen perfekt auf die Spieleranzahl zugeschnitten ist. Dadurch wird es nötig, sich gegenseitig an der Hand zu halten, die Freunde durch die Luft zu werfen oder diese nach einem Sprung zu fangen, damit sie nicht die Klippe herunterfallen.
Wie es sich für ein ordentliches Partygame gehört, versteht Jeder, der schon einmal einen Controller in der Hand hatte, auf den ersten Blick, was zu tun ist. Und wie es sich für ein ordentliches Partygame gehört, kann auf dem Weg zum Ziel so einiges schief gehen. Zu viel Schwung, zu wenig Schwung, die falsche Hand losgelassen, gar nicht erst festgehalten… Ständig läuft irgendetwas anders als geplant und mindestens ein Spieler findet seinen Blob wieder am Anfang des Levels.
Das Beste an Heave Ho ist aber, dass das nicht frustrierend ist, sondern unfassbar unterhaltsam. Statt enttäuschter Seufzer hört man vor allem schallendes Gelächter, wenn das Party-Tröten-Geräusch, das den Tod eines Kameraden bestätigt, aus den Boxen schallt und bunte Farbspritzer das Level und die Überlebenden bemalen.

Heave Ho

Solo-Swing

Mit 8 Welten, die aus jeweils 5 Leveln bestehen und später nochmal in einer härteren Totenkopf-Variante freigeschaltet werden können, bietet Heave Ho genug Inhalt um einige lustige Party-Abende zu verbringen. Aber auch im Singleplayer bietet der Titel ausreichend Puzzle-Plattforming um euch einige Stunden bei Laune zu halten. Nach einem kurzen Tutorial und der ersten Welt, fordert Heave Ho nämlich einiges an Präzision und Anpassungsvermögen. Trotz des ansteigenden und durchaus knackingen Schwierigkeitsgrads bleibt es aber dennoch immer wahnsinnig unterhaltsam, wenn man sich beispielsweise in der Dschungel-Welt von Liane zu Liane schwingt und wie eine billige Tarzan-Kopie an der letzten vorbei segelt. Natürlich kann Heave Ho im Singleplayer nicht ganz das Potenzial ausschöpfen, dass es im Multiplayer bietet, Spaß macht es aber allemal!

Rosa, Blau oder Grün

Zur besseren Übersicht (und weil es verdammt lustig ist) kann jeder Spieler seinem Blob natürlich auch ein völlig bescheuertes Kostüm anziehen. Diese reichen von Perücken und Sonnenbrillen, die frei kombiniert werden können, bis hin zu ganzen Skins, die Charaktere aus anderen Devolver Digital-Titeln darstellen. Um diese freizuschalten, findet ihr in vielen der Multiplayer-Level Münzen, die zum Ziel gebracht werden wollen. Wer allerdings eine Münze fest hält, kann mit dieser Hand sonst nichts greifen, was zum Umdenken anregt und immer eine kleine (…oder größere) Herausforderung darstellt. Schade ist, dass es im Singleplayer keine Münzen zu finden gibt, da hier immer beide Hände benötigt werden um sich durch das Level zu manövrieren und es spielerisch beinahe unmöglich wäre, die Münze zu transportieren. Stattdessen können Münzen hier, wie auch im Multiplayer, durch verstecke Minispiele freigeschalten werden. Diese finden sich an schwer erreichbaren Orten in den Leveln und frischen das eigentliche Puzzleplattforming immer wieder auf. Hier müssen die Blobs beispielsweise in einer bestimmten Zeit alle zur selben Stelle manövriert werden, was mit der Zeit immer schwerer wird. Je länger das Team oder der Einzel-Blob durchhält, desto mehr Münzen können ergattert werden.
Die reduzierten Details und die weitestgehend statischen Level tragen dabei ebenfalls zur dringend nötigen Übersicht bei. Die Wachsmal-Optik der Level setzt mit dabei starke Kontraste ein, um Vorder- und Hintergrund klar abzutrennen und so greifbare Objekte immer deutlich zu markieren, während alles dennoch sehr stimmig aussieht.
Auch Soundtechnisch geht Heave Ho einen interessanten Weg. Jede Welt besitzt einen eigenen 5-spurigen Song. Dieser startet im ersten Level beispielsweise nur mit der Bass-Spur und bekommt dann nach jedem erfolgreichen Abschluss eine weitere Spur hinzu, sodass im fünften und letzten Level, der volle Song aus den Boxen trällert. Nach Abschluss dieses Levels, wird dann die finale Zeit angezeigt, in der die Welt abgeschlossen wurde, was mit einer, vom Entwicklerteam selbst ein gesungenen, Acapella-Version des Songs untermalt wird.
Heave Ho

Fazit

Heave Ho ist ein Couch-Coop-Party-Brett. Mit nur einem Stick und zwei Knöpfen ist die Mechanik des Spiels super schnell zu erlernen aber durchaus schwer zu meistern. Momentum, Flugbahn und Distanzen wollen gut abgeschätzt werden und gerade im Multiplayer wird die Koordination in den späteren Leveln einiges an Zeit fressen. Mit vielen kleinen Kniffen sorgt Heave Ho aber in allen Belangen dafür, dass es wirklich jedem ein Schmunzeln entlocken wird. Minispiele und Kostüme lockern das Spielgeschehen dabei immer wieder auf. Schade ist nur, dass der Singleplayer nicht ganz diese Stärke erreicht und “nur” ein sehr guter Puzzle-Plattformer ist, der mich aber dennoch das ein oder andere Mal alleine vor dem Rechner zum Lachen brachte.

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