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The Legend of Zelda: Symphony of the Goddesses – Ein Konzertbericht

von am 29. April 2015
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Lesezeit: 2 MinutenAm 19. April 2015 fand in Düsseldorf das The Legend of Zelda: Symphony of the Goddesses-Konzert statt. Es ist genug Zeit vergangen, um die Eindrücke zu verarbeiten, das Erfahrene mit Anderen zu reflektieren und die Meinungen sacken zu lassen und eigentlich sind das alles nur Ausreden, warum es so lange für einen kleinen Bericht dauerte.

Anders als die bisherigen Videospiel-Konzerte, die ich besuchte (Symphonic Fantasies und Symphonic Odysseys in Köln) handelt es sich bei der Symphony of the Goddesses mehr um eine Konzerttour. Weltweit ist es den Fans möglich, den wunderbaren Soundtrack der The Legend of Zelda-Reihe aus der Feder von Kōji Kondō als neu arrangierte Orchester-Stücke mit klassischem Flair neu zu erleben.

Anders als meine bisherigen Erfahrungen fand eben dieses Tour-Konzert nun in keiner geeigneten Location wie der Kölner Philharmonie, sondern findet hauptsächlich in Mehrzweck-Hallen statt, die akustisch nicht besonders gut darauf ausgelegt sind. Während die Philharmonie allein durch ihre Architektur dafür sorgt, dass der Klang auch bis zu den letzten Rängen gut hörbar übertragen wird, mussten hier eben technische Mittel helfen. So dröhnte die Musik des vorne spielenden Orchesters zusätzlich auch aus den in der Halle verteilten Boxen. Hinzu kommt schier endlos scheinende Anzahl an Stuhlreihen, bei denen man nicht mehr viel mehr sieht als die Hinterköpfe der Vordermänner, wenn man nicht gerade in den ersten fünf Reihen sitzt. Hier kann man es schon fast eine Unverschämtheit nennen, dass ein solches Ticket über 60€ kostet (und das für einen Platz ziemlich weit hinten), wenn der Preis für einen Platz in der Kölner Philharmonie mit direkter Sicht auf die Bühne nur 20€ beträgt. Natürlich handelt es sich hierbei eben um eine Tour und es müssen Unterkünfte für alle Beteiligten, sowie Verpflegung und wer weiß nicht alles gezahlt werden, aber dafür ist das Publikum auch bestimmt mindestens zehn mal so groß.

Die eingeschränkte Sichtweise wurde berücksichtigt, dachte ich, durch eine große Leinwand oberhalb der Bühne. Der Kammermann erweckte in mir den Eindruck, dass sobald es losginge, ich das Orchester auch über die Leinwand genauer beobachten könne. Leider war das während der Gesamtzeit des Konzerts von etwa 2,5 Stunden nur ca. 2 Minuten der Fall. Stattdessen wurden auf den Bildschirmen Szenen aus verschiedenen Zelda-Teilen gezeigt, meist aneinandergereihte Sequenzen aus genau einem Teil der Reihe, die die Story nachspielen, während gleichzeitig ein Arrangement der dazugehörigen Musikstücke lief. Hier scheiden sich die Geister: während ich dies unglaublich ablenkend fand und ich mir eher vorkam, als säße ich in einem Kino und teilweise komplett vergaß, dass die wirklich wundervolle Musik gerade vorne live gespielt und nicht vom Band abgespielt wurde, fanden andere gerade diese bildliche Untermalung sehr schön und genossen gerade dies. Schön auf jeden Fall waren die kleinen Einspieler zwischendurch, die vorab von Shigeru Miyamoto und Kōji Konō aufgenommen wurden, in denen sie nochmal ihre persönliche Verbindung zu der Spielreihe und die damit verbundene Dankbarkeit an das Publikum verkündeten, dass The Legend of Zelda so viele Fans begeistern konnte und diese nun dieses ganz besondere Klangerlebnis erfahren können.

Für mich persönlich, die zugegebenermaßen nicht der größte Zelda-Fan ist, war es ein kleines bisschen zu teuer und vielleicht nicht der richtige Ort für so ein Konzert, aber alles in allem kann man über sowas gut hinwegsehen, wenn man mit Herzblut Fan eben dieser unbestreitbaren grandiosen Videospiel-Reihe ist. Es war nicht nur ein Konzert, es war ein Fantreffen, tausende Menschen, die von dem hervorragenden Orchester in einen schönen Mantel der Nostalgie gehüllt wurden und dieses Erlebnis mit anderen teilen konnten. Da nimmt man auch gern eine weitere Anfahrt, vielleicht überteuerte Tickets und eine sichtversperrende Minish Cap vor einem in Kauf. Denn ein unglaublich positives Erlebnis war es allemal.

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