Lesezeit: 2 MinutenAm Ende jedes Quartals zieht Nintendo traditionell Bilanz. Das dĂĽrfte bei den letzten Malen nicht sonderlich viel SpaĂź gemacht haben. Aber so tiefrot, wie bei dieser Bilanz waren die Zahlen noch nie. Firmenchef Satoru Iwata musste fĂĽr den Zeitraum von neun Monaten 473,6 Mio. Euro Verlust verkĂĽnden. Nun heizt Nintendo mit VerkĂĽndungen wie zum Nintendo Network, der Senkung der 3DS-Produktionskosten und Spekulationen um die Wii U-Hardware die GerĂĽchtekĂĽchen an.
Die Neun-Monats-Bilanz
Erschreckende Zahlen sind das schon, die Satoru Iwata da enthĂĽllen musste. 473,6 Millionen Euro Verlust stehen einem Gewinn von 485,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum gegenĂĽber. Und auch der Umsatz ging um 31,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurĂĽck und liegt nun bei 5,44 Milliarden Euro.
Vor allem die Hardware-Verkaufszahlen machen “Big N” zu schaffen. Von der Heimkonsole Wii konnte Nintendo in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres nur noch 8,96 Millionen StĂĽck verkaufen. Im Jahr zuvor waren es immerhin noch 13,72 Millionen StĂĽck. Auch der DS hat ordentlich Federn lassen mĂĽssen. Von 15,70 Millionen Einheiten brach der Handheld auf nur noch 4,64 Millionen Einheiten ein. Ein kleiner Silberstreif am Horizont: der 3DS konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres (läuft noch bis Ende März 2012) immerhin 11,73 Millionen Kunden fĂĽr sich gewinnen.
Nintendo zahlt beim 3DS drauf
Ein Grund für die roten Zahlen bei Nintendo könnte natürlich auch darin zu suchen sein, dass Nintendo derzeit mit jedem verkauften 3DS Geld verliert. Das war vor dem 3DS ein absolutes Ding der Unmöglichkeit für den Konzern. Bis zum misslungenen 3DS-Start hatte Nintendo seine Konsolen immer kostendeckend verkauft und erst im Preis reduziert, wenn die Porduktionskosten fielen. In Kyoto hat jetzt die Senkung der 3DS-Produktions-Kosten daher auch Priorität. Satoru Iwata sagte, er sei zuversichtlich, dass das Problem bis Ende September gelöst sein wird. Leider ließ er bisher offen, wie genau die Kosten gesenkt werden können. Auch ist unklar, wieviel Nintendo derzeit je verkauftem 3DS draufzahlt.
Das Nintendo Network
Online-Aktivitäten auf Nintendo-Konsolen waren in der Vergangenheit leider hoffnungslos der Konkurrenz des Xbox Live Marktplatzes und des PlayStation Networks hoffnungslos unterlegen. Mit dem frisch angekündigten Nintendo Network soll nun alles besser werden.
Satoru Iwata verspricht einen modernen Onlineservice, der sowohl für den 3DS, als auch für die Wii U kommen soll. Ob das Nintendo Network beide Systeme miteinander verbinden wird, blieb allerdings bei der Präsentation offen.
Das Netzwerk wird vor allem Community-Features “Kommunikation & Wettbewerb untereinander” mitbringen.
Wie bei der Konkurrenz werden die Services Account-gebunden sein.
Auch der Nintendo eShop wird wohl seinen Weg ins Network finden. Zunächst wohl nur für Add-Ons und DLCs, sowie Updates, später wohl aber auch für Vollpreisspiele. Die technischen Voraussetzungen würden 3DS und Wii U problemlos erfüllen, sofern ein entsprechender Massenspeicher vorhanden ist. Beim 3DS sind das SD-Karten mit großer Kapazität.
Man darf gespannt sein, ob Nintendo wirklich gegen die sehr gute Konkurrenz im Online-Markt bestehen kann.