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52 Games #25: Verrat

von am 6. Dezember 2016
 

Lesezeit: 3 MinutenJudas Iskariot ist heutzutage ein Synonym für den Verrat. Oder eher den Verräter. Immerhin hat er Jesus Christus verraten und für eine Handvoll Silbermünzen dem sicheren Tod ausgeliefert. Dafür beging er daraufhin Selbstmord. Ganz so dramatisch wird es heute bei den “52 Games” nicht. Miene und Lu haben aber auch ihre Erfahrungen mit dem Verrat gesammelt. Zumindest in Videospielen!

Miene: Heavy Rain

Zu Beginn: Spoiler Spoiler Spoiler Spoiler Spoiler! Wer sich nicht den kompletten Plot von Heavy Rain spoilern lassen will, … bitte, guckt einfach weg.
Dieser Verrat hat mich nämlich besonders getroffen, da er aus den eigenen Reihen kommt. In Heavy Rain, einer Geschichte über einen Kinder-Serienmörder, wechselt man zwischen 4 spielbaren Charakteren: Madison, einer Journalistin, Norman Jayden, einem FBI Investigator, Scott Shelby, einem Detektiv und Ethan Mars, einem Vater, dessen Sohn vermutlich in die Hände des Origami Killers gefallen ist. Im Fokus stehen vorallem die letzteren Beiden. Während Ethan alles in seiner Macht stehende versucht seinen verschwundenen Sohn aufzufinden, und dabei selbst als Verdächtiger endet, glauben wir mit Scott Shelby auf einem sicheren Weg zu sein. Denn auch mit ihm, versuchen wir das Mysterium um den Origami Killer aufzudecken, und schenken ihm als Spieler blind unser Vertrauen. …bis wir erfahren, dass er hinter all dem steckt. Seine Rolle als Detektiv galt nur der Spurenvernichtung. Scott Shelby ist der Origami Killer. Besonders trifft einen diese Erkenntnis, wenn man merkt mit wie vielen Opfern seiner Taten er interagiert, sie manipuliert, und alle vermeidlich guten Taten nur dazu da waren um ihn als den Guten darstehen zu lassen. Und vorallem als Spieler fühlt man sich plötzlich wie ein Verräter, da man mit ihm als playable character durch die Geschichte geschritten ist.

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Lu: Dark Souls

Dark Souls macht keine Gefangenen und zeigt dir sehr schnell, dass es hier nicht um Friede, Freude, Eierkuchen geht, sondern um das knallharte Überleben. Die NPCs lügen dich an oder sagen dir offen ins Gesicht, dass sie dich verachten. Jeder spielt sein eigenes Spiel und für die meisten bist du nur ein weiterer Untoter, der auch bald draufgehen wird. Als Spieler hat man in der gesamten Souls Reihe die Möglichkeit (nahezu) jeden NPC zu töten. Nicht in einem heroischen Bosskampf, sondern einfach so. Da steckt man ihnen nach einem netten Gespräch oder einem letzten Handel plötzlich das Schwert in den Rücken, weil man alles Wichtige gekauft hat und die Rüstung von ihm ja schon ganz cool aussieht. „Ist ja nicht so schlimm. Sind ja nur NPCs.“ Dachte ich mir. „Der wäre bestimmt sowieso böse geworden.“ Dachte ich mir. Und dann kam Patches…
Diese kahl rasierte, etwas dusselig dreinblickende Geselle hat sich mit Sicherheit in den Kopf jedes Souls-Spielers eingebrannt. Nachdem er dich halbwegs freundlich begrüßt, tritt er dich wenige Sekunden später eiskalt eine Klippe herunter. Und warum? Loot. Genau wie der Spieler selbst, tötet er hinterrücks andere Charakter nur, weil „deren Rüstung halt cool aussieht.“ Trifft man ihn später erneut, hat man die Möglichkeit ihm zu verzeihen. Die richtige Lösung. Schließlich hätte man es nicht anders getan. Natürlich verzieh ich ihm… Und keine drei Sekunden später, lag er tot auf dem Boden und ich versuchte ihn per Ragdoll eine Klippe hinunterzuwerfen. Verrat funktioniert bei Dark Souls in beide Richtungen und das gibt einem ein wunderbares Gefühl der Unbehaglichkeit.
Seit diesem Tag zucke ich in jedem Spiel zusammen, wenn sich mir ein Charakter mit diesem Namen vorstellt, misstraue ihm direkt, versuche ihn zu töten und tue nach Möglichkeit immer das Gegenteil von dem was er sagt.
Ich hasse Patches.

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