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52 Games #24: Eisenbahn

von am 29. November 2016
 

Lesezeit: 4 MinutenEs gibt so Schlagworte, da fallen einem auf Anhieb drei oder vier Spiele ein. Das letzte Thema der “52 Games”-Reihe war ein solcher Fall. Ich meine Eisenbahn! Hallo! Da juckte es nicht nur Chucky und André sondern auch meiner Wenigkeit gewaltig in den Fingern. Hier also nun unsere Eisenbahn-Geschichten aus der großen weiten Videospiel-Welt.

Daniel – Transport Tycoon Deluxe

Ein Spiel hat meine PC-Zocker-Zeit entscheidend mitgeprägt: Transport Tycoon Deluxe!
Chris Sawyer und MicroProse haben mich mit ihrem 1996er erweiterten Neuaufguss des 1994er Transport Tycoon an meinen Rechner gefesselt. Die Wirtschaftssimulation beginnt in den frühen Tagen der Motorisierung und dehnt sich aus bis in die nahe Zukunft. Man beginnt mit richtig richtig alten Bussen, LKWs und Kohle-fressenden Stahlrössern und baut Stück für Stück auf einer ziemlich großen Map mit unzähligen Städten und Industriebetrieben ein Transport-Imperium aufzubauen. Erst ein Bus in einer Stadt. Dann ein Zweiter. Dann eröffnet man eine Buslinie in der Nachbarstadt. Schwupps eine Zuglinie zwischen beide Städte. Huch, da ist ja ein Kohlebergwerk vor der Stadt. Und ein Kohlekraftwerk im Hinterland.
Also schnell eine Güterbahnlinie zwischen beiden Industrien bauen. Und ist da nicht ein weiteres Bergwerk hinter der zweiten Stadt? Die Möglichkeiten für neue Transportwege eröffnen sich schneller, als ihr bauen könnt. Und dann kommen noch die Flugzeuge hinzu. Erst Modelle vom Schlag einer Tante Ju, die auf winzig kleinen Ackerfeld-Flughäfen starten, dann irgendwann fliegen ganze Flotten von Jumbo-Jets und Concordes über die Karte.
Hatte ich schon Schiffe erwähnt? Öltanker, Passagierfähren, Postschiffe…
Und ehe man sich versieht, finanziert man öffentliche Bauprojekte, um die Stadtväter nach großflächigen Terraforming-Aktionen wieder gütlich zu stimmen, baut gigantische Brücken und Tunnel, Gleisanlagen, Magnetschwebebahnen und abgefahrene Schwebe-Dinger.

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Und dann kam 2010 OpenTTD, das ein freier Nachbau der Original-Engine ist. Eine maximal aufgebohrte und kostenlose Neuinterpretierung des Spiels. Im originalen Look. Und mit einem riesigen Spaßfaktor. Nun ja. Wenn man auf Wirtschaftssimulationen steht. Und auf Management. Und auf Züge.

Chucky – Red Dead Redemption

Videospiele haben die unglaubliche Eigenschaft, das Beste und das Schlimmste aus einem Menschen herauszuholen. Man kann zum Helden aufsteigen, die Welt retten und ein symbolisches Licht der Hoffnung für all die NPCs da draußen sein. Oder… man fesselt junge Frauen an Bahngleise und sieht zu, wie sie von einigen Tonnen Stahl zu nem Lady-Smoothie verarbeitet werden. Red Dead Redemption gibt einem diese Möglichkeit. Rockstars Cowboy-Sandboxgame ist wie die GTA-Reihe ein Spiel, in dem man die freie Wahl hat, was für eine Art Mensch man sein möchte. Man kann sich an den Storymissionen entlanghangeln, hier und da Minigames spielen und das Spiel so erleben, wie es von den Entwicklern geplant war, oder man lässt Chaos ausbrechen und nutzt die verschiedenen Fähigkeiten, um möglichst vielen Menschen Schaden zuzufügen. Ich bin mir sicher, jeder von uns hat schon einmal letzteres ausprobiert. Wie in einem 30er Jahre Filmklischee kann man sich eine junge Dame greifen, sie mit seinem Lasso entführen und kurzerhand an die Gleise binden. Während man sich dann das Zwirbelbärtchen zurechtzupft und wartet, fragt man sich eventuell kurz, ob all die Videospielgegner mit ihren Killerspieltheorien da draußen vielleicht doch recht haben, aber spätestens, wenn man den dumpfen Aufprall, gefolgt von einem “PLING!” hört, weiß man, dass man mit dieser Idee nicht allein dasteht, denn Red Dead Redemption belohnt einen auch noch für diese Schandtat mit einer Trophäe bzw einem Achievement. Eigentlich kann man nur hoffen, dass die Bahnen im wilden Westen pünktlicher sind als die deutsche Bahn.

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André – The Legend of Zelda: Spirit Tracks

Wenn wir über The Legend of Zelda nachdenken, kommen uns schnell so Stichwörter in den Kopf wie “Ocarina”, “Triforce”, “Schwert” oder eben “Pferd”. Doch Link hat seine Abenteuer nicht immer zu Pferd bestritten. Einmal wurde er sogar zu einem waschechten Lokführer. In The Legend of Zelda: Spirit Tracks, musste Link seine Reise auf einer treuen Lok bestreiten. Anstatt mit seinem Schwert oder Pfeil und Bogen zu kämpfen, nutzte er eine Kanone, um sich vor feindlichen Lokführern zu schützen. Vom Gameplay her war diese Art des Abenteuers doch eher ungewohnt. Anstatt nach Belieben in eine Richtung reiten zu können, waren wir an das Schienennetz gebunden. Sofern ein Abschnitt noch nicht freigespielt war, war es uns nicht möglich diesen zu bereisen. Trotz dieser ungewöhnlichen Art zu Reisen empfand ich Spirit Tracks als erfrischend. Immerhin war es ein Versuch etwas Neues ins Zelda-Universum zu bringen. Leider ging es nicht vielen Spielern so, sodass dieser DS-Titel wahrscheinlich heute noch in manchen Regalen verstaubt. Solltet ihr ein Angebot finden, greift zu!

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