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52 Games #21: Send in the Clowns

von am 7. November 2016
 

Lesezeit: 3 MinutenManchmal sind die Themen der “52 Games”-Reihe ein kleines bißchen abstrakt. Aber diese Woche wurde es besonders knifflig. Oder fallen euch Spiele ein, in denen Clowns vorkommen? Mir fiel nur ein Spiel ein, dass ich namentlich in Deutschland nicht nennen darf. Zum Glück wussten Chucky und André sich, mir und euch zu helfen.

Chucky: DayZ

DayZ ist an und für sich nicht wirklich gruselig, wenn man sich mit der Tatsache abfindet, dass alles und jeder einen töten möchte. Und wenn man dann mal einen netten Überlebenden trifft, der seine Ausrüstung mit einem teilt und die eigenen zahlreichen Wunden versorgt, dann wird man plötzlich selbst zum Psychopathen und nimmt dem armen, naiven Retter in der Not nach einem gezielten Axtschwung Waffen, Kleidung und eine erfrischende Dose Pipsi ab. DayZ zeigt deutlich auf, wie krank und pervertiert die menschliche Spezies ist, aber wirklichen Grusel sucht man vergebens. Es sei denn, man macht es wie ich und stolpert zufällig nachts über den wohl hingabevollsten Roleplayer im ganzen Spiel. Ich lief durch die dunkle Pampa von Tschernarus und kam an einem kleinen, abgelegenen Landhaus vorbei, als ich plötzlich Kindergesang vernahm. Ich war unbewaffnet und suchte eigentlich nur nach einer Dose Bohnen, aber da ich bereits auf YouTube einige Videos von Horror-Trolls in DayZ gehört hatte, packte mich dennoch die Neugierde und ich betrat das Landhaus. Die Musik wurde lauter, als ich die Treppe ins zweite Stockwerk hochschlich. Ich betrat einen Raum und leuchtete mit meiner Taschenlampe hinein, nur um eine nackte Gestalt mit Clownsmaske und einer Axt zu entdecken, die ohne zu zögern mit einem verrückten Gelächter auf mich zusprintete und versuchte, mich gewaltsam davon zu überzeugen, mich einiger Gliedmaßen zu entledigen. Ich würde gerne sagen, dass es zu einer verrückten Verfolgungsjagd kam, allerdings saßen seine Axthiebe und ich schaffte es noch, mit gebrochenen Beinen die Treppe runterzukriechen, während der Clown langsam und noch immer manisch lachend neben mir herging, ehe er mich teabaggte und schlussendlich meinen Schädel spaltete. Clowns. Verdammte Clowns.

DayZ Clowns

André: Phoenix Wright: Ace Attorney: Justice For All

Ich persönlich habe gar nicht so viele Berührungspunkte mit Clowns in Videospielen. Sei das, weil ich keine Horrorspiele spiele oder nicht als Batman auf der Jagd nach dem Joker bin. Ein Clown, der mir allerdings gut in Erinnerung blieb, ist Moe the Clown aus Phoenix Wright: Ace Attorney: Justice For All. Nachfolgend möchte ich daher ein bisschen über diesen besonderen Charakter reden. Ganz spoilerfrei werde ich es nicht halten können, daher solltet ihr nicht weiterlesen, falls ihr ihn lieber persönlich kennenlernen wollt. Im dritten Fall des zweiten Spieles müssen Phoenix und Maya einen Mordfall in einem Zirkus auflösen. Auf ihrer Suche nach Hinweisen und Zeugen stoßen sie über verschiedenste stereotypische Zirkusfiguren. Moe ist dabei ein typischer Clown, der mit vielen schlechten Wortwitzen daherkommt. Ganz seinem Motto getreu: “Auf wie viele Arten kann ein fetter Typ hinfallen”, versucht er auch den Spieler zum Lachen zu bringen. Doch hinter der lustigen Clownsfassade steckt eine traurige Seele. Nicht nur vermisst er seine Tochter, die nach der Scheidung von seiner Frau weit entfernt von ihm lebt, sondern diverse Ereignisse im Zirkus rauben ihn von seinen Freunden. Das Ganze geht sogar so weit, dass schon lange niemand mehr über seine Witze lacht und er mehr oder weniger sich selbst aufheitert. Im Laufe des Falles lernt ihr ihn somit immer mehr kennen und erkennt schnell, dass so ein Clown zwar Lachen spenden soll, aber eigentlich selber einen Clown bräuchte.

moe portrait

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