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“Gebrauchtspiele sind Betrug” – Die Stellungnahme von THQ

von am 24. August 2010
 

Lesezeit: 3 MinutenMit einer folgenschweren Aussage hat sich gestern THQ-Lead Designer Cory Ledesma bei den Spielerinnen und Spielern rund um den Globus enorm unbeliebt gemacht. Und sicherlich auch in der Chefetage des Spieleherstellers. Von dort meldete sich heute Danny Bilson, Executive Vice President (Core Games) zu Wort und bemühte sich um Schadensbegrenzung. Was genau eigentlich vorgefallen ist, erfahrt ihr hier.

Das Thema Gebraucht-Spiele und Spiele-Weiterverkauf ist ein sensibles, wenn man Publisher und Entwickler dazu befragt. Electronic Arts und THQ sind Vorreiter einer Idee, die bei nicht wenigen Spielern für ein wenig Unmut gesorgt hat. Kernaussage dieser Idee ist: Du kaufst ein gebrauchtes Spiel und willst Online-Features nutzen? Dann musst Du zehn weitere Euro investieren, um den Online-Modus “freizuschalten”.

Gestern äußerte sich THQ-Lead Designer Cory Ledesma in einem Interview zu genau diesem Thema und sagte:

“Ich glaube nicht, dass wir uns einen Kopf darüber machen, dass Gebrauchtspiele-Käufer sauer darüber sind, das Neuwaren-Käufer alles haben: Wenn Käufer von Gebrauchtspielen verärgert sind, dass sie keine “Online Features” bekommen, dann habe ich für sie überhaupt kein bisschen Mitleid.[…] Das klingt ein bisschen krass, aber wir hoffen, dass es die Leute nicht enttäuscht. Wir hoffen vielmehr, dass die Leute verstehen, dass wir betrogen werden, wenn ein Spiel gebraucht gekauft wird.”

Diese Aussage ist nicht ganz ohne.
Wer schon mal ein gebrauchtes Spiel gekauft hat, wird das sicherlich unterschreiben.
Nehmen wir mal an, dass ihr beim Händler eures Vertrauens für eine gebrauchte Xbox 360-Version von Battlefield: Bad Company 2 zwischen 20 und 30 Euro ausgegeben habt. Um das Spiel online spielen zu können sind bei Aktivierung noch einmal 10 Euro fällig.
Zahlt ihr nicht, ist euer Game nur noch ein Singleplayer-Spiel, obwohl ihr im Laden für die gebrauchte Version eines kompletten Spiels bezahlt habt.

Nachdem unzählige Websites über die Äußerung von Mr. Ledesma berichtet hatten und die Aussage “Gebrauchtspielkäufer sind Betrüger” für viel Empörung in der Zockerszene gesorgt hat, meldete sich Danny Bilson, seines Zeichens Executive Vice President, (Core Games) von THQ mit einem offiziellen Statement:

“Das Wichtigste für uns ist, qualitativ hochwertige Spiele zu entwickeln. Solche, die sich die Spieler unbedingt kaufen wollen. Wenn der gesamte Erlös an den Machern dieser Spiele vorbeigeht, ist es schwierig, sie zu fördern und finanziell zu unterstützen. Das ist an sich eine einfache Rechnung.

Aber wir möchten in keiner Weise die Käufer gebrauchter Spiele bestrafen. Daher werden wir unter anderem Folgendes für sie tun: Für die Tatsache, dass ihnen für unseren Premium Online Access Kosten entstehen, schenken wir ihnen neue Download-Inhalte. Das heißt beispielsweise, dass wenn man unser kommendes WWE-Spiel gebraucht erwirbt, erhält man für ca. 10 Dollar nicht nur den besagten Zugang zu sämtlichen Online-Elementen des Spiels, sondern auch das erste DLC-Paket dazu.

Auf diese Wiese liefern wir den Gebrauchtspiel-Käufern Inhalte, die ihr Geld tatsächlich umso mehr wert sind. Wir versuchen stets, das Thema positiv zu gestalten. Jedoch müssen wir ebenso darauf achten, dass die neue Ware unsere Premiumware ist und die gebrauchte Ware eben gebrauchte bleibt. Wir müssen unsere Software entsprechend so gestalten, dass sie dies auch beweist.
Wir nehmen dies alles sehr ernst, denn wir möchten unbedingt Spiele kreieren, die z.T. 30 Millionen Dollar oder mehr kosten und schlichtweg großartig sind. Nur wenn wir damit kein Geld verdienen, werden wir auf Dauer keine Unterhaltung von höchster Qualität mehr produzieren können.

Gleichzeitig möchten wir aber wir auch unsere eigenen Kunden nicht bestrafen. Daher arbeiten wir mit Hochdruck daran, jedem Spieler Inhalte zu liefern, die es sich zu holen lohnt. Wir möchten dabei jedem gerecht werden, so dass wir es schließlich nur mit zufriedenen Konsumenten zu tun haben – unabhängig davon, ob sie ein neues Spiel oder dessen gebrauchte Version kaufen.”

Dieses Thema birgt jede Menge Gesprächsstoff und wird sicherlich auch in Zukunft noch für jede Menge hitzige Diskussionen sorgen.
Wie seht ihr das denn? Seid ihr bereit in Zukunft für Multiplayer-Parts gebrauchter Spiele noch einmal das Portemonaie zu zücken?
Oder kauft ihr dann lieber die komplett neue Version und wartet lieber darauf, dass sie im Preis reduziert wird?

Kommentare
 
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  • 26. August 2010 at 13:45

    Da hat Cory sich aber fett ins Knie geschossen.
    Man sollte nicht die Hand beißen, die einen füttert!
    Mehr fällt mir dazu nich ein. Opfer.


  • eKs#
    26. August 2010 at 21:40

    Ich seh das ganze so:
    Wird ein Spiel weiterverkauft,so kann der Erstkäufer das Spiel nicht weiter online spielen,es entstehen keine zusätzlichen Kosten für den Publisher. Genausowenig geht ihm dabei aber auch nichts verloren!!! Denn sind wir mal ehrlich… wer sich gebrauchte Spiele kauft hätte sich das Vollpreisspiel niemals gekauft,somit wird hier einfach versucht doppelt abzukasieren. Generell ist dieses gesamte System das jetzt eingeführt werden soll ziemlich krass… ein paar Mappacks die zu früheren Zeiten kostenlos nachgereicht wurden kosten nun schon mehrere Euro,es gibt diese 2 Klassen-Gesellschaft die wir früher bei den kostenfreien MMORPGS mit Itemshop hatten mittlerweile auch in Vollpreistiteln. Dabei wird immer damit argumentiert,dass es den Entwicklern so schlecht gehe. Denen geht es zwar nicht so super wie den Publishern,aber auch nicht gerade schlecht… meiner Meinung nach zeugt dieses Thema wiedereinmal von der maßlosen Profitgier der Publisher… naja mir solls egal sein,lange mache ich das eh nicht mehr mit… und wenn ich halt wieder die alten Titel ausgraben muss,seien wir doch mal ehrlich… da waren wir als Käufer noch der Kunde der für das kaufen regelrecht BELOHNT wurde,heutzutage wird der Käufer des 2. Onlinepasses belohnt… weil er es mit sich machen lässt… denkt mal drüber nach!

    MfG


  • Storm
    27. August 2010 at 15:59

    eKs# hat doch vollkommen recht; der ursprüngliche Käufer hat beim Erwerb des Spiels für die im Preis inbegriffene Online-Funktion mit bezahlt. Er tritt also beim Verkauf des Spiels also auch diese Online-Nutzung mit ab. Da er selbst das Spiel und damit auch die damit zusammenhängenden Online-Funktionen nicht mehr nutzt bzw. nutzen kann, wie eKs# richtig schreibt, sind aus einem Nutzer schließlich nicht 2 geworden. Dem Publisher kann doch egal sein, ob Herr Meyer oder Herr Schmitz mit der Lizenz spielt.

    Das ist als reine Abzocke gedacht. Nachtigall ich hör Dir trappsen!

    Gruß

    Storm


  • CekoMastik
    30. August 2010 at 11:26

    Ich würde Cory Ledesma und den ,, Abteilungsleiter ” entlassen!

    Ich meine, früher war es so, dass man 1 Spiel gekauft hat und es war dein.
    Du konntest damit machen was du willst, ob du es weiter schenkst oder verkaufst ist diene sache gewesen.

    Dieser Cory Ladesma hingegen bezeichnet etwas legales als Betrug…
    Für mich ist es ein Verbrechen etwas legales als Betrug zu bezeichnen.

    Ihm ist es ja egal, er verdient genug Kohle und kann sich gleich mehrere Spiele kaufen, darum geht es aber nicht!

    Es geht darum, dass man im Prinzip über Besitztümer anderer entscheidungen fällt.

    Zumal sollte Cory Ledesma mal etwas besser in seinem Job werden, die Smackdown-Serie wird immer schlechter.


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