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ARMS – Erst denken, dann schlagen

von am 6. Juli 2017
DETAILS
 
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Entwickler
Publisher
Spieldauer

ca. 10 Stunden, um den gesamten Content einmal gesehen zu haben.

Für Fans von:

"Beat 'em Up"-Spielen, Casualtiteln oder Spaß-Fightern (wie z.B. Wii Sports Boxen)

Pluspunkte

+ viele Steuerungsoptionen
+ intuitive Bewegungssteuerung
+ coole Charakter-/Arenen-Designs
+ spaßiges "um-die-Ecke"-Kampfsystem

Minuspunkte

- statische Kamera
- unübersichtliche Team-Kämpfe
- wenig Tiefgang
- (noch) wenig Content

Editor Rating
 
GAMEPLAY
9.0

 
GRAFIK
8.0

 
SINGLEPLAYER
7.0

 
MULTIPLAYER
8.0

 
SOUND
8.0

Gesamt-Wertung
8.0

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GAMEPLAY

 
GRAFIK

 
SINGLEPLAYER

 
MULTIPLAYER

 
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Zusammenfassung
 

ARMS ist ein spaßiges Beat 'em Up, das mit vielen verrückten Designs und einem interessanten Kampfsystem besticht. Viele Steuerungsoptionen bieten Casual- und Core-Gamern gleichermaßen Möglichkeiten Spaß mit diesem Titel zu haben. Lediglich der spärliche Content ist ein Manko, das in Zukunft aber durch gratis DLCs ausgebessert wird.

 

Bereits im Januar hauten sich Daniel und meine Wenigkeit in München gegenseitig so richtig auf die Birne. Allerdings nicht etwa in Wirklichkeit, sondern vielmehr in Nintendos neuestem Streich Arms. Bunte Arenen, verrückte Charaktere und die Möglichkeit um die Ecke zu schlagen machten uns damals schon heiß auf die Vollversion. Nun haben wir sie endlich gespielt und ein schlagfestes Urteil zum Nintendo Switch exklusiven Kampfspiel gibt es gleich oben drauf.

Nach meiner Erfahrung in München hatte ich beim Spielen von Arms ursprünglich erwartet eine Art Wii Sports Boxen auf Steroide zu spielen. Schnell stellte sich heraus, dass es nicht so sein würde. Zwar ist das Spielprinzip weiterhin so einfach, wie es nur sein kann, doch braucht der Titel auch gar keinen Tiefgang. Immerhin handelt es sich hierbei um ein Spiel von Nintendo, die am laufenden Band einfache und unkomplizierte Mechaniken produzieren. Dadurch konnte ich sogar mit meinen Großeltern spielen, als ich sie besucht habe. Das verdanke ich natürlich nicht nur der intuitiven Bewegungssteuerung, sondern auch der Mobilität der Switch.

Lenkt euren Kampf, ganz wie ihr wollt

Wo wir gerade bei der Steuerung sind. Die logischste Entscheidung ist definitiv die Bewegungssteuerung mit den Joy-Cons. Die Immersion, die durch das aktive Schlagen und Blocken entsteht, lässt euch nicht nur das Adrenalin durch den Körper schießen, sondern ersetzt auch das tägliche Work-out. Auch die kurvigen Schläge gehen einfach von der Hand, in dem ihr einfach eure Faust in die gewünschte Richtung bewegt. Oft hat mich das Spielgeschehen so sehr gepackt, dass ich erst hinterher merkte, wie schweißgebadet ich war. Vom leichten Muskelkater am Folgetag mal ganz abgesehen.

Wer weniger anstrengende Matches bevorzugt, sollte zur Steuerung im Handheldmodus oder mit einem (Pro-)Controller greifen. Das macht das Spielen nicht nur entspannter, sondern fühlt sich oft auch präziser an. Gerade diejenigen, die häufiger Fighting Games spielen, werden sich bei einer direkten Eingabemethode dadurch “sicherer” fühlen. Meiner Meinung nach erforderte die direkte Eingabe allerdings mehr Übung, gegenüber der Bewegungssteuerung. Eine höhere Präzision heißt allerdings nicht gleich, dass Spieler mit der Bewegungssteuerung keine Chance haben, immerhin geht es einzig und allein um Psychologie.

Mit Strategie zum Sieg

Während Arms auf den ersten Blick wie ein simples Kampfspiel wirkt, steckt dahinter eine gute Partie Schach, nur ohne Schachbrett oder Figuren. Anstatt nämlich einfach nur auf euren Gegner einzudreschen, ist es ratsamer ihn zu beobachten. Kommt seine Faust von links oder rechts? Wird er euch greifen? Oder in der Defensive bleiben? Ihr müsst ständig einen Schritt vorausdenken und dementsprechend reagieren können. Da spielt allerdings nicht nur eure Strategie und Technik mit rein, sondern auch die Auswahl eurer ARMS, den Handschuhen eurer Kämpfer. Jeder der dreißig Handschuhe hat seine eigenen Attribute und Spezialangriffe. Manche springen über den Boden, andere frieren euren Gegner ein oder lassen ihn erblinden. Eine gute Kombination ist das A und O für jeden Kampf. Dazu kommen natürlich auch noch die zehn Kämpfer, die alle unterschiedlicher kaum sein könnten. Manche sind riesige Kampfroboter, andere sind in einem Labor entstanden oder direkt aus einem Ninjadorf. Jeder hat seinen eigenen Spielstil, aber sie alle wollen Champion werden.

Arms legt den Fokus augenscheinlich auf dem Mehrspielerpart, aber auch alleine könnt ihr viel Spaß mit dem Spiel haben. Allem voran wäre da der Grand Prix, in dem ihr einem Kämpfer dabei verhelft von ganz unten nach ganz oben zu kommen und der Champion zu werden. Wie es zu den Kämpfen kam? Laut dem Producer und einigen Hinweisen vom offiziellen japanischen Twitter-Account sind die Bewohner der Welt eines Tages mit dehnbaren Armen aufgewacht und einige von ihnen fingen an sich gegenseitig zu verprügeln, um so Geld zu machen. Kein Witz! Zwar besitzt jeder Charakter noch seine eigenen Beweggründe, die im Grand-Prix-Modus angerissen werden, aber es ist offensichtlich, dass es in Arms nicht um die Geschichte geht. Neben den 1vs.1-Kämpfen wird der Grand-Prix-Modus immer wieder durch mehrere Minispiele aufgelockert. Das Spaßigste ist dabei eine Partie Basketball. Doch anstatt einen Ball in den Korb zu werfen, geht es darum euren Gegner zu versenken. Nicht so spaßig war meiner Meinung nach Volleyball, bei dem ihr verhindern müsst, dass eine Bombe in eurer Hälfte des Feldes explodiert.

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Allein sein ist doch immer noch am Schönsten

Eine weitere Sache, die für Frustration gesorgt hat, waren die Team-Matches. In den 2vs.2-Kämpfen werdet ihr mit einem Seil an euren Verbündeten gebunden und kämpft gleichzeitig gegen zwei Kontrahenten. Das Ergebnis ist ein heilloses Chaos, bei dem ihr absolut den Überblick verliert. Das liegt mitunter auch an der statischen Kamera, die bei irgendwelchen Greifattacken oder Ähnlichem gerne Mal auf euren Mitkämpfer verharrt und euch an den Rand des Bildschirmes verbannt. Ebenso chaotisch werden Mehrspieler-Matches per Split-Screen an einer Switch/einem Fernseher. Wo wir gerade bei dem Thema sind, sollte auch erwähnt werden, dass der Grand Prix ebenfalls im Zweispielermodus absolvierbar ist. Wer es etwas weniger chaotisch bevorzugt, sollte sich online in Freundschaftskämpfen oder Ranglistenkämpfen versuchen, denn dort beginnt erst der richtige Spaß.

Kämpfe gegen Menschen sind in Arms nicht nur durch den psychologischen Aspekt viel angenehmer, sondern auch durch das faire Matchmaking. Zu fast keiner Zeit wurde ich gegen überstarke oder überschwache Gegner in den Ring geschickt. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, aber meistens bekam ich die Herausforderung, die ich wollte. Vor allem in den Ranglisten-Matches, in denen es weder Items, noch eine freie Arenenwahl gibt, kommt es einzig und allein auf euer Können an. In vielen Spielen sind genau diese Modi für Anfänger ein sehr frustrierendes Erlebnis, weil sie das Gefühl haben ständig zu verlieren. In Arms ist das nicht so. Ich gewann Kämpfe, genau, wie ich sie verlor. Und wenn ich einmal verloren habe, wusste ich sofort, wo ich Fehler auszubessern hatte. Falls mir dann doch die Lust verging, konnte ich im “Standardkampf” in einem zufälligen Spieltyp, ohne Druck, gegen andere antreten und Neues ausprobieren. Gleichzeitig sammelte ich Punkte, die ich für ein Minispiel benötige, in dem ich neue Handschuhe freispielen kann. So war ich durchgehend motiviert weiterzumachen.

Geht Arms siegreich aus dem Kampf hervor?

Während meiner Zeit mit Arms hatte ich die ganze Zeit eine Frage im Hinterkopf. “Wie lange hält mich das Prinzip auf Trab?”
Zwar hatte ich viele Stunden Spaß mit dem Titel, vor allem im Kampf gegen meine Freunde, aber es setzte sehr schnell ein fader Beigeschmack ein. Mit nur zehn Charakteren und Arenen, sechs Spielmodi, sowie dreißig Handschuhen fehlte irgendwann einfach die Abwechslung und Langzeitmotivation. Um den gesamten Content einmal gesehen zu haben, dauerte es gerade mal rund zehn Stunden. Besonders Spieler von anderen Fighting Games wie Tekken oder Street Fighter würden schnell gelangweilt werden. Somit bleibt Arms zum aktuellen Zeitpunkt zwar ein toller Titel, der viel Spaß bringt, allerdings unter mangelndem Content leidet. Mit mehreren kostenfreien DLCs auf dem Weg, stehen die Chancen allerdings nicht schlecht, dass das Spiel in naher Zukunft noch um einiges lustiger wird.

Ein Hinweis am Rande: Für unseren Test wechselte die Nintendo Switch mehrfach den Ort. Als einmal versehentlich das Netzkabel vergessen wurde, testeten wir ein nicht von Nintendo lizensiertes Produkt und stellten fest, dass die Konsole einen Wechsel in den TV-Modus verhinderte. Zusätzlich gab es einen Hinweis ausschließlich das beiligende Kabel zu nutzen. Beachtet diesen Umstand, sofern ihr ebenfalls mit dem Gedanken spielt ein anderes Kabel zu nutzen.

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