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Warhammer: Chaosbane – Das ist zu wenig

von am 16. Juli 2019
DETAILS
 
Für Fans von:

Path of Exile, Diablo 3, Torchlight, Grim Dawn

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Pluspunkte

+ ansprechendes Kampfsystem
+ gutes Treffer-Feedback

Minuspunkte

- generische Charakterklassen ohne Anpassungsoptionen
- repetitives Leveldesign
- kaum Endgame-Inhalte
- teilweise fehlende oder sich überlappende Dialoge

Editor Rating
 
GAMEPLAY
7.0

 
GRAFIK
7.0

 
SINGLEPLAYER
4.0

 
MULTIPLAYER
5.0

 
SOUND
7.0

Gesamt-Wertung
6.0

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Zusammenfassung
 

Als erster Warhammer-Titel überhaupt versucht sich Chaosbane im Genre des Hack & Slay. Treffer-Feedback und ein ungewöhnliches Talentsystem könnten überzeugen, wäre dort nicht das einfallslose und repetitive Leveldesign, was neben fehlenden Endgame-Inhalten diesem Spiel zwangsläufig den Stempel der Mittelmäßigkeit aufdrücken muss.

 

Freunde, es sind düstere Zeiten und das nicht nur in der Welt von Warhammer: Chaosbane. Dort wird nämlich die Stadt Nuln, übrigens berühmt für seine Kanonengießereien, von den Horden des Chaos geplagt. Just hatten dort die Verteidiger des Imperiums dort einen hart umkämpften Sieg gegen die Horden der dunklen Götter einfahren können, schon braut sich das nächste Unheil zusammen. Ein Unheil, das weder die Bewohner Nulns, noch ich habe kommen sehen. Vermutlich ist aber davon auszugehen, dass die Bürger Nuln andere Dinge zu beklagen haben als ich. Warum das so ist, das erzähle ich euch jetzt.

Warhammer: Chaosbane – Die Stunde Nuln

Warhammer: Chaosbane fängt dort an, wo eigentlich erst alles endete. Der Chaos-Champion Asavar Kul, der noch bis vor Kurzem mit seinen Armeen mordend und plündernd den Krieg in die Städte des Imperiums brachte, wurde vor den eisigen Toren der Stadt Kislev besiegt. Eigentlich ein Grund zum Feiern, denn die Armeen des Chaos-Champions scheinen sich nach dem Untergang ihres Feldherrn in alle Winde zu verteilen. Wäre dort nicht der unstillbare Durst nach Rache, der die dunklen Götter schon kurze Zeit später wieder in die Grenzen des Imperiums führt. Dieses Mal jedoch nach Nuln, der zweitgrößten Stadt des Reichs und somit ins unmittelbare Herz des Imperiums. Hier braut sich in den Schatten ein Unheil zusammen, dem wir kurze Zeit später schon direkt gegenüberstehen und zwar in der Haut einer der vier spielbaren Charakterklassen. In Warhammer: Chaosbane sind das im Grunde folgende: Zäher Nahkämpfer, Bogenschützin, Magier und haariger Zwerg mit Zehenring, Nippelpiercing und Schaum vorm Mund. Eigentlich eine stabile Mischung, wäre das hier nicht das Warhammer-Universum. Als jemand, der wirklich seit Jahren ein Fan des Warhammer-Kosmos ist, hätte ich mir hier deutlich mehr gewünscht. In nahezu allen Warhammer-Ablegern sehen wir immer dieselben drei oder vier Verdächtigen. Menschen, Elfen, Zwerge und Chaos. Zwar sind diese Gruppierungen auch in der Fantasy-Welt recht prominent vertreten, gibt es aber doch so unendlich viel mehr, mit dem man seine Spielerschaft verzücken könnte. Warhammer: Total War bekommt das ja auch hin. Dort gibt es drei verschiedene Fraktionen von Elfen, eine handvoll verschiedener Untoten-Fraktionen, wie zum Beispiel untote Piraten mit Panzerkrabben, die oben drauf noch Kanonen haben und so weiter und so fort. In Warhammer: Chaosbane bekomme ich im Vergleich dazu wirklich nur das gefühlt Allernötigste aus der Warhammer-Welt vorgesetzt. Warum ich das so hervorhebe? Weil ich rückblickend feststellte, dass sich hier bereits ein Trend abzeichnete, der das gesamte Spiel durchzieht. Lasst mich das ausführen.

Die Kämpfe fühlen sich gut an und die Level tun es nicht

Da stand ich dann also, ich Level 1 Würstchen, in einer Welt die feindlicher kaum sein könnte. Ich habe mich übrigens für den haarigen Zwerg entschieden, weil der ein Slayer ist und Slayer (Zwerge, die sich etwas zu Schulden haben kommen lassen und nun ihre Ende im ehrenhaften Kampf suchen) sind einfach cool, ok? Also, ich stehe dort mit meinen zwei Äxten, einsatzbereit und werde auch direkt in die Kanalisation von Nuln geschickt. Dort gibt es wohl Ärger mit irgendwelchen Kultisten und kaum betrete ich den Unterleib der Stadt, werde ich schon von Nurglingen (kleine stinkende Dämonen) und verrückten Kultisten attackiert. Jetzt eine gute Nachricht: Das Kämpfen in Warhammer: Chaosbane fühlt sich richtig, richtig gut an. Wenn ihr mit euren Äxten auf irgendwas einprügelt, dann fliegen die Körperteile eurer Gegner in alle Richtungen oder dicke Dämonen explodieren einfach unter dem Gewicht eurer Hiebe. Hier kann das Spiel wirklich punkten, denn was das Kampfsystem angeht, ist Warhammer: Chaosbane durchaus vorne mit dabei. Wo es allerdings ein Schlusslicht bildet, ist das Leveldesign, welches man schon als nahezu faul bezeichnen möchte. Ich renne also durch die Kanalisation von Nuln, dann gabelt sich der Weg, dann verengt er sich wieder und ich bin durch. Dann ein kleiner Dialog in der Burg von Nuln und ich bin wieder in der Kanalisation von der Stadt. Der Weg gabelt sich, er läuft wieder zusammen und ich bin wieder in der Burg. Ich bin wieder in der Kanalisation, der Burg, der Kanalisation, der Burg, der Kanalburgision. Es reicht mir. Der gesamte erste Akt des Spiels besteht quasi aus einem Level. Eine kleine Passage bildet die Ausnahme, so viel kann ich verraten. Aber ansonsten bin ich immer nur wieder durch dasselbe Level gelatscht, habe dieselben drei Gegnertypen (Nurglinge, Kultisten und beliebiges drittes Monster) besiegt und dieselben Kisten, an denselben Stellen geöffnet. Nach der Beendigung des ersten Akts, welcher übrigens einen durchaus spaßigen Bosskampf bietet, hatte ich in jedem Fall den Kaffee gut auf.

Ein interessantes, aber doch recht schlichtes Talentsystem

Was mich ein wenig friedliebender stimmte war das Talentsystem in Warhammer: Chaosbane. Hier bekommt ihr pro Level einen Fähigkeitspunkt, für den ihr euch eure Talente aus einem sich ständig erweiternden Pool von Fähigkeiten zusammenstellen könnt. Jedes dieser besagten Talente hat in der Regel drei Stufen und wird von euch über die Fähigkeitspunkte gekauft und anschließend in die Leiste gezogen. So bietet euch das Spiel einen Baukasten, in dem ihr zu jeder Zeit wühlen könnt, um euch besser an die jeweilige Situation im Kampf anzupassen. Alle Fähigkeiten könnt ihr jedoch nicht kaufen und ich musste mit fortschreitendem Spielverlauf feststellen, dass meine Talentleiste doch recht leer war, da ich meine Punkte in der Regel für nur wenige gut ausgebaute Fähigkeiten genutzt habe. Später, wenn ihr erst einmal ein paar Level gemacht hab, erhaltet ihr dann auch noch Zugriff auf sogenannte Götterfähigkeiten, über die ihr dann zusätzliche passive Boni für euren Charakter freischalten könnt, um euren Charakter noch mal einen ordentlichen Kraftschub zu verpassen. Alles in allem musste ich feststellen, dass diese Herangehensweise an den Aspekt der Charakterentwicklung zwar ungewöhnlich, aber nicht zwangsläufig negativ war. Dadurch, dass ich meine Talente jederzeit ändern und anpassen konnte, quasi wie in Diablo 3, hatte ich immer wieder die Chance neue Dinge auszuprobieren, ohne dass ich meinen Charakter nachhaltig im Talentbaum verhunzen würde. Wer Path of Exile spielen sollte, der wird wissen wie nervig das sein kann. Abseits der Talente gibt es auch noch zwei drei andere Dinge, die mir als recht unkonventionell in Erinnerung blieben. Beispielsweise wird das von euch gesammelte Gold nicht wirklich in neue Gegenstände investiert, sondern dient in erster Linie als Währung, mit der ihr euch nach dem Ableben zurück ins Spiel kaufen könnt. Überschüssige Gegenstände verkauft ihr auch nicht für Gold, sondern ihr spendet sie an die Händlergilde, die euch im Gegenzug mit Rufpunkten belohnt, die wiederum neuen passive Boni freischalten können. Auch hier galt für mich: ungewöhnlich, aber warum nicht?

Warhammer: Chaosbane – Kann man essen, kann man aber auch sein lassen

Rückblickend ist Warhammer: Chaosbane so ein Spiel, mit dem ich nicht wirklich warm wurde. Und werfe ich einen schielenden Blick in die Steam-Reviews, dann sehen das noch eine ganze Menge anderer Leute so wie ich. Auch wenn die Kämpfe sich wirklich gut anfühlen und auf dem Bildschirm immer gut was los ist, so kann all das nicht über die gähnende Leere täuschen, die dieser Spielwelt zugrunde liegt. Viel zu oft werden dieselben Level durchlaufen und viel zu oft kloppt ihr über Stunden auf dieselben fünf Gegnertypen. Das mag unter anderen Umständen vielleicht ja irgendwo noch okay sein, aber in einer Welt, die abwechslungsreicher nicht sein könnte und so viel Potential hat, ist das einfach nur eine schwache Leistung. Dieses Unfertige, beziehungsweise schablonenartige Reproduzieren von Inhalten lässt sich an zu vielen Stellen nachweisen, als das es zufällig zu sein scheint. Es beginnt bei den vier generischen Heldenklassen, geht über hundert Iterationen derselben Kanalisationslevel und endet in dem Moment, an dem ich auf Maximallevel feststelle, dass sich das Endgame dieses Titels im Farmen unzähliger weiterer Level, sprich: Kanalisationen, erschöpfte. Somit bleibt festzustellen, dass Warhammer: Chaosbane nur wenig von all den anderen mittelmäßigen Franchise-Titeln unterscheidet. Unter anderen Umständen wäre das vermutlich bedauerlich. Jedoch vor dem Hintergrund, dass dieses Spiel nur wenig mehr als eine kurzweilige Kampagne voller sich wiederholender und schlauchartiger Level bietet, können wir die Kanalisation von Nuln bedenkenlos den dunklen Chaosgöttern lassen. Das haben sie nämlich nicht anders verdient.

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