Reviews
12 Kommentare

Kinect Star Wars – Die Bewegungssteuerung schlägt zurück

von am 16. April 2012
DETAILS
 
Pluspunkte

+ Star Wars-Lizenz
+ Kinect-Bonus
+ mehrere Modi
+ Einsteigerfreundlich
+ Koop-Kampagne

Minuspunkte

- Gameplay nicht anspruchsvoll
- technisch unspektakulär
- geringer Umfang
- Story zu banal

Editor Rating
 
GAMEPLAY
0.0

 
GRAFIK
0.0

 
SINGLEPLAYER
0.0

 
MULTIPLAYER
0.0

 
SOUND
0.0

Gesamt-Wertung
3.0

Hover To Rate
User Rating
 
GAMEPLAY

 
GRAFIK

 
SINGLEPLAYER

 
MULTIPLAYER

 
SOUND

User-Wertung

You have rated this

 

Lesezeit: 5 MinutenEs war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit… Ach Leute, wir kennen doch alle den Spruch aus den Krieg der Sterne-Filmen – wie plump das wäre, meinen Test damit zu beginnen… Daher erzähle ich euch statt dessen mal aus meiner Kindheit, als Star Wars noch cool war. Da ging es noch um echte Charaktere, eine einfache aber packende Handlung und tolle Effekte mit handgebastelten Modellen und Kostümen. Hach, was war das schön.

…dann kam Episode I

Kaum ein Film sorgte wohl für so viel Aufruhr wie Star Wars Episode I: The Phantom Menace. Als im Jahre 1999 George Lucas seine “neue” Trilogie startete, begann der Anfang vom Ende. Mass Effect 3-Ende my ass, George Lucas weiß wie man eine Weltraumsaga richtig in die Scheiße reitet. Zugegeben gehöre ich zu den wenigen Leuten, die auch der neuen Trilogie etwas abgewinnen konnten – mit Kinect Star Wars werden jedoch Grenzen überschritten, die das Herz eines jeden Fans oder Ex-Fans bluten lassen.

Aber fangen wir mal ganz am Anfang an – was will dieses Kinect Star Wars eigentlich von uns? Gleich am Anfang werden wir von C-3PO und seinem Blechkameraden R2-D2 begrüßt – in einer katastrophalen deutschen Sprachausgabe, die mich nach wenigen Wörtern SOFORT dazu gezwungen hat, die Konsole zu resetten und auf englisch zu stellen. Erneut startet das Spiel, glücklicherweise mit einer besseren englischen Synchro – und ich kann die beiden Roboter in keiner Sekunde wegdrücken. Immer muss ich sie mir ansehen, wie sie mich zulabern – egal welchen Modus ich auswähle und wie oft ich das Spiel starte. Offenbar dachten die Entwickler schon im Vorfeld, dass dieses Spiel nicht allzu häufig gestartet wird…

Die Kampagne – Fuchteln wie ein Jedi

Das Herzstück des Spiels ist eine Story um zwei Jedi-Schüler, welche unfassbar belanglos ist. Im Ernst, ich habe jetzt, knapp ein Stündchen nach dem Spiel kaum noch Erinnerungen daran, worum es eigentlich ging. Ich weiß nur noch: Es war bunt, schrill und teilweise seltsam. Die Droideka-Gegner sind neben einem Haufen komischer Eidechsen-Söldner im Han Solo-Outfit eure Hauptfeinde. Wer mit Episode I-III ein Problem hat, wird nach wenigen Sekunden aus dem Spiel hüpfen und Kinect im Stich lassen – aus allen Ecken schreit es “Star Wars für Kinder”. Die komplette Kampagne kann im Coop-Modus gespielt werden – aber mir fiel es schwer, im nahen Umfeld einen Mitspieler zu finden, der sich dieses Spiel länger als eine Minute antun würde.

Wedel, Hüpf, Schritt-nach-vorn, hau

Wie so viele Kinect-Spiele ist Kinect Star Wars nichts weiter als eine Minispiel-Sammlung im Tarnanzug. Die Level laufen allesamt automatisch ab, ab und zu dürft ihr mal hüpfen oder zur Seite treten. Ein Schritt nach vorne lässt euch dabei schneller weiterhechten, bis eure Reise durch die nächste Gegnerwelle gestoppt wird. Jetzt befindet sich das Spiel im Kampfmodus, ein Gegner wird ohne euer Zutun anvisiert und ihr dürft euch springend oder sprintend auf ihn zubewegen und mit dem Arm umherschlagen wie ihr lustig seid. Alternativ könnt ihr aber mit eurer anderen Hand die Macht sprechen lassen und den Bösewicht umherschleudern. Eigentlich ist es völlig egal, wie ihr es macht – das Spiel macht es euch nämlich verdammt leicht, immer zum Ziel zu kommen. Ein Ableben wird nicht gravierend bestraft – im Kampf werdet ihr einfach schnell wieder respawned. Bei selbstlaufenden Action-Sequenzen helfen großzügig verteilte Checkpoints. Da man so das ganze Spiel ohne große Anstrenung durchspielen kann, bleibt der Spielwitz völlig auf der Strecke.

Spannende Kämpfe? Nicht mit Kinect!

Ab und zu habt ihr es mal mit etwas mächtigeren Gegner zu tun, mit denen ihr euch dann duelliert. Ich habe selten so eine unspannende Kampf-Mechanik gesehen: Erst dürft ihr ein paar Schläge abwehren, bis eure “Abwehr”-Leiste voll ist, dann darf man im Schere-Steine-Papier-Prinzip den Gegner aus der Fassung bringen und danach zuhauen. Danach geht der ganze Käse von vorne los – ihr bekommt also trotz Kinect-Gedöns kein richtiges Kampfgefühl, sondern folgt immer einem vorbestimmten Strickmuster. Langweilig. Nicht anspruchsvoll, aber wenigstens etwas anders spielen sich die eingestreuten Shooter- und Rennpassagen. Hier dürft ihr mit ausgestreckten Fäusten eure Gegner aufs Korn nehmen bis eure Arme einschlafen – cool, oder?

Warum braucht eigentlich jedes Kinect-Spiel einen Tanz-Modus?

Bewegen wir uns mal weg von der Kampagne – nach vier Stündchen ist der “Spaß” ja eh vorbei.
Schauen wir uns erstmal die Podrace-Story an. Nett. Mehr nicht.
Next. Ein Tanzspiel-Modus in Jabba the Hutts Unterkunft. Ihr habt richtig gelesen. Ihr könnt in einem Star Wars-Videospiel tanzen. Haben wir nicht alle auf so etwas gewartet? Ich bin zugegeben ein bekennender Tanzspiel-Fan und zähle die beiden Dance Central-Teile zu dem Besten, was Kinect zu bieten hat. Aber bei dieser Variante werden sich selbst eingefleischte Star Wars-Fans die Kugel geben: Cover-Versionen mit albern umgedichteten Texten (z.B. “Hologram Girl” statt “Hollaback Girl”) inklusive einer für Jabba tanzenden Prinzessin Leia sind einfach zuviel des Guten. Jedesmal, wenn ich in Zukunft Star Wars: Episode VI sehe, muss ich an diese schrecklichen Momente aus Kinect Star Wars denken. Wer hätte gedacht, wo das alles mal enden wird? Als perfektes Ventil zum Frustablassen eignet sich das nächste Spiel aus diesem Star Wars-Kuriositäten-Kabinett.

Einmal Godzilla spielen

“Rancor Rampage”. Das ist mal ein Modus nach meinem Geschmack. In Gestalt eines Rancor (das Riesenvieh, welches Luke in “Rückkehr der Jedi-Ritter” am Anfang in Jabba’s Verlies bekämpft) macht ihr Tatooine unsicher: Ihr dürft wild durch die Stadt stampfen und alles mit euren Pranken kaputthauen. Primitiv, aber ich mag’s. Für fünf Minuten.

Technik auf Star Wars-Niveau?

Gleich zu Beginn verwöhnen uns die bekannten John Williams-Stücke und Star Wars-Sounds. Grafisch ist der Titel jedoch eher unspektakulär, dank der Comic-Optik eher spartanisch und nur in Action-Sequenzen im Schlachtgetümmel ganz nett anzuschauen. Leider geht die Framerate öfters mal in die Knie, was bei dem Dargestellten eigentlich recht unverständlich ist.

Das Ende einer Saga? Hoffentlich.

Butter bei die Fische: Kinect Star Wars ist letztendlich genau das geworden, was ich befürchtet habe. Mehr Schein als Sein. Auf den ersten Blick kann man ja wirklich cool kämpfen und mit der Macht lustige Sachen anstellen. Danach stellt man aber ganz schnell fest, wie schlicht die ganze Mechanik hinter dem Spiel funktioniert und wird schnell unterfordert. Da helfen auch die Zusatzmodi nichts. Fairerweise bin ich wohl nicht die Zielgruppe des Spiels, Kinder bis 10 Jahre haben bestimmt zumindest ein paar Stündchen eine Menge Spaß mit dem Ganzen ohne den fehlenden Sinn dahinter zu hinterfragen. Aber selbst dann würde ich meinen Kindern wohl lieber was Anspruchsvolleres in die Hand drücken, was noch traditionell mit Controller gespielt wird. Ich habe es im ersten Absatz erwähnt – Star Wars war mal cool. Jetzt, nach meiner Erfahrung mit der Mass Effect-Trilogie wirkt ein Spiel wie Kinect Star Wars wie Teletubbies im Weltraum.

Kommentare
 
Kommentiere »

 
  • Avatar
    17. April 2012 at 12:38

    hah, kinect, ganz ehrlich wer will schon so zocken?!
    wenn ich ans zocken denke, dann ist die erste assoziation für mich:
    morgens auf dem boden vor dem fernseher sitzen, kakao trinken und Mario auf NES spielen, alter waren das geile zeiten!


  • Avatar
    MonkeyHead
    17. April 2012 at 18:42

    Ich finde ja das Kinect an und für sich eine gute Idee ist, aber es fehlen schlicht und einfach die Konzepte, die Spiele für Kinect perfekt machen. Alles was ich mit Gesten oder über Sprachsteuerung machen kann, kann ich momentan noch effektiver per Button machen. Aber ich glaube trotzdem, dass Kinect von der Idee her eine gute Sache ist.


  • Avatar
    totoro
    18. April 2012 at 06:56

    Prinzipiell habe ich ja auch nichts gegen Kinect. Tanzspiele und Fitness-Geschichten funktionieren sogar wesentlich besser damit wie mit Wiimotes/Playstation Move , weil man da nicht einfach “bescheißen” kann.

    Nur ist die Technik nicht ausgereift. Wenn man nur in bestimmten räumlichen Konstellationen vernünftig spielen kann, fängt der Ärger ja schon an. Mehr als Casual ist einfach nicht drin – aufs Knöpfchen drücken geht eben immer noch schneller und ist bequemer als Körper-/Sprachsteuerung. Im Grunde habe ich auch nichts gegen Casual-Kram. Ich habe sehr viel Spaß mit Kinect Sports und Kinect Adventures gehabt und kann das auch immer mal wieder rausholen. Im Falle von Star Wars sind die Kinect-Sachen aber viel zu konzeptlos und unspannend eingebaut.

    Ein Spiel wie dieses, das mir ständig vorgibt: “springe. schritt nach links. schritt nach vorn. springe. verteidige. greife an. springe. springe nochmal” – das ist einfach nur stinklangweilig.


  • Avatar
    MonkeyHead
    18. April 2012 at 07:33

    Das ist aber dasselbe Problem, was auch die Wii hatte und auch noch hat. Man hatte für die damalige Zeit eine innovative Idee mit Wiimote und Nunchuck, aber es wurde dann halt oftmals nichts gescheites daraus gemacht, wo man sagen konnte, ja, das kann ich mit einem normalen Controller nicht haben.


  • Avatar
    totoro
    18. April 2012 at 08:46

    Auch auf dem DS hatte sich die Touch-Funktion recht schnell ausgelutscht. Beim 3DS wird der untere Bildschirm auch kaum noch so richtig eingebunden, damit der Blick primär auf den oberen 3D-Screen gerichtet bleibt. So richtig revolutioniert hat die Videospielindustrie also seit dem Analog-Stick kaum noch etwas anderes. Vielleicht haben wir in Sachen Spielsteuerung einen eigentlich schon lange “perfekten” Punkt erreicht und wollen es uns nicht eingestehen.


  • Avatar
    18. April 2012 at 08:58

    Ach von mir aus können wir ewig bei der der bekannten Pad-Steuerung bleiben 😉


  • Avatar
    18. April 2012 at 09:50

    na bitte, dann sind wir uns ja alle einig, kinect ist eine nette idee, aber gamepads rocken!
    🙂


  • Mykel Jay
    18. April 2012 at 16:53

    Ich habe eben ein Video der Tanzeinlagen gesehen…. Das ist Götterschändung! http://www.youtube.com/watch?v=lg_FoEy8T_A

    Aber Achtung!!!!! Danach ist Han Solo in eurem Kopf nicht mehr derselbe!


  • Avatar
    18. April 2012 at 16:55

    Ja ne, davon habe ich schon mal ein paar Sekunden gesehen und ich will einfach nicht so ein Bild von Han Solo im Kopf haben. Nichts gegen Tanzen, aber bitte nicht sowas


  • Avatar
    18. April 2012 at 17:17

    aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, kann man es aus dem hirn irgendwie ausradieren?!

    man, Daniel, man schreibt nicht “Achtung…” dann gucken die leute das erst rcht!

    Fuck, Han Solo hat sich in 3 sekunden aus einer Coolen Sau in eine Highschool musical Schlampe verwandelt, FUUUCK!

    Welcher schwachkopf ist für dieses spiel verantwortlich!?


  • Avatar
    MonkeyHead
    18. April 2012 at 18:39

    Ich hämmere jetzt den ersten Nagel in meinen Sarg, indem ich, sage, dass ich Star Wars ziemlich öde finde. Sowohl alte als auch neue Trilogie.


  • Avatar
    18. April 2012 at 19:45

    Was zum Teufel!
    Wer kann denn die alten Star Wars nicht mögen!?


Du musst eingeloggt sein zum kommentieren