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FIFA 21 – Das Update, was ein Nachfolger sein will

von am 27. Oktober 2020
DETAILS
 
Spieldauer:

40+ Stunden

Für Fans von:

Fußballsimulationen, was sonst?

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Pluspunkte

+ neue Laufwerke und Dribblings
+ sehr viele Lizenzen
+ Managemodus verbessert
+ Trainings motivierender
+ erhöhte Spielgeschwindigkeit

Minuspunkte

- kaum eine Entwicklung bei VOLTA
- FUT exisitert weiterhin
- Reihe stagniert in vielen Aspekten (sehr ähnlich zu FIFA 20)
- freche Switch-Version
- Ballphysik immer noch nicht optimal

Editor Rating
 
GAMEPLAY
8.0

 
GRAFIK
8.0

 
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Zusammenfassung
 

FIFA 21 macht auch dieses Jahr wieder - vor allem mit Freunden - Spaß und wird den Casual Gamer zufriedenstellen. Innovationen müssen hier teilweise mit der Lupe gesucht werden und an anderen Enden wurde wiederum gespart. Insgesamt ist es ein gelungenes Spiel geworden, welches sich jedoch mehr wie ein Update als ein richtiger Nachfolger anfühlt.

 

Lesezeit: 5 MinutenDie neue Fussballsimulation aus dem Hause EA Sports mit dem Namen FIFA 21 ist der Nachfolger der Fussballsimulation FIFA 20 aus dem Hause EA Sports, welches zugleich der Nachfolger der Fussballsimulation FIFA 19 aus dem Hause… ihr checkt, was ich hier mache, oder? Ja, ihr checkt es. Seit PS3/Xbox 360-Zeiten wird dieser Spieleserie vorgeworfen, auf hohem Niveau zu stagnieren und nur bröckchenweise Innovationen bei den jeweiligen Titeln zu integrieren. Und auch wenn diese Kritik bei jedem Titel neu evaluiert werden muss, kann sich EA Sports nicht ganz von dieser Behauptung distanzieren. Ob sie es mit FIFA 21 schaffen klärt hoffentlich dieser Test.

FIFA 21 | Official Gameplay Trailer


Der Ball rollt wieder

Das Stadion brüllt, die Mannschaften laufen ein, Wolff-Christoph Fuss und Frank Buschmann leiern ihre Standardfloskeln runter und schon geht es zum Anstoß. Auch FIFA 21 weiß es, eine Atmosphäre aufzubauen und den Spieler vor jeder Partie zu hypen. Dafür sorgen neben dem gewaltigen Lizenzpaket der verschiedenen Ligen und Ländern (auch wenn es bei den Frauenmannschaften wieder nur eine Handvoll Nationalmannschaften und keine eigenen Ligen gibt) die vielen kleinen, aber feinen Zwischensequenzen auf und neben dem Platz. Wenn der Ball in der 92. Minute knapp neben dem Außenpfosten landet, rastet spätestens auch unser selbst erstellter Coach in bester Rudi Völler-Manier aus. Leider wirft er dabei keinen Klappstuhl quer durch seine Coachingzone und erwischt einen armen Balljungen.

Zudem wurde wieder viel Feintuning betrieben. Die Laufwege wurden überarbeitet und gewähren dem Spieler nun, mehr und realistischere Steilpässe und Flanken zu spielen, wobei die K.I. jene Flanken nun besser abfangen kann, was wiederum zu anderen Strategien und Spielweisen führt. Allerdings wurde durch die neuen Techniken das Mittelfeld etwas zu sehr geschwächt und kann im Gegensatz zu den Vorgängern weitaus schneller überbrückt werden. Somit laufen viele Angriffe über die Außenbahnen direkt in den Strafraum, was ebenfalls zu tendenziell mehr Toren pro Partie führt. Das kann man nun halten, wie man will – ich begrüße die erhöhte Geschwindigkeit, auch wenn die Ballphysik auch dieses Jahr gegenüber eFootball PES den kürzeren zieht. Dafür wurde eine zweite, feinere Dribblingvariante eingebaut. Leider war ich – wie auch im wahren Leben – nie gut im Dribbeln und nutze diese Funktion auch in FIFA 21 nicht wirklich häufig.

Ein bisschen mehr Fußball-Manager

Kennt ihr jungen, hippen Leute noch die Fußball Manager-Reihe? Noch vor TikTok, Nicki Minaj und… äh, Brendan Frasier existierte diese wunderbare dröge und staubtrockene Software, welche heutzutage an eine glorifizierte Exceltabelle mit ein paar Bundesliga-Namen erinnert. Eine wunderbare Zeit, in welcher Christian Wörns absolut unironisch als ein wertvoller und talentierter Spieler gehandelt wurde und man nicht schief angeguckt wurde, weil man wochenlang mit dem “SSV Ulm” gegrindet hat, um endlich im UEFA-Pokal gegen Giganten wie “AC Parma” spielen zu können. Tja, ich kann euch voller Freude informieren, dass der überarbeitete Managermodus… nein, sorry. Es kommt nicht im Ansatz an den Tiefgang der Manager-Spiele heran.

Aber das heißt nicht, dass der Managermodus nicht der beste seit Jahren bei FIFA ist. Es fängt bei den verbesserten Trainingseinheiten an, in welchen der neue Parameter “Bissigkeit” trainiert wird. Auch sind die einzelnen Spieler schwingungsfähiger und agieren häufiger mit dem Trainier. Es wird verstärkt Wert auf Außenwirkung und PR gelegt, die Spieler (bzw. deren Berater) sind härtere Gesprächspartner und auch Transferverhandlungen verlaufen realistischer. Wenn man nicht direkt mit einer Fünf-Sterne Mannschaft in die Saison startet, erweist sich der Managermodus als angenehm knifflig. Ein wunderbares Feature ist der interaktive Simulationsmodus. In diesem kann man während der Simulation die Taktik ändern, Auswechslungen vornehmen und bei Bedarf in das Geschehen eingreifen und direkt die Partie zu Ende spielen. Man fühlt sich für einen kleinen Moment wie Udo Lattek, als er Borussia Dortmund 2000 vor dem Abstieg bewahrte (und ein paar nicht ganz unproblematische Aussagen während dieser Zeit tätigte).

Ein bisschen weniger VOLTA

Aber was ist mit dem anderen, unter sehr vielen Spielern beliebten Modus? Ihr wisst schon, der Modus, der von Jahr zu besser wird, weil… okay, ich entschuldige mich. Wer meine letzte Fifa-Review gelesen hat erinnert sich vielleicht noch daran, dass ich ein bekennender Gegner von Fifa Ultimate Team bin. Nicht, weil dieser Modus keinen Spaß machen würde. Ein Großteil der Fifa-Community kauft sich genau aus diesem Grund jedes Jahr den neusten Teil. Es ist quasi das Äquivalent  zum Multiplayermodus der Call of Duty Reihe, da dort nur wirklich einsame Kerle wie ich sich für den Singleplayer interessieren und der gewaltige Rest durchweg in multiplen Teabagging-Sessions unterwegs ist. Und ich sehe das keinesfalls negativ. Allerdings bin ich ein erklärter Gegner von sinnfreien und glücksspielartigen Mikrotransaktionen in Videospielen. Deswegen rede ich nicht weiter von Fifa Ultimate Team.

Aber da war doch letztes Jahr ein anderer heiß erwarteter Modus? Mit VOLTA brachte EA Sports den Quasinachfolger zu der beliebten FIFA Streets Reihe in neuem Gewand und verband diesen sogar mit einer mittelguten, aber dennoch motivierenden Story. Auch wenn es nicht an die Qualität vom geistigen Vater rankam war ich dennoch positiv überrascht und hatte viel Spaß damit. Leider gab es hier kaum eine Entwicklung. Die Story fällt kürzer aus, die K.I. Mitspieler haben immer noch Klongesichter und deren Taktik lässt sich weiterhin viel zu leicht durchschauen. Wenn hier Feinschliff betrieben wurde, ist dieser so fein, dass er für das menschliche Auge nicht erkennbar ist. Es würde mich nicht wundern, wenn VOLTA spätestens bei FIFA 23 kommentarlos gestrichen werden würde. Ein klassischer elektronischer Kunstgriff.

Ein bisschen mehr hätte es schon sein können

Wie schon zu Beginn erwähnt wird bei der Präsentation geklotzt statt gekleckert. Das Soundgewand ist ordentlich – auch wenn das Stadion bei Toren gerne etwas lauter sein könnte – die Interaktionen zwischen den Spielern wirkt realistischer als jemals zuvor, es gibt unzählige Einstellungsmöglichkeiten in Bereich der Taktik, sowie der Technik (Kamera, Wetterbedingungen etc.) und die Kommentatoren wirken auch immer natürlicher in den diversen Spielsituationen. Optisch macht FIFA 21 ebenfalls einen ordentlich Eindruck – besser animierte Zuschauer werden hoffentlich mit der nächsten Generation kommen und dürfen hier vernachlässigt werden – und die Wiederholung der Tore aus dynamischen Winkeln macht das Ganze noch stylischer.

Doch reicht das alles für einen Neukauf? Ja und nein. Einerseits ist FIFA 21 eine sinnvolle Entwicklung seines Vorgängers und hat einige Neuerungen vor allem in der Spielmechanik auf dem Feld in petto. Wenn ihr FIFA 20 letztes Jahr aufgrund der fehlenden Neuerungen übersprungen habt wäre FIFA 21 für jeden Fußballfan ein absoluter No-Brainer.  Andererseits kann ich Besitzern von FIFA 20 nicht mit guten Gewissen eine Kaufempfehlung geben, dafür fühlt es sich zu sehr nach einem gelungenem Update als einem Vollpreistitel an. Der neuste Fußballausflug ist keine Katastrophe und macht vor allem auf der Couch gegen einen menschlichen Gegner Spaß, doch werden die kleinen Schritte zwischen den Version gefühlt immer kleiner. Das FIFA für die nächste Konsolengeneration muss definitiv größere Schritte wagen und zeigen.

Und kauft nicht die Switch-Version. Das ist einfach nur FIFA 20 mit neuem Kader und ohne neue Features. 

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