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Über Dark Souls, Respekt und Ehre

von am 2. Juli 2016
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Lesezeit: 3 Minuten

Ich bin ein großer Fan der Souls-Spiele. Regelmäßige Leser und Zuschauer dürften das wissen. Leider wird diese tolle Serie jedoch viel zu oft auf den Schwierigkeitsgrad reduziert. Meines Erachtens zu Unrecht, denn Dark Souls ist weitaus mehr, als nur ein guter Grund den inneren Masochisten zu entdecken. Ein wichtiges Spielelement bleibt es aber allemal.

Und das ist gut so, man braucht immerhin auch ein Alleinstellungsmerkmal. Stellt euch vor, Dark Souls oder Bloodborne hätten Chekpoints á la Tales from the Borderlands. Würde sich falsch anfühlen, oder? Bei einigen macht es den größten Reiz aus, sich der Herausforderung zu stellen. Das eben jene Reize wichtig sind, weiß ich (zum Glück) seit dem Biologie-Unterricht aus der fünften Klasse.

Fortschritt

Kennt ihr den Spruch „was mich nicht umbringt, macht mich stärker“? Nun, wenn Schäden einen stärker machen wie sieht es dann mit immer wieder auftretenden Toden aus? Ja, er ist strafend. Ja, er tut weh und ist umso frustrierender. Gott sei Dank. Dark Souls mag schwer sein und man erblickt definitiv nicht zu selten den Todesbildschirm, am Ende des Tages bedarf es aber auch „nur“ multiplen Tastenkombinationen auf einem Gamepad oder einer Tastatur. Ich denke ein Hatsune Miku oder ähnliches wäre deutlich anspruchsvoller, wenn man sich darauf einlässt. Meine Leistungen wären dort definitiv unterirdisch.

Privat spiele ich nämlich auch nicht auf dem höchstem Schwierigkeitsgrad, sogar im Gegenteil. Ich bin oftmals ein ziemliches „Weichei“, wenn es um die Auswahl des Härtegrades geht. Was mir aber keinesfalls leid tut. Ich bin mir lediglich im klaren darüber, warum ich die einzelnen Titel konsumiere. Ich setze mich auch nicht beim nächsten Call of Duty hin und versuche alle Audio-Logs zu sammeln, da sie mich schlichtweg nicht interessieren. Besteht Lust auf eine Herausforderung, werde ich auch kein The Wolf Among Us starten.

Balance in all things

Als Ausgleich haben wir daür die “Bloodsouls“-Spiele. Hier Bedarf es keiner Auswahl des Schwierigkeitsgrades. Dennoch bleibt die sonst so laute Gaming-Community leise. Warum? Weil es akzeptiert wurde und nie etwas anderes gewünscht war. Die Prämisse war von Anfang an, ein hartes und faszinierendes Rollenspiel zu erschaffen. Wenn man den Leuten bei From Software ein Kompliment machen sollte dann, dass sie einfach wahnsinnig Konsequent sind in dem was sie tun.

Ich meine, könnt ihr euch noch an die Zeiten erinnern, in der es kein Internet gab? Meine Wenigkeit schon, besonders wenn es um all’ die Mythen der Pokémon-Reihe geht. Seien es die ersten Hinweise über Mew’s Existenz, wie man “Missing No” fangen kann oder doch etwas ganz anderes. Das sind nur ein Paar Beispiele aus meiner eigenen Zeit, aber ihr kennt das bestimmt auch. Oder vielleicht sogar noch mehr?

Worauf ich hinaus will – man wächst mit der Herausforderung. Als Konsument der Souls-Serie besitzt man ein gewisses Ego. Stellt euch vor ihr steht vor einem Berg. Natürlich könnt ihr um ihn herum laufen, aber ihr werdet nie das Gefühl kennen, wie es ist auf dem Gipfel zu stehen. Bei diesem Franchise ist es genauso. Man ist zwar in der Lage sich Tipps von seinen Freunden aus dem ominösen Internet holen, aber spielen muss man am Ende doch selbst. Dies kann keiner einem nehmen. Jenes Gefühl des Erfolgs, auf dem Gipfel zu stehen. Etwas großes Vollbracht zu haben. Andere Leute treiben es ja auch noch in die Höhe und spielen es mit einer Gitarre oder sogar den Donkey Kong-Bongos durch. Deswegen feiern andere Leute auch den krassesten Kopfschuss in Counter-Strike oder einen gut gelungen Teamfight in League of Legends. Respekt und Ehre sind Werte, die schon seit Ewigkeit eine große Bedeutung inne halten. From Software brachte diese Werte nun mit ihren Spielen und dem Schwierigkeitsgrad in unsere Sphäre. Und dafür sollten wir uns bedanken – also danke! Wir freuen uns jetzt schon auf dem nächsten Berg, den wir erklimmen dürfen!

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