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Daniels Zocker-Tagebuch #01

von am 4. März 2024
 

Lesezeit: 5 MinutenIch bin jetzt 43 Jahre alt; ein Alter, das mein Vater nie erleben durfte. Meinen beruflichen Werdegang habe ich meiner Liebe zu Videospielen zu verdanken. Es ist – neben der Musik – mein bevorzugtes Mittel der Unterhaltung. Natürlich gucke ich Serien und Filme, aber Videospiele sind immer ein essentieller Teil meines Entertainment-Paket gewesen. Das ist in den letzten Jahren deutlich weniger geworden. Warum das so ist und wie es sich verändert hat, versuche ich seit geraumer Zeit einmal in sinnvolle Gedanken zu gießen. Gar nicht so einfach. Vielleicht hilft es, einmal aufzuschreiben, womit ich mich so in Sachen Games beschäftige. Was spiele ich? Wie viel und oft spiele ich? Welche Games kaufe ich mir? Und warum? All’ das werde ich ab jetzt in mein Zocker-Tagebuch eintragen. Denn IKYG ist ein Blogazine und ein Blog… nun ja… das ist im eigentlichen Sinne ein Tagebuch oder ein Journal. Also? Los geht’s!

29. Februar 2024
Liebes Zocker-Tagebuch,
gestern war Mittwoch. Endlich wieder gezockt mit den Jungs der Fleischtheke. Wurde auch echt Zeit. Gestern habe ich das wirklich gebraucht, nach einem Arbeitstag, der wirklich keiner Wiederholung bedarf. Danach habe ich noch angefangen unser neues Bett zusammenzubauen. Massivholz-Bett mit Schubladenkästen unten drunter. Gut, dass ich unser aktuelles Bett nicht vorher zerlegt hatte… Dann hätte ich gestern durchziehen müssen und nach dem Abendessen noch das aktuelle Bett zerlegen und das neue fertigbauen müssen.

So war um 21 Uhr endlich “Feierabend” und ich konnte hoch in mein neues Büro gehen. Am neuen Schreibtisch und endlich mit dem großen Rechner an der Glasfaserleitung zocken. Einfach wunderbar. Teamspeak an und die altbekannten Stimmen hören.

Die “Fleischtheke” muss ich vielleicht erklären, fällt mir gerade ein. Ich habe früher schon auf der Fleischtheke mitgespielt. Das fing schon zu GIGA-Zeiten an. Damals hatte mich ein GIGA-Arbeitskollege – Carsten – eingeladen mit ihm und dem erweiterten Freundeskreis seines Bruders auf einem Server zusammen Call of Duty 4 zu zocken. Wir spielten eine extrem gemoddete und um unzählige Maps aufgeblasene Version des Spiels und zwischenzeitlich spielten sogar noch zwei Freunde von mir mit. Vor ungefähr 12 Jahren verlor ich das Ganze aus den Augen.

Anfang letzten Jahres kam ich dann per Zufall dazu mit eben jenem ehemaligen GIGA-Arbeitskollegen zu sprechen. Wir kamen ins Gerede, wir „von Hölzchen auf’s Stöcksken“ und irgendwann sagte Carsten dann „Oh Du müsstest unbedingt mal wieder mit uns mitzocken“. Und ich sagte: „Jetzt erzähl mir nicht, dass Ihr noch zockt“.

Ja. Machen sie. Und auch immer noch COD4. Inzwischen auf acht verschiedenen Ports, wobei jeder Port für eine bestimmte Mod steht und wir jede Menge Auswahl haben in Sachen Maps, Waffen und Ausprägungen der Spielvarianten. Und seit drei oder vier Wochen sogar zwei Ports für Call of Duty: World at War. Es ist wunderbar. Und kurz nach jenem schicksalshaften Gespräch bin ich auch wieder eingestiegen und spiele seitdem jeden Mittwoch ab 21 Uhr mit. Das sind zwei, manchmal drei Stunden erstklassiges Gehirnabschalt-Entertainment. Manchmal ist man der Baum, manchmal ist man der Hund. Eine Map läuft gut, auf der anderen kriegt man auf die Zwölf. Manchmal so sehr, dass man seine Mouse auffressen oder kaputt kloppen will.

Der Altersdurchschnitt auf “der Theke” dürfte so bei knapp unter 50 Jahren liegen. Alles Herren, denen man sonst im Büro begegnet. Oder beim Arzt, vielleicht beim Elternsprechtag in der Schule. Und Mittwochs abends ballern wir uns im Team-Deathmatch gegenseitig virtuell über den Haufen und beschimpfen uns für besonders fiese oder unfassbare Bildschirmtode. Oder wir beglückwünschen uns dafür. Je nach Grad der Genialität, Dreistigkeit oder Glück. Verwünschungen, Flüche und freundschaftliche Beleidigungen auch dann inklusive.

Call of Duty: World at War hat ein anderes Pacing im Vergleich zu den vielen Varianten von COD4, die wir sonst so spielen. Das liegt zum einen an einer stark veränderten Atmo – durch Licht- und Wettereffekte, Sound-Effekte und Dinge, die quasi über oder ausserhalb der Maps passieren – aber auch ganz stark an völlig anderen Waffen-Setups und gänzlich anderen Perks. Auch die veränderten Belohnungen für Kill-Streaks nehmen blankes Tempo raus und fügen eine Prise Taktik hinzu.

Tatsächlich liegt mir das inzwischen eher, als das Rambo-mäßige Losgestürme früherer Zeiten. Bin ja auch nicht jünger geworden und so langsam merkt man den Unterschied dann doch. Meine Kill-Death-Ratio ist auf den COD4-Ports immer leicht negativ. Bei CODWaW gibt es da deutlich mehr Maps in denen ich öfter die virtuelle Jordan-Überquerung ermögliche, als selber ins Pixel- und Polygon-Gras zu beißen.

Außerdem ist bei CODWaW derzeit noch sehr häufig zu hören “Ach die Map ist ja cool. Die haben wir auch noch nie gespielt.”
Mapkenntnis ersetzt zwar nicht ein gutes auf die eigenen Fähigkeiten, Vorlieben – und manchmal ach Tageform – abgestimmten Sets und Perks, aber es begünstigt doch ungemein. Wie bei Mario Kart. Was nutzt es Dir, wenn Du die Strecke kennst, aber nicht weißt, wie man den Power-Slide ausführt?

Gestern jedenfalls war ich ganz zufrieden mit meiner Performance. Auch wenn ich zwei Mal gemessert wurde. Ich muss meine Umgebung einfach besser im Auge behalten. Aber das kann ich – für mich auch problemlos unter “noch mangelnde Map-Kenntnis” absortieren. Einer der Vorteile von CODWaW ist, dass es Maps gibt, bei denen auch mal die ganz Wagemutigen auf einen Panzer aufsitzen können. Das ist eine willkommene Abwechslung, wenn auch kaum mehr als ein Gimmick. Denn wer im Panzer sitzt, sitzt dort nicht lange. Wenn im Team-Deathmatch 5 vs. 5 nur zwei Spieler des gegnerischen Teams eine Panzerfaust haben, ist das Schicksal der Tanks schnell besiegelt. Für totales Chaos sorgte unser Portwechsel zu fortgeschrittener Stunde. Der zweite CODWaW-Port der “Theke” ist eine Conversion, die uns nach Vietnam beamt. Die Mod hat festgeschriebene Waffensets und macht die Spieler fast wahnsinnig mit dem Dschungeldickicht. Denn Weitsicht ist hier kaum gegeben. Dichtes Grün, hügelige Landschaft und Freund-Feinderkennung funktioniert hier nicht so einfach. Behinderungen in der Sicht schlucken als Feature auch den Gamertag über den Spielfiguren. Friendly Fire ist eingeschaltet und… was soll ich sagen… auf den drei Maps, die wir gespielt haben… ich wurde noch nie so oft von Teamkollegen gekillt. Und habe auch noch nie so oft, Teamkollegen gekillt. Ich achte eigentlich nie auf die Klamotten der Spielfigur. Das muss ich jetzt – zumindest auf diesem Port – anpassen.

02. März 2024
Liebes Zocker-Tagebuch,

da war doch dieses Spiel, was ich letzte Woche im Nintendo eShop-Sale gekauft und runtergeladen hatte. Wie hieß das nochmal? Das wollte ich doch schon länger mal runtergeladen und gespielt haben. Ich komme einfach nicht drauf. Wo war nochmal die Switch?

03. März 2024
Liebes Zocker-Tagebuch,

ich habe gestern ohne Witz die Switch nicht mal gefunden. Aber heute muss ich echt mal dringend die Switch suchen und dieses Spiel spielen. Wenn ich bloß drauf käme, was ich da runter geladen hatte. Ich weiß nur noch, dass der Preis verdammt gut war.
[…]
Ah! Deadly Days! Genau. Das hatte ich damals in einer Präsentation auf der gamescom 2019 zum ersten Mal von dem Spiel gehört. Witziger Weise ziemlich kurz nachdem ich das erste Mal mit Nico Grupp über Highrisers gesprochen hatte. Aber will ich das jetzt wirklich anfangen? Ist schon ganz schön spät. Vielleicht begnüge ich mich mit meinem angefangenen Slot Conan Chop Chop. Da versuche ich gerade endlich mal wieder am zweiten Boss-Gegner vorbeizukommen, um mal ein wenig zu leveln. Und ja… ich weiß… Eigentlich ist das ein Multiplayer-Spiel, aber ich muss mal ein bißchen rumaxten und Conan einen Schritt weiterbringen. Dann kann ich – sobald mein Nintendo Online-Account reaktiviert ist, auch mal online spielen.

Nächste Woche Montag gibt es eine neue Folge meines kleinen Zocker-Tagebuchs.

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