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Alte Liebe rostet nicht – Rayman 3 Hoodlum Havock

von am 25. April 2014
 

Als großer Fan von Ubisofts Rayman-Franchise, hab ich natürlich alle erschienenen Titel gespielt, zuletzt das überragende Rayman Legends. Da bin ich zwar hin und wieder an meine Controller-Grenzen gekommen, (ich bin definiv aus dem Alter raus, in dem man noch drei Tasten gleichzeitig drücken kann), fiel mir das Schmuckstück Rayman 3: Hoodlum Havock wieder ein. Der Titel wurde 2003 veröffentlicht und war immer mein Lieblingsteil der Serie.

Nachdem ich also Origins und Legends gespielt habe, zwei Titel, die auf reines Jump’n’Run und Schnelligkeit aufbauen, hab ich noch einmal das gute Vorgängerstück in das Laufwerk gelegt und auf meinem PC installiert. Es war so ziemlich der letzte Teil mit dem kleinen Helden, der auf einer Geschichte basierte. Die Installation der Retailversion funktioniert im Kompatibilitätsmodus ganz gut (Win 7 und 8 werden aufgrund des Alters nicht unterstützt) und los gings.

Rayman, Globox und Murphy

Rayman muss in erster Linie nicht die Welt retten, dafür aber seinen Kumpel Globox und die Tensils. Wie gewohnt, sind letztere in Käfigen gefangen und ersterer hat sich durch seine Schussligkeit in eine missliche Lage gebracht. Der Bösewicht André (nein, damit ist nicht mein werter Kollege gemeint), ist nämlich durch widere Umstände in seinem Bauch gelandet und muss entfernt werden. Das bleibt allerdings nicht das einzige Problem auf unserer Mission. André will die Welt erobern und verwandelt alle friedlichen roten Lums, in gefährliche schwarze Kugeln. Die machen sich nun auf, den Tieren ihre Felle zu stehlen, um daraus Uniformen zu machen.

Rayman und seine Fähigkeiten

Obwohl das Spiel mehr als 10 Jahre auf dem Buckel hat, sieht man es ihm nicht unbedingt an. Das dürfte man wohl dem abwechslungsreichen und bunten Leveldesign zuschreiben. Schon in den ersten Sekunden, als das Ubisoft-Logo mit dem damals bezeichnenden Sound auf dem Bildschirm auftauchte, fühlte ich mich wieder bei einem guten Bekannten zuhause. Mit jedem Level kamen mehr Erinnerungen zurück. Dafür, dass ich manchmal nicht sagen kann, was ich gestern eigentlich so gemacht habe, kann ich mich noch recht gut an bestimmte Abschnitte und Gegner erinnern. Rayman 3 hat also definitiv einen Eindruck auf mich hinterlassen.

Das Besondere im dritten Teil ist, dass Rayman bestimmte Fähigkeiten in den Spielabschnitten erhält. So bekommt er Handschuhe, die ihn kräftiger Zuschlagen oder von einem Haken zum anderen durch die Lüfte schwingen lassen. So bewegt er sich von einem Level in das andere, sammelt nebenbei Diamanten und erlöst die etwas durchgeknallten Tensils aus ihren Gefängnissen. Das Spiel lebt von diesen Abwechslungen genauso, wie von seinem netten Humor (der im Englischen, wie auch im deutschen schön zur Geltung kommt). Erinnert sich jemand noch an Guildo Horn? Der ist hier die Synchronstimme von Globox und man kann von ihm halten, was man will, aber er macht seine Sache in diesem Fall wirklich nicht schlecht.

Störrisch ist nicht nur unser Gegner

Was allerdings aus heutiger Sicht eher nicht so komfortabel ist, ist die Bedienung. Das gilt für Maus und Tastatur genauso wie für den Einsatz eines Controllers. Sind heutzutage die Tastenbelegungen recht standardisiert, galt das damals noch lange nicht. Wer mit der Tastatur spielen möchte, wird erst einmal damit beschäftigt sein, alles neu zu belegen, damit die Finger nicht allzu sehr von ganz rechts nach ganz links springen müssen. Der Controller hat noch Belegungen wie B6, B2…da muss man erst mal herausfinden, was das sein soll, zumal man am Ende vielleicht drei Tasten überhaupt braucht. Wer sich heute über störrische Kameras beschwert, dem rate ich zu einem älteren Titel. In Rayman 3 ist die Kamera selbst überhaupt nicht einstellbar und kann höchstens mit einer Taste zentriert werden. Ansonsten macht die Gute was immer sie möchte und das kann Nerven kosten, viele Nerven. Oftmals rennt man wörtlich durch die Level ohne dass alle “Sammelobjekte” gefunden werden, weil man die Kamera nicht laufend korrigieren möchte und man hin und wieder den Überblick total verliert.

Minispiele

Während des gesamten Spiels sammeln wir mit Rayman (durch Diamanten und Kombos) Punkte. Je höher unsere Zahl, desto mehr Bonuslevel werden freigeschalten. Hierbei handelt es sich um Minispiele, die nur indirekt mit dem Spiel zu tun haben. So spielen wir gegen unsere Feinde eine Partie Tennis, bei dem ein Schild als schläger dient und eine Bombe als Ball. Wir zerquetschen Kröten mit einer Abrissbirne oder werden zu den Anfängen von Rayman in einem 2D-Sidescroller zurück gesetzt. Ich kann mich noch erinnern, dass ich schon vor 10 Jahren in so ziemlich allen diesen Minispielen schlecht abgeschnitten habe. Einzig wirklich Spaß hat mir nur die Tennisversion gemacht und selbst hier hat es mich einige Mühen gekostet die Spiele zu gewinnen. Wer mal etwas lachen möchte, sollte sich die kurzen Videos ansehen. Das sind Lehrvideos für unsere Gegner, die ihnen zeigen sollen, wie man am besten Rayman besiegt. Bei den Videos handelt es sich um die Vorgängerversionen der Raving Rabbits-Kurzfilmchen. Was die Hasen heute für ein Durcheinander verursachen, stammt genau von dieser Sammlung ab.

Wie so viele Spiele aus der Zeit um das Jahr 2000 hat auch Rayman 3 das Problem der weit verstreuten Speicherpunkte. Wird ein Bossgegner nicht besiegt, müssen wir teilweise lange Abschnitte komplett wiederholen. Das ist allerdings weniger ein Mangel des Spiels, sondern damaliger Standard und ich bin mittlerweile wohl etwas von den heutigen Titeln verwöhnt. Dabei sind vor allem die Bossgegner schön abwechslungsreich. Egal ob wir gegen eine Sumpfhexe antreten, die uns in einen Frosch verwandeln kann oder der verrückte Razoff, der schneller schießt als denkt, oder ob wir uns zwischendurch in einen winzigen Zwerg verwandeln, der dann aufgrund seiner Größe im eigenen Schuh durch die Gebäude fahren kann … langweilig wird es sicherlich nicht.

Fazit: Wer Rayman mag, sollte sich den dritten Teil kaufen

Wer einen Account bei GOG.com hat, sollte sich den Kauf von Rayman 3 wirklich überlegen, das Spiel gibt es seit rund zwei Jahren auch in der HD-Ausgabe. Der Titel kann auch nach 10 Jahren noch begeistern und Fans des kleinen Helden ohne Arme sollten bereits überzeugt sein. Es wird eine nette Geschichte erzählt, die Jump’n’Run-Elemente werden gekonnt mit Action vermischt und der Humor der heutigen Teile stammt von diesem Titel. Mir hat es enormen Spaß bereitet, noch einmal in das Traumland zu reisen und Andrés Schergen zu zeigen, wer hier das Sagen hat.

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