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Top 10 – Lieblingsspiele aus Daniels Jugend

von am 16. Mai 2018
 

Als dienst- und auch sonst ältestes Redaktionsmitglied habe ich sehr lange über die Lieblingsspiele meiner Jugend nachgedacht. Wo fing die Jugend an? Wo hörte sie auf? Eine Frage der Definition. Ich habe mich für die Zusammenstellung dieser Liste vor allem an Spielen orientiert, die mich in den Anfängen meiner Zeit als “Gamer” beschäftigt haben. Die mich gefesselt haben und früh in Genres reinschnuppern ließen, die mich noch heute begeistern können.

Meine Jugend endete – und das ist jetzt eine sehr persönliche Sichtweise – mit dem verletzungsbedingten Abbruch meiner Kochlehre und mit dem damit beginnenden ersten Praktikum bei GIGA\\Games im Jahre 2005. Warum? Ein Lebensabschnitt ging zu Ende und ein völlig neues, großes Abenteuer begann für mich. Mein Zugang zu Spielen war plötzlich ein ganz anderer. Nicht nur die Masse an Spielen, die da plötzlich in erreichbare Nähe gerückt war, sondern auch der Umgang damit. Es ging nicht mehr um den privaten Konsum eines Mediums, es ging plötzlich darum Spiele mit kritischeren Augen zu sehen. Vergleiche zu anderen Genre-Vertretern zu ziehen und Schwächen und Stärken in Spielen auszumachen, benennen und kritisieren zu können.

Jetzt könnte man meinen, dass das den Spielspaß in den Hintergrund stellte und es fortan nur noch um das “Nitpicking” ging, aber das stimmt nicht. Je mehr man in die Tiefen einer Popkultur eintaucht, seien es Filme, Serien, Musik oder eben Games, desto wählerischer wird man. Aber – und das ist der positive Nebeneffekt – man hat auch plötzlich ein viel breiteres Spektrum an Medien zur Verfügung. Spiele zu denen man vorher als Konsument überhaupt keinen Zugang hatte. Es war eine tolle und aufregende Startphase für einen neuen Lebensabschnitt. Und daher das perfekte Ende meiner Gaming-Jugend.

Platz 10 – Frontier: First Encounters

1995 brachte GameTek David Brabens dritte Installation der Elite-Reihe auf den Markt. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich an dieses Spiel kam, aber ich habe die Original-Packung, also vermute ich, dass ich bei einem Videospiel-Einkaufsbummel über ein Sonder-Angebot gestolpert bin. Sci-Fi? Cool. Kauf ich. Dieses Spiel hat mich, lange bevor es EVE Online überhaupt gab, mit seiner Open World und dem Mix aus Weltraum-Kampf und Handel in seinen Bann gezogen. Und mit Sicherheit damals meinen PC bis aufs Äußerste ausgereizt. Man fing mit einem winzig kleinen Raumschiff und einer begrenzten Menge an Bargeld im Jahr 3250 an und musste sich und sein Schiff durch geschicktes Ankaufen in System X und Verkaufen in System Y, sowie durch spezielle Missionen die an Schwarzen Brettern der unzähligen Raumstationen und -Häfen immer weiter verbessern. Bessere Waffen, bessere Schiffe… Kämpfe im Weltall… Wow!




Platz 09 – Warcraft II: Tides of Darkness

Warcraft II: Die große Strategie-Liebe meines Bruders und mir. Nachdem wir den ersten Teil schon regelrecht verschlungen hatten, folgte 1995 Warcraft II: Tides of Darkness. Wir schlugen zu, als 1999 die Battle.net Edition – und damit eine Windows-Variante des Spiels erschien. Und was haben wir dieses Spiel gesuchtet! Wahnsinn. Ich höre heute noch, wie genervt die Peons waren, wenn man sie aus der Miene kommend ohne tieferen Sinn einfach anklickte. Oder wie mein Bruder mit seinen verfluchten Ork-Dreadnoughts meine menschlichen Städte tyrannisierte. Zum Geburtstag habe ich von meinem Bruder sogar mal eine eigene Mini-Kampagne geschenkt bekommen, die er mit dem Editor des Spiels erstellt und dazu eine kleine Geschichte verfasst hatte. Unter all’ den Strategiespielen, die ich in meinem Leben gespielt habe, ist das mein absoluter Favorit.




Platz 08 – Wing Commander III

Die Wing Commander-Reihe ist ein Meilenstein der Spieleschmiede Origin. Ich bin zwar erst zum dritten Teil der Reihe eingestiegen, aber allein das Sci-Fi-Setting und die Darstellung des Ganzen als interaktives Live-Action-Erlebnis mit echten Schauspielern (u.a. Mark Hamill als Colonel Christopher “Maverick” Blair, Tom Wilson als Todd “Maniac” Marshall und Malcolm McDowell als Admiral Tolwyn) in virtuellen Sets… Das war schon etwas Besonderes. Man fühlte sich, als wäre man mitten drin in einer Weltraum-Saga im Kampf der Menschen gegen die Kilrathi. Entscheidungen beeinflussten den Ablauf der Geschichte. Gemeinsam mit anderen Piloten habe ich auf TCS Victory unzählige Weltraumschlachten gekämpft. Es war sagenhaft!




Platz 07 – R.C. Pro-Am

Lange Zeit – wahrscheinlich bis zum Release von Mario Kart: Double Dash – war R.C. Pro-Am mein absolutes Lieblings-Rennspiel. Dieser Rare-Titel ist nicht nur beinhart und ein echter Zeitvernichter, sondern auch der gedankliche Vater von Spielen wie Ivan “Ironman” Stewart’s Super Off Road und Mario Kart. Auf der Strecke liegende Pfützen, Öllachen und Beschleunigungsstreifen machten das Mövrieren in der 3/4-isometrischen Perspektive zu einer echt spaßigen Geduldsprobe. Power-Ups sorgten nicht nur für höhere Geschwindigkeiten der ferngesteuerten Autos, sondern sorgten auch für noch mehr Herausforderungen. Dieses Spiel war schnell, hart und manchmal auch unfassbar unfair, wenn man, wie in Mario Kart kurz vor der Ziellinie von einer Rakete vermatscht wurde. Wer kein NES besitzt, kann sich auch das 2015er Rare Replay für die Xbox One holen. Dort ist das Spiel glücklicher Weise enthalten.




Platz 06 – Star Trek: Elite Force

Manch einer hat es sicher schon mitbekommen: Ich bin ein Sci-Fi-Fan. Meine Liebe dazu begann mit Star Trek: TNG und brachte mich dem kompletten Star Trek-Universum nahe. Als Raven Software einen Ego-Shooter auf Basis der id Tech 3-Engine präsentierte, der quasi die Geschichte von Star Trek: Voyager erweiterte, war ich Feuer und Flamme. Zugegebener Maßen war der Plot der Kampagne nur hier und da mit der TV-Serie direkt verknüpft, aber immerhin war man Teil der Voyager-Crew und düste nun auch im Delta-Quadranten herum. Als Teil einer Elite-Einheit – ich weiß sehr Star Trek-untypisch – werden wir zur ersten Frontlinie und kämpfen gegen Scavengers, Borg, Spezies 8472 und sogar Klingonen. Aber der wirkliche Knaller des Spiels waren die Multiplayer-Modi. “Deathmatch” und “Capture the Flag” haben wir gespielt bis zum Abwinken. Ich kann es heute noch hören: “Ihre Flagge wurde gestohlen.” BUMM!!! “Ihre Flagge wurde fallengelassen”.
Das BUMM war meistens meine direkt neben der Flagge platzierte Sprengladung. Damit habe ich meine besten Freunde damals zur Weißglut getrieben.




Einige Titel dürfen leider auf Grund geltender Rechtssprechung nicht in dieser Top 10 erwähnt werden. Was sehr schade ist, denn es gab durchaus den einen oder anderen indizierten Titel, der in meiner “Jugend” eine gewichtige Rolle gespielt hat. Aber leider… Das verzerrt natürlich ein wenig das Bild. Auch ist es hinderlich, dass es nur zehn Spiele sein durften. Nein im Ernst. In meiner Jugend habe ich auf so vielen Plattformen gespielt, dass es schwierig ist, sich da auf nur zehn Spiele zu beschränken. C64, NES, SNES, GameCube, PC, sogar Atari VCS 2600. Wie soll man da nur zehn Spiele nennen? Irrwitziger Weise kommt einem da wieder der Jugendschutz “zu Hilfe”. Denn Vieles von dem, was mein Bruder und ich damals auf dem C64 spielten, war und ist noch immer indiziert und darf deswegen nicht genannt werden. Fies und doch hilfreich für diese Top 10. Weiter geht’s…




Platz 05 – Metroid

Wer je Hirokazu Tanakas Song Kraids Hideout in der Original-NES-Version gehört hat, weiß, welche Magie allein im Soundtrack des 1986er Metroid wohnt. Man kann ja von Chiptunes halten, was man will, aber dieser Song… Hach… da werden Erinnerungen wach. Natürlich ist das ganze Spiel ein echter Knaller. Samus Aran… meine erste Videospielheldin… Kein Wunder, dass ihr Konterfei in meinem Wohnzimmer an der Wand hängt. Das Spiel war wirklich ziemlich schwer, sehr umfangreich und für damalige Verhältnisse wirklich ein Brett. Ich kriege direkt wieder Lust loszuspielen. Allein um die Soundeffekte und den Soundtrack noch einmal zu erleben.




Platz 04 – Super Mario Bros. 3

Jump’n Runs sind eine Hass-Liebe von mir. Mit Super Mario Bros. fing sie an als große Liebe, wuchs mit Super Mario Bors. 2 an und erreichte den Gipfel mit Super Mario Bros. 3. Danach ging es nur noch bergab. Ich habe keinen Spaß an den Hardcore-Platformern und auch 3D-Platformer sind mir ein Graus. Das wahrlich perfekte Jump’n Run ist für mich eben jenes Super Mario Bros. 3. Schwierigkeitsgrad, Umfang, Features… Was habe ich es geliebt als Fuchsschwanz-Mario durch die Gegend zu marodieren und ganz ehrlich: Der Soundtrack! Ich muss nur die Augen zumachen und habe sofort die Melodie in den Ohren, die ertönt, wenn man auf der Weltkarte umherläuft. Habe ich nicht noch irgendwo die 25th Anniversary-Edition für die Wii herumfliegen?




Platz 03 – Diablo II

Meinen Bruder und mich verbinden eine Menge Spiele. Aber keines so sehr wie Diablo II. Klar haben wir auch den Vorgänger mehrfach durchgespielt, aber Diablo II war eine Offenbarung. Ich erinnere mich, dass ich relativ weit bei meinem ersten Run war, als sich mein Bruder mit Lord of Destruction – oder kurz LoD – die Erweiterung holte. Das machte dieses Spiel eigentlich erst perfekt. Plötzlich gab es neue Charakter-Klassen, einen weiteren Akt in der ohnehin schon spannenden Geschichte, einen neuen Oberbösewicht, Runen, Gems und… Items. Wir sammelten wie die Bekloppten: erst Rares, dann Uniques und schließlich Set-Gegenstände. Er für seinen Barbaren “Storm” und ich für meinen Paladin “Hygeriak”. Wir hatten sogar Sammelcharaktere, die nur dazu dienten Sets zu komplettieren. Wir hielten Baal- und Mephisto-Runs ab und prügelten uns durch wahrscheinlich 50 Mal durch alle Akte. Ein grandioses Spiel und völlig zu Recht meine persönliche Nummer Drei!




Platz 02 – Doom

Doom hat einen ganz eigenen Platz in meinem Herzen. Es war mein erster Shooter. Mein Lieblingsgenre, wenn ich so zurückblicke. Und eines der Spiele, dass mich und meine Schulfreunde damals mehr Zeit an unsere Rechner gebunden hat, als jedes andere Spiel. Ich weiß nicht genau an wievielen Wochenenden wir unsere Rechner und bleischweren Monitore durch die Gegend gescheppt haben, um in irgendeinem Partykeller Doom-Turniere auszutragen. Mit Null-Modem-Kabeln wurden die Rechner verbunden und dann ging es los: 1 vs. 1! Und als wir dann noch Doom 2: Hell on Earth in unsere Finger bekamen, an dessen Ende die versteckten Level von… nun ja… lassen wir das. Doom öffnete eine Türe für mich und legte den Grundstein für jeden weiteren Shooter, den ich seitdem gespielt haben. Und das waren eine Meeeeenge!




Platz 01 – The Legend of Zelda

Und da sind wir auch schon. Beim ersten Platz. Und beim wahrscheinlich offensichtlichsten Teil dieser Top 10. Denn The Legend of Zelda war als wir es 1989 in die Finger bekamen eine völlig neue Welt. Das größte Videospiel-Abenteuer, das man seinerzeit erleben konnte. Zumindest aus meiner Sicht. Ich erinnere mich an beinahe jedes Feld dieser wunderbaren Spielwelt und an einen ganzen Haufen von Erlebnissen, die mit diesem Spiel verbunden sind. Gespielt wurde als ganze Familie. Der zweite Mann meiner Mutter hatte das NES und damit überhaupt Videospiele damals in unser Leben gebracht und während er, mein Bruder, der damalige Freund meiner Schwester und ich spielten, zeichneten meine Mutter und meine Schwester auf der beiiegenden Karte die topografischen Details der leeren Felder ein. Mit Hinweisen, was wo zu finden war. Und für das “Second Quest” wurde eine Glasscheibe über die Map gelegt und mit Folien-Stiften wurden dann die Veränderungen der Map festgehalten. Die Map habe ich heute noch. Die Glasscheibe gibt es inzwischen nicht mehr. Und was haben wir dieses Spiel alleine dafür geliebt, dass das Modul golden war! Nach meinem letzten Durchspielen ist The Legend of Zelda als einziges Spiel auf meiner “schwarzen Liste” gelandet. Dort sind eigentlich nur Filme gelandet, die zu meinen absoluten Favoriten gehören, aber für die eine zehn Jahre geltende Sperre auferlegt wurde. Mit anderen Worten: 2027 bin ich wieder im “Ur-Hyrule” unterwegs.





So. Fertig. Ich kann gar nicht sagen, wie unglaublich schwer es war, diese sehr persönliche Top 10 zu erstellen. In meiner Jugend habe ich so wahnsinnig viele verschiedene Spiele gespielt, dass es mir ein Graus war, mich auf nur zehn Games zu beschränken. Ich hätte mit Sicherheit auch eine Top 50 machen können. Aber da wäre mir dann wiederum die Platzierung schwer gefallen. So bleibt mir nun nur noch eine Liste mit “Honorable Mentions zu präsentieren. Spiele die mit Sicherheit einen Platz in jender Top 50 vorgekommen wären und die mich allesamt auf ewig mit meinem liebsten Hobby verbinden:

  • Pac-Man – Mein erstes Videospiel überhaupt
  • Baloon Flight – Mein erstes eigenes Telespiel (gab’s zu Ostern 1988 glaube ich)
  • Driver
  • Tomb Raider
  • Striker – Ein SNES-Fußballspiel, dass mein Bruder und ich bis zum Erbrechen gespielt haben
  • Wizzards & Warriors
  • Jedi Knight II – Eine große Star Wars-Liebe und mit Star Trek: Voyager Elite Force einer der Multiplayer-Titel meiner besten Freunde und mir
  • Outlaws – Western-Ego-Shooter von LucasArts… muss ich mehr sagen?
  • Caesar III – Große Aufbau-Strategie-Liebe
  • DSF FUßball-Manager
  • Sim City (SNES)
  • Command & Conquer: Red Alert – Ein weiterer Titel der goldenen Null-Modem-Kabel-Ära
  • Die Fugger II
  • Conquest of the New World
  • Lords of the Realm II
  • Dark Project: Der Meisterdieb

Ich hoffe, euch hat der Einblick in meine Videospiel-Jugend so viel Freude bereitet wie mir. Ich habe jedes einzelne der hier erwähnten Spiele noch immer in meiner Sammlung und ich würde sie niemals hergeben. Für kein Geld der Welt. Und die Erinnerungen daran sind mir so lieb und teuer, dass ich glatt eine Träne im Knopfloch habe, wenn ich an all’ die wundervoll verbrachte Zeit denke.

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