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Top 10 – Der besten Indie-Games

von am 8. Juli 2014
 

Lesezeit: 4 MinutenSeit Jahren werden Indie-Games, also Spiele von kleinen, unabhängigen Entwicklern, die keinem festen Publisher angehören, zahlreicher und zahlreicher. Eine Parallelwelt hat sich aufgetan, in der es vor Innovationen, neuen Ideen und Mut nur so kracht. Während die großen Publisher sich scheinbar immer noch gerne dem jährlichen Einheitsfeuerwerk der AAA-Titel verpflichtet sehen, wachsen auf der anderen Seite kleine Perlen, denen ich mich in dieser Top 10 heute absolut subjektiv widmen möchte.

Platz 10: Oknytt

Warum mir Oknytt so gut gefällt, habe ich bereits in einem Artikel in der Rubrik Unter dem Radar ausführlich beschrieben. Das Spiel hat einen sehr individuellen Stil und verbindet Adventure, gut erzählte Handlung, mit dem stimmigen Sound- und Leveldesign zu einer gelungenen, runden Einheit. Die Rätsel bleiben immer fair, der Hauptcharakter ist sehr liebenswert und es ist eine Abwechslung, einmal nicht von kunterbunten Farben, sondern von einer düsteren Umgebung umgeben zu sein.

Platz 9: Thomas was alone

Wer hätte gedacht, dass man eine Erzählung rund um die Geschichte von geometrischen Figuren so gelungen präsentieren kann. Ich zumindest zuerst überhaupt nicht, bis ich das Spiel über Steam gekauft hatte. Es geht um Freundschaften, um verborgene Fähigkeiten und um das Rechteck Thomas, der dies alles erfährt und erlebt. Dabei ist es von nur einer Person entwickelt worden, nämlich Mike Bithell. Und ich bin ein großer Fan des Erzählers Danny Wallace, der dem ganzen Spiel so viel Leben einhaucht.

THOMAS WAS ALONE announcement trailer

Platz 8: The Swapper

In dem Sidescrolling-Puzzle-Titel übernehmen wir die Rolle eines gestrandeten Raumfahrers, der auf einer einsamen Raumstation landet und von dort nun entkommen muss. Eine unbekannte Stimme hilft ihm dabei und unsere schnell vorhandene Fähigkeit, Klone von uns selbst erstellen zu können. Die brauchen wir auch, denn die Rätsel sind nur mit deren Hilfe lösbar. Dabei wird es auch ganz schön philosophisch, wenn wir darüber nachdenken, ob es wirklich gut ist, dass wir unseren Geist in verschiedene Körper transferieren können und die Klone für unser Überleben sterben müssen. Wer sind wir und wie viele. Die Rätsel nehmen im Verlauf der Spielzeit an Schwierigkeit zu, vor allem, wenn wir es zusätzlich mit der Gravitation zu tun bekommen.

The Swapper - Gameplay Trailer HD PC

Platz 7: BRAID

BRAID ist wohl ein Meilenstein für die Indie-Entwicklung. Jonathan Blow erschuf mit diesem Spiel ein sehr anspruchsvolles Puzzle-Spiel, das wahrscheinlich am meisten für die anderen Entwickler getan hat. Niemand vorher konnte so viel Aufmerksamkeit erregen und die Presse für das Genre interessieren. BRAID ist in einem wunderschönen Stil und alles andere als einfach. Zumindest meine Nerven wurden im Verlauf enorm belastet. Wir können uns Klonen, bzw. unseren Schatten für die Rätsel einsetzen, die Zeit beeinflussen und müssen gleichzeitig noch Jump’n’Run Level bestreiten. Die Fehlerrate ist dabei teilweise so hoch, dass man einiges an Geduld mitbringen sollte.

Platz 6: Guacamelee!

Guacamelee! ist wahrscheinlich schon aus dem Indie-Stadium draußen, nachdem es viel Beachtung von Presse und Spielern bekommen hat, wurden natürlich auch Publisher aufmerksam. Nichtsdestotrotz stammt es von einem Indie-Entwickler, den Drinkbox Studios und hat deswegen einen Platz in dieser Top 10 erhalten. Als Juan Aguacate machen wir uns auf, die Präsidententochter aus den Händen des Kidnappers Carlos Calaca zu befreien. Das klappt nicht so richtig, denn Juan stirbt und kämpft sich nun durch das Land der Toten, in dem er auf allerlei Feinde trifft. Die werden von uns mit allerlei kämpferischen Fähigkeiten besiegt.

Platz 5: Jazzpunk

Jazzpunk ist in meiner Liste der “Spiele, die keinen Sinn, aber Spaß machen” der absolute Spitzenreiter. Wir sind ein Detektiv, der allerlei abstruse Fälle lösen muss, die aber gar keinen Sinn ergeben. Das Spiel ist voller Referenzen und Anspielungen auf Filme und anderen Titeln, die absolut humorvoll verpackt sind. Darin liegt die größte Stärke von Jazzpunk, es nimmt sich und andere überhaupt nicht ernst. Schon mal gegen Honda gekämpft? Wer jetzt ja schreit, weil er Street Fighter gespielt hat, den muss ich enttäuschen, wir kämpfen wörtlich im Street Fighter-Stil gegen ein Auto der Marke Honda. Und das ist nur ein Beispiel von unzähligen abstrusen Situationen, in die wir geraten.

Platz 4: World of Goo

World of Goo war mein allererster Schritt hin zu Indie-Spielen und es war ein erschwerter, denn kein Elektronikhandel oder sonstiger Händler in meiner Umgebung schien von dem Spiel was gehört zu haben. Ich musste es online bestellen, weil ich es anders damals nicht kaufen konnte und Steam war 2008 irgendwie nicht auf meinem Radar. Der Titel macht heute noch großen Spaß und ich spiele es hin und wieder immer noch. Es geht nichts über das Erfolgserlebnis, wenn man die gut gelaunten Kugeln einigermaßen stabil zu einem Gebilde gebracht hat und dabei noch als zusätzliche Herausforderung unter der vorgegebenen Anzahl von Gesamtkugeln geblieben ist. Wer nach all den Jahren immer noch nichts von dem Spiel gehört hat, der sollte jetzt aber mal schleunigst sich das Ding kaufen.

World of Goo trailer

Platz 3: Papers, Please

Das Spielprinzip von Papers, Please klingt auf den ersten Blick nicht spannend, die Grafik auch nicht. Aber das täuscht hier gewaltig. Ich habe in letzter Zeit noch nie so viel Spaß bei einem derart simplen Spiel gehabt, wie mit diesem. Dabei macht man eigentlich nichts anderes, als Befehlen zu folgen und Visa-Anträge abzulehnen oder hilflose Menschen ins Land zu lassen. In erster Linie geht es allerdings um uns, denn unser Verhalten hat Auswirkungen auf unsere Familie. Sind wir korrupt, aber können so die Miete bezahlen oder verhalten wir uns nach Regel und haben eventuell dadurch kein Geld für Medizin, die unser kranker Sohn braucht. 20 unterschiedliche Enden hat das Spiel, je nachdem, wie wir uns verhalten und welche NPCs wir unterstützen oder nicht. Absolut empfehlenswert.

Papers, Please - Trailer

Platz 2: The Stanley Parable

André hat es in seinem Artikel bereits vorgestellt und auch ich bin, wie er, ein großer Fan des Spiels. Wir stecken im Rad der Arbeit fest und müssen beweisen, ob wir Befehlen des Erzählers lieber folgen oder aus dem täglichen Einerlei ausbrechen. Mit gelungenem Humor, einer Vielzahl von unterschiedlichen Enden und den sinnlosesten Achievments, die man in einem Spiel erhalten kann, beweist The Stanley Parable, dass man die Industrie nicht allzu ernst nehmen sollte, bzw. die Industrie sich selbst mal weniger ernst nehmen muss.

The Stanley Parable "Teaser Trailer"

Platz 1: The Banner Saga

Mein absolutes Highlight in den letzten Jahren in Sachen Indie Game ist The Banner Saga. Ich hab das Spiel verschlungen und stundenlang am Stück gespielt. Alleine der Grafikstil ist wunderbar und wir müssen ständig Entscheidungen treffen, die den Verlauf des Spiels zu oder gegen unsere Gunst beeinflussen. Der Wiederspielwert ist also schon einmal enorm. Die Handlung, die sich um Wikinger dreht, ist sehr gut erzählt und auch das rundenbasierte Kampfsystem macht großen Spaß. Es ist anspruchsvoll, aber fair. Wir begleiten zwei Handlungsstränge, die am Ende aufeinander treffen und lernen eine Vielzahl von unterschiedlichen Charakteren kennen. Wer bisher von The Banner Saga nur im Zusammenhang mit dem Namens-Rechtstreit von King.com gehört hat, der sollte jetzt sofort zu Steam gehen und sich das Spiel einmal ansehen, wenn nicht sogar kaufen. Ich verspreche, ihr bereut es nicht.

The Banner Saga: Factions launch trailer

Habt ihr einen Favoriten, der nicht in der Liste ist? Vielleicht einen schon etwas älteren Titel? Dann ab in die Kommentare damit.

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