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World War Z – Let the bodies hit the floor

von am 6. Mai 2019
DETAILS
 
Für Fans von:

Left 4 Dead, Warhammer: Vermintide, Killing Floor

Pluspunkte

- packendes Action-Spektakel
- Zombie-Horden sind wirkliche Horden!
- schönes Klassen- und Waffensystem
- hoher Wiederspielwert

Minuspunkte

- Kampagne mit vier bis fünf Stunden Spielzeit relativ kurz
- Multiplayer-Matchmaking noch immer nicht wirklich optimiert
- Multiplayer-PvP gegen andere Spieler ist relativ witzlos

Editor Rating
 
GAMEPLAY
9.0

 
GRAFIK
8.0

 
SINGLEPLAYER
7.0

 
MULTIPLAYER
8.0

 
SOUND
8.0

Gesamt-Wertung
8.0

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GAMEPLAY

 
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Zusammenfassung
 

World War Z ist eine Hommage an Co-Op-Shooter, wie das legendäre Left4Dead. Allerdings ist es keine bloße Kopie, sondern vielmehr eine würdige und moderne Weiterentwicklung des Genres, das durch sinnige Ergänzungen, wie das levelbare Klassen- und Waffensystem zu überzeugen weiß. Spielspaß und hoher Wiederspielwert sind garantiert.

 

Lesezeit: 5 Minuten

Es ist schon eine ganze Weile her, seitdem ich das letzte Mal einen wirklich guten Co-Op-Shooter gespielt habe. Ich habe mir im Vorfeld dieses Textes durchaus meine Gedanken gemacht und musste feststellen, dass ich seit Left4Dead 2 eine Lücke in mir spürte, die ich über die Jahre komplett verdrängt haben musste. Dann kam World War Z und eines kann ich euch sagen: Dieses Spiel ist ein Lückenfüller.

World War Z – Die Zivilisation am Abgrund

Seit dem Ausbruch einer globalen Epidemie ist es um das Überleben der Menschheit nicht gut bestellt. Ein aggressives Virus verwandelt Menschen nach nur kurzem Kontakt in tollwütige Bestien, die nichts anderes im Sinn haben, als den Virus zu verbreiten. Amerika, Europa, und so ziemlich jeder Teil des Erdballs ist binnen kürzester Zeit infiziert und die Welt erlebt einen globalen Kollaps. Verzweifelt versuchen das Militär und was von den Regierungen noch übrig blieb, das Überleben der Menschheit auf die eine oder andere Art und Weise zu sichern. Inmitten dieses Chaos seid ihr – als einer von 16 Überlebenden seht ihr das Ende aller Tage aus einer jeweils anderen Perspektive. Ob in den Häuserschluchten New Yorks, den leer gefegten Gassen Tokyos oder im bitterkalten Moskau – dies ist eure Geschichte. Über vier voneinander unabhängige Kapitel durchlebt ihr so den verzweifelten Überlebenskampf einer kleinen Gruppe von hart gesottenen Helden, die sich den Horden der Infizierten entgegenstellen. Dabei ist festzuhalten, dass wirklich jedes Kapitel mit einem ganz einen Flair und wirklich einzigartigem Setting daherkommt, was jedem Abschnitt der rund vier- bis fünfstündigen Kampagne frischen Wind gibt. Dadurch schafft es World War Z vor allem durch sein gelungenes World Building immer wieder euch ein Gefühl davon zu vermitteln, wie sich die unterschiedlichen Nationen der Katastrophe stellen. In den Vereinigten Staaten beispielsweise ist es das Militär, dass die Horden der Infizierten mittels dröhnender Musik durch die Avenues zieht, um sie später konzentriert bekämpfen zu können. In Tokyo dagegen liegt der Fokus eurer Kampagne beim Begleitschutz von Überlebenden, die auf einem der letzten Rettungsschiffe das verlorene Festland hinter sich lassen wollen. Wo auch immer ihr kämpft – es sieht nicht gut aus für die Menschheit.

Wenn Horden wirklich Horden sind

Warum es für die Menschheit nicht gut steht, das seht ihr bereits in den ersten Spielsekunden. Ich spawne also auf einem Häuserdach irgendwo in New York, kicke eine Tür auf und denke mir:
“Alles klar! Ich hab Left4Dead gespielt, lasst uns loslegen!” Ich renne also direkt rein, ballere mit Schrotflinte ein paar Infizierte ab, die ich ab jetzt einfach Zombies nennen werde und mache damit einen gewaltigen Fehler. Das Geballer hat nämlich, ganz wie im Film, direkt alle umliegenden Zombies aufgeschreckt und ehe ich mich versehe, bin ich komplett von wütenden Horden überrannt. In World War Z stehen eure Überlebenschancen nämlich deutlich besser, wenn ihr euch nicht von Anfang an mit einem Maschinengewehr durch eure Gegner pustet, sondern es ruhig angehen lasst. Schalldämpfer und verheerende Nahkampfangriffe sind hier die bessere Alternative, besonders auf den höheren Schwierigkeitsgraden. Damit es aber nicht zu einfach wird, legt euch das Spiel aber doch noch immer mal wieder Steine in den Weg. Kommt ihr nämlich zu schnell vorwärts, dann erscheinen gerne mal ganze Horden von Gegnern, die selbst erfahrenen Spielern das Leben schwer machen können. Alles in allem ist der computergesteuerte KI-Direktor ziemlich gelungen, denn ich hatte zu keinem Zeitpunkt im Spiel bisher das Gefühl, dass ich vom Spiel unfair behandelt werde. Und so hackt und ballert ihr euch immer fleißig in eurer Vierergruppe von Wegpunkt zu Wegpunkt, bahnt euch durch Häuser, Kanalisationen und alte sowjetische Bunkeranlagen, bis ihr immer wieder an bestimmte Punkte kommt, an denen es sich gegenüber gewaltiger Zombiehorden zu verteidigen gilt. Eines sei an dieser Stelle gesagt: “Ich meine Horden.” An manchen Stellen im Spiel walzen euch tausende von Zombies entgegen, die sich an steilen Mauern aufeinander stapeln und so langsam jedes Hindernis überwinden können. Nur gezielte Sprengungen, wie durch Handgranaten oder konzentriertes Sperrfeuer, können Horden Einhalt gebieten. Damit ihr hier nicht komplett untergeht, gibt euch das Spiel je nach Schwierigkeitsgrad unterschiedliche Verteidigungoptionen zur Hand. Stacheldraht, Geschütztürme oder Mörser sind nur einige der Objekte, die ihr hier nutzen solltet, insofern ihr den kommenden Tag noch erleben wollt.

Ausbaubare Charakterklassen

Bis hierhin könnte man meinen, dass es sich bei World War Z um eine bloße Hommage an Left4Dead handelt. Ein Gedanke, den ich im Vorfeld auch hegte. Allerdings und das muss ich nun zugeben, habe ich mich geirrt. World War Z ist nämlich mehr, denn: Unabhängig von den 16 Charakteren, wählt ihr im Online-Coop eine von sechs unterschiedlichen Charakterklassen, mit der ihr euch mit euren Freunden ins Gefecht werft. Gunslinger, Medic oder auch Hellraiser sind nur einige der Charakterklassen, die jedem Team den eigenen Anstrich geben. Ich habe zum Beispiel bevorzugt mit dem Hellraiser gespielt – einer Klasse die überaus versiert im Umgang mit Sprengstoffen ist und sich prima eignet, um Horden zu dezimieren oder um die Flanken mit todbringenden Minen zu sichern. Je öfter ihr dann eure entsprechende Klasse spielt, desto mehr Erfahrung könnt ihr sammeln. Nach und nach schaltet ihr so einzigartige Talente frei, die es euch erlauben einen nachhaltigeren Eindruck auf dem Schlachtfeld zu hinterlassen. In meinem Fall bekamen meine Minen mehr Wumms, setzten die Umgebung in Brand und außerdem startete ich später auch immer mit einer zusätzlichen Sprengladung, die es euch erlaubt an verschlossene Gebiete zu gelangen. Bei all den Vorteilen ist es demnach wenig überraschend, dass höherstufige Charaktere besser auf anspruchsvolleren Schwierigkeitsgraden zur Geltung kommen und andersherum gilt Frischlinge dasselbe. Darüber hinaus könnt ihr aber nicht nur eure Klasse leveln, sondern auch eure Waffen. Schießt ihr zum Beispiel gerne mit der Uzi, dann schaltet ihr nach und nach neue Upgrades frei, die nicht nur die Feuerkraft der Waffe erhöhen, sondern auch das Magazin erweitern und später die Waffe komplett schalldämpfen können. So ergibt sich eine schöne Dynamik zwischen bloßem Gameplay und Charaktergestaltung. Gerade für diejenigen unter euch, die den Anspruch haben das Spiel auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad zu knacken, gilt: Levelt eure Klassen und levelt eure Waffen!

World War Z war ein frühes und unerwartetes Highlight

World War Z war für mich ein kleiner Überraschungshit. Das Spiel lief über weite Strecken unter meinem Radar und immer, wenn ich mir mal wieder einen Trailer oder Gameplay ansah, dann dachte ich: “Oh, ein Klon von Left4Dead?” Wie ich bereits oben erwähnte war das ein Fehler. World War Z ist ein Spiel, das man ruhigen Gewissens all jenen empfehlen kann, die auf einen würdigen oder gar besseren Nachfolger des Co-Op-Klassikers gewartet haben. World War Z hat das volle Paket. Es reproduziert die Stärken genannter Titel und erweitert diese um sinnige und ansprechende Komponenten, wie zum Beispiel das Charakter- und Waffensystem. Der Wiederspielwert der Kampagne ist dadurch enorm. Selbst wenn der zusätzlich integrierte Multiplayer-Modus, der euch PvP-Schlachten zwischen anderen Spielern erlaubt, irgendwie recht fad und das Matchmaking nicht fehlerfrei ist, so tut das dem Gesamteindruck keinen Abbruch. World War Z lebt durch das kooperative Gameplay und gerade auf höheren Schwierigkeitsgraden kommt es auf jeden einzelnen Spieler und dessen besondere Charakterfähigkeiten an. Es gibt einen klaren gemeinsamen Feind und egal, ob ihr in den Straßen New Yorks oder den Hinterhöfen Jerusalems kämpft – ihr kämpft mit Menschen, für die Menschen.

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