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Tales of Vesperia: Definitive Edition – Definitiv Durchschnitt

von am 23. Januar 2019
DETAILS
 
Für Fans von:

JRPGs, der Tales-Reihe, Anime

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Pluspunkte

+ FPS und Grafik aufs Optimum geschraubt
+ Voice Acting in den Cutscenes
+ Neuer Content

Minuspunkte

- Kampfmechanik genießt keinen Feinschliff
- Zwischendialoge teils langatmig

Editor Rating
 
GAMEPLAY
4.0

 
GRAFIK
8.0

 
SINGLEPLAYER
6.0

 
MULTIPLAYER
0.0

 
SOUND
7.0

Gesamt-Wertung
6.0

Hover To Rate
User Rating
 
GAMEPLAY
8.1

 
GRAFIK
8.0

 
SINGLEPLAYER
7.9

 
MULTIPLAYER
8.0

 
SOUND
8.7

User-Wertung
2 ratings
8.1

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Zusammenfassung
 

Die Tales of Vesperia: Definitive Edition kommt mit reichlich neuem Content auf die aktuelle Konsolengeneration und feiert sein Debüt auf der Switch. Dabei kommt vorallem Content, der in Japan bereits vorhanden war. Optisch wurde das Spiel angepasst und läuft komplett flüssig, egal was passiert.
Allerdings wurde die Chance ausgelassen, auch das Kampfsystem auf den aktuellen Standard bezüglich der Dynamik zu bringen. Der Kampfeintritt bringt das Spiel zu einem quietschenden Halt und killt jegliches Tempo, was bis dahin existierte. Der Content ist vielversprechend und für jene, die das Original nicht gespielt haben, durchaus einen Griff wert, allerdings sollte man sich daran gewöhnen, dass das Spiel technisch noch an seinem alten Punkt ist.

 

Lesezeit: 5 Minuten

Die Tales of-Reihe feiert ihr Debüt auf der Switch. Und was für ein Titel eigent sich da besser, als ein Geburtstagkind zu nehmen. Tales of Vesperia kam 2009 nach Europa und bekommt zum zehnten Geburtstag ein Facelift. Die Definitive Edition dabei kommt mit allerhand Content, der ausserhalb von Japan bisher nicht zu sehen war, daher. Nun ist es soweit und wir haben natürlich direkt mal nachgeschaut. Bevor wir in die Veränderung gehen, gibt’s noch eine schnelle Zusammenfassung.

Ein Beginn ohne dunkle Bedrohung

Zu Beginn befindet sich Yuri in seinem Zimmer in der kaiserlichen Haupstadt Zaphias im Unterstadt-Viertel, das Viertel der Unterschicht. Der große Brunnen im Zentrum des Viertels wird seiner Blastia beraubt, einer in einem Stein manifestierten Technologie einer alten Zivilisation, und hört prompt auf, sauberes Wasser in die Höhe zu schießen. Stattdessen ziert dunkles, dreckiges Wasser die Straßen der Unterstadt. Yuri entscheidet sich, einer Spur und dem Dieb in die Oberstadt zu folgen. Durch Missverständnise landet er jedoch selbst im Gefängnis, entkommt diesem aber mit Hilfe eines alten Mannes und gerät in die Gesellschaft von Estellise die eine anscheinend eine Bekannte von Yuris Freund und Rivale Flynn ist. Es folgt die Flucht aus Zaphias, die Jagd auf den Blastia-Dieb und die Suche nach Flynn.

Auf der Reise erfährt die Gruppe, dass überall im Land systematisch Blastias verschwinden und kommen der Bande um Ragou, Magistrat der Hafenstadt Capua Nor, auf die Schliche. Mit vereinten Kräften wird der Diebesverbund überwältigt. Allerdings sind die Zahnräder des Bösen bereits im Gange, ohne dass die Freunde etwas davon bemerken. Erst als Estellise verschwindet wird den Freunden klar, dass auch Ragou und seine Gehilfen lediglich Spielzeug für weitaus größere Fische war.

Was Tales of zu Tales of macht

Wer jemals einen Titel der Tales of gespielt hat, kennt die zwei großen Hauptkomponenten der Reihe:
Auf der einen Seite haben wir das Erkunden und Interagieren mit der Welt, die Geschichte erfahren, die Party erweitern, Ausrüstung sammeln, leveln und so weiter, alles klassischer RPG-Stil. Allerdings trumpft die Tales of-Reihe vorallem durch riesige, bunte Welten, die mit allerhand Arten von NPCs, unterschiedlichster Städte und verwobenen Dungeons gefüllt ist. Dabei strotzen alle Areal nur so von Leben. Unterstützt durch verschiedenste Musiken und unterhaltsamer Dialoge, kommt selten Langeweile auf.

Auf der anderen Seite steht jedoch das Kampfsystem, was in der Welt der RPGs förmlich alleinstehend ist. Im Kampf steuert ihr einen Charakter, während drei andere sich gemäß ihrer KI, bzw. eurer taktischen Einstellungen verhält. Neben normalen Angriffen und dem Verteidigen, stehen euch eine Vielzahl an Fähigkeiten zur Verfügung, um euren Gegner den Garaus zu machen. Gekämpft wird dabei in kleinen Arenen, deren äußerer Rand zur Flucht angelaufen werden kann. Mechanisch hat sich über die Jahre auch einiges getan: Wo man Anfangs noch zweidimensional gekämpft, steht euch mittlerweile die gesamt Breite, Tiefe und Höhe des Kampfbildschirms zur Verfügung.

Im besonderen Falle von Tales of Vesperia bewegt ihr euch auf einer geraden Linie zu dem Gegner, den ihr derzeit anvisiert habt. Wenn ihr euch frei bewegen wollt, könnt ihr das mit dem Halten der entsprechenden Taste tun.

Definitive Edition: Was ist neu?

Die Definitive Edition von Tales of Vesperia hat neben einem grafischen Upgrade vorallem mit zusätzlichen Content gelockt. Dabei geht es nicht nur um Ergänzungen, sondern, wie bereits erwähnt, vor allem um den Content, der bisher Japan vorbehalten war. Aber was erwartet euch im 40€-Remaster wirklich:

Neue, spielbare Charaktere
Die bunte Truppe bekommt an festen Punkten in der Story Zuwachs. Über den Verlauf der Geschichte gesellt sich die kleine, mysteriöse Piratin zur Gruppe dazu, in der Hoffnung, ihre Erinnerung zurückzuerlangen. Aber natürlich folgt sie auch dem Ruf des Abenteuers und vorallem dem der Schätze, die es mitbringt.

Viel näher an der Story ist jedoch das zweite neue alte Gesicht. Vorher nur in Japan spielbar, bekommt ihr nun auch in Europa die Kontrolle über Flynn, Yuris Kindheitsfreund und -feind. Der imperiale Ritter, der von Anfang an auch Ziel von Yuris Suche ist, schwingt sein Schwert jetzt auch nach euren Befehlen.

Musik, Bosse, Quests und Orte
Die Tales of Vesperia: Definitive Edition kann sich über allerhand neue Szenen und Dialoge freuen. Ein doppelter Grund zur Freude, denn alle Dialogszenen haben nun japanisches und englisches Voice-Acting. Allgemein hat das Audio-Department ordentlich Arbeit geleistet und den Soundtrack teils neu aufgelegt oder die Liste sogar um neue Titel erweitert. Ausserdem ist Story durch neue Orte, weitere Nebenaufgaben, Minispiele und, vor allem, böse Minibossse erweitert worden. Wer Tales of Vesperia gespielt hat, weiß um seine gigantische Länge. Die Definitive Edition legt genau hier aber eine weitere Schippe drauf und schraubt die Spielstunden weiter nach oben.

DLCs, Attacken und Kostüme

Die Tales of Vesperia: Definitive Edition kommt mit allen DLCs, die seit dem Release 2009 jemals veröffentlich worden sind. Das bedeutet vor allem, dass die für die Serie bekannten Kostüme alle mit im Gepäck sind. Vom Frack über Hasenohren bis hin zu Engeloutfits, ist nahezu jede, vorstellbare Kosmetik für eure Helden dabei. Allerdings erwarten euch nicht nur witzige, elegante oder gar anzügliche Outfits, sondern auch das Skill-Arsenal hat ordentlich Zuwachs bekommen. So dürft ihr euch über spektakuläre, neue Mystic Artes freuen, die gewaltigen Finishing Moves in der Reihe.

Viel Content! Das muss doch gut sein?

Hätten wir auch gesagt, aber rein technisch macht die Tales of Vesperia: Definitive Edition leider überhaupt keinen Schritt nach vorne. Die zwei genannten Hauptmerkmale der Serie erleiden in diesem Teil eine furchtbare Trennung, die sämtlichen Spielfluss eliminiert. Sobald ihr einen Gegner auf der Karte berührt, bricht euer Bild in Scherben und ihr werden zum Kampfbildschirm geführt. Das Problem daran: Zwischen dem Scherbenbild und dem Verschwinden jener liegen gute drei Sekunden. Drei Sekunden, in denen rein gar nichts passiert und auch der Ton gänzlich schweigt.
Ich saß vorm TV und dachte (und denke teilweise immernoch), dass sich das Spiel aufgehangen hat. Und wenn man das Ganze vier bis fünf Mal pro Abschnitt hat, verlieren auch die Kämpfe schnell ihre Dynamik. Auch laufen die Kämpfe merkwürdig langsam ab. Zwar ist mit vielen Charakteren und vielen Gegner immer gut Action da, allerdings sind die Animationen von Angriffen und Skills teilweise sehr langsam in ihrer Ausführung, bzw. brauchen nach der Anwendung viele Frames, in denen man einfach nichts machen kann.

Letzteres ist natürlich reine Geschmackssache und es ist auch in Ordnung, dass man sich genau überlegt, wann man wie wo und womit angreift und für shclechte Entscheidungen auch mal eine mitbekommt. Womöglich erscheint diese Mechanik mit dem langsamen Kampfstart deutlich schlimmer, als sie vielleicht hätte sein können. Durch dieses Problem wirken Kämpfe jedoch immer wie eine Tortur, die man durchstehen muss. Vorallem nimmt das Pacing aber rapide ab.

Ist das eine Definitive Edition? Ein Fazit

Ich persönlich bin ein Fan von Remasters und Co., solange so gut gemacht sind. Dazu zählt für mich neben zusätzlichen Content aber auch, dass kleinere oder größere Bugs ausgemerzt werden und auch das Gameplay in die aktuelle Zeit übersetzt wird. Die Tales of Vesperia: Definitive Edition erfüllt hier leider nur die Hälfte der Anforderungen. Klar ist, dass neue Bosse, Quests, Orte und die Vertonung etwaiger Spielszenen ein richtig gutes Fundament ist. Auch die Inklusion sämtlicher DLCs dürfte für die Fans der Serie ein richtig gutes Kaufargument sein. Allerdigns fehlt es auf ganzer Strecke an Dynamik in den Kämpfen. Durch den Fakt, dass die Story schon einen sehr langen, dramatischen Bogen hat und in den Anfängen nichts von einer möglichen Zerstörung der Welt bewusst ist, verliert das Spiel bereits zu Beginn einiges an Fahrt. So bleibt die Übersetzung auf die aktuelle Konsolengeneration aus und die grafischen Änderungen, sowie Contenterweiterungen allein reichen nicht aus, um sich wirklich um diesen Titel zu reißen. Wer das Spiel dennoch immer mal spielen wollte, sei es dennoch nahgelegt, zu dieser Version zu greifen.

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