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Star Wars: Squadrons – Schnell, fordernd und beinahe richtig toll

von am 25. März 2021
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Pluspunkte

+ ein tolles Fluggefühl
+ fantastische Grafik
+ viele Space-Momente des Staunens
+ schön erzählte Story
+ abwechslungsreiche Missionen

Minuspunkte

- der Flug-Realismus hat einen hohen Preis
- mühselig zu erlernde Gameplay-Elemente
- keine echte Interaktion mit den Squad-Kollegen
- nicht sehr überraschen
- leider einfach zu wenig Missionen

Editor Rating
 
GAMEPLAY
7.0

 
GRAFIK
9.0

 
SINGLEPLAYER
8.0

 
MULTIPLAYER
0.0

 
SOUND
9.0

Gesamt-Wertung
8.0

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User Rating
 
GAMEPLAY
10

 
GRAFIK
10

 
SINGLEPLAYER
8.9

 
MULTIPLAYER
9.9

 
SOUND
10

User-Wertung
4 ratings
9.8

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Lesezeit: 6 MinutenElectronic Arts und Motive Studios setzen uns mit Star Wars: Squadrons endlich wieder in ein Cockpit eines Kampfjägers. Wie gut dieser Ausflug ist, welche Stärken und Schwächen das Spiel hat und ob es sich mit seinen Ahnen wie Star Wars: Rogue Squadron oder Star Wars: X-Wing Alliance messen kann und ob das Ganze sich mitunter anfühlt wie ein Ausflug in Wing Commander-Gefilde anfühlt, klären wir hier.

Star Wars: Squadrons – Official Gameplay Trailer


First things first

Zunächst einmal muss ich auf eine Sache hinweisen. Electronic Arts hat in seiner Kommunikation zu Star Wars: Squadrons vor allem Wert auf die Multiplayer-Komponente gelegt, was den Eindruck vermittelte, dass es sich hierbei primär um ein Multiplayer-Game mit einer angedockten Story-Kampagne handelt. Quasi analog zu Star Wars: Battlefront II. Dem ist meines Erachtens nicht so. Vielmehr ist es genau umgekehrt. Die Singleplayer-Kampagne hat wirklich viel zu bieten und wird durch die Gameplay-Elemente und die notwendige Gewöhnung – und etwaige Anpassung – an die Steuerung zu einem absoluten Must-Have. Wer sich unvorbereitet in die Online-Kämpfe stürzt, wird sehr schnell an seine persönliche Frustgrenze stoßen und die Lust am Spiel verlieren. Auch Reviews anderer Medien untermauern diesen Standpunkt. Daher habe ich mich für diesen – zugegebener Maßen sehr sehr verzögerten Test – zu 95% auf den Singleplayer gestützt.

Dann noch eine andere Sache, die mir sehr wichtig ist, bevor wir zum eigentlichen Spiel kommen: die persönliche Erwartungshaltung!
Als ich Star Wars: Squadrons zum ersten Mal sah, war meine erster Gedanke: “Geil, ein neues Rogue Squadron/X-Wing Alliance!”
Mit diesem Mind-Set bin ich auch an das Spiel herangegangen und wurde überrascht. Zum Einen, weil das Spiel auch deutliche Anleihen an Genre-Größen wie die Wing Commander-Reihe hat, zum anderen aber, weil es eben mit genau diesen Reminiszenzen nicht mithalten kann. Aber dazu später mehr.

Was ist Star Wars: Squadrons?

Ein Weltraum-Spiel! Richtig. Ist es ein Ballerspiel? Auch ja! Ist es schwer? Auf jeden Fall! Hat es taktische Komponenten? Aber hallo!
Die Singleplayer-Kampagne versetzt uns in den Kampf “Imperium” gegen “Neue Republik”. Die Geschichte entfaltet sich im Stil der guten alten Wing Commander-Reihe, wird in aufwändig inszenierten Zwischensequenzen erzählt und zieht uns durch insgesamt 14 Missionen, die allesamt solo gespielt werden. Die Missionen sind abwechslungsreich gestaltet und reichen von purem “Attack & Run” über Kaper-Missionen hin zu Geleitschutz. Und nicht selten entwickeln diese Missionen eine eigene Klimax. Soll heissen: was als kleines Scharmützel beginnt, kann sich durch eine plötzlich auftauchende Flotte von Sternzerstörern und Tie-Carriern ganz schnell zu einer gewaltigen Weltraum-Schlacht entwickeln.

Die – zwar geskripteten – Entwicklungen innerhalb einer Mission machen einen Großteil des Reizes von Star Wars: Squadrons aus, da ihr euch innerhalb einer Mission sehr oft mit neuen Situationen und Aufgaben auseinander setzen müsst. Habt ihr dann alles erledigt und kehrt auf euer Mutterschiff zurück, findet ihr euch im Hangar wieder. Dort und auch im Briefing-Room könnt ihr mit euren Geschwader-Kollegen sprechen. Hier sind deutliche Anleihen an Wing Commander spürbar, da es es allerdings um Monologe eurer Gesprächspartner handelt und ihr auch nie wirklich interagieren könnt, wirkt das Ganze ziemlich platt und bringt nicht wirklich die erhoffte Auflockerung.

Wie spielt es sich?

Das Spiel verfügt über vier Schwierigkeitsstufen und ist wirklich verdammt schnell. Ich mag schnelle Ego-Shooter und bin auch kein Hasenfuß, wenn es um tollkühne Geschwindigkeiten in Rennspielen geht, aber sich im dreidimensionalen Raum mit einer Mordsgeschwindigkeit fortzubewegen und Manöver durchzuführen, hat sich noch nie so schnell und komplex angefühlt. Fassrollen, Wendemanöver, Sturzflug und Boosts müssen die Piloten im Blut haben. Ich erinnere mich nicht daran, dass mich Flugmanöver in Nebeln, Asteroiden- oder gigantischen Trümmerfeldern so sehr in die Couch gepresst haben, wie es bei Star Wars: Squadrons der Fall war. Ich habe mich nicht selten dabei erwischt, dass ich die Augen zugekniffen habe, wenn ich einen riskanten Fly-By oder Fly-Through versucht habe. Und – bei Gott – ich bin sehr sehr oft an meinem Mut und meinen fliegerischen Ambitionen gescheitert.

Denn: In Star Wars: Squadrons ist die Devise nicht: flieg und ballere! Wer sich das Spiel so vorstellt, ist gehörig auf dem Holzweg. Jede Mission, jede Phase einer Mission erwartet von euch, dass ihr Herr der Lage seid. Ihr müsst die Energieverteilung der drei Hauptsysteme eurer Schiffe aus dem Effeff beherrschen. Mehr Energie auf die Heckschilde? Ihr habt zwei, drei Sekunden Zeit, mit der richtigen Taste auf dem Gamepad, die Energie umzuleiten und zu verstärken. Das gerade vor euch aufgetauchte Schiff fliegt deutlich schneller als ihr? Energie in den Antrieb. Ihr braucht mehr Bumms in eurer Kanone? Mehr Saft auf die Ballermänner! Das Ganze muss in Fleisch und Blut übergehen, denn es ist nicht optional sondern eines der Kernelemente des Spiels. Ihr habt nie wirklich viel Zeit für solche Änderungen. Und das, obwohl eine Mission im Schnitt 10-20 Minuten dauern kann. Bildschirm-Tode nicht inklusive.

Kenne dein Schiff

Gerade noch verfolgt ihr einen Tie-Fighter durch die Trümmer eines zerborstenen Sternzerstörers, im nächsten Moment taucht hinter euch eine Staffel Tie-Bomber auf, die euer Basis-Schiff attackieren. Ein Flug weiter geradeaus, durch die Trümmer dauert zu lange, also müsst ihr eine haarsträubend rasante Wende hinlegen. Vergleichbar mit einem Handbrake-Turn im Rennspiel, nur eben in drei Dimensionen und mit sehr viel höheren Geschwindigkeiten. Und natürlich im Dauerfeuer der zahllosen gegnerischen Jäger und Großkampfschiffe.

Diese Erfahrung ist in den ersten Missionen – trotz stetiger Lernkurve und ansteigendem Schwierigkeitsgrad durch neue zu erlernende Schiffe, Manöver, Techniken und Anpassungsmöglichkeiten – eine sehr intensive. Man braucht einfach eine gewisse Zeit um alle Steuerungsmöglichkeiten im Cockpit zu verinnerlichen. Auch das HUD birgt seine Tücken, lässt sich glückerweise aber auf ein Minimum reduzieren, was den überfrachteten Bildschirm deutlich entschlackt und auch weniger klicki-bunti macht. Ohnehin ist das vollanimierte und vollfunktionale Cockpit mit Anzeigen vollgestopft, sodass es ein zusätzliches HUD eigentlich gar nicht braucht.

…und die anderen

Und in Sachen “Schiffe” gibt es jede Menge zu sehen, zu fliegen und zu lernen. Zwar sind es auf beiden Seiten nur jeweils vier verschiedene Schiffe zu fliegen, aber zu erkennen, welcher Jäger über welche Vor- und Nachteile verfügt, dauert seine Zeit. Alle Flieger steuern sich anders und fühlen sich auch ganz anders an. Eine wirklich gute Arbeit von Motive Studios zumal sich nicht nur im Cockpit diverses – zwar nur kosmetisch – verändern lässt, sondern eben auch an den Schiffen selbst. Mit der Zeit schaltet ihr nämlich alles Mögliche frei, von neuen Helmen für euren Piloten und neue Lackierungen für eure Fluggeräte, geht es mit den Bauteilen eurer Jäger richtig in die Tiefe. Hier müsst ihr abwägen und ausprobieren. Ihr wollt die Primär-Bewaffnung wechseln? Was darf es denn sein: Stärker? Schneller? Andere Schilde sind auch kein Problem: Schneller regenerierende oder nur stärkere Schilde?

Um zu verstehen, welche Gameplay-Veränderungen solche Modifikationen mit sich bringen: um stärkere Schilde müsst ihr euch in Sachen “Energieverteilung” zwischendurch nicht so intensiv kümmern. Allerdings dauert es dann deutlich länger, bis sie wieder oben sind, wenn sie einmal zusammengebrochen sind. Jede Veränderung wird das Gameplay für die nächste Mission verändern und auch euren Kampfstil deutlich prägen. Es ist daher wichtig die Missionsbriefings aufmerksam zu verfolgen und auch auf das technische Personal auf dem Hangar, sollte man hören, wenn man an seinem Flieger rumschraubt.

Grafik und Look

Man muss es einfach sagen, wie es ist: Star Wars: Squadrons ist ein Augenschmaus. Das gilt für Sci-Fi-Fans im Allgemeinen wie für Star Wars-Fans gleichermaßen. In Sachen Realismus ist man inzwischen ja einiges gewohnt, daher ist es nicht überraschend, dass sich die Umgebungen und Details auf den Raumschiffen und im Cockpit anfühlen, als wäre man live vor Ort. Auch die Charaktere sind detailreich gestaltet und wirklich absolut überzeugend. Da gibt es überhaupt nichts dran auszusetzen. Pflicht erfüllt! Das Gleiche gilt auch für die Zwischensequenzen.

Steigt man aber in sein Cockpit, macht den Sprung durch die Lichtmauer und taucht in einem Sternensystem auf, kommt man nicht selten aus dem Staunen nicht mehr raus. Riesige Planeten, Sternenbasen, Asteroidenfelder oder die Überbleibsel einer gewaltigen Raumschlacht. Egal wo ihr landet: es sieht einfach fantastisch aus. Und wenn euch nicht der erste Anblick aus den Socken haut, ist es oftmals der Annäherungsflug an ein Missionsobjekt, der euch erschaudern lässt. Ich bin schon in vielen Spielen und in vielen Franchises durchs All geflogen und habe große Schiffe aus nächster Nähe umrundet oder abgeflogen, aber wie unfassbar groß so ein Sternzerstörer wirklich ist, spürt ihr erst, wenn ihr schon ordentlich beharkt in die Schilde eines solchen Giganten eintaucht und gefühlte zehn Meter über seine Oberfläche jagt, um dessen Turbolaser auszuschalten. Oder wenn ihr in eine riesige Raumstation hineinfliegt. Solche Momente gibt es quasi in jeder Mission und das lässt mich als Spieler über so manche Gameplay-Entscheidung hinweg sehen.

Fazit – Teil 1

Gemessen an meinen Erwartungen und der etwas fehlgeleiteten Kommunikation zum Spiel, haben EA und Motive Studios einen wirklich guten Job gemacht. Die Story ist nicht überraschend, aber sie ist gut erzählt. Mehr Interaktionsmöglichkeiten mit der Crew hätten der Immersion aber verdammt gut getan. So hat man das Gefühl, dass es völlig okay ist, keinen dieser Charaktere kennenzulernen. Nachfragen kann man ja eh nix.

Das Fluggefühl ist geil! Einfach geil. Es ist schnell, es fühlt sich gut an, nur leider ist es auch nicht gerade einfach. Gut, hat ja auch niemand behauptet, dass Weltraum-Pilot ne einfache Sache ist, aber hier hat man es doch ein wenig übertrieben. Es vergeht einfach viel Zeit, bis man mit allem vertraut ist. Die Manöver, die Technik, die unterschiedlichen Missionsanforderungen und die austauschbaren Teile. Bis man sich an all’ diese wichtigen Gameplay-Komponenten gewöhnt hat, vergeht viel Zeit. Und dann ist das Spiel auch schon Vorbei. Denn die 14 Missionen sind ziemlich fix runtergerockt. Hier lässt das Spiel leider deutlich Federn.

Kurzer Einschub

Den Multiplayer-Part habe ich deutlich zu früh angefangen und ihn wegen völliger Überforderung – die man zu Beginn des Spiels definitiv spüren wird – auch danach nicht mehr angefasst. Vielleicht bin ich für diese Komplexität bei diesem Tempo einfach ein wenig zu eingerostet. Positiv sollte man noch erwähnen, dass das Spiel von seinen Schöpfern einen riesigen Strauß Anpassungsmöglichkeiten verpasst bekam. Das fängt nicht beim anpassbaren HUD an und hört auch nicht dort auf. Hier hat man wirklich die Möglichkeit ALLES an die eigenen Möglichkeiten anzupassen. In etwa wie das bei einem aktuellen FIFA-Titel der Fall ist, um die Steuerung bis ins Letzte zu tweaken.

Fazit – Teil 2

Wie die Headline es schon sagt… Star Wars: Squadrons ist schnell, fordernd und beinahe richtig toll.
Ein wenig mehr Missionen, ein wenig mehr Interaktion mit den Charakteren und schon wären die sackharte aber gut durchdachte Steuerung ein wenig weniger schlimm zu ertragen.

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