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Luigi’s Mansion 2 – Der etwas andere Angelausflug

von am 27. März 2013
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amzn.to/2D1anPs

Pluspunkte

+ toll designte Spielwelt
+ gut inszenierte Bosskämpfe...
+ viele Interaktionsmöglichkeiten
+ Multiplayermodus
+ Soundeffekte und Soundtrack stimmig
+ hoher Wiederspielwert

Minuspunkte

- etwas nerviges Backtracking
- ... die alle ähnlich ablaufen
- fehlende Geistervielfalt (Portraitgeister aus dem Vorgänger fehlen)

Editor Rating
 
GAMEPLAY
8.0

 
GRAFIK
8.0

 
SINGLEPLAYER
8.0

 
MULTIPLAYER
7.0

 
SOUND
9.0

Gesamt-Wertung
8.0

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Lesezeit: 7 Minuten“If there’s something strange in your Nachtschattental. Who ya gonna call? Luigi!” Der grüne Hasenfuß ist endlich zurück. Und zwar auf dem Nintendo 3DS. Knapp elf Jahre nach dem Release von Luigi’s Mansion für den Nintendo Gamecube, ist der Schrecken aller Geister zurück. Und auch dieses Mal muss sich Luigi unfreiwillig Horden von Geistern stellen. Aber schafft es der grüne Geisterschreck alles Paranormale zu bezwingen? Oder ist er der Bezwungene?

Es ist einige Zeit vergangen seit Luigis Abenteuer in der Geistervilla. Mittlerweile leben die Mario-Brüder und Professor Immanuel Gidd wieder friedlich und unbeschwert. Doch wie so oft kommt plötzlich ein Umschwung. Ein mächtiger Buu-Huu fliegt in Richtung Finstermond, einem magischen Kristall, der die Geister des Nachtschattentals zu friedlichen Geschöpfen werden lässt. Und wer schon mal ein Mario-Spiel gespielt hat, weiß, dass die Buu-Huus keine freundlichen Gesellen sind. So musste es dazu kommen, dass der Finstermond dunkler Energie ausgesetzt wird und zerspringt. Die Folgen sind fatal: Alle Geister des Nachtschattentals laufen Amok und ein mysteriöser Nebel legt sich über das gesamte Gebiet. Professor I. Gidd kann gerade noch so aus seinem neuen Unterschlupf in der Gruselvilla entkommen, bevor ihm Schlimmeres zustößt. In seiner Verzweiflung kommt er natürlich als Erstes auf seinen alten Freund Luigi. Mit einer neu entwickelten Technik, dem Tele-Voxeln – einer Art von Auflösung in Pixel und Transport mit anschließender erneuter Zusammensetzung, ähnlich wie in Tron– holt er den Klempner zu sich. Natürlich erklärt sich Luigi, als tapferer Held, der er ist, sofort bereit, alle Finstermondstücke zu finden, bevor noch Schlimmeres passiert. Ausgestattet mit dem Herzen eines Hasen und einer Taschenlampe macht sich Luigi auf den Weg in die Gruselvilla. Denn ohne den Schreckweg 09/15, den der Professor hat dort liegen lassen, wird es nichts mit der Geisterjagd. Aber schon nach kurzer Zeit wünscht sich Luigi, er wäre daheimgeblieben.

Der technologische Fortschritt des Pilzkönigreichs

Bereits in den ersten Spielminuten fällt einem sofort auf, dass auch das Pilzkönigreich mit der Zeit geht. Nicht nur hat Professor I. Gidd eine Art der Reise entwickelt, die er insgesamt fünf Mal erprobt hat und die stark an Tron erinnert, sondern auch andere technische Hilfsmittel. Während er 2002 noch mit dem GameBoy-Horror mit Luigi in Kontakt blieb, bedient er sich jetzt eines umgebauten DS-Systems. Übrigens ist der Klingelton dieses neuen Geräts ein unglaublicher Ohrwurm. Auch was die insgesamt sechs verschiedenen Handlungsorte betrifft, gibt es einige Unterschiede zum Vorgänger. Während Luigi im ersten Teil noch ein altes, verlassenes Gemäuer durchwandert, dem fast vollständig der Bezug zur Neuzeit fehlt, findet sich in den neuen Orten allerlei Technik. Elektronische Schlösser, Aufzüge, Voxel-Stationen, Maschinerie und noch vieles mehr. Professor I. Gidd hat in seinen paar Jahren dafür gesorgt, dass das Nachtschattental auf dem neuesten Stand der Dinge ist. Auch ganze 3-D-Überwachungs-Systeme hat er installiert. Mehrfach im Spiel könnt ihr Aufnahmen davon sehen und in diese hineinzoomen. An diesen Stellen greift dann nicht mehr die normale Schiebepad-Steuerung, sondern die Gyroskop-Technik des Nintendo 3DS. Soll heißen, dass ihr euren 3DS herumbewegen müsst, um jeden Winkel der Aufnahme zu sehen. Diese Technik wird außerdem auch benutzt, wenn ihr beispielsweise durch Fenster in ein Gebäude hineinschaut oder über schmale Balken balanciert. Vor allem letztere Einlagen gestalten sich bei unserem Hasenfuß Luigi als nicht so leicht. Immerhin ist der Klempner in Grün am Bibbern und Schlottern, als würde er Geister sehen.

Nostalgie erfahren. Heute: Luigi der Tollpatsch

Eine Sache hat allerdings keinen Fortschritt erfahren. Besser gesagt, eine Person. Wie schon in Luigi’s Mansion, hat unser Hauptcharakter auch im zweiten Teil ein Abonnement der Angstzustände gebucht. Ständig am Zittern und Schreien, durchwandert ihr mit Luigi die verschiedenen Areale. Und genau wie im Vorgänger kann Luigi auch hier wieder Rufe ausstoßen. Während im ersten Teil ein eigener Knopf für “Mario“-Rufe benutzt wurde, gibt es in Luigi’s Mansion 2 gleich vier. Das gesamte Steuerkreuz ist mit Rufen belegt. Einige davon sind mutiger, während andere nur bibbernd und leise hervorgebracht werden. Doch wer soll es Luigi verübeln? Immerhin hat der Bruder von Mario das Unglück fast schon geküsst. Egal, ob es eine unsanfte Voxel-Porter-Landung ist oder ihn Geister von hinten erschrecken. Es gibt fast keinen Moment im Spiel, in dem Luigi Glück hat. Und auch mehr als einmal fliegt er auf die Nase, weil er stolpert. Sei es über Teppiche oder Geister. Wenn Luigi gerade nicht in Aktion ist, summt er zum Teil die Hintergrundmelodie mit, um sich von seinem grauenhaften Schicksal abzulenken. Das ist nicht nur ein nettes Gimmick, sondern lässt den Spieler die Angst spüren. Immerhin versucht der Klempner alles, um seine Situation zu verbessern. Neben Luigi ist natürlich Professor Immanuel Gidd ein Highlight. Der verrückte Wissenschaftler steht unserem “Helden” nicht nur mit Rat und Tat zur Seite, sondern hat immer einen lustigen Spruch auf Lager. An einer Stelle muss er beispielsweise eine 3-D-Sicherheitsaufnahme decodieren und meint zu Luigi, dass er sich doch ein wenig die Beine vertreten soll. Sobald ihr dann die A-Taste betätigt und bevor Luigi tun kann, was ihm geheißen wurde, sagt Professor I. Gidd nur: “Oh Luigi! Du kommst wie gerufen! Fast so, als hättest du die ganze Zeit schon dort gestanden.” Aber auch die Geister, vor allem die Buu-Huus sind lustige Gesellen. Jeder dieser Bösewichter hat seinen eigenen Namen und einen Spruch auf Lager. Vor allem der Buurokrat blieb mir gut im Gedächtnis. Er erschien, als ich ein Gemälde verrückte und fragte mich anschließend nur: “Verfügen Sie über einen Villenpassierschein A38 samt Rahmenrückerlaubnis?” Natürlich wollte er nicht quatschen, sondern Luigi das Fürchten lehren.

Fast wie Angeln, nur mit Geistern. Und Staubsaugern

Natürlich hat sich vom Grundprinzip her nicht viel verändert, was Luigi’s Mansion 2 angeht. Soll heißen, dass ihr einen Geist zunächst mit der Taschenlampe anleuchten müsst und anschließend könnt ihr ihn dann aufsaugen. Das Aufsaugen funktioniert dabei immer noch wie früher. Ihr haltet die rechte Schultertaste gedrückt, während der Geist versucht wegzufliegen. Dadurch entsteht eine Art Wasserskifahren oder Angeln. Der Angelvergleich entsteht durch das Entgegenstemmen von Luigi, sobald ihr das Schiebepad in die entgegengesetzte Richtung drückt, ähnlich wie sich Angler dem Fisch entgegenstemmen. Das hat zur Folge, dass sich eine Energieleiste auflädt. Ist diese Leiste vollständig gefüllt, könnt ihr mit der A-Taste einen starken Ruck ausführen, der die Lebensenergie des Geistes rapide senkt. So einfach das Ganze klingt, so schwierig ist es teilweise jedoch. So nehmen sich Geister neuerdings Gegenstände in die Hand, wie Sonnenbrillen oder Schaufeln, um eurem Taschenlampen-Blitzlicht zu entkommen. Manche der Objekte müsst ihr also zunächst vom Geist absaugen, bevor ihr ihn erwischen könnt. In anderen Situationen hingegen kommt es auf das richtige Timing an. Denn nach einem Angriff jubeln die Geister meistens, wodurch sie für einen Moment angreifbar sind. Aber natürlich gibt es nicht nur diesen einen Geistertyp. Neben den kleinen Grünen, die sich mit allerlei Gegenständen schützen, gibt es da große rote Geister, die Schallwellen erzeugen oder mittelgroße lilafarbene Geister, die sich grundsätzlich von hinten anschleichen. Die Auswahl ist groß und natürlich fehlen auch nicht die beliebten Buu-Huus. Was dafür fehlt, sind die Porträt-Geister aus dem ersten Spiel. Während der Spieler in Luigi’s Mansion noch das Gefühl hatte, in eine fremde Villa einzudringen und den Alltag der verbliebenen Seelen zu stören, stößt er im zweiten Teil fast nur auf die gleichen Geister. Selbst die Bossgegner sind keine besonderen Gespenster, sondern lediglich stärker und mächtiger. Wo wir gerade davon sprechen.

Die Bossgegner-Kämpfe sind immer ein zweischneidiges Schwert. Grund dafür ist die Tatsache, dass die meisten Kämpfe einfach nur dämlich sind. Der Boss versteckt sich zu Beginn in irgendeinem anderen Köper, sei es eine Spinne, eine Treppe oder Ähnliches. Anschließend müsst ihr diversen Angriffen ausweichen, bevor ihr den Bossgegner dann aus der Reserve gelockt habt. Doch so einfach könnt ihr ihn dann auch nicht aufsaugen. Denn sie haben allesamt drei Schichten. Also müsst ihr die Geister schälen wir eine Zwiebel, bis ihr sie endlich aufgesaugt habt. Dadurch werden die Kämpfe teilweise ziemlich nervig. Grundsätzlich macht die Geisterjagd mit Luigi allerdings viel Spaß, weil das Geister-Angeln, wie es ganz gerne genannt wird, auch in Luigi’s Mansion 2 einen Heidenspaß macht.

Mal ist es zu kurz, dann zu lang

Eines der größten Probleme an Luigi’s Mansion 2 dürfte die Länge sein. Während einige Kritiken behaupteten, dass der erste Teil viel zu kurz war, ist der Zweite fast schon zu lang. In insgesamt sechs verschiedenen Arealen müssen alle Geister und die Endbosse beseitigt werden. Das führt insgesamt zu einer Spielzeit von über 20 Stunden. An für sich ist das nichts Schlechtes, aber das Backtracking ist dadurch enorm. Zum Beispiel müsst ihr durch ein Haupttor gehen. Um dieses jedoch zu öffnen, müsst ihr zunächst die Blütenblätter am Tor zum Rotieren bringen. Doch Geister stehlen die Blütenblätter. Aus diesem Grund müsst ihr zunächst die Geister fangen, dann werdet ihr zurück-ge-voxelt und müsst, in der nächsten Mission, erneut zu dem Tor gehen, um es schlussendlich zu öffnen. Diese Art der Umwege gibt es einfach viel zu oft. Mal ist es ein Schlüssel, der mehrfach gestohlen wird, dann sind es diese Blütenblätter. Nie gibt es die Möglichkeit direkt von A nach B zu gelangen. Und vor allem dadurch fesselt dieses Spiel nie länger als 30 bis 60 Minuten am Stück. Sobald ihr für eine längere Zeit spielt, werdet ihr einfach merken, wie langatmig es ist.

Ein anderes neues Feature nimmt euch ebenfalls den Wind aus den Segeln: Wirrlichter sind kleine Geister, die von Buu-Huus befehligt werden und Illusionen erschaffen können. Allerdings erschaffen sie keine Monster oder Ähnliches, sondern verstecken die Einrichtung der einzelnen Räume. So kann es vorkommen, dass ein wichtiger Hebel oder etwas Vergleichbares nicht an seinem üblichen Platz ist. In diesem Fall kommt die Düsterlampe zum Einsatz, eine neue Erfindung des Prof. I. Gidd. Sie deckt die Illusionen auf und befördert die Wirrlichter ans Tageslicht. Anschließend könnt ihr sie dann aufsaugen, damit ihre Illusion aufgelöst wird. Auch die Umrisse von Geistern können durch die Düsterlampe sichtbar werden, sodass ihr keine bösen Anschleich-Gespenster überseht. Durch die Tatsache, dass Wirrlicht-Illusionen nicht immer erkennbar sind, erhöhen sie den Wiederspielwert maßgeblich. Die Chance im ersten Spieldurchgang alle versteckten Türen, Schätze oder Geister zu finden, ist eher gering.

Dreidimensionale Multiplayer-Freuden

Neu an Luigi’s Mansion 2 ist der Multiplayer-Modus, der erstmals seinen Einzug feiert. Anwählbar ist dieser über den Wirrwarrturm, den ihr nach der ersten Gruselvilla freischaltet. In drei verschiedenen Spielmodi könnt ihr entweder über die Nintendo Wi-Fi-Connection oder lokal (Download-Karten-Spiel oder Lokales Spiel) mit euren Freunden auf Geisterjagd gehen. Ein Spielmodus ist der Jäger-Modus, mit dem Ziel den Wirrwarrturm zu erklimmen und auf jeder Etage alle Geister zu fangen. Jeder Raum ist dabei zufallsgeneriert, sodass ihr jedes Mal ein neues Abenteuer erleben könnt. Ein interessanter Modus ist vor allem der Pinscher-Modus. Bei ihm geht es darum, Geister-Hunde über die Stockwerke hinweg zu jagen. Da die kleinen Racker aber sehr gewitzt sind, erfordert die Jagd eine gewisse Koordination zwischen den einzelnen Geisterjägern. Problematisch ist leider nur, dass es nicht möglich ist, mit seinen Mitspielern über das Mikrofon zu reden. Somit ist die Sache mit der Koordination eher schwieriger. Auch ist es unmöglich einem Spiel beizutreten, das bereits läuft. Solltet ihr also die Internetverbindung verlieren, müsst ihr einer neuen Partie beitreten.

Ähnlich wie im Singleplayer wird im Multiplayer die 3D-Funktion des 3DS sehr gut eingesetzt, sodass es scheint, als wollen die Geister wirklich aus dem 3DS herausspringen. Außerdem erhalten alle Charaktere, trotz ihres Comic-Looks, einen dreidimensionalen Körper. Dadurch sind sie greifbarer und der Spieler hat das Gefühl mittendrin statt nur dabei zu sein. Auch sonst sieht der Multiplayer-Modus, ähnlich wie der Singleplayer, sehr gut aus. Der Wirrwarrturm ist stimmig inszeniert und verspricht das selbe Flair, wie im Singleplayer. Der wusste vor allem durch viele verschiedene Areale zu überzeugen, die auch alle unterschiedlich aussahen. Ein Ort war beispielsweise mit Pflanzen überwuchert, während ein anderer eine Eislandschaft war. Dadurch gibt es optisch viel Abwechslung und nicht nur eine Gruselvilla, die durchgängig ähnlich aussieht.

Erschreckendes Fazit

“Soll ich Luigi nun anrufen, wenn ich Geisterprobleme habe?” “Ja, das sollst du.” Auch wenn Luigi’s Mansion 2 teilweise wirklich langatmig und dadurch anstrengend ist, macht es unglaublich viel Spaß. Das paranormale Angelvergnügen in verschiedenen Arealen ist einfach ein Klassiker. Dazu kommt Luigi, als Hasenfuß und Tollpatsch, der vom verrückten Professor Immanuel Gidd einfach immer wieder in die Geisterhäuser gevoxelt wird. Natürlich ohne dass er es eigentlich will. Trotzdem stellt sich Luigi nicht doof an, sondern beweist den Geistern, wer der wahre Schrecken ist. Ein grandioses Spiel im, noch frühen, Jahr 2013.

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