Reviews
0 Kommentare

Jump Force – Des Jump-Fans feuchter Traum?

von am 2. März 2019
DETAILS
 
Spieldauer

ca. 12 bis 15 Stunden nur für den Story-Modus. Um alle Gegenstände für euren Charakter freizuschalten, wesentlich mehr.

Für Fans von:

Dragon Ball FighterZ, Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm, Jump-Manga

Amazon-Link:

amzn.to/2Q79aZC WERBUNG

Pluspunkte

+ 40 verschiedene Kämpfer....
+ japanische Originalsynchronstimmen
+ sehr ausführlicher Charaktereditor
+ einsteigerfreundliches Kampfsystem mit Tiefgang
+ coole Effekte
+ Levelsystem

Minuspunkte

- ...von denen nur drei weiblich sind
- leblose Kämpfer, die an Actionfiguren erinnern
- unnötig große Hub World
- eher generische Story, aus der man mehr hätte machen können
- Kampfsystem hat einige Schwächen (z.B. Untätigkeit bei Superattacken)
- viel zu viele Ladezeiten

Editor Rating
 
GAMEPLAY
6.0

 
GRAFIK
5.0

 
SINGLEPLAYER
5.0

 
MULTIPLAYER
6.0

 
SOUND
7.0

Gesamt-Wertung
6.0

Hover To Rate
User Rating
 
GAMEPLAY
8.7

 
GRAFIK
9.0

 
SINGLEPLAYER
4.5

 
MULTIPLAYER
7.0

 
SOUND
8.4

User-Wertung
1 rating
7.5

You have rated this

Zusammenfassung
 

Mit Jump Force versprachen Spike Chunsoft und Bandai Namco ein Beat 'em-up für Fans der beliebtesten Manga-Serien auf den Markt zu bringen. Doch der feuchte Traum der Manga-Fans blieb aus und stattdessen ist Jump Force ein Nischentitel, der nur wahre Fans der Mangas erfreuen wird. Während das 3-gegen-3-Kampfsystem zwar ausreichend unterhaltsam ist und die Superattacken vor Effektexplosionen jedes Fanherz höher schlagen lassen, sorgen ein sehr spezieller Grafikstil und eine generische Story für Abbrüche in der B-Note. Zwar sind die 40 spielbaren Kämpfer allesamt von ihren japanischen Originalsynchronsprechern vertont, allerdings sind darin nur drei Kämpferinnen enthalten. Das ist insbesondere aufgrund der Vielzahl von starken Heldinnen im Jump-Univserum schade. Die vorhandene Hintergrundgeschichte ist leider sehr generisch und wirkt mehr wie ein ausgebautes Tutorial, das zudem von ständigen Ladebildschirmen unterbrochen wird. Wer großer Fan der Jump-Serien ist und einen einfachen und unterhaltsamen Prügler sucht, ist hier an der richtigen Stelle. Alle anderen sollten eher passen.

 

Seit der Ankündigung von Jump Force im letzten Jahr freuen sich Fans der “Weekly Shōnen Jump”, dem in Japan wöchentlich erscheinenden Manga-Magazin, auf das Spiel. Der actionreiche Prügler, der Kämpfer aus allen bekannten Jump-Serien, wie Naruto, Dragon Ball und One Piece, mitbringt, versprach Fanherzen höher schlagen zu lassen. Doch kann ein solcher feuchter Traum wirklich wahr werden oder verspricht er nur so zu zerfließen? Die Antwort wird euch vielleicht überraschen.

Wie in vielen Beat ’em-ups ist die Hintergrundgeschichte von Jump Force sehr einfach und generisch. Eine bösartige Macht ist aufgetaucht und hat das Gleichgewicht der Welten auseinandergebracht, sodass die eigentlich fiktiven Jump-Welten mit unserer Realität verschwimmen. Inmitten eines hitzigen Kampfes zwischen Son Goku und seinem Rivalen Freezer werdet ihr von einem Energiestrahl getroffen und beißt fast in Gras. Nur dank eines sogenannten “Umbras Cube” schafft ihr es nicht nur zu überleben, sondern erhaltet auch supermenschliche Kräfte. An der Seite von Son Goku, Ruffy und Naruto kämpft ihr als Teil der Jump Force nun gegen die Mächte des Bösen, um das universelle Gleichgewicht wieder herzustellen. Erzählt wird diese Geschichte zwischen den einzelnen Kämpfen in Form von Cutscenes. Diese sind zwar meistens sehr cool, insbesondere durch die originalen japanischen Synchronsprecher, allerdings von technischer Seite aus eher schlecht. Der Grund: Den Figuren fehlt es komplett an Mimik. Jegliche Emotionen werden ausschließlich durch die Synchronsprecher übermittelt, da sich ausschließlich die Münder der einzelnen Figuren bewegen. Dazu kommen noch die Ladezeiten zwischen den einzelnen Storypassagen, die in der heutigen Zeit echt nicht sein müssten. Teilweise wartet ihr gefühlt eine Minute im Ladebildschirm um eine 30-Sekunden-Szene zu sehen. Auch werden jede Szene und jeder Ladebildschirm auf der PS4 mit netten Pop-ups begleitet, die euch immer darauf hinweisen, dass ihr eine fürs Capturen gesperrte Szene betretet oder verlasst.

Effektreiche Kämpfe mit einigen Eigenheiten

Wenn ihr dann schließlich zum Kämpfen kommt, entfaltet sich Jump Force erst vollständig. Die Kämpfe laufen in 3-gegen-3-Manier ab, wobei sich eure Kämpfer und die des Gegners jeweils dieselbe Lebensenergie teilen. Dadurch kommt es zu einer strategischen Komponente, da ein Wechsel zwischen euren Kämpfern über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Im Gegensatz zu Spielen wie Tekken oder Street Fighter besticht Jump Force durch seine Einfachheit. Anstelle umständlicher Eingaben genügen zwei Knöpfe für die Ausführung einer effektvollen Superattacke. Das ermöglicht auch Einsteigern von Anfang an coole Attacken auszuführen. Wo wir gerade bei den mächtigen Superangriffen sind. Diese sehen mindestens genauso bombastisch aus, wie in den Animeadaptionen. Son Gokus Kamehameha, Narutos Rasengan oder Ruffys Red Hawk sind nur einige der coolen Attacken, die ihr erleben werdet. Allerdings haben diese mächtigen Angriffe auch eine Schattenseite. Kaum seid ihr von einer solchen Attacke getroffen, werdet ihr zum Nichtstun verdonnert, während eine Minizwischensequenz abläuft. Was in der Theorie eine coole Sache für Fans ist, sorgt in der Praxis für eine Menge Frust, da ihr immer wieder aus dem Kampfgeschehen herausgerissen werdet. Auch hatte ich in meinen Kämpfen gelegentlich das Problem, dass mein Gegner komplett unbeschadet aus meiner Attacke hervorgeht. Das frustet besonders, wenn ihr euren Kontrahenten eigentlich damit besiegt hättet und dieser nun seine Chance für einen Gegenschlag nutzt und euch besiegt.

Aber es ist nicht alles schlecht am Kampfsystem von Jump Force. Gerade diejenigen, die sich ausgiebig damit beschäftigen werden Besonderheiten feststellen, die in Kämpfen nützlich sein können. So sind die Kämpfer nicht nur unterschiedlich beweglich und stark, sondern besitzen eigene elementare Resistenzen. Somit ist bei der Zusammenstellung des Teams ein bisschen Köpfchen gefragt, um die Stärken und Schwächen perfekt aufeinander abzustimmen, ähnlich wie bei Stein-Schere-Papier. Auch gibt es eine Ausdaueranzeige, die euch ermöglicht vor euren Gegnern mit Tempo zu fliehen oder auf ihn zuzurasen. Da die Regeneration allerdings eine Weile braucht, ist es wichtig zu entscheiden, ob ihr blind auf euren Gegner zustürmen wollt oder die Ausdauer lieber für eine schnelle Flucht aufspart. Dieser Aspekt der Strategie und des Beobachtens ist etwas, das sich durch das gesamte Kampfsystem von Jump Force zieht. Wer gibt zuerst seine Verteidigung auf, um einen Sprintangriff zu machen? Starte ich zuerst einen Superangriff oder startet mein Gegner zuerst einen? Wer wechselt seine Kämpfer? All diese Fragen sind besonders im Kampf gegen menschliche Spieler sehr prägnant und geben dem Spiel Tiefgang. Eine weitere Besonderheit, die besonders im Storymodus Bedeutung findet, ist die persönliche Charakterentwicklung. Eure Kämpfer sammeln durch jeden Kampf Erfahrung, steigen im Level und können sogar ihre Fähigkeiten verbessern. Während diese Option in Multiplayer-Kämpfen nach Belieben ausgeschaltet werden kann, ist sie obligatorisch in der Hauptgeschichte und hat dort auch Auswirkungen. Somit erfüllt die Einzelspielerkampagne in gewissermaßen auch gleichzeitig die Rolle eines erweiterten Tutorials, ein bisschen wie damals in For Honor.

Tacker, Heißklebepistole und Heftzwecken

Wie bereits oben erwähnt ist die Hintergrundgeschichte eher generisch. Ähnliches lässt sich in gewisser Weise auch über den Einzelspielermodus beziehungsweise die Hub-World sagen. Anstelle die Hauptgeschichte und den Mehrspielermodus aus einem Hauptmenü auszuwählen, haben sich die Entwickler von Spike Chunsoft zu einer Hub-World entschieden. Spieler von beispielsweise Dragon Ball Xenoverse werden damit bereits Erfahrungen haben, alle anderen könnte es im ersten Moment verwirren. Um in der Story voranzuschreiten, müsst ihr nach jeder Mission zu einem speziellen NPC laufen und dort die Nächste auswählen. Ebenso für Online- oder Offlinekämpfe. Das Problem an der Sache ist nur, dass die Hub World im Online-Modus vor anderen Spielern nur so wimmelt. Zwar wirkt diese dadurch nicht so leer, wie sie in Wirklichkeit ist, aber das Problem ist, dass ihr stellenweise vor lauter anderen Spielern den Missions-NPC nicht anvisieren könnt. Spielt ihr offline, habt ihr das Problem zwar nicht, werdet aber schnell feststellen, wie trostlos und fast schon unnötig groß das Hauptquartier der Jump Force ist. Ähnlich wie Hauptgeschichte, die euch nacheinander mit euren Lieblingshelden gegen andere Figuren aus dem Jump-Universum antreten lässt, wirkt auch die Hub World hier und da ein wenig zusammengewürfelt, als wäre sie erst spät in der Entwicklung beschlossen worden.
Ebenfalls lässt sich das am Fraktionssystem feststellen. Bereits recht früh im Spiel müsst ihr festlegen, welchem der drei Teams ihr angehören wollt. Team Alpha, angeführt von Son Goku; Team Beta, angeführt von Ruffy oder Team Gamma, angeführt von Naruto. Jedes Team verfolgt ein eigenes Ziel, wie beispielsweise Informationsbeschaffung oder die Rückeroberung von Territorien. De facto ist eure Entscheidung aber kaum merklich, wenn ihr die Hauptgeschichte spielt. Lediglich bei Online-Ranglistenkämpfen könnt ihr eurer Fraktion wertvolle Punkte einbringen. Jeden Monat wird dann das beste Team gekürt.

Actionreiche Actionfiguren

Ein großer Kritikpunkt, den sicherlich viele mit Jump Force haben werden, ist der Look. Während die Arenen und Hintergründe in realistischem 3D gestaltet sind, wirken die Kämpfer fehl am Platz. Grund ist, dass die Kämpfer in einem realistisch anmutenden Cel-Shading-Look gehalten sind. Wenn dieser nun auf die realistischeren Hintergründe trifft, wirkt das einfach nur komisch. Die verwendeten Shader und Lichteffekte helfen da auch nicht und sorgen nur noch mehr dafür, dass die bekannten Figuren ein bisschen wie Actionfiguren wirken. Dass die Charaktere in den Dialogen nur ihre Münder bewegen, ohne eine Miene zu verziehen, verstärkt dieses Bild leider auch nur. In den Kämpfen fällt dieser Missstand zum Glück nur wenig auf, durch die schnellen Bewegungen und die ganzen Effekte. Letztere sind extrem gut umgesetzt und erfreuen jeden Fan des Originalmaterials. Wo wir gerade bei “Originalmaterial” sind. Akira Toriyama, der unter anderem der Schöpfer von Dragon Ball ist, hat extra für das Spiel einige vollständig neue Charaktere entworfen. Unter anderem die neuen Antagonisten und den Leiter des Hauptquartiers.

Auch wird es Fans freuen, dass sie ihren eigenen Charakter mit Kleidungsstücken, Accessoires und Frisuren ihrer liebsten Helden ausstatten können, um so ihren Fandom vollends auszuleben. Ein Kritikpunkt, der allerdings noch angesprochen werden sollte, ist die Kämpferriege. Mit 40 verschiedenen Kämpfern aus allen möglichen Serien, wie City Hunter, Saint Seiya, Naruto, Jojo, HunterXHunter, Yu-gi-oh, One Piece, Dragon Ball und vielen mehr, gibt es kaum etwas, das einem Fan fehlen sollte. Doch dem ist nicht ganz so. Mit nur drei weiblichen Kämpferinnen werden zig starke Heldinnen aus allen möglichen Manga-Serien vollends ignoriert. Das ist schade, da selbst eine Sakura (Naruto) oder Nami (One Piece) sicherlich ein Fanfavorit gewesen wäre. Bleibt nur zu hoffen, dass der bereits angekündigte Kämpfer-DLC da Abhilfe schafft.

Das einzig Feuchte sind meine Tränen

Als großer Shōnen-Jump-Fan habe ich mich wirklich sehr auf Jump Force gefreut. Und der Titel hat mir auch das gegeben, was ich wollte, zumindest teilweise. Es macht unfassbar viel Spaß mit seinen Lieblingshelden in der Arena gegeneinander anzutreten und ein Meer aus Spezialangriffen loszutreten. Allerdings ist das fast schon das Einzige, was wirklich langfristig Spaß macht. Die Einzelspielerkampagne wird durch die ständigen Ladebildschirme unnötig auseinandergerissen und hätte mehr Tiefgang vertragen können. Die Hub World ist ein nettes Konzept, das es aber nicht gebraucht hätte, da sie viel zu groß ist und keinen wirklichen Mehrwert mitbringt. Selbst der Look wirkt durch die fast schon leblosen Cel-Shading-Charaktere auf realistischen Hintergründen komisch.

Ist Jump Force also nicht empfehlenswert? Doch ist es, allerdings für eine extrem kleine Gruppe an Spielern. Diejenigen unter euch, die große Fans der Weekly Shōnen Jump sind und nicht nur einen oder zwei der dort veröffentlichen Serien lieben, werden mit Jump Force das erhalten, was sie sich gewünscht haben. Ein Beat ’em-up, in dem ihr eure Wunschkämpfe real werden lassen könnt. Son Goku gegen Ruffy oder Sasuke gegen Yugi Moto, alles ist möglich. Ihr solltet nur über die Geschichte hinwegsehen.

Spiel jetzt bei Amazon.de bestellen! Werbung

Sei der Erste, der kommentiert!
 
Kommentiere »

 

You must einloggen zum kommentieren