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Civilization VI: Rise and Fall – Goldene Zeiten, Dunkle Zeiten

von am 7. März 2018
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Für Fans von:

Anno, Civilization, Siedler, Stellaris

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amzn.to/2tI8kwi

Pluspunkte

+ Zeitalter sind eine ansprechende Ergänzung zum Hauptspiel
+ das Loyalitätssystem bietet ernsthafte Alternativen zur Kriegsführung
+ acht neue Nationen/Anführer

Minuspunkte

- die neuen Nationen sind vergleichsweise schwach
- KI ist nach wie vor eher bescheiden

Editor Rating
 
GAMEPLAY
9.0

 
GRAFIK
8.0

 
SINGLEPLAYER
8.0

 
MULTIPLAYER
7.0

 
SOUND
7.0

Gesamt-Wertung
8.0

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Zusammenfassung
 

Die menschliche Zivilisationsgeschichte ist eine Geschichte voller Höhen und Tiefen, oder aber: Goldenen und Dunklen Zeitaltern. Ein Konzept, das die Featureliste des kürzlich erschienenen Add-ons für Civilization VI domniniert. In Rise and Fall bekommt ihr jetzt die Gelegenheit eure Fähigkeiten als Herrscher auf die ultimative Probe zu stellen. Gelingt es euch, binnen eines Zeitalters genug Errungenschaftspunkte zu sammeln, beispielsweise durch den Bau von Wundern oder wissenschaftliche Forschung, tritt eure Zivilisation im kommenden Epochenwechsel in ein goldenes Zeitalter über. Was rosig klingt, das ist es auch. Mit der neuen Loyalitätsmechanik strahlt der Effekt eurer aufblühenden Städte auch in fernste Reiche. So kann es schnell passieren, dass sich die Städte eurer Nachbarn von ihren ursprünglichen Herrschern lossagen und zu euch überlaufen. Eine willkommene Alternative zum bisherigen Gameplay, das den Gewinn von fremden Städten im Regelfall nur durch vorhergehende kriegerische Handlungen ermöglichte. In diesem Sinne präsentiert sich Rise and Fall als ein ansehnliches Gesamtpaket, dass das Basisspiel mit hinreichend guten Argumenten beliefert, um auch 2018 noch sagen zu können: „Nur noch dieser eine Zug…“

 

Lesezeit: 3 MinutenDie menschliche Zivilisationsgeschichte ist eine Geschichte voller Höhen und Tiefen. In den Niederlanden spricht man hier vom “de Gouden Eeuw”, einer kulturellen Blüteperiode, die nahezu das gesamte 17. Jahrhundert umfasste. Maler, Dichter und Wissenschaftler strömten aus aller Welt in die damals noch junge Nation und verhalten ihr zu einer ungeahnte Periode des Wachstums. Blicken wir dagegen auf Deutschland und die Ereignisse der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sprächen wir vermutlich eher von einem Dunklen Zeitalter. Hier setzt das kürzlich erschienene Add-On für Civilization VI an. Rise and Fall bringt zahlreiche Features mit sich, die eurer Partie deutlich mehr Spieltiefe geben sollen. Inwiefern das gelingt, erfahrt ihr hier.

Von Höhen und Tiefen

Eines der vordringlichsten Features von Rise and Fall ist die Implementierung von goldenen und dunklen Zeitaltern. Anders als bisher sind in der Erweiterung die zu durchschreitenden Zeitalter für alle Spieler gleichzeitig geschaltet. Fälle, in denen ihr bereits die Moderne erreicht habt, während eure computergesteuerten Gegner gerade das Rad erfinden, gehören damit weitestgehend der Vergangenheit an. Neu ist allerdings, dass es nun im jeweiligen Zeitalter eine bestimmte Anzahl von Errungenschaftspunkten zu erwirtschaften gilt. Egal, ob ihr Wunder baut, Barbarencamps auflöst oder eine Vielzahl berühmter Persönlichkeiten anzieht -- das Sammeln von Errungenschaftspunkten sollte immer eines eurer Ziele sein. Erreicht ihr hier eine bestimmte Anzahl von Punkten, dann seid ihr erst einmal auf der sicheren Seite. Steht nämlich der Wechsel in eine neue Epoche bevor, bestimmen die Errungenschaftspunkte, ob ihr in ein goldenes, normales oder gar dunkles Zeitalter übertretet. Läuft alles wie am Schnürchen und ihr erreicht ein goldenes Zeitalter, dann werden eure Städte zu wahren Magneten, die an eure umliegenden Mitspieler ausstrahlen und ganze Städte vor Ehrfurcht zum Überlaufen an eure Nation bewegen können. Läuft dagegen so gar nichts wie geplant, dann müsst ihr echt zusehen, dass eure Städte nicht rebellieren und sich womöglich einer anderen Nation anschließen. Damit das nicht passiert, bekommt ihr in einem dunklen Zeitalter etwas Schützenhilfe. Bestimmte, allein an dunkle Zeitalter gekoppelte Boni, die euch aus der Patsche helfen können. Isolationismus, der die Binnenwirtschaft fördert oder gar die Transformation zu einem Schurkenstaat, der Boni auf die Erforschung von Atomwaffen erhält, sind nur zwei der auswählbaren Boni.

Endlich gibt es Alternativen zum Krieg

Etwas, das mich immer schon in der Civilization-Reihe störte, war die Tatsache, dass euch das Spiel häufig in Kriegsszenarien drängte. Während ihr eben noch Bäder, Farmen und Bibliotheken gebaut habt, fahren euch schon die persischen Streitwagen durch den Vorgarten und verwüsten all eure Arbeit. Dabei schien es völlig egal zu sein, ob ihr euch bis dato noch mit allen anderen Nationen verstanden habt -- Krieg schien irgendwie immer unausweichlich. Das hat sich in Rise and Fall deutlich geändert. Zwar ist Krieg noch immer keine Seltenheit, allerdings bietet euch das Add-on nun wirkliche Alternativen, mit denen ihr eure Landesgrenzen erweitern könnt, ohne irgendwem mit einer Nagelkeule den Scheitel neu zu ziehen. Hier kommt das Loyalitätsystem ins Spiel. Vorbei sind die Zeiten, in denen Gegenspieler schnell einen Siedler um die halbe Welt schicken, nur um Diamantenvorkommen und günstige Siedlungsplätze zu belegen. Selbstverständlich ist das noch möglich, allerdings ist es nicht mehr profitabel. Städte, die sich zu weit vom Wirkungsbereich bereits bestehender Städte entfernen, stehen in Rise und Fall unter zunehmenden Druck. Andere Städte fremde Nationen, sollten sie denn entsprechend ausgewachsen sein, können sehr schnell an der Loyalität der Bürger neuer Siedlungen nagen und im Ernstfall erst rebellieren und sich dann anschließend ganz von euch lossagen. Diese freien Städte stehen dann unter keinerlei direkter Kontrolle und richten ihre Loyalität binnen weniger Züge neu aus. Habt ihr also eine blühende Nation, so ganz ohne Keulenschwinger, Atombomben und Elefantenreiter, dann können euch trotzdem reihenweise Städte benachbarter Nationen in die Hände fallen. Einfach weil ihr so toll seid!

Neue Nationen, Stadthalter und mehr

Abseits dieser dominanten Features gibt es auch noch allerhand andere Dinge, die euch Rise and Fall schmackhaft machen könnten. Neue Nationen, neue Anführer und Stadthalter warten auf euch. Letztere helfen euch nicht nur die Kontrolle über eure bereits etablierten Städte zu halten, sondern die ermöglichen euch auch noch die spezifische Ausrichtung eurer Metropolen. Liegt eure Stadt z.B. an Feldern, die die wissenschaftliche Forschung begünstigen, dann lohnt es sich in gerade diese Stadt einen wissenschaftlich orientierten Stadthalter einzusetzen. Dieser hilft euch dann noch weitere Boni abzugreifen und begünstigt die bereits eingeschlagene Entwicklung. Ähnliches gilt für die Einsetzung eines auf Handel spezialisierten Stadthalters, der idealerweise in euren wirtschaftlichen Knoten- und Umschlagspunkten einsetzen lässt. Frischen Wind bringen darüber hinaus auch die acht neue Zivilisationen ins Spiel, von denen ein Großteil allerdings nur schwerlich in kompetitiven Spielrunden zu gebrauchen ist. Noch immer sind zwei der stärksten Anführer (Alexander & Darius) hinter einer hohen Paywall versteckt, was den Multiplayer-Modus nur wenig interessanter gestaltet als bisher. Unter dem Strich aber ist Rise and Fall ein würdiges Add-On, das ähnlich einem Brave New World, dem Originalspiel die nötige Tiefe gibt, um auch in 2018 noch sagen zu können: “Nur noch ein Zug, ok?”

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