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Borderlands 3 – Bigger, Better, Borderlands

von am 14. Oktober 2019
DETAILS
 
Spieldauer:

Story ~ 20 Stunden; Story+Sidequests ~ 35 Stunden

Für Fans von:

Borderlands, Egoshooter die sich nicht zu Ernst nehmen, Cellshading

Amazon-Link:

amzn.to/2NSFS57 WERBUNG

Pluspunkte

+ ÜBER 1 MILLIARDE WAFFEN!?!?
+ weniger, aber knackigere Nebenmissionen
+ mehrere Planeten
+ bekannte Gesichter

Minuspunkte

- Antagonisten bleiben hinter den Erwartungen zurück
- zu wenig Charaktersprüche

Editor Rating
 
GAMEPLAY
9.0

 
GRAFIK
9.0

 
SINGLEPLAYER
9.0

 
MULTIPLAYER
9.0

 
SOUND
9.0

Gesamt-Wertung
9.0

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User Rating
 
GAMEPLAY
8.4

 
GRAFIK
8.3

 
SINGLEPLAYER
7.6

 
MULTIPLAYER
9.1

 
SOUND
8.7

User-Wertung
1 rating
8.4

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Zusammenfassung
 

"Borderlands 3" nimmt quasi alles, was die Reihe ausmacht und schraubt es auf ein ungeahntes Level. Mehr Waffen, schrägere Mods, kompaktere Welten und ein überarbeitetes Sidequest-Gerüst machen ordentlich Laune. Lediglich die wenig spannenden Antagonisten schmälern das Erlebnis ein wenig, allerdings lag die Messlatte mit Handsome Jack aber auch sehr sehr hoch.

 

Lesezeit: 6 MinutenGearbox Software hat sich nicht lumpen lassen und alle Zeit genommen, um Boarderlands 3 in ganz neue Sphären zu schießen. Dabei sind alle Regler dem Anschlag nahe. Lange und länger mussten Fans auf den sehnsüchtig herbeigesehnten Teil warten. Mitte September war es endlich soweit. Wir sind für euch nach Pandora zurückgekehrt und haben uns das neue Übel des Universums angeschaut.


Der Größenwahn der Influencer

Man möchte meinen, dass Youtuber, Instagrammer und die anderen, nach ihren Plattformen benannten Influencer, in einer futuristischen Welt mit Laser- und Atomwaffen keine Rolle mehr spielen sollten. Tatsächlich gibt es sie in der Zukunft aber immer noch, schlimmer als je zuvor. Wir setzten sieben Jahre nach dem Ende von Handsome Jack und der Hyperion Corporation an. Es steht bereits fest, dass nicht nur der Planet Pandora die sagenumwobenden Kammern beherbergt, sondern auch die Nachbarplaneten ähnliche Reichtümer verstecken. Die Zwillinge Troy und Tyreen, bekannt als die Kalypso-Zwillinge, von denen die letztgenannte die Kräfte einer Sirene hat, sehen sich im Besitz eines eridianischen Artefakts. Von dort ist die Rechnung nicht weit und unterm Strich geht es um die besagten Kammern. Mit ihrer Sekte, den Kindern der Kammer, haben sie es sich zum Ziel gesetzt, die mächtigsten Wesen der Galaxie zu werden und alles zu regieren.

Die Kinder der Kammer haben den Crimson Raidern ordentlich zugesetzt und sie förmlich ausgelöscht. Lediglich Lilith und einige wenige alte und neue Bekannte stehen noch auf beiden Beinen. Folgerichtig sendet die Sirene einen Hilferuf nach neuen Rekruten und bekommt Antwort in Person von vier Kammerjägern. Aber auch von unerwarteter Seite gibt es Beistand und neue Feinde. So spielen die Waffenmanufakturen eine ganz besondere Rolle, ob mit eigener Agenda oder lediglich als Spielzeug der Zwillinge. So beginnt ein erbitterter Wettlauf um die Kammern und das, was sie tief im Inneren verbergen.

Alt trifft neu

Direkt zu Beginn wird klar, dass Borderlands 3 der Linie treu bleibt und das Rezept hier und da mit Erweiterungen verfeinert oder sogar Elemente gänzlich ersetzt, ohne das Spielprinzip grundlegend zu verändern. Somit ist gewährleistet, dass sich die Fans seit Stunde 0 immer noch in ihrer Welt zuhause fühlen, Neuankömmlinge sich jedoch nicht mit frimeligen Mechaniken und Diskussionen, “warum die alten Spieler viel besser waren” rumschlagen müssen. So könnt ihr, wie in den Spielen zuvor, aus vier spielbaren Klassen wählen. Im Überblick sehen diese wie folgt aus:

  • Zane der Soldat macht sich im Kampf seine Drohne und Technologie zunutze. So erhält er zusätzliche Feuerkraft von oben, kann einen Schild aufstellen oder sogar ein Double von sich erschaffen, welches aus der Ein-Mann-Armee eine Zwei-Mann-Armee macht.
  • Amara die Sirene, bedient vorallem jene, die selbst in einem waffenbasiertem Egoshooter mit Magie rumspielen wollen. Ihre Hauptfertigkeiten bedienen sich der typischen Sirenenspielereien, sodass sie Gegner wehrlos in die Lüfte heben und ganze Magazine in ihnen versenken kann. Aber auch sie kann ein Astralbild von sich erschaffen, welches dem Feind ordentlich Schwierigkeiten bereiten wird.
  • Moze die Gunnerin, betritt das Schlachtfeld nie ohne ihren Mech. Mit ihren Fähigkeiten bekommt dieser einen zusätzlichen Granatenwerfer, eine unbarmherzige Railgun und die klassische Beschaffenheit einer Minigun, also solange den Abzug halten, bis der Lauf ordentlich qualmt und dann ein paar Sekunden Pause machen, anstatt wild am Magazin rumzufummeln.
  • FL4K der Beastmaster, ist für alle, die ihre Probleme immer mit Unterstützung der Fauna lösen wollen. FL4K stürzt sich mit seinen tierischen Begleitern in den Kampf, kann zusätzlich Rakks zu seiner Unterstützung anfordern, sich unsichtbar machen oder seine Begleiter durch einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum direkt vor dem Gegner erscheinen lassen.

Hier fällt direkt auf: Alle Klassen haben drei Fähigkeiten und für jede dieser Fertigkeiten einen eigenen Skilltree. So könnt ihr das Spiel ganz genau nach eurem Geschmack spielen. Wer auf Granaten verzichten möchte, kann sich sogar in zwei Skilltrees bereichern und statt einem eben zwei Actionskills ausrüsten. Aber hier hören die Neuerungen in Borderlands 3 noch nicht auf.

Qualität statt Quantität

Wer die ersten Teile der Serie gespielt hat, kann sich sicherlich noch an die Nebenmissionen erinnern, die den klassischen MMORPG-Charme hatten: Hinlaufen, alle Quests annehmen, entsprechende Gegner töten, zurücklaufen, Belohnung abholen, fertig. Auf Story oder Text hat da wirklich niemand gesetzt. Borderlands 3 geht all’ die richtigen Schritte gegen dieses Problem. So erwarten euch weitaus weniger Sidequests, die erzählen nun jedoch ganz eigene, spannendere Geschichten, die im Gesamtbild ihre Daseinsberechtigungen haben und den jeweiligen Storyabschnitt mit Zusatzinformationen füttern und die Hintergründe beleuchten.

Ballern, was das Herz begehrt

Wir alle wissen, dass Waffen das Herz der Reihe darstellen. Borderlands 3 erhebt diese Liebe in ungeahnte Sphären. Während im Vorgänger die explodierenden Wegwerf-Waffen von Tediore das höchste der Gefühle waren, erwarten euch dieses Mal gänzlich neue Erweiterungen und vor allem: sekundäre Feuermodi. So habt ihr bei einigen Waffen die Wahl, ob ihr beispielsweise mit Feuer schießen wollt oder eure Kugeln mit Säure durch die Rüstungen der Feinde ätzen wollt. Aber vor allem die zahlreichen Waffenmods beleben das Shooter-Erlebnis von Borderlands 3 im ganz frischen Stil. So habt ihr Waffen, die ihr beim Nachladen wegwerft, damit sie Beine bekommen und auf Gegner zulaufen, nur um vor deren Füße zu explodieren. Oder Waffen, die noch drei Mal vom Boden abprallen und dabei noch 100 Schuss in die Umgebung abgeben. Ihr wollt Waffen, die viele kleine Waffen schießen, die eure Gegner mit Kugeln durchlöchern? Könnt ihr haben!
Was, eine Wumme, deren Munition aus explodierenden Cheeseburgern besteht? Kein Problem! Granaten, die eigentlich kuschelige Einhörner sind, die einen Regenbogen hinter sich her ziehen? Hier, bitteschön! Borderlands 3 schraubt die Abstrusität auf ein ganz neues Level und macht dabei noch unheimlich Spaß.

Nicht alles, was glänzt…

…ist auch gold. Trotz der zahlreichen, guten Erweiterungen der Ursprungsformel, schleichen sich kleinere Flüchtigkeitsfehler ein. Allen voran im Sound-Department hätte ein wenig mehr gearbeitet werden dürfen. Die deutsche Übersetzung macht der Serie rein von der Besetzung her alle Ehre und steht dem O-Ton in wenig bis gar nichts nach. Allerdings hätten die spielbaren Charaktere gern ein paar Zeilen mehr bekommen dürfen. Schon nach einer Stunde hat man so ziemlich alles gehört, was der eigene Kammerjäger an schlagfertigen One-Linern raushauen kann. Gerade bei einem so großen Waffenarsenal wären ein paar kluge Sprüche zur jeweiligen Waffenart grandios gewesen. Was sagt wohl jemand, der einem Feind gerade den Oberkörper mit einer Explosions-Schrotflinte ins Nirvana geschossen hat oder mit einer Salve radioaktiver Kugeln jemanden furchtbare Qualen erleiden lässt. Hier bleibt ordentlich Potenzial ungenutzt.

Der andere, größere Streitpunkt ist jedoch die Rolle des Antagonisten. Wir erinnern uns an Handsome Jack, der seiner eigenen Ansicht nach, das Richtige und Gute tun wollte und auch getan hat; der Chef einer Firma, der sich als der Heilsbringer sah und dafür jeden unmoralischen Weg einschlug. Es machte Sinn und hatte eine gewisse Stimmigkeit. Mit den Kalypsos bekommen wir, einen relativen Rückschritt, was den Plot und seinen Gegenspieler angeht. Es ist offensichtlich, dass das Bild der Youtuber hier gänzlich karrikiert wird. Das klassische “Share, Like and Subscribe”-Gehabe, die gestellten Inhalte und geheuchelte Community-Liebe sind die Aushängeschilder der verrückten Zwillinge. Sind sie nervig und tun abscheuliche Dinge? Auf jeden Fall.

Aber es kommt nie wirklich das Gefühl von Bedrohung auf. In den Cutscenes richten die beiden ordentlich Schaden an, im Großen und Ganzen, wirken Bruder und Schwester allerdings einfach wie verzogene Gören. Auch sprachlich zeichnet sich dieses Bild ab. Es sind die ständigen Phrasen der Youtuber, die sich wiederholen, da sie auch ständig online sind und alles dokumentieren. Im Verlauf des Spiels lernen wir natürlich auch einiges über ihre Hintergründe kennen, ihre Erziehung, wie Troy zu seiner Sirenenkraft gekommen ist, was ja eigentlich nur Frauen bestimmt war, und und und. Aber unterm Strich ist die Geschichte der Beiden und ihr Auftreten weit unter dem, was Borderlands 2 aufgebaut hat. So sind die Spielpassagen, wo es mal nicht um die Beiden geht und sie sich auch nicht ständig melden, viel spannender. Nahezu der gesamte Plot auf Promethea ist interessanter, als die große Jagd auf die Zwillinge und die Kammern.

Was unterm Strich bleibt – Das Fazit

Borderlands 3 ist ein absolut würdiger Nachfolger für die Reihe. Die Hauptargumente wurden weitesgehend verbessert und das Spiel hat einen deutlichen Sprung nach oben gemacht.
Mehr Waffen mit noch abgefahreneren Eigenschaften, mehr Fertigkeiten für noch angepassteres Gameplay, schöne Welten mit ihren eigenen Geschichten, abstrusen Nebenmissionen und die geliebten Charaktere aus den alten Titeln machen das Spiel für jeden Fan der Reihe zu einem absoluten Erlebnis. Aber auch Neueinsteiger können hier einige Spielstunden Spaß genießen, dank der wenigen geschichtlichen Verknüpfungen zu den Vorgängern. Die Story an sich muss hier einige Abstriche hinnehmen, aber kommt immer noch recht gut davon. Zum Glück kann man Borderlands 3 aber auch einfach des Lootens und Ballerns wegen durchspielen. Grafisch und optisch lohnt es sich auf jeden Fall und wer hat nicht Lust, über eine Milliarde Waffen zu sammeln…

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