Reviews
0 Kommentare

Battlefield 2042 – Krampffeld > Kampffeld

von am 11. Dezember 2021
DETAILS
 
Amazon-Link:

amzn.to/3xZ5TlX WERBUNG

Accessibility-Optionen:

- Vorlesen der einzelnen Menüpunkte, wenn mit dem Cursor ausgewählt
- erweiterte Farbenblindheitsoptionen

Pluspunkte

+ Battlefield Portal hat Potenzial

Minuspunkte

- uninspiriert in Maps und Musik
- Spielmechanisch rückschrittig und schwerfällig
- Operator-System

Editor Rating
 
GAMEPLAY
4.0

 
GRAFIK
4.0

 
SINGLEPLAYER
0.0

 
MULTIPLAYER
4.0

 
SOUND
4.0

Gesamt-Wertung
4.0

Hover To Rate
User Rating
 
GAMEPLAY

 
GRAFIK

 
SINGLEPLAYER

 
MULTIPLAYER

 
SOUND

User-Wertung

You have rated this

Zusammenfassung
 

"Battlefield 2042" ist ein reiner Online-Multiplayer-Shooter. Und ohne Singleplayer-Kampagne würde man meinen, dass das ganze Budget und der Arbeitsfokus im Onlineteil gelandet ist und dadurch ein wahres Feuerwerk an Schießgefechten entstehen würde. Aber weit gefehlt. Battlefield 2042 nimmt alle Erfolgsformeln der letzten Teile und zerreißt sie in der Luft. Langeweiles Kartendesign, Grafikbugs, schwergängige Spielmechaniken und alles in allem ein viel langsameres Spielgefühl erwartet die neuen und alten Rekruten hier. Das "Battlefield Portal" ist so ziemlich das einzig nennenswerte Feature und lässt euch das Gameplay und die Waffen von 2042 auf alten, bekannten Karten aus beispielsweise Battlefield 1942 oder Battlefield 3 spielen. Aber auch dieser Modus schafft es nicht, Battlefield 2042 aus dem Dreck zu ziehen und geht klanglos mit unter.

 

Lesezeit: 4 MinutenGanze drei Jahre mussten die FPS-Fans der Reihe warten. Nach den Erfolgen von Battlefield 1 und Battlefield V war die Vorfreude groß. Im Gegensatz zu den Vorgängern sollte Battlefield 2042 jedoch keine Einzelspieler-Kampagne bekommen und ein reiner Multiplayer-Shooter werden. Ob und wie gut sich diese Formel auf dem Markt schlägt, haben ich mir für euch angeschaut.

Battlefield 2042 Official Reveal Trailer (ft. 2WEI)


Die Welt hat sich verändert

Auch ohne umfassende und spannende Kampagne, bekommt Battlefield 2042 ein neues Setting verpasst. Im Verlauf der nahen Zukunft sind die Machtverhältnisse komplett verschoben, die Welt durch Naturkatastrophen gänzlich aus der Balance geraten. Deutschlands Bankrott hat die EU ins Chaos gestürzt und zu allem Überfluss richtet ein Kessler-Effekt verheerende Folgen an. Der Großteil der im Orbit der Welt befindlichen Satelliten stürzt zur Erde und lösen einen globalen Blackout aus. Die mehr als angespannten Verhältnisse finden ihren Höhepunkt, als die USA und Russland Krieg gegeneinander ausrufen.

Die Multiplayer-Missionen erzählen dabei jeweils eine eigene kleine Geschichte an unterschiedlichsten Schauplätzen auf der Welt. So ist u.A. ein Konvoi in der Wüste von Doha stecken geblieben oder ihr erobert eine Containeranlage in Singapur zurück, um die Versorgungslinie der Amerikaner zu sichern. Andere Orte des Geschehens sind Süd-Korea, Indien, Frankreich, die Antartkis und Ägypten. Darüber hinaus erzählen die Charaktere, die ihr steuert, ebenfalls eine Geschichte und haben ihre eigene Backstory und Sichtweisen zu den Ereignissen, die sich abspielen.

Battlefield Portal – Altes trifft Neues

Neben bekannten Spielmodi gesellt sich mit Battlefield Portal die wohl einzig wirkliche Gameplay-Innovation ins Spiel. Hier bekommt ihr die Möglichkeiten die Kriegsführung aus 2042 zurück in die Vergangenheit zu nehmen. Schießt euch mit dem gesamten Arsenal aus Battlefield 2042 über und durch ikonische Karten aus der Vergangenheit aus Battlefield 1942, Battlefield: Bad Company 2 und Battlefield 3.

Das war das “Positive”. Und jetzt…

…komm ich zum eigentlichen Spiel. Und das ist wirklich alles andere als positiv. Ich will hier von vorneherein ehrlich sein: Battlefield 2042 ist eine komplette Enttäuschung auf so ziemlich jeder Ebene, die die Vorgänger bereits gut gemeistert hatten. Durch den Mangel einer Singleplayer-Kampagne, wurde nicht nur eines der hervorragendsten Features der letzten Spiele geklaut. Darüber hinaus wurde uns auch ein großer Teil an Spielzeit erspart und euch dadurch ein zusätzlicher Absatz über eben diese. Und bevor ich jetzt hier große Überschriften für die einzelnen Bereiche des Spiels aufmache, gibt es die gesamten Mängel des Spiels in einem Textblock. Und ja, das ist sinnbildlich für das Spiel.

Los geht’s

Battlefield V und Battlefield 1 haben so viele Sachen etabliert und auch absolut richtig gemacht. Pacing, Waffenvielfalt, Weltdesign und auch Musik haben eine sehr stimmige Atmosphäre geschaffen und Spieler lange in große Gefechte verwickelt. Es ist klar, dass sich Battlefield 2042 diesem Vergleich stellen muss. Und da ist es egal, dass der neueste Teil sich als kompletter Online-Multiplayer-Shooter präsentiert. Zumindest Gameplay und Sounddesign hätte man übernehmen oder vielleicht sogar verbessern können.
Stattdessen gibt es ein ambitioniertes Spiel, welches jedoch so ziemlich alle Facetten eines grandiosen Battlefields nimmt und sie bis ins Bodenlose downgraded. Das geht bereits mit dem Übungsgefecht los, welches euch bereits in den ersten zwei Sekunden präsentiert, was euch erwartet. Der NPC am Ausstieg eures Helikopters ist einfach ein glitchiges Etwas. Ein Anblick, von dem sich das Spiel leider kaum noch erholen kann.

Ich übertreibe wirklich nicht. Und es war auch kein Einzelfall. Spieler berichteten mir von eben diesem Moment, den sie genau so erlebten wie ich. Aber selbst, wenn man diesen “Fauxpas” sofort zu den Akten legt, zeigt sich Battlefield 2042 dennoch von seinen schlechtesten Seiten. Das Zielen ist so schwerfällig wie lange nicht – Zwischen der Animation und dem Knopfdruck liegt gefühlt eine Sekunde. Zudem sehen die Karten auch einfach nicht gut aus. Auch wenn die Welt in komplettes Chaos gestürzt ist, hätte man das irgendwie besser darstellen können. Stattdessen sind die Karten optisch langweilig, bewegen sich in einem sehr enggesteckten Farbschema und bringen nicht wirklich irgendetwas Interessantes mit. Zudem sind sie unfassbar weitläufig. Das ist zwar irgendwie beabsichtigt und ermöglicht damit größere Spielerzahlen, aber wenn die Karten öde sind, werden 20 Spieler mehr pro Team mir das nicht spannender machen. Auch hier haben die Vorgänger schon vorgemacht, wie Maps auszusehen haben, um Gefechte spannend und fesselnd zu gestalten.

Wie es tönt

Über das Sounddesign brauch ich ebenfalls nicht viel zu verlieren. Mir fällt jetzt gerade kein Moment ein, an den ich mich musikalisch an das Spiel erinnern kann. Wer die famosen Orchester-Stücke aus den letzten beiden Spiele erwartet, wird hier enttäuscht. Natürlich gibt das Setting da einige Vorgaben und das große Thema ist ja eine nahe, dystopische Zukunft, aber auch sowas kann und muss man irgendwie musikalisch einfangen und den Spielenden servieren. Ansonsten ist der Titel Battlefield vorne auf der Box einfach fehlplatziert. Gerade eine Paarung aus langweiligem World-Design mit uninspirierter Musik ist ein Rezept für Desaster.

Potential wäre da

“Battlefield Portal” klingt – wie oben erwähnt – wie eine richtig gute Idee. Und wenn Battlefield 2042 ein insgesamt gutes Spiel geworden wäre, wäre es sicherlich eine gelungene Auffrischung alter Memoiren. Aber bei so einem fatalen Fehlschuss, und das als AAA-Titel, wirkt ein Exkurs in die Nostalgie einfach völlig deplatziert. Wenn ich ein Spiel mit schlechten Mechaniken habe, brauche ich diese nicht auf alten Karten aus weitaus beliebteren Teilen der Reihe zu spielen. Auf der anderen Seite sagt es halt auch einiges aus, wenn der nennenswerteste Aspekt eines neuen Spiels darin besteht, dass man eben die Maps der Vergangenheit bespielen kann.

Ich will Waffenruhe! – Fazit

Ich entschuldige mich, wenn diese Review weitaus weniger Wortgewandheit und Form aufweist, als ihr es von mir gewohnt seid. Jetzt wisst ihr allerdings, wie ich mich gefühlt hat, als ich Battlefield 2042 spielen musste. Und auch, wenn der Gedanke naheliegt, dass ich mich von den zahlreichen negativen Bewertungen oder dem Aufschrei des Internets habe beeinflussen lassen, verspreche ich: Dieses Spiel ist einfach nicht gut und keiner, der wirklich Fan von Battlefield ist, wird mit dem Spiel in seiner jetzigen Form Spaß haben. Es ist eintönig, innovationsbefreit und geht allein mechanisch einige Schritte hinter den Vorgängern der Reihe zurück. Die paar wenigen Neuerungen, die einem beim Spielen begegnen, haben nur kurz wirklichen Effekt und schaffen es nicht, über die vielen Makel hinwegblicken zu lassen.

Spiel jetzt bei Amazon.de bestellen!

Sei der Erste, der kommentiert!
 
Kommentiere »

 

Du musst eingeloggt sein zum kommentieren