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Batman: Arkham Knight – Alles auf Ende

von am 8. Juli 2015
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Lesezeit: 7 MinutenDer Joker ist tot und endlich kehrt Ruhe in Gotham ein. (Stellt euch vor, wie ich dabei Luft-Anführungsstriche mache) Nun ja, für neun Monate jedenfalls, denn passend zu Halloween kehren die Schurken der Stadt zurück und wollen die Fledermaus endlich erledigen. Besonders Scarecrow macht dem dunklen Ritter zu schaffen. Der will nämlich nicht nur passend zum Feiertag Gotham und die gesamte Westküste mit Angst-Toxin überziehen und so dem Ganzen einen besonderen Kick geben, sondern hat sich auch noch mit dem Arkham Knight zusammengetan. Dieser unbekannte neue Gegner hegt einen besonders großen Groll gegen Batman und besetzt deswegen die ganze Stadt mit seiner Privatarmee. Warum der Knight so viel über Batman weiß, wieso es bei dem Ganzen ein paar gravierende Probleme gibt und was der Abschluss der Arkham-Reihe so alles auf dem Kasten hat zeigt Rocksteadys neuester Streich.

Diese Review bezieht sich auf die PC-Version des Spiels. Diese wurde von Publisher und Entwickler kurz nach dem Release aufgrund von technischen Problemen aus dem Verkauf genommen. Die Performance auf den Konsolen hingegen ist normal. Dennoch muss ich auf die Probleme der PC-Version eingehen.

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Batman Arkham Knight: Ein Review-Tagebuch

Tag 1: Ruckel Ruckel

Es ist soweit und Batman: Arkham Knight downloaded pünktlich zum Release. Schon bevor ich überhaupt mit dem Daddeln anfangen kann, erreichen mich Hiobs-Botschaften meiner Kollegen: “Du hast ja auch noch die PC-Version, das soll die Schlechteste von allen sein!” Mit etwas gedämpfter Freude starte ich also das neueste Batman-Abenteuer mit einem Klick auf das sehr schwammig aussehende Desktop-Icon.

Und dann geht’s auch schon los und ich stecke voll drin im Batman-Fieber. Der dunkle Ritter haut sich, wie fast immer eine Nachtschicht um die Ohren, und ich den Verbrechern die Fäuste um eben diese. Eine anstrengende Aufgabe für Batman, die mir aber umso mehr Spaß macht, was vielleicht auch an der gelungenden Tastatur- und Maus-Steuerung liegt. (Ja, ich bin einer von den komischen Menschen, die das oft vorziehen.) Letztendlich steige ich dann aber doch auf den Controller um, weil der Gameflow so noch besser läuft.

Gameflow, ein gutes Stichwort! Der kommt auf Grund der ruckeligen und hakenden Performance nämlich nicht wirklich auf. Die Framerate ist nicht nur auf 30fps festgesetzt und kann auch nur über Umwege und Basteleien mit den .ini-Dateien freigeschaltet werden, sondern erreicht diese auch nur selten. Gerade beim Rumfahren mit dem Batmobil oder bei Kameraschwenks verwandelt sich das rasante Abenteuer in eine stockende Diashow. Man könnte diese Probleme nun auf Iron Galaxy schieben, denn der PC-Port wurde nicht von Rocksteady selbst, sondern an ein zwölfköpfiges Team outgesourced, das bereits für einige Arbeiten an Batman: Arkham Origins zuständig war. Ob dort nun der Fehler liegt oder nicht, lässt sich als Aussenstehender schwer sagen, doch hat Warner Bros. eine leider ziemlich unglückliche PC-Portierung released.

Die Probleme sind besonders schade, weil Batman: Arkham Knight an sich ein sehr solides und gutes Action-Adventure ist. Spielspaß und Genuss kommt bei den Konsolen-Zockern nämliche durchaus auf. Die kriegen inhaltlich genau den gleichen Leckerbissen. Doch grafisch zeigen sich hier wieder Unterschiede, die Ambient Occlusion, welche der PC-Version fehlt und einige der tollen Wettereffekte fehlen und bleiben so quasi konsolenexklusiv.

Allein mit den Nvidia-Gameworks-Effekten kann der PC-Port noch etwas rausreißen. Denn durch die zusätzlichen Partikeleffekten die Nutzer von Nvidia-Grafikkarten genießen dürfen, kommen die qualmenden Reifen des Batmobils erst richtig zur Geltung.

 

Tag 2: A long Halloween…again.

Es geht weiter mit Batman, mit runtergeregelten Grafikeinstellungen und einer verringerten Auflösung lässt sich nun auch endlich ein wenig spielen, nicht gut, aber immerhin ein bisschen besser. Damit lässt sich nun die Story von Arkham Knight endlich genießen, denn die ist wirklich gut! Batman hat immer noch mit den Konsequenzen von Batman: Arkham Asylum und Batman: Arkham City zu kämpfen, denn der Tod des Jokers hat nicht nur Konflikte mit Harley Quinn, sondern auch mit Batmans eigenem Gewissen zur Folge. Und sei das nicht genug macht Scarecrow der Fledermaus das Leben schwer. Mit einem neuen teuflischen Plan hat der nämlich nicht nur vor ganz Gotham und die Westküste mit einem neuen weiterentwickeltes Toxin zu überziehen, sondern hat sich auch noch Hilfe geholt. Der mysteriöse Arkham Knight macht Batman und den wenigen in der Stadt verbliebenden Polizeikräften um Commissioner Gordon das Leben schwer. Er verfolgt nur ein Ziel: Batman zu töten. Und mit seiner Armee mit Milizsoldaten, Drohnenpanzern und allerlei Militärischem Equipment ist er fast gefährlicher als Batman selbst.

Und während das alles vor sich geht, treiben Riddler, Pinguin und viele andere bekannte Schurken ihr Unwesen. Aber viel mehr will ich gar nicht verraten, aber sagen wir mal so:
Sieht aus als sei Gotham ganz schön am A.. naja seht selbst.

Tag 4: Großes Kino

Die Technik-Probleme gehen weiter, aber langsam blende ich das aus, außerdem gibt es noch so viel mehr zu berichten. Denn die gesamte Story ist einfach unheimlich spannend inszeniert und ich muss mich tatsächlich zurückhalten um nicht versehentlich etwas auszuplaudern.

Rocksteady schafft es jedenfalls schon wieder die Welt von Gotham aufleben zu lassen. So unterhalten sich Verbrecher in der Stadt, deren Funk andauernd per Bat-Headset abgehört wird, immer über die neusten Geschehnisse. Ein weiterer nennenswerter Punkt sind natürlich mal wieder die Schurken. Die sind wie man es vom Entwickler kennt wieder Spitzenklasse! Jeder Charakter zeichnet sich durch seine gewohnt eigensinnige Art aus, die einfach unglaublich glaubwürdig wirkt.

Allein ein Manko zeigt sich dann doch bei den Charakteren: Der von Rocksteady und DC eigens für das Spiel entwickelte Arkham Knight. Jeder, der sich nur annähernd mit der Welt und den Geschichten um Batman auskennt dürfte schon nach wenigen Auftritten eine klare Vorstellung von dessen Identität haben. Und seien wir mal ehrlich, es ist leider nicht sonderlich schwer. Die Hinweise sind überall und man braucht nicht einmal Batmans Detektivsicht, um es zu sehen.

Tag 5: Hinter jeder Ecke was zu entdecken

Die Spielwelt von Arkham Knight und die Straßen von Gotham sind vollgepackt mit Easter Eggs und Anspielungen auf das DC Universum. Lex Luther hinterlässt Nachrichten auf dem Anrufbeantworter von Bruce Wayne und versucht ihm seine Forschungsabteilungen abzuschwatzen. Und bei den Streifzügen durch die Straßen finden wir neben Geschenken von Harley Quinn und Rätseln des Riddlers, Gebäude von “Lexcorp” aus Superman und “Queen Industries” und einen “Black Canary Club” als klare Anspielungen auf die Comicbuchreihe von Green Arrow, welchen viele aus der TV-Serie “Arrow” kennen werden.

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Unterwegs sind wir seit neustem fast ausschließlich im Batmobil, welches stark an den Tumblr aus Christopher  Nolans “Dark Knight”-Trilogie erinnert. Die PS-Höllenmaschine steht nun jederzeit per Knopfdruck zur Verfügung und bietet eine schnelle Möglichkeit durch die Stadt zu gelangen. Mit einem ordentlichen Motor und sogar einem Nachbrenner macht das Gefährt schon ordentlich was her, doch wem es nicht reicht Mauern und Autos einfach nur um zu fahren für den gibt es noch eine weitere Überraschung. Das Ding wird auch noch Ruck-Zuck zum Panzer! Mit 60-Millimeter-Kanone auf dem Dach ist man dann nahezu unaufhaltbar.

Von überall hörte man Probleme mit der Steuerung, welche ich nur ansatzweise nachvollziehen konnte. Vielen war sie zu schwammig und zu ungenau. Zwar kann ich zustimmen, dass das Batmobil nicht immer sofort zum Stehen kommt, wenn man die Bremse betätigt, doch stellte ich sonst kaum Probleme mit der Steuerung fest.

Tag 7: Bäm Bäm Bäm

Nach mehreren Tagen Geteste gefallen mir an Batman: Arkham Knight besonders die Kämpfe. Hier geben wir den Zahnärzten der Gefängnis-Insassen-In-Spe ordentlich was zu tun, während Batman munter drauf einprügelt. Das aus den vorherigen Arkham-Titeln bekannte Kampfsystem macht ein Comeback und wirkt dabei gewohnt simpel. Dieses einfache Konzept aus Angriffen und Kontern wird schnell und einfach mit neuen Moves erweitert. Der Umgang mit Batarang und Batclaw erklärt sich schon fast von allein und sollten doch mal Probleme bei besonders kniffligen Gegnern auftauchen bekommen wir dezent die richtige Tastenfolge eingeblendet. Dann erst wird die Ganovenmeute erst richtig aufgemischt! Doch ist Timing und Aufmerksamkeit gefragt, denn nur so bleibt der Kombozähler auch oben!
Unsere beliebte Fledermaus schafft es dieses Mal sogar ihren Einzelgänger-Komplex kurzzeitig abzustellen. Denn in vielen der zahlreichen Nebenmissionen stehen uns Nightwing, Robin und sogar Catwoman zur Seite. Während wir also als Batman auf die Schergen eindreschen, greift die CPU unter die Arme und wechselt sogar bereitwillig wenn wir mal den Charakter wechseln wollen! Besonders schön gelöst empfinde ich dabei die neuen Double-Team-Finisher bei denen unsere Mitstreiter in rasanten Minisequenzen, gemeinsam mit dem dunklen Ritter, den Gegnern das Licht ausknipsen.

Im Freeroam Modus müssen wir leider auf unsere Team-Mitglieder verzichten und können Batman nicht von der Seite weichen. Hier wäre eine Möglichkeit zum Wechsel wie in Arkham City wünschenswert gewesen. Aber wer weiß, vielleicht versteckt sich das ja noch im DLC.

Dabei lassen sich zu zweit doch viel besser Frauen abschleppen. Batman und Robin machens vor.

Tag 8: Bye, bye Batman!

Batman: Arkham Knight ist ein tolles Spiel! Ganz ehrlich! Ja, ich gebe zu, ich hab mir oft die Haare gerauft und vor Ruckler-Frust den Controller in die Ecke gepfeffert, aber ich find’s trotzdem noch gut! Die furchtbare PC-Portierung zerstört zeitweise jeglichen Spielspaß. Konsolenspielern bleibt das erspart und die können Arkham Knight so spielen, wie es sein sollte. Aus dem Grund werdet ihr am Ende dieser Review auch zwei Fazit-Grafiken finden. Denn bei so viel Liebe und Detail, die in dieses Spiel geflossen sind, weigert sich mein kleines Nerd-Herz Rocksteady hier eine reinzubrezeln. Denn Batman: Arkham Knight ist wirklich ein grandioser Abschluss der Reihe, es ist der Abschluss, den Batman verdient, aber nicht die PC-Portierung die er gebraucht hat.

Bevor ich weiter Film-Zitate verhackstücke, erzähle ich euch lieber noch, wie viel Spaß ich mit diesem Spiel hatte. Vom Game-Design, der Optik und der Geschichte, bis hin zu den kleinen Dingen begeistert Batman: Arkham Knight. Hier waren wohl wirkliche Fans am Werk und so durfte ich eine spannende Geschichte erleben, die mich aufregte, mitnahm und mich dazu brachte, den Atem anzuhalten. Und so hab ich schon ein kleines Tränchen im Auge, nicht, weil es vorbei ist ,ich bitte euch. Das ist doch bloß Scarecrows Toxin, das meine Augen reizt!

 

 Batman-Arkham-Knight-Fazit

Und jetzt bekommt der PC-Port sein Fett weg!

Batman-Arkham-Knight-Fazit_2

 

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