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Aliens: Fireteam Elite – Säure, Ballern und Fanservice

von am 23. September 2021
DETAILS
 
Spieldauer:

Story auf Casual-Schwierigkeitsgrad ~6h
Story auf höheren Schwierigkeitsgraden >10h
beliebig Lange für Horde-Modus, und Grind-Sessions

Für Fans von:

Alien-Franchise, Left4Dead, Killing Floor 2, Koop-Shooter,

Amazon-Link:

amzn.to/2VU7kUD WERBUNG

Accessibility-Optionen:

Modus für Farbenblinde (Stärke einstellbar)
ADS-Modus (Hold, Trigger)
Untertitel (versch. Einstellmöglichkeiten)
Streamer-HUD

Pluspunkte

+ actiongeladen
+ viele Anspielungen für Fans der Alien-Reihe
+ sowohl im Single- als auf Multiplayer spielbar
+ simples aber auch gut durchdachtes Perk- und Skillystem

Minuspunkte

- Soundbugs zerstören die Atmosphäre
- PS4-Version bietet grafisch nicht sehr viel
- leider nur wenig Gunplay mit Deckungen

Editor Rating
 
GAMEPLAY
9.0

 
GRAFIK
7.0

 
SINGLEPLAYER
7.0

 
MULTIPLAYER
8.0

 
SOUND
6.0

Gesamt-Wertung
7.0

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GAMEPLAY

 
GRAFIK

 
SINGLEPLAYER

 
MULTIPLAYER

 
SOUND

User-Wertung

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Zusammenfassung
 

Publisher "Focus Home Interactive" bringt uns mit "Aliens: Fireteam Elite" das erste Spiel der amerikanischen Entwickler von "Cold Iron Studios". Der Third-Person-Koop-Shooter spielt 23 Jahre nach dem ersten Alien-Film und erzählt eine Geschichte rund um den Planeten LV-895. Als Colonial Marine geht der Spieler auf Rettungsmission in der Raffinerie Katanga oder entdeckt uralte Alien-Ruinen. Neben sehr guten Shooter-Elementen verstecken sich hier aber auch ein paar unschöne Bugs.

 

Lesezeit: 7 MinutenDie Entwickler von Cold Iron Studios bringen uns mit Aliens: Fireteam Elite ihre Version des Alien-Universums. Der Third-Person-Koop-Shooter knüpft dabei 23 Jahre nach dem ersten Alien-Film an und bringt uns an Alien-verseuchte Orte oder uralte außerirdische Ruinen. Allein oder besser zusammen mit zwei Freunden stürzt man sich hier als Fireteam in das Gefecht. Wir haben uns mit den angsteinflößenden Xenomorphen angelegt und geballert, was das Zeug hält. Was daraus geworden ist? Lest selbst.

Aliens: Fireteam Elite - Launch Trailer


Aliens, Schmaliens

Xenomorph, Facehuggers oder die Colonial Marines. Als Teil eines großen Frachnise trifft man in Aliens: Fireteam Elite auf eine Menge Bekanntes. So gut wie jeder kennt das furchteinflößende Alien oder hat schon mal etwas von den Filmen gehört. Im ersten Film Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt von 1979 treibt ein einzelnes Alien sein Unwesen mit der Crew des Raumschiffs Nostromo. Damals wie heute gilt der Klassiker als gruseliger Science-Fiction-Horrorfilm. Der Nachfolger Aliens – Die Rückkehr besaß deutlich mehr Action und auch gleich mehrere der fiesen Außerirdischen. Hier haben auch die Colonial Marines ihren ersten Auftritt.

Seither wird der kleine, aber feine Unterschied zwischen Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt und Aliens – Die Rückkehr in der Welt der Videospiele als eine Art Unterteilung angesehen. Im Falle des 2014 erschienenen Alien: Isolation von Creative Assembly und SEGA handelt es sich um einen Survival-Horror-Titel. Das haben wir hier schon einmal getestet und es kam damals auch ganz gut an. Das weniger gut angekommene Aliens: Colonial Marines von 2013 behandelt mehrere Aliens und ist ein First-Person-Shooter aus dem Hause Gearbox. Wer also von Aliens: Fireteam Elite einen Grusel-Shooter erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden.

Was ist Aliens: Fireteam Elite?

Wie schon erwähnt spiel sie Story 23 Jahre nach dem ersten Alien-Film und ist recht schlicht gehalten. Als Colonial Marine sind wir auf der UAS Endeavor stationiert und warten auf Befehle. Ein Notrufsignal erreicht das Schiff und wir finden uns auf einer Rettungsmission auf der Raffinerie Katanga wieder. Diese schwebt im Orbit des Planeten LV-895 und wurde eigentlich als zerstört gemeldet.

Wir verkörpern einen waschechten Marine und begeben uns daraufhin auf die Suche nach der Quelle des Notsignals. Es stellt sich heraus, dass die Station von den namensgebenden Aliens infiziert wurde und nur ein gewisser Dr. Hoenikker den Angriff überlebte. Doch als wäre das nicht schon schlimm genug, treibt auch der Multikonzern “Weyland Yutani” auf der Oberfläche des Planeten sein übles Spiel. Denn das gierige Unternehmen hat etwas sehr Bedrohliches in den unterirdischen Ruinen von LV-895 gefunden. Nach und nach wächst auch die Gefahr durch die Aliens auf der Katanga Station weiter rapide an.

In einer Reihe von Missionen gerät der Spieler mit den verschiedenen Fraktionen aneinander und ballert sich durch Alien-Horden und andere Gegner. Die Story ist in circa sechs Stunden durchgespielt, lässt aber viele Fragen offen. Vielleicht liefert Entwickler Cold Iron Studios da noch etwas hinterher.

Willkommen an Bord!

Aliens: Fireteam Elite ist ein Third-Person-Koop-Shooter, welcher Ähnlichkeiten zu Left 4 Dead, Warhammer Vermintide oder Killing Floor besitzt. Andere könnten den Alien-Titel als Horde-Shooter bezeichnen. Deutliches Merkmal bei solchen Shootern ist die große Menge an Gegnern, die die Spielenden oftmals in Wellen aus dem Weg räumen müssen.

Aber zurück zu Aliens: Fireteam Elite. Nach der Charaktererstellung findet sich der Spieler im Inneren der UAS Endeavor wieder. Das Schiff dient als eine Art Hub-World und beheimatet NPCs, einen Shop und Staff Sergeant Herrera, welche uns mit Missionen versorgt.

Die Story besteht aus vier Kampagnen mit jeweils drei Missionen und ist damit ein eher kurzes Abenteuer. Auch für den Horde-Modus müssen wir uns mit nur einer Mission zufriedengeben.
Für den Wiederspielwert stehen euch insgesamt fünf Schwierigkeitsgrade. Dazu kommt die Möglichkeit, sogenannte Challenge-Karten zu benutzen. Wählt ihr einer dieser Karten aus, müsst ihr unter bestimmten Bedingungen kämpfen. Schafft ihr die Herausforderung, erwarten euch höhere Belohnungen.

Galle, Monster und Androiden

Die Missionen laufen zumeist relativ ähnlich ab. Truppenleiterin Sergeant Herrera führt kurz in die Mission ein und begleitet das Team von dort an über Funk. Auf dem Weg zum Zielpunkt kann das Fireteam neben den ausgerüsteten Waffen auch Verbrauchsgegenstände wie Geschütztürme oder spezielle Munition nutzen. Dann heißt es beispielsweise “Verteidige das Ziel” oder “Gelange zum Zielpunkt”.

Auch wenn wir hauptsächlich gegen Xenomorph kämpfen, gibt es doch eine variantenreiche Gegnerauswahl. So spuckt der Spitter Säure auf die Marines oder der Prowler der den Spieler zu Boden reißt. Neben den titelgebenden Aliens stellen sich den Marines auch Weyland Yutani Synthetics in den Weg. Im Vergleich zu den agilen Aliens stellen die bewaffneten Androiden eine willkommene Abwechslung dar und bringen gleichzeitig das Gunplay mehr zum Vorschein. Deckungen werden zum Beispiel beim Kampf gegen die Synthetics viel öfter genutzt. Für die schnellen, wendigen Aliens lohnt sich Deckung eher weniger. Leider tauchen viele der Gegner nur in ein oder zwei Missionen auf. Den Rest der Zeit schießen wir Xenomorph von der Decke.

Nach Abschluss einer Mission bekommt ihr neben Erfahrungspunkten auch zwei Typen an Credits. Diese beiden Währungen könnt ihr dann im Shop gegen Waffen, Zubehör, Verbrauchsgegenstände oder kosmetische Inhalte eintauschen.

Egal ob Einsam, oder Gemeinsam

Als Koop-Shooter setzt Aliens: Fireteam Elite voll und ganz auf das Konzept Multiplayer. Startet man eine Mission, können von dort aus zwei anderen Spieler eingeladen werden oder man bekommt Partner zugewiesen.

Und die sind auch notwendig, da wir sonst gerade auf höheren Schwierigkeitsstufen gehörig auf die Mappe bekommen. Ab einem gewissen Schwierigkeitsgrad rät das Spiel selbst dazu, sich ein paar Freunde zu schnappen und mit menschlicher Unterstützung zu in die Schlacht zu ziehen.

Wir bekommen aber auch die Möglichkeit, mit K.I-Partnern zu spielen. Dafür stehen uns die Androiden oder besser gesagt Synthetics Alpha und Beta zur Verfügung.

Die Robofreunde sind leider nur in den unteren Schwierigkeitsgraden eine wirkliche Hilfe. Wird es schwerer haben sie Probleme mit dem Treffen wohingegen sie manchmal auch einfach nur danebenstehen, wird man gerade von einem niedlichen Facehugger umarmt. Zumindest in den unteren Leveln sind die beiden im Singleplayer aber nicht wegzudenken. Über die Zeit wachsen einem die beiden auch irgendwie ans Herz.

Ballern mit Klasse

Hat man etwas Zeit und ist gerade nicht am Ballern, sollte man sich darum kümmern, das man in der nächsten Mission noch mehr und besser Ballern kann. Dafür hat sich Aliens: Fireteam Elite ein System ausgedacht, das einfach ist und Grinden lohnenswert macht. Denn gibt es eine Menge hochzuleveln. Waffen- und Spieler-Level, aber auch verschiedene Klassen könnt ihr über die Zeit verbessern.

Die Gunner-Klasse stellt den Standard-Marine dar. Standardmäßig ist dieser mit Gewehr und Schrotflinte ausgerüstet, kann Granaten werfen und die Nachladegeschwindigkeit des Teams erhöhen.
Will man mehr Krawall machen, kann man sich die Demolisher oder Zerstörer-Klasse aussuchen. Ausgerüstet mit der Smartgun, einer mobilen Raketenbatterie und einer Druckwellen-Attacke ist diese Klasse für das Grobe gedacht.

Neben den beiden Genannten gibt es noch eine Techniker-, eine Doc- und eine Späher-Klasse. Zuletzt per Update dazugekommen ist die Phalanx-Klasse mit Schutzschild und Tank-Attitüden.

Wie hart bist du?

Verbringt man Zeit mit einer bestimmten Klasse, schaltet der Spieler nach und nach Perks und Modifizierungen frei. Im sogenannten Grid können die Fähigkeiten der Klassen damit verbessert werden oder man erhöht den Schaden der einzelnen Waffentypen. Dafür werden die Modifizierungen passend in das Grid eingebaut. Geschickt platziert ergeben sich so starke Builds für einzelne Klassen.

Für das Waffenarsenal verhält es sich ein wenig anders. Hier steigt die ausgerüstete Waffe im Rang und erhält dadurch neue Attribute. Aber auch hier können im Shop Aufsätze wie Zielfernrohre oder größere Magazine gekauft und ausgerüstet werden.

Durch Verbessern der Waffe und Perks steigt die sogenannte Kampfwertung des Spielers. Jede der Missionen besitzt einen empfohlene Wert. Liegt man unter dieser Wertung, kann die Mission schon einmal etwas schwerer werden. Spätestens dann sollte man dem Shop oder dem Grid einen Besuch abstatten.

Vorsicht Bugs!

Leider hat sich neben den Aliens auch der ein oder andere unschöne Aspekt in das Spiel eingeschlichen. Von Grafikbugs zu komischen Animationen und den leider deutlich präsenten Soundfehlern.
Es gibt aus dem Nichts erscheinende Gegner, Explosionen, die wie low-poly-Quadrate aussehen oder schwebende Aliens.

Besonders gestört haben mich aber die Soundbugs. Das allgemeine Sounddesign ist eigentlich gar nicht übel. Großen Alien-Varianten geben einen markerschütterten Schrei von sich, der sich gewaschen hat und auch die Synchronsprecher machen trotz Klischee-Sprüche ebenfalls einen guten Job.

Die Soundeffekte der Waffen könnten zwar ein wenig mehr Wumms haben, aber atmosphärische Sounds und die Musik sind äußerst stimmig und passend gewählt. Das heißt, wenn man sie hören kann. Zu Beginn einer Mission startet im Normalfall die Musik. Dann verschwindet sie oftmals urplötzlich, bis sie dann mitten in der Mission wieder auftaucht.

Ob diese Probleme auch auf den anderen Plattformen wie der PS5 oder dem PC auch so prominent sind, wage ich zu bezweifeln. Zumindest habe ich davon bis jetzt nichts gesehen.

Alien-Fans aufgepasst

Ich möchte aber nicht nur rummeckern. Denn Aliens: Fireteam Elite ist für Fans der Aliens eine ordentliche Fundgrube. Dabei gibt es eher subtile, aber auch „Mitten-ins-Gesicht“ Andeutungen an die Filme, Comics und das Franchise an sich.

Das beginnt schon mit der Waffenauswahl. Der aus den Filmen bekannte ratternde Sound des M41A2 Pulsgewehr oder die selbst zielende Smartgun. Auch der gute alte Flammenwerfer darf natürlich auf keiner guten Aliens-Waffenliste fehlen.

Der Elefant im Raum ist aber das Setting. Die ersten Missionen werfen uns in bekannte Gefilde wie Weltraumstationen. Darüber hinaus besichtigen wir Ruinen und Anlagen, die schon aus Prometheus und Alien: Covenant bekannt sind.

Die Spieler kämpfen in engen, dunklen Gängen um ihr Leben, während die Aliens wie Insekten an der Decke und den Wänden krabbeln und sich in Lüftungsschächten verstecken.
Aliens: Fireteam Elite ist Lore-gewaltig und bietet die richtige Atmosphäre für einen Aliens-Titel. Die Colonial Marines verhalten sich wie Colonial Marines und die Aliens wie Aliens.

Aliens: Fireteam Elite – Ein Fazit

An dieser Stelle möchte ich die Frage beantworten, die ich öfter im Internet gelesen habe. Ist Aliens: Fireteam Elite dasselbe wie Aliens: Colonial Marines? Ich finde nicht.
Natürlich haben beide Spiele Gemeinsamkeiten. Das stark kritisierte Aliens: Colonial Marines ist für mich nie ein schlechtes Spiel gewesen. Es ist einfach kein AAA-Mega-Brüller. Genauso verhält es sich mit Aliens: Fireteam Elite. Wir haben es hier mit einem Koop-Survival-Shooter zu tun, der seinen Job als solcher meiner Meinung nach ziemlich gut macht.

Wohlgemerkt will ich die vielen unschönen Dinge aber auch nicht vertuschen. Die etwas ziellose Story wird eher schwunglos erzählt und weder mit Cutscenes oder sonstigen Stilmitteln dargestellt. In NPC Unterhaltungen bewegen sich keine Münder und Gesichtsausdrücke sind auch eher selten.

Letzten Endes merkt man Aliens: Fireteam Elite an, dass es kein AAA-Titel ist. Wenn man genau das auch nicht erwartet, kann man eine ziemlich gute Zeit mit den garstigen Aliens und der interstellaren Ballerei haben. Ich empfehle Aliens: Fireteam Elite jedem der Spaß an Spielen wie Left4Dead oder Killing Floor 2 hat. Ihr solltet euch aber vielleicht für die PS5- oder PC-Version entscheiden, da das Spiel dort noch einmal besser in Szene gesetzt zu sein scheint.

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