Reviews
0 Kommentare

A Way Out – Co-Op vs. Cops

von am 27. März 2018
DETAILS
 
Spieldauer

5-6 h

Für Fans von:

Brothers: A Tale of Two Sons, Uncharted, Filmen

Pluspunkte

- innovatives Konzept
- spannende Geschichte
- spielerische Entscheidungen erhöhen den Wiederspielwert...
- fantastische Charakterbindung
- großartige Kamerafahren und Panoramen

Minuspunkte

- Grafik und Sound haben immer wieder kleine Macken
- Voice-Acting teilweise unpassend
- ...haben aber kaum Einfluss auf die Geschichte

Editor Rating
 
GAMEPLAY
9.0

 
GRAFIK
7.0

 
SINGLEPLAYER
0.0

 
MULTIPLAYER
10

 
SOUND
8.0

Gesamt-Wertung
9.0

Hover To Rate
User Rating
 
GAMEPLAY

 
GRAFIK

 
SINGLEPLAYER

 
MULTIPLAYER

 
SOUND

User-Wertung

You have rated this

Zusammenfassung
 

A Way Out ist nicht perfekt, kommt dem aber schon verdammt nah.
Der verpflichtende Co-Op-Modus gibt dem Spiel ein sehr eigenes Gefühl und Studio Hazelight weiß, wie sie damit eine extrem spannende und bewegende Geschichte von Familie und Freundschaft erzählen können.
Auch die großartigen Kamerafahrten und eindrucksvolle Panorama-Shots zeigen das filmische Talent des Studios und lassen die Augen aller Film-Fans leuchten. Ebenso stimmig untermalt der großartige Soundtrack die Gefängnis-Geschichte.
Der fehlende Feinschliff bei Charaktermodellen und soundtechnischen Feinheiten wie das Voice Acting kosten hier allerdings die wertvollen Punkte zur 10.

 

Zuallererst ein kurzer Hinweiß. Je weniger ihr über A Way Out wisst, desto besser. Es ist ein großartiges, einzigartiges Erlebnis. Falls ihr den Quasi-Vorgänger Brothers: A Tale of Two Sons mochtet, schnappt euch einen Knastbruder (A Way Out ist ausschließlich im Co-Op spielbar) und startet möglichst ohne Vorkenntnisse in das Spiel. Für alle Unentschlossenen haben sich Henne und Ich ins und aus dem Gefängnis gewagt und erzählen euch im Folgenden eine kleine Knast-Geschichte.

Prison Break

Es ist ein Knasttag wie jeder andere. Schlägereien, Bestechung und das klassische Bespucken der Neuankömmlinge. Für Leo ist das alles schon Routine. Von seiner achtjahren Haftstrafe hat er bereits sechs Monate abgesessen. Dennoch widerfährt auch ihm heute etwas ganze neues, denn unter den neuen Häftlingen befindet sich auch Vincent, der sein neuer Zellennachbar werden soll.
Schnell wird Vincent mit dem Leben eines Knastbruders konfrontiert und als Neuer gleich mal den Großen zum Fraß vorgeworfen. Schnell zeigt sich, dass Leo und Vincent den gleichen Feind haben. Was mit einem Handgemenge beginnt, endet mit einer wilden Messerstecherei in der Kantine. Den beiden wird klar: “Dem kann ich vertrauen”.
Leo weiht Vincent in seinen Plan ein. Er muss raus und eine offene Rechnung begleichen. Vincent ist sofort dabei und in typischer Knastmanier werden Meißel strategisch platziert, Wachen abgelenkt und ein Ausbruch geplant.
Vincent und Leo sind zwei unglaublich nahbare Charaktere. Man fühlt sofort mit ihnen mit, kämpft um ihre Freiheit und möchte mehr über sie erfahren. Die Geschichte ist unglaublich interessant und voller Herzblut, sodass man die ganze Zeit mit den Beiden mitfiebert.

A Way Out

Spiel ohne Regeln

A Way Out kann ausschließlich im co-op mit einem anderen Spieler gespielt werden. Wir schlüpfen dabei wahlweise online oder im Couch-Co-Op in die Rollen von Vincent und Leo. Löblich ist, das wir auch für ein Online-Spiel nur eine Kopie des Spiels benötigen und die beiden Varianten völlig identisch ablaufen.
Wie man es von einem klassischen Gefängnisausbruch kennt, werden Leo und Vincent auf ihrem Weg in Schießereien verwickelt, müssen der Polizei entkommen und generieren dabei immer wieder Gangster-Film Referenzen, die jedem Filmfan sofort auffallen werden. Allgemein erinnert das Gameplay in A Way Out eher an einen interaktiven Film und lässt die Spieler viele Aufgaben durch Quick Time Events lösen. Während diese dabei durch frische Ideen konstant abwechslungsreich und interessant bleiben, ist das eingestreute Gunplay in A Way Out leider etwas unsauber und stellt den spielerischen Tiefpunkt dar.

A Way Out läuft zum Großteil im Split-Screen ab. Vincent und Leo können sich dabei völlig unabhängig bewegen und befinden sich teilweise auch an völlig verschiedenen Orten. So besteht die Möglichkeit, dass ein Charakter sich in einer Cutscene befindet, während der Andere diese von außen betrachten, sich aber auch anderen Aufgaben widmen kann.
Zusätzlich stehen Vincent und Leo immer wieder vor Entscheidungen in denen sich das ungleiche Duo nicht einig wird. So müssen sich die beiden Spieler für einen der beiden Pfade entscheiden. Diese führen aber leider nur zur kurzzeitigen Veränderungen und haben keinen Langzeiteinfluss.


A Way Out

The Green Mile

Grafisch besticht A Way Out, trotz des etwas simpleren Comic-Stils, immer wieder durch fantastische Panoramen. Auch die Kamera leistet immer wieder fantastische Arbeit und zaubert minutenlange One-Shots mit absurden Kamerafahrten auf den Bildschirm. Hier wird klar, dass Josef Fares vor seiner Karriere in der Videospiel-Industrie als Filmregisseur tätig war.

Untermalt wird A Way Out durch einen sehr passenden, oft ruhigen Soundtrack, was sich leider nicht auf die Synchronsprecher übertragen lässt. Diese machen zwar generell einen guten Job, bei einigen Nebencharakteren passen die Stimmen aber leider nicht zum Erscheinungsbild oder die übermittelten Emotionen nicht zur aktuellen Situation.
Sowohl Sound als auch Grafik leiden zu dem immer wieder unter kleinen technischen Problemen, wie Textur-Pop-Ins, Audio-Cut-Outs und generell etwas zu wenig Polishing. Hier lässt sich nur vermuten, dass das Budget für etwaige Nachbesserungen zu gering war.

A Way Out

Das Urteil der Verurteilten

Henne – Leo Caruso

Ich habe im Vorfeld viel über A Way Out gelesen, gehört und gesehen. In Zeiten, wo der Online-Multiplayer Überhand genommen hat und der Split-Screen immer rarer wird, war die Vorfreude denkbar groß. Umso schöner ist es daher, dass das Spielerlebnis noch so viel mehr gibt und all seine Versprechen hält. Die Inszenierung der zwei Fremden, die sich im Knast brauchen und das Wagnis eingehen, diesem zu entkommen, ist so unfassbar gut umgesetzt. Musikalisch spielt A Way Out ganz groß auf und gibt sich dennoch minimalistisch. Zwar werden die Actionszenen durchaus pompös vertont, doch der Tenor, der sich durch’s Spiel zieht, ist eher ruhig und verstärkt so die herrschende Verzweiflung oder Bedrohung. Auf der visuellen Seite könnte man vor allem den fehlenden Feinschliff an Charaktermodellen zwar bemängeln, aber im Gesamtbild zieht A Way Out gänzlich in den Bann. Jede Kamerafahrt, jeder Winkel ist säuberlich durchdacht, wirkt griffig und hält die Spannung jederzeit aufrecht. Zudem lässt das Bild einen leichten Filter vermuten, der gerade in der Farbkorrektur stark an die 70er erinnert.

A Way Out erzählt über die gesamte Spielzeit eine Geschichte voller Zerrüttung, dem Mut der Verzweiflung und harter, irreversibler Entscheidungen. Die stetige Verbindung mit einem Co-Op-Partner vertieft die emotionale Anbindung nur noch mehr. So schafft A Way Out es, nicht nur ein durchaus revolutionäres Gameplay-Erlebnis zu schaffen, sondern sorgt auch für eine extrem starke emotionale Bindung.

Lu – Vincent Moretti

In der Rolle von Vincent konnte ich mich im Großen und Ganzen zwar wiederfinden, allerdings fand ich seine Beziehungen zu anderen Charakteren oft seltsam. Dadurch war ich nicht ganz so krass drin wie Henne, der voll in Leo aufging. Dennoch berührte mich die Geschichte der beiden sehr und auch ich hatte am Ende feuchte Augen. Besonders herausragend fand ich aber, wie sehr man sich für den anderen Charakter verantwortlich gefühlt hat. Ob als Fahrer, als Rückendeckung oder beim Schmiere stehen. Ich musste meinen Kumpel beschützen. Diese Verbindung gibt A Way Out ein so unglaublich besonderes Gefühl und rechtfertigt für mich den fehlenden Singleplayer-Modus vollkommen.
Zusammen mit der grandiosen Kamera-Arbeit, die mich als Plansequenzen-Fanatiker nicht nur einmal zum ausflippen brachte, lässt das auch über die kleinen Fehler hinwegsehen.

Sei der Erste, der kommentiert!
 
Kommentiere »

 

You must einloggen zum kommentieren