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Flashgame der Woche – Please Say Hi

von am 24. Februar 2018
 

Lesezeit: 2 MinutenNachdem es in den vergangenen Flashgames mehr um Spiel und Spaß ging, haben wir heute Mal etwas Tiefsinnigeres für euch in petto. Mit Please Say Hi, erwartet euch zwar ein eher kurzes Spiel, das aber eine tiefe Bedeutung mit sich trägt. Alle, die das bereits abschreckt, sollten vielleicht an dieser Stelle einfach einen anderen Artikel anklicken.

In Please Say Hi schlüpft ihr in die Rolle einer namenlosen Frau, die ihre letzten Tage des laufenden Jahres erlebt. Wie bei vielen von uns ähnlich, hat auch sie keinen Urlaub zwischen den Feiertagen und muss so täglich schuften. Ihr begleitet sie in ihrem Alltag und erlebt zusammen mit ihr, was das Leben so für sie bereithält. Von ihren Einkäufen, bis zu ihrer Abendunterhaltung.

Zwar könnt ihr Einfluss auf den Tagesablauf nehmen, doch wirklich viel machen müsst ihr dabei nicht. Mittels eines Tastendrucks bringt ihr sie zum Kaffee trinken, E-Mails checken oder sich anziehen. Eine wirkliche Abwechslung müsst ihr also nicht erwarten. Das ist allerdings auch der Knackpunkt des Spieles. Spätestens nach dem zweiten Tag bemerkt ihr, dass sich nichts unterscheidet. Ihr bewegt euch in vordefinierten Bahnen, die euch minimalen Handlungsspielraum geben. Wohin das Ganze führt? Das müsst ihr selbst herausfinden. Was jedoch schnell klar wird, ist, dass das Spiel einen bitteren Beigeschmack mit sich trägt.

Das wird auch durch den Look schnell klar. Nicht nur die Protagonistin hat kein Gesicht, sondern keine Figur im Spiel. Das kann nicht nur als einfache Designentscheidung für den Pixellook verstanden werden, sondern auch metaphorisch dafür, dass die Protagonistin keine Beziehung zu irgendwem aufgebaut hat. Auch der ständige Schnee, der alles unter sich begräbt und die ausbleibenden E-Mails deuten schnell darauf hin, dass es in diesem Spiel möglicherweise um Einsamkeit oder sogar Depression gehen könnte. Auch die Musik, die abends, nach Beendigung der Arbeit im Hintergrund spielt, unterstreicht dieses Bild.

Nachdem ich das Ende des Spieles erlebt hab, war ich sehr überrascht, dass jemand so ein Spiel machen würde. Auch wenn es eine Szene nach den Credits, die das Bild noch nachträglich verändert. Es gibt bis dato gefühlt sehr wenig Spiele, die sich mit dieser Thematik beschäftigen und gerade deshalb ist Please Say Hi, dessen Titel auch ein gut gemeinter Lebensrat ist, so besonders. Dass nicht jeder Spaß an diesem Spiel haben wird, ist wenig überraschend, denn wirklich viel Interaktion gibt es hier nicht. Aber ich persönlich war sehr angetan von der Symbolik und der Botschaft dahinter.

Falls ihr Lust bekommen habt herauszufinden, was ich überhaupt meine, klickt auf den folgenden Link.

Please Say Hi

Solltet ihr einmal an einem dunklen Ort sein und niemanden zum Reden haben, nutzt die Chance und ruft kostenlos die anonyme Seelsorge (0800/111 0 111) an. Ihr seid nicht allein!

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