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Welcome to the Hearthstone Tavern – Das Blizzard-Event in Hamburg

von am 17. Dezember 2017
 

Lesezeit: 5 MinutenWürde ich meinen perfekten Tag beschreiben, bestünde er vermutlich aus gutem Essen, netten Menschen, Bier und jeder Menge Hearthstone. Diesen Tag durfte ich dank Blizzard nun in voller Pracht erleben. Das Entwicklerstudio hinter Spielen wie World of Warcraft und Overwatch war nämlich so freundlich und hat mir Zutritt zur Hearthstone Tavern gewährt, einem Event im Herzen Hamburgs, auf dem die neueste Expansion des beliebten Online-Kartenspiels von den Entwicklern höchstpersönlich präsentiert wurde. Neben der Präsentation erwartete uns ein riesiges Buffet aus dem Hearthstone-Kochbuch, eine gemütliche Atmosphäre und natürlich jede Menge Hearthstone.

Kobolde und Katakomben

Die nun siebte Hearthstone-Erweiterung erschien am 07. Dezember dieses Jahres und bietet neben 135 neuen Karten auch ein komplett neues, kostenloses Singleplayer Adventure: Den sogenannten „Dungeon Run“ oder im deutschen „Die Schatzjagd“. Ähnlich einem Roguelike-Adventure wählt man eine Klasse und spielt dann mit einem vorgefertigten Basisdeck gegen 8 verschiedene Bosse, die mit jedem besiegten Gegner stärker werden. Gleichzeitig kann man mit jedem Sieg eines von drei Kartenpaketen seinem Deck hinzufügen, die sich thematisch an einem bestimmten Deck-Archetyp (z.B. Drachen, Zauber, Todesröcheln uvm.) orientieren. Verliert man ein Spiel, muss man von vorne anfangen.

Ich habe den Spielmodus ausprobiert. Und mit ausprobiert meine ich, dass ich in den letzten Tagen kaum etwas anderes getan habe. Das Konzept ist unglaublich interessant und erfordert eine vollkommen andere Herangehensweise als das normale Constructed-Play oder die Arena. Schließlich weiß man nie, welche Karten man seinem Deck hinzufügen kann, wodurch jeder Run unterschiedlich ist. Und wenn man bedenkt, wie tölpelhaft die KI sich zum Launch des Games noch verhalten hat, muss ich eingestehen, dass die Bosse zum Ende eines Runs bockschwer werden können und selbst einem fortgeschrittenen Hearthstone-Spieler volle Konzentration abverlangen. Dazu kommt, dass man neben neuen Karten auch nach bestimmten Siegen einen „Schatz“ wählen kann, der einem komplett abgefahrene Fähigkeiten gibt. So kann man beispielsweise wählen, dass jede Karte seinen Kampfschrei doppelt ausführt. Ein anderer Schatz ist eine 1-Mana Karte, die bewirkt, dass alle Minions in dieser Runde 0 Mana kosten. Dadurch sind Kombinationen möglich, die jedes Match spannend machen können, selbst wenn man denkt, man hätte schon verloren.

Eine weitere Neuheit ist die sogenannte „Rekrutieren“-Mechanik, die einen Spieler zufällige Minions unter bestimmten Kriterien direkt aus dem Deck beschwören lässt. Dadurch eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten im Deckbuilding, insbesondere in Verbindung mit den neuen legendären Waffen, die jede Klasse erhalten hat. Diese sollten laut Game Director Ben Brode dem Stil ihrer jeweiligen Klasse treu bleiben. So haben Priester, Hexenmeister und Magier beispielsweise Waffen, die keine Angriffskraft haben, sondern stattdessen bestimmte Effekte. Der Krieger hingegen hat eine Waffe, die nach jedem Angriff einen zufälligen Minion aus dem Deck rekrutiert.

Und so gerne ich euch jede einzelne Karte vorstellen würde, wäre das wohl ein wenig zu viel des Guten. Wer jedoch einen kompletten Guide der neuen Karten sucht und der englischen Sprache mächtig ist, dem lege ich folgendes Video von Hearthstone-Profi Kripparian ans Herz. Dieser hat eine komplette Auflistung aller 135 Karten inklusive Bewertung hochgeladen.

Abschließend zur Erweiterung lässt sich sagen, dass man merkt, wie viel Liebe in den Singleplayer-Content geflossen ist. Bereits in der Expansion zuvor (Knights of the Frozen Throne) hat Blizzard gezeigt, wie viel Spaß Hearthstone auch allein machen kann. Mit der Schatzjagd legt Blizzard gut nach und ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass Kobolde und Katakomben neben Knights of the Frozen Throne die wohl beste und meiner Meinung nach wichtigste Expansion des gesamten Spiels ist. Ich lege allen, die Hearthstone mal angefangen und wieder weggelegt haben, ans Herz, das Game noch einmal anzuspielen.

Das Hearthstone-Kochbuch

Doch genug über Videospiele geredet! Kommen wir zu den wichtigen Dingen im Leben: Essen. In der Hearthstone Tavern durfte eine geeignete Verköstigung natürlich nicht fehlen. Ich habe mich natürlich über das Buffet hergemacht und konnte mich von einigen Gerichten ein Bild machen. Die verschiedenen Gerichte hatten allesamt einen Hearthstone-Bezug und spielen auf bestimmte Karten an.

So gab es Unleash the Corndogs (als Anspielung auf Unleash the Hounds, einem der wohl stärksten, klassischen Jäger-Zauber). Dabei handelte es sich um Würstchen im Schlafrock. Diese waren zwar nichts wirklich Besonderes, aber als Fingerfood perfekt für kleine Parties.

Grim Patron’s Gravy Tots (als Anspielung auf den Grim Patron, der lange Zeit den Krieger zu einer der stärksten und nervigsten Klassen in Hearthstone gemacht hatte) waren fantastische Fleischhäppchen in einer deftigen Soße. Es war dunkel in der Eventhalle, weshalb ich nicht ganz erkennen konnte, was genau sich alles in der Soße befand. Alles, was ich sagen kann ist, dass ich mich am liebsten hineingelegt hätte.

Für Freunde rustikaler Küche gab es noch die Proudmoore Platter (als Anspielung auf die Magierin Jaina Proudmoore), wobei es sich um eine simple Wurst- und Käseplatte mit Brot handelte.
Später am Abend wurden dann noch weitere Fingerfood-Variationen serviert. So zum Beispiel die Naxxramas Nachos, die mit Jalapenos und Avocado drapiert wurden.

Ich bin nun leider kein Restaurantkritiker, aber der erste Eindruck war durchaus gut, zumal es nicht so schien, als wären die Gerichte sonderlich schwer zuzubereiten. Geschmeckt hat das Essen und man muss bedenken, dass es sich dabei nur um einen Bruchteil des gesamten Kochbuches handelt. Dieses bietet neben vielen deftigen Gerichten und Snacks auch Cocktail-Rezepte, Rezepte für Soßen und Dips, sowie Süßspeisen. Ich überlege stark, mir das Buch zuzulegen und eine eigene kleine Kochsession zu starten. Allein die Namen haben mich das ein oder andere Mal schmunzeln lassen und gerade für die sogenannten Hearthstone Fireside Gatherings, die auf der gesamten Welt veranstaltet werden, ist das Kochbuch ein nützliches Werkzeug.

Die englische Fassung ist bereits erhältlich. Wer lieber die deutsche Version kaufen möchte, muss sich noch ein paar Wochen gedulden. Hearthstone – Heroes of Warcraft: Die besten Gasthaus-Rezepte erscheint am 22.01.2018.

Das Event

Es ist unglaublich, wie viel Liebe Blizzard in das Event im Automobilmuseum in Hamburg gesteckt hat. Überall hingen Bilder, Aufsteller, Banner und Deko mit Hearthstone-Bezug. Im Kamin flackerte ein (falsches) Feuer, die Bänke waren bedeckt mit (hoffentlich falschem) Pelz und überall lagen Münzen und Edelsteine und natürlich Tablets, auf denen Hearthstone lief, sodass die Gäste vor Ort gegeneinander spielen konnten. Der Abend startete als gemütliches, kleines Spieleevent. Ich lernte einige nette Redakteurinnen und Redakteure von anderen Magazinen und Blogs kennen, spielte ein paar Runden, ehe es dann zur Präsentation von Senior Game Designer Peter Whalen und Lead Artist Ben Thompson ging. Die beiden unglaublich sympathischen Männer haben noch einmal die Geschichte Hearthstones aufgerollt und uns einen interessanten Einblick in die Entstehung von Karten und dem Art-Design des Spiels gewährt. So hat sich das Team, rund um den legendären Ben Brode, der allein schon durch sein herzliches, markantes Lachen zu einem eigenen Meme in der Hearthstone-Community geworden ist, stark vergrößert. Schnell wurde klar, wie viel Herzblut in der (Weiter-)Entwicklung des Spiels steckt und mit was für einer Leidenschaft das Team an die Sache geht. Es war fast schon irgendwie rührend, zu sehen, dass Blizzard eben nicht nur eine kalte Geldmaschine ist, sondern aus ebenso gamingbegeisterten Menschen besteht, wie ihr und ich. Natürlich kam ich nicht drum herum, einen der Entwickler zum Duell herauszufordern. Peter Whalen erklärte sich sofort bereit und setzte sich mit mir hin, um (wie ich dachte) mit mir den Boden aufzuwischen. Aber ich kann nun stolz verkünden, dass ich, Chachrist Khongklad, einen der Developer von Hearthstone in seinem eigenen Spiel geschlagen habe. Ich bin vermutlich viel stolzer darauf, als ich es sein sollte, aber ich habe es trotzdem jedem erzählt, den ich kenne.

Danach tröpfelte der Abend eine Weile vor sich hin. Ich spielte eine Runde Hearthstone nach der anderen, filmte alles, was mir vor die Linse kam und genoss das ein oder andere Kaltgetränk. Als ich dann jedoch in die Spielerliste auf meinem Tablet blickte, fielen mir zwei Namen auf. Ek0p und Gaara. Ich erstarrte und auch wenn ich nicht stolz darauf bin, verlor ich für einen kurzen Augenblick meine ach so professionelle Contenance.

Für die Unwissenden unter euch: Jan „Ek0p“ Palys und Petar „Gaara“ Stevanovic sind neben Adrian „Lifecoach“ Koy die wohl größten Hearthstone-Spieler Deutschlands und gehören oder gehörten zu den berühmtesten eSport Teams der Welt. Gaara spielt momentan für Team Tempo Storm und hat beispielsweise im Jahr 2014 das DreamHack Turnier in Bucharest gewonnen. Ek0p hingegen ist momentan teamlos, hat aber dieses Jahr den zweiten Platz auf der DreamHack Tour 2017 belegt. Die beiden sind die Creme de la Creme Hearthstones. Ich stand förmlich vor zwei waschechten Rockstars der eSport-Szene. Ich bin zwar kein gigantischer Fanboy, aber ein bisschen nervös habe ich vielleicht gekichert, als Ek0p mich begrüßte.

Abgerundet wurde der Abend durch ein Quiz, das besagter Ek0p moderierte. Es gab Preise zu gewinnen und natürlich war ich Feuer und Flamme, denn wer meine Karriere bei IKYG verfolgt hat, weiß, dass ich Hearthstone liebe und dass ich Quizze liebe. Die Kombination war dann der perfekte Abschluss für einen perfekten Tag. Ich denke, mir bleibt auch nicht viel mehr zu sagen, als mich herzlich bei Blizzard für ein gelungenes Event und natürlich ein schickes, kleines Goodiebag zu bedanken.

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