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Nintendo Labo Fahrzeug-Set – Das Falten geht weiter

von am 10. Oktober 2018
DETAILS
 
Tests
Entwickler
Publisher
Spieldauer

Je nach Set dauert der Aufbau zwischen 30 Minuten und 3 Stunden. Die Zeit die man mit den Spielen verbringen kann sind variabel.

Für Fans von:

Bastelarbeiten, Fahrzeugmodellen, Ubooten, Fliegern, Buggys, Kreativarbeiten

Amazon-Link:

amzn.to/2D8tJmr

Pluspunkte

+ tolle Modelle
+ intuitive Bauanleitungen
+ kein Werkzeug nötig
+ einsteigerfreundlich

Minuspunkte

- rudimentäre Optik
- Spiele eher für Jüngere
- geringer Langzeitspielwert

Editor Rating
 
GAMEPLAY
7.0

 
GRAFIK
7.0

 
SINGLEPLAYER
8.0

 
MULTIPLAYER
7.0

 
SOUND
7.0

Gesamt-Wertung
7.0

Hover To Rate
User Rating
 
GAMEPLAY
7.3

 
GRAFIK
6.6

 
SINGLEPLAYER
6.3

 
MULTIPLAYER
5.7

 
SOUND
5.0

User-Wertung
4 ratings
6.2

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Zusammenfassung
 

Das Nintendo Labo Fahrzeug-Set bietet mit drei verschiedenen Modellen wieder unzählige Stunden an Bastelspaß. Dank der intuitiven und durchdachten Technik und Anleitung, gestaltet sich der Aufbau trotzdem sehr einfach. Hier liefert Nintendo gewohnt solide Arbeit ab. Durch den Abenteuermodus, der neben den Minispielen enthalten ist, erhält man einen gewissen Mehrwert in Sachen Spielspaß. Zumindest im Gegensatz zu den voran gegangenen Sets. Dennoch sollte Nintendo hier unter dem Strich für weitere Sets noch deutlich nachlegen. Die ebenfalls in diesem Set enthaltene Toy-Con-Werkstatt bietet Bastlern die Ideale Plattform, um eigene Projekte umzusetzen.

 

Was Nintendo Labo kann oder nicht kann, haben wir bereits in einem kleinen Artikel zusammengefasst, welchen wir nach einem Hands-On in Frankfurt verfasst haben. Seit dem offiziellen Release der ersten beiden Sets sind nun einige Wochen vergangen. Sieht man von einem Kreativ-Wettbewerb ab, dann dümpelt Nintendo Labo weiter vor sich hin. Die Sets werden gekauft, mehr oder weniger fertig gebastelt und das war es dann meist auch. Zumindest beim Multi-Set und dem Robo-Kit. Und so war sich niemand wirklich sicher, ob Nintendo das Produkt weiter führen würden. Nun erschien relativ kurzfristig mit dem Nintendo Labo Fahrzeug-Set ein weiteres Kit. Dieses verspricht auf den ersten Blick mit drei Fahrzeugmodellen und verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten etwas mehr Spielspaß nach dem Basteln als die beiden Vorgänger. Ob dem wirklich so ist, wollen wir im Folgenden für euch herausfinden.

Nintendo Labo Fahrzeug-Set – Vielfalt gewinnt

Nintendo Labo besteht im Kern aus zwei Komponenten. Den Pappbögen und kleinen Zubehörteilen wie Ösen und Schnüren, sowie der Software. Letzte dient sowohl als interaktive Bedienungs- und Bastelanleitung, als auch als normale Spielesoftware. Während man bei herkömmlicher Software also gemütlich direkt drauf losdaddeln kann, ist bei Labo erst mal Arbeit angesagt. Das hat sich auch beim dritten Set nicht geändert. So werden für den Schlüssel 15-30 Minuten, für das Gaspedal 60-90 Minuten, das Cockpit 150-210 Minuten, das U-Boot 60-120 Minuten und das Flugzeug 30-60 Minuten veranschlagt.

Ihr seht, da kommt schon einiges an Arbeitszeit zusammen. Auch wenn die realistischen Werte sich eher am unteren Ende bewegen, braucht man schon einiges an Zeit. Gerade mit Nachwuchs, kann das schon eine Herausforderung werden.

Wer nun aber Angst hat, er müsste Schere, Kleber oder sonstige Utensilien parat legen, der sei beruhigt. Nintendos Bastelspaß benötigt auch weiterhin keinerlei zusätzliches Werkzeug. Alles wird durch Falten und geschicktem ineinander verschachteln gehalten und gesichert. Lediglich an manchen Stellen dienen beigelegte Kunststoffösen zum stabilisieren und dazu übermäßig schnellen Verschleiß zu verhindern. Lediglich Geduld benötigt man als Zugabe. Denn bis man die vielen einzelnen Bögen zum fertigen Set zusammengebastelt hat, dauert es – wie gesagt – dann doch schon eine ganze Weile. Zum Glück wurde das Ganze in verschiedene einzelne Schritte unterteilt, sodass man sich immer schöne Etappen setzen kann. Gerade wenn man zusammen mit Kindern bastelt, sind solche einzelnen Schritte sehr angenehm und sinnvoll.

Die Software

Eines der großen Credos bei Nintendo ist ganz klar die Zugänglichkeit. Jeder soll das Produkt einfach verstehen und auch nutzen können. Hierbei macht Nintendo Labo keine Ausnahme. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie viele Testläufe und Anpassungen bei den als sehr akribische bekannten Japanern nötig waren, bis die Software einem breiterem Publikum vorgestellt wurde. Jeder einzelne Bastelschritt – und sei er noch so klein – wird bis ins Detail in der interaktiven Anleitung vorgeführt. Hierbei könnt ihr nach Belieben vor- und zurück spulen, sowie drehen und zoomen. Kniffligere Stellen, von denen es nicht all’ zu viele gibt, werden mit Detailbeschreibungen und näherer Darstellung und Markierung erklärt.

Etwas leidig ist, dass manche Schritte nicht übersprungen werden können. Während also zum Beispiel in einer LEGO-Anleitung steht “Baue das nachfolgende Teil vier Mal”, wird bei Labo jedes Teil einzeln gebastelt. Und wenn man von einem Teil mehrere braucht, die allesamt X-mal gefaltet werden müssen, so wird dieser Schritt wirklich so oft einzeln durchgekaut. Etwas unnötig. Eine Skip-Funktion wäre hier nett gewesen.

Mehr als nur Bastelspaß?

Während sich das Multi-Set darauf spezialisiert hatte, die verschiedenen Funktionen von Nintendo Labo vorzustellen, hat das Fahrzeug-Set den Focus ganz klar auf Mobilität gelegt. Dementsprechend könnt ihr in diesem Set neben einem Gaspedal, einem Cockpit für Automobile, eine Steuereinheit für U-Boote und eine Art Joystick für Flieger bauen. Dabei unterscheiden sich die Sets stark in ihrer Bauzeit. Während das U-Boot und der Steuerknüppel recht rasch aufgebaut sind, nimmt das Cockpit, samt Gaspedal sehr viel mehr Zeit in Anspruch.

Doch was nützen die tollsten Accessoires wenn man damit nichts anfangen kann? Einer der größten Kritikpunkte an vorangegangenen Sets war ganz klar: die Langzeitmotivation. Das Zusammenbauen und ausprobieren war die Stärke der Sets, aber nach kurzer Set war der Spaß vorbei, da die Spiele zu einfach gestrickt und zu kurz waren.

Beim Toy-Con 03 Fahrzeug-Set setzt Nintendo auf eine Art “Open World für Kinder”-Konzept. So könnt ihr, nachdem ihr emsig die Kartonstücke zu den jeweiligen Modellen zusammengebaut habt, eine in Hexfelder eingeteilte Welt erkunden und in dieser kleinere Aufgaben erledigen. Hierbei gibt es solche, die eben nur im entsprechenden Modus erledigt werden können. Denn steckt ihr den Zündschlüssel in den Joystick oder den U-Boot-Controller verwandelt sich euer Buggy in ein Unterseeboot oder eben in ein fliegendes Gefährt. Die Aufgaben, die euch hierbei gestellt werden, sind aber allemal rudimentär. So müssen Ballons zerstört, Dinge gefunden oder abgeliefert werden. Schön ist hierbei allerdings, dass man, wenn man genügend JoyCon zur Verfügung hat, auch zu zweit spielen kann. Einer übernimmt dann den Part des Fahrers, ein Anderer kann eine Bordkanone übernehmen.

Neben dem Abenteuermodus gibt es noch einige Minispiele wie “Slotcar”, “Rally”, “Rennstrecke” und “Kampf”. Diese sind aber nur ein kurzer Zeitvertreib und erinnern an die zu knapp ausgefallenen Spiele der ersten beiden Labo-Sets. Unterm Strich bietet die Software des Toy-Con 03 Fahrzeug-Set dennoch bislang den meisten Spielspaß, nach dem eigentlichen Basteln.

Die Hardware

Wie auch bei der Software, gibt die bedruckte Pappe durch einen einseitigen Farbdruck und diversen Markierungen Signale, wie das Set richtig zusammengebaut wird. Das Ganze ist absolut intuitiv und wirklich auch schon für jüngere Kinder zugänglich. Trotzdem empfiehlt es sich, dass ein Erwachsener oder ein älteres Kind mit dabei ist, um zu prüfen ob auch alles richtig gefaltet wurde. Denn das ist das A und O der Sets: ordentliches Arbeiten. Sonst sieht euer Set am Schluss nicht nur schief aus, auch die Stabilität – und bei anderen Sets auch die Funktionalität – leidet darunter.

Man muss sich natürlich stets vor Augen halten, dass Labo fast ausschließlich aus Wellpappe besteht. Diese kann zwar, wenn richtig verarbeitet, immense Kräfte aufnehmen, aber auch nur bedingt und aus bestimmten Richtungen. Wie die Anleitungen auch mehrfach betonen, ist es also wichtig, dass man die Knicke und Falzen wirklich sorgfältig durchführt. Nur dann ergibt sich ein kraftschlüssiges Modell. Fertige Sets sind im Rahmen ihrer gedachten Anwendung durchaus stabil genug. Da Kinder aber auch gerne mal Dinge zweckentfremden, dürfte hier doch das das eine oder andere Spielzeug schneller kaputt gehen, als gewünscht. Gerade beim Gaspedal und beim Lenkrad, welche in Kinderhand sicherlich gut belastet werden, bleibt abzuwarten, wie lange die Teile in Form bleiben.

Wie funktioniert das eigentlich?

Der letzte übergeordnete Menüpunkt des Toy-Con-Sets ist das Entdecken. Zum einen findet ihr hier Anleitungen zur Dekoration und Reparatur eures Sets, zum anderen auch Einblicke in die Funktionsweise von Labo. Wie funktionieren die JoyCons? Was bewirken die Reflektoren? Was passiert im inneren eures Sets? Dies und vieles mehr erfahrt ihr in diesem Bereich.

Neben diesen durchaus interessanten Informationen findet ihr hier auch die Toy-Con-Werkstatt. In dieser könnt ihr euch selbst verwirklichen. Im Prinzip handelt es sich hierbei nämlich um einen rudimentären Zugriff auf die Programmierung der JoyCon und der Switch. So können durch Eingabe, Mittel und Ausgabe einfache Programme selbst erstellt werden. Sprich: ihr legt fest welches Eingangssignal mit welcher Verknüpfung welche Reaktion hervorruft. Also zum Beispiel, wenn Knopf L gedrückt wird, vibriert Controller X für zehn Sekunden. Oder wenn die Infrarot-Kamera ein Ziel erfasst und der Roboter den rechten Arm streckt, dann spiele Soundeffekt Y ab. Anfangs scheint das etwas schwer, weswegen die Software einige vorgefertigte Module, wie etwa eine Gitarre, mitliefert und erläutert. Wer Nintendo Labo wirklich ausreizen möchte, der kommt um diesen unscheinbaren Bereich nicht herum. Vor allem im von Nintendo veranstalteten oben erwähnten Kreativwettbewerb konnte man gut sehen, welches Potential hinter diesem unscheinbaren Menüpunkt schlummert.

Ist das Kunst, oder kann das weg?

Über die Langzeitnutzung von Labo im Allgemeinen brauchen wir sicherlich nicht sprechen. Die Sets machen in ihrem vorgegebenen Rahmen genau das was sie sollen. Danach sieht es eher dünn aus was den spielerischen Mehrwert betrifft. Einzelne Spiele wie Mario Kart unterstützen manche Modelle, allerdings wäre hier viel mehr möglich. Wie wäre es zum Beispiel mit Angeln in Zelda? Möglichkeiten gäbe es sicherlich genug. Unterm Strich ist der größte Anreiz auch beim dritten Labo Set vor allem der Aufbau der Modelle an sich. Auch wenn das Fahrzeug Set durch den Open World wesentlich mehr zu bieten hat als seine Vorgänger, bleibt der Spielspaß auf lange Sicht eher gering. Wer die ersten beiden Sets gut fand, wird auch mit diesen Modellen mehr als zufrieden sein. Das volle Potential wurde aber auch dieses mal nicht vollkommen ausgeschöpft.

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