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Nintendo Labo – Hands-On in Frankfurt

von am 30. März 2018
 

Gut einen Monat bevor Nintendo Labo in den Handel kommt, bot Nintendo sowohl in Hamburg als auch in Frankfurt Medien- und Handelsvertretern die Möglichkeit, sich vorab über die Pappe die in aller Munde ist, ein Bild zu machen. Eine Chance, die man sich natürlich nicht entgehen lässt und so ging es ab nach Frankfurt ins Haupthaus von Nintendo. Bahn sei Dank war die Zeit vor Ort leider recht eingeschränkt, weswegen wir uns für eine andere Art der Berichterstattung entschieden haben. Die Redakteure die nicht vor Ort waren, stellten ihr Fragen, die meine Wenigkeit nun so gut es geht versucht zu beantworten. Falls euch noch Fragen, postet sie einfach in die Kommentare.

Wie sehr muss man künstlerisch begabt sein?

Für den reinen Aufbau sind keine künstlerischen Fähigkeiten von Nöten. Man benötigt auch keinerlei zusätzliches Werkzeug. Zusammengebaut werden die Sets nur mit den Händen. Die vorgestanzten Teile werden aus den Bögen herausgetrennt und nach den sehr ausführlichen, interaktiven Anleitungen auf der Nintendo Switch zusammengebaut. Hauptsächlich muss hierzu gefaltet, geknickt und gesteckt werden. Wer sein Modell allerdings schöner gestalten möchte, der kann sich künstlerisch austoben. Vor Ort gab es schon einige fertiggestellte imposante Modelle zu sehen.

Wie leicht geht die Pappe kaputt?

Nach der ersten Präsentation wurden viele Stimmen laut, dass Labo Aufgrund seiner Papp-Beschaffenheit nichts taugen kann. Wer den Werkstoff Wellpappe allerdings kennt, weiß welche Lasten dieser aufnehmen kann. Essentiell für stabile Modelle ist der richtige Aufbau. Dies wird in den Anleitungen auch mehrfach betont. Die Knicke und Falzen müssen sorgfältig durchführt werden, um ein kraftschlüssiges Modell zu erhalten. Fertiggestellte Sets sind ihm Rahmen ihrer angedachten Anwendung stabil genug. Da Kinder gerne dazu neigen, Spielzeug zweckzuentfremden dürfte hier doch das das eine oder andere Set schneller kaputt gehen, als erwünscht.

Wie ist die zeitliche Verteilung zwischen Basteln und Spielen?

Diese Frage kann man so nicht beantworten. Je nach Set bewegt sich der Zeitaufwand, der für den Aufbau benötigt wird, zwischen 20 Minuten und ein bis zwei Stunden. Aufgrund der knappen Zeit habe ich die Angel im Speed-Bastel-Modus erstellt und war nach ca. 20 Minuten zumindest mit der Rute komplett fertig. Angesetzt für das ganze Modell waren 1,5 Stunden. Dies ist aber nicht der Regelfall und auch nicht die Geschwindigkeit mit der Kinder basteln. Schmückt man das Modell dann noch aus, kann nochmal Einiges an Zeit hinzu kommen. Wie lange man dann mit dem jeweiligen Minispiel Spaß hat, steht wiederum auf einem anderen Blatt. Hier dürften die jüngeren Spieler mehr Spaß haben, als ältere Semester. Für Letztere handelt es sich dann eher um Tech-Demos.

Wie katzensicher ist es?

Jeder, der eine Katze hat oder sich schon näher damit beschäftigt hat, weiß, dass Katzen Kartons lieben. Vor allem wenn sie sich in irgendeiner Form hineinzwängen können. Das einzige Modell welches hierzu Potential bietet ist aktuell der Rucksack des Roboter-Modells. Dieser bietet im geöffneten Zustand sicherlich Platz für ein bis zwei Samtpfoten. Wer plant, mit der Angelrute seine Katze zu bespaßen, der dürfte diese schnell an die Grenze der Belastbarkeit führen. Aber hierzu wird es nach Release sicher genügend Videos auf den einschlägigen Plattformen geben.

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Fühlt es sich an wie ein Kinderspielzeug oder können auch Erwachsene damit Spaß haben?

Jeder Mensch hat anders Spaß, aber im Allgemeinen würde ich die Sets, die es zu Beginn gibt, erst mal als Spielzeug einstufen. Klar macht es kindgebliebenen Erwachsenen sicherlich auch Spaß ein Set aufzubauen und auszuprobieren, aber sicherlich nicht als Dauerbespaßung. Einige Modelle wie zum Beispiel das Piano, haben wesentlich mehr Tiefgang und Umfang, als man ihnen zunächst ansieht. Aber es ist schon alles auf einem sehr spielerischen Niveau. Für erwachsene Spieler dürfte, wenn vor allem die Toy-Con-Werkstatt von Interesse sein. Die Möglichkeit selbst auf die Routinen und Sensoren zugreifen zu können, dürfte viele Hobbybastler auf den Plan rufen. Leider kann man hier noch nicht all’ zu viel sagen und es bleibt abzuwarten wie viel Tiefgang diese Option zur Selbstprogrammierung bietet.

Wie sieht es mit Langzeitmotivation und Wiederspielwert aus?

Das lässt sich aktuell noch sehr schwer abschätzen. Dass man ein Modell nicht wieder auseinander baut und nochmals zusammensetzt, dürfte wohl ziemlich klar sein. Motivationsfaktor kann im Prinzip also eigentlich nur die Software sein. Wie oben schon angedeutet ist hier zum einen die Frage, wie viel Umfang die Werkstatt bietet, sich selbst auszuleben. Ein anderer möglicher Punkt ist die Implementierung in andere Software. Die Angel könnte man zum Beispiel hervorragend bei Zelda einsetzen. Das Motorrad bei Mario Kart und das Piano evtl. bei Musikspielen.

Wie kompliziert ist dieser Super-Robo?

Wie komplex der Aufbau ist, kann ich leider nicht beantworten, er wird allerdings als zeitintensivstes Modell angegeben. Sicherlich einer der Gründe, warum er als einzelnes Set angeboten wird. Zusammengebaut sieht er einfach aus, aber durch seinen Funktionsumfang ist hier sicherlich auch Einiges an Bastelarbeit nötig, die man auf den ersten Blick nicht sehen kann. Bei einer Demonstration wurde uns die Funktionsweise erläutert und im Prinzip ist es super simpel. Allerdings muss man auf eine solche Idee auch erst mal kommen.

Ist der Preis gerechtfertigt?

Auf den ersten Blick wirken die beiden Sets erst mal recht teuer. Zumindest wenn man die reinen Materialkosten betrachtet. Argumentiert man allerdings von dieser Warte aus, sind fast alles Konsumgüter zu teuer. Klar es ist nur Pappe, ein paar Ösen und Schnüre. Allerdings gibt es hierzu auch Software die in Kombination mit der Bastelei für viele Stunden Unterhaltung sorgt. Dennoch ist Nintendo hier etwas in der Verpflichtung nachzulegen. Die Starter-Sets sind gut und bieten sicherlich zeitlich gesehen genügend Umfang. Die bislang wenig gezeigte Toy-Con-Werkstatt könnte sich als wirkliches Juwel von Nintendo Labo herauskristallisieren. Vor allem für ältere Spieler mit dem Hang zum Experimentieren. Sollten nachfolgende Sets nur als Pappe zu einem moderaten Preis geliefert werden und die Software ein kostenlose Update erhalten, sollte der Preis der Startersets in Ordnung gehen. Denn so viel Spaß es auch macht, eine Angel oder ein Motorrad zu bauen, die eigentlichen Spiele dazu kommen bislang nicht über den Status eines Minispiels hinaus. Und wenn man jedes Mal separate Software zum Vollpreis erwerben müsste, könnte die Kauflaune schnell in den Keller gehen.

Wie sieht es mit dem Selbstprogrammier-Dings aus?

Hierzu sind bislang wirklich nur die beiden veröffentlichten Videos bekannt, Vor Ort gab es keine Möglichkeit sich die Toy-Con-Werkstatt anzusehen oder gar sie anzutesten. Wie zuvor schon geschrieben, könnte hier das wahre Potential von Nintendo Labo liegen. Wenn man zum Beispiel sieht, welche fantastischen Modelle mit LEGO-Technik gebaut werden, könnte man hier eventuell ein Pendant schaffen. Eine Mischung aus Basteln, Robotik und Programmierung. Es war auf jeden Fall schon mal imposant zu sehen, wozu die Joy-Cons und deren Sensoren alles in der Lage sind. Wichtiger Faktor wäre hier, dass die Programmierung über das Niveau eines kindlichen Experimentierkasten hinaus ginge.

Hat Nintendo Labo Zukunftspotential?

Als grundlegendes Fazit muss ich sagen, dass ich erstaunt war, was alleine schon mit den grundlegenden Modellen möglich ist. Die Verarbeitung des Produktes ist sehr wertig und die interaktiven Anleitungen sind sehr gut gestaltet. Der Aufbau der Modelle geht gut von der Hand und durch zusätzliche optische Marker auf der Pappe haben auch Kinder die Möglichkeit ohne großartige Hilfe ihre Modelle selbst zusammenzubauen. Die Software für die einzelnen Modelle zeigen sich bisher ehre im Minispielcharakter. Nintendo Labo dürfte sicherlich ein Verkaufsschlager zum Start sein. Danach liegt es ganz in Nintendos Hand, wie sie das Produkt weiter entwickeln und vermarkten wird. Das Potential sich als dauerhafte Erweiterung zur Nintendo Switch auf dem Markt zu etablieren, ist auf jeden Fall gegeben. Ebenso könnte es aber bei falschen Schritten schnell als Eintagsfliege enden.

Wenn ihr genauer Informationen zu den einzelnen Sets sucht, könnt ihr euch diese auf der offiziellen Nintendo Labo Seite ansehen.

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