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Mario Party 9 – Das virtuelle Brettspiel ist wieder da!

von am 24. März 2012
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Lesezeit: 5 MinutenGanze fünf Jahre nach Mario Party 8 kehrt der beliebte Multiplayer-Spaß wieder zurück – noch nie gab es solch einen großen Zeitabstand zwischen den einzelnen Teilen. Ich möchte jedoch behaupten, dass die längere Pause auch dringend nötig war, denn besonders originell waren die mit ein bis zwei Jahren Abstand rausgehauenen Spiele schon lange nicht mehr. Aber verspricht eine längere Abstinenz der Reihe denn, dass die Programmierer uns jetzt mit Mario Party 9 den größten Partyspaß aller Zeiten ins Haus schicken?

Eine kunterbunte Fahrgemeinschaft

Gleich zu Beginn wird man als alter Mario Party-Veteran schnell stutzig: Das Regelsystem wurde zum ersten Mal innerhalb der Reihe komplett umgekrempelt – ihr bereist jetzt das komplette Spielbrett gemeinsam in einem übergroßen Vehikel. Die einsame Jagd nach Münzen und großen Sternen ist passé, statt dessen bestreitet ihr mit euren Mitspielern einen Weg bis zum Ziel, welcher je nach Spielführer bestimmt wird. Ziel des Spiels sind diesmal die sogenannten Mini-Sterne, die über das gesamte Spielfeld verteilt sind und auch bei den eingestreuten Mini-Spielen gewonnen werden können. Wer an der Reihe ist, bekommt auch die Mini-Sterne, die er während seiner Fahrt streift – wer am Schluss die meisten Mini-Sterne beisammen hat, ist der Gewinner. Natürlich gibt es diesmal auch wieder Minus-Mini-Sterne (blödes Wort) und jede Menge Gemeinheiten innerhalb der sieben Spielbretter, die euch am vorzeitigen Sieg hindern werden. So weit zur Theorie – doch wie schlägt sich Mario Party 9 im knallharten Party-Alltag in geselliger Runde?

Drei Spieler – Drei Bretter – Eine Meinung

Leider konnte ich das Spiel in maximaler Besetzung nicht testen, aber immerhin haben wir zu dritt mit einem doofen CPU-Luigi-Mitspieler die knallbunten Spielfelder unsicher gemacht. Gespielt wurden drei Spielbretter – den Anfang machte hierbei das gemütliche “Toad-Tal”, eine relativ unspektakuläre Map, um das neue Spielprinzip besser kennenzulernen. Der Ersteindruck war gar nicht so übel: Endlich erstrahlt ein Mario Party-Spiel komplett im richtigen 16:9-Format, denn Teil 8 verschwendete damals im Breitbild-Modus durch Zierränder einen Großteil der Auflösung und sah dementsprechend in 4:3 besser aus – vorrausgesetzt, die Konsole war vorher umgestellt. Auch die Wiimote-Unterstützung wirkt nicht mehr so verkrampft aufgezwungen und kam in den von uns gespielten Minispielen recht sinnvoll zum Einsatz, wenn überhaupt.

Ein Highlight kommt selten allein: 80 neue Minispiele

Die einzige Möglichkeit, euren Sieg nicht nur vom Glück abhängig zu machen, findet ihr innerhalb der 80 neuen Minispiele. Wie immer bei Mario Party schwankt deren Qualität zwischen grottig schlecht und ziemlich unterhaltsam. Über einfache Glücks- und Geschicklichkeitsspiele bis hin zu längeren Parcours-Läufen ist so ziemlich für jeden Geschmack etwas dabei, mal mehr mal weniger gut gelungen. Leider markieren die Mini-Spiele (von der guten Sorte) auch den einzigen Höhepunkt des Multiplayer-Spaßes, denn das Spielgeschehen auf dem Spielbrett ist so langweilig wie noch nie geraten.

Früher war alles besser…

Da der Spielablauf durch das neue Spielkonzept immer gleich ist, kommt es schon beim zweiten Spielbrett schnell zu Ermüdungserscheinungen. Nach dem “Toad-Tal” wagten wir einen Ausflug in “Buu Huus Horrorburg”: Bis auf das Szenario und fiesen Geistern, die dem Spielführer den Münzbestand halbieren konnten, hat sich diese Map völlig gleich gespielt. Auf halber Strecke gab es ein Zwischenboss-Minispiel und im Ziel ein End-Minispiel – genau wie auf dem ersten Spielfeld. Nach Bitten und Flehen konnte ich meine Mitspieler noch zu einem dritten Anlauf überreden, diesmal war der “Blooper-Strand” an der Reihe. Statt einem Geist wurden wir hier von einem Hai verfolgt, ansonsten spielte sich diese Map praktisch identisch zu ihren Vorläufern. Auch hier bestätigt sich das große Problem von Mario Party 9: Es fehlt den Spielfeldern an Abwechslung und Spielereinfluss. Natürlich war Mario Party schon immer eher Glückssache als ernstzunehmender Wettstreit, aber durch das Fehlen der Kontrolle über die eigene Spielfigur und die eigenständige Jagd nach Münzen und Sternen geht der Spielwitz in diesem Teil leider völlig flöten. Auch der früher durchaus spielentscheidende Einsatz der Items fällt diesmal weg – außer durch einsetzbare Würfel mit mehr oder weniger Augen werdet ihr kaum Einfluss auf die vorprogrammierte Fahrt nehmen können, die übrigens auch nach einer knappen halben Stunde meistens schon wieder vorbei ist. Auf eine mehrstündige Session mit 50 Runden müsst ihr verzichten – seid ihr einmal im Ziel angekommen, ist das Spiel vorbei.

Fahrstuhlmusik und Bonbon-Optik

Rein technisch gesehen ist Mario Party 9 wieder bewährt zweckmäßig: Poppig bunt, mit nervtötender Dudelmusik – aber die uninspirierte Mucke gehört nunmal einfach dazu, you know the drill. Immerhin ist der voll unterstützte 16:9-Modus jetzt auch mit von der Partie, wurde ja auch langsam Zeit!

Single-Player? Nein danke!

Alleine werdet ihr wenig Freude an diesem Spiel haben. Leider müsst ihr euch aber wieder durchquälen, wenn ihr das Bonus-Spielbrett freispielen wollt – das und viele weitere schlimme Tugenden halten nach wie vor Einzug im 9. Teil: Die ein- und ausleitenden Animationen bei Events, Minispielen, etc. sind wieder viel zu lange und lassen sich nicht überspringen. Auch die CPU-Züge müsst ihr euch wieder gelangweilt mit ansehen. Seit Teil eins wünsche ich mir eine Vorspul-Funktion – ist das denn so viel verlangt? Glücklicherweise konnten wir nur zu dritt auch ohne CPU-Gegner spielen, was den Spielfluss etwas auflockern konnte. Extrem nervig war auch der Einstieg in Minispiele, bei denen die Wiimote quergehalten wird: Erst wenn alle Spieler brav ihre Fernbedienung richtig halten und dies mit Tastendruck bestätigen, geht’s los. Diese Bestätigung ist völlig Banane und unnötig, sieht man im Tutorial-Screen schon, wie das nächste Minispiel bedient werden soll. Umgekehrt dürft ihr später beim Spielbrett dann genausolange auf den letzten Spieler warten, bis dieser seine Wiimote endlich wieder in Richtung Fernseher hält. Spielfluss sieht anders aus.

Fazit – Das Spiel ist aus!

Was habe ich mich auf ein neues Mario Party gefreut. Umso enttäuschter waren ich und meine Mitspieler über den aktuellen Teil. Das verschlimmbesserte Spielkonzept, die abwechslungsarmen Spielbretter und die viel zu selten eingestreuten Minispiele machen aus der Mehrspieler-Party schnell eine öde Fete ohne jeglichen Knalleffekt. Schade eigentlich, konnte der vor zwei Jahren erschienene quasi-Vorläufer Wii Party doch noch so begeistern, obwohl es ja nur eine Art Ableger der Mario Party-Reihe war.

Wenn ihr wirklich Bock auf ein neues Mario Party habt, leiht euch Teil 9 lieber erstmal zu einer Probe-Session aus. Auch wenn das Spiel für ein halbes Stündchen durchaus Spaß macht, lässt sich bei längerer Spielzeit nicht leugnen, dass es letztendlich einer der schwächsten Teile der Reihe geworden ist. Wer was vergleichbares sucht, wird mit Wii Party wesentlich glücklicher, sofern er es noch nicht besitzt.

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