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LEGO Marvel Super Heroes – Eine große Tüte voller Nerdigkeit

von am 25. November 2013
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Man nehme eine große Packung voller Superhelden, mische sie mit witzigen Sprüchen, verrückten Anspielungen, New York und einer riesengroßen Box voller Legosteine und heraus kommt das neue Videospiel von TT-Games. Das ultimative Nerderlebnis des Jahres. Nein, es geht nicht um den X-Men: Days of Future Past Trailer, sondern um LEGO Marvel Super Heroes.

In der nicht allzu weit entfernten Zukunft plant Dr. Doom die ultimative Rache an den vereinten Superhelden von New York. Er will die mächtigste Waffe aller Zeiten bauen, bestehend aus den übermächtigen Cosmic Bricks, die sich im Besitz verschiedenster Forschungseinrichtungen befinden, und mit dem Tesseract angetrieben werden soll. Um sein Ziel zu erreichen, schließt er sich mit den größten Superschurken seiner Zeit zusammen. Darunter der Grüne Kobold, Magneto, Dr. Octopus, Loki, Red Skull und Sabretooth.

Und niemand kann sie aufhalten. Niemand? Naja, niemand außer den Avengers (in Form der Gruppierung aus dem Film von 2012), den Fantastic Four, den X-Men und gefühlt jedem Marvel-Helden, der gerade nichts Besseres zu tun hat, als ein wenig die Welt zu retten – oder zumindest New York. Zusammen kämpfen sie gegen das schier übermächtig Team von Superbösewichten, die durch ihre Skrupellosigkeit und ihre Hinterhältigkeit der Erfüllung ihres Plans immer näher kommen.

Erzählt wird diese Geschichte in kurzen Episoden, bei denen eine bunte Mischung aus Superhelden zu einem berühmten Ort in New York gesendet wird, um dort gemeinsam ein Verbrechen zu verhindern und die Unschuldigen zu retten. Nach und nach müssen sich die Helden hierbei durch das Dexter-Building, den Stark- oder den Oscorp-Tower kämpfen, die Schaaren von Handlangern besiegen und es dann mit ihrem Anführer auf sich nehmen. Doch am Ende von jedem Kampf landet ein neuer Cosmic Brick bei Dr. Doom, denn Schurken kämpfen niemals fair und bereiten somit den großen Finalkampf zwischen den vereinten Helden und den finsteren Mächten des Universums vor.

Gameplay: the same procedure as last year

Wer ein LEGO-Spiel der letzten Jahre gespielt hat, kennt im Endeffekt alle nachfolgenden, denn zumindest am Grundprinzip ändert sich nicht viel von Spiel zu Spiel. Der Spieler bekommt pro Episode mindestens zwei Spielfiguren mit unterschiedlichen Fähigkeiten zur Auswahl, mit denen er sich durch den Level prügeln muss. Ob man Legogebilde, die irgendwo herumstehen, oder Gegner zerstört – ein anderes Wort beschreibt kaum die in Einzelteile zerfallenden Legomännchen – ist eigentlich egal, den beides gibt Studs – die Spielewährung. Ab und an findet man Sammelobjekte oder rettet Spielfiguren, bevor es zum Showdown und damit zum Ende des Levels kommt.

Nach jedem Level schaltet man neue Figuren frei, mit denen man von dort an im Freien Spiel die Level erneut besuchen kann. Und dies ist auch notwendig, wenn man 100% des Spiels schaffen möchte, denn pro Level gibt es unterschiedliche Aufgaben, die nur mit bestimmten Fähigkeiten gelöst werden können, die man nach und nach erst mit neuen Charakteren freischalten kann.

Entwickler Travelers Tales Games hat also nichts geändert? Natürlich gibt es, wie jedes Jahr, kleine Neuerungen, die das Spiel dynamischer gestalten. Bisher gab es jeweils ein festes Set von drei-vier Fähigkeiten, die zu einem Figurentyp gehörte. In Lego Star Wars konnten Jedis beispielsweise die Macht einsetzen, hoch springen und mit Laserschwertern kämpfen, während Rebellen Schusswaffen hatten und mit Seilen an Gebäuden hochklettern konnten. Nun gibt es bestimmte Attribute, die wild vermischt wurden, um die Marvel-Superhelden möglichst genau abbilden zu können. Dazu gehören zum Beispiel: Netze oder Seile zu schießen, hohe Intelligenz, Telekinese, Stärke, die Fähigkeit unsichtbar zu werden, ein sechster Sinn, Wände zerbrechen, Eis-, Feuer- und Elektroattacken, sowie den Einsatz von Schilden. Thor, Hulk und Wolverin können zwar alle drei Wände zerstören, ansonsten unterscheiden sie sich jedoch gewaltig in ihren Fähigkeiten. Während Hulk einfach nur stark ist, kann Thor Elektroattacken benutzen und fliegen, während Wolverin einen sechsten Sinn besitzt und bestimmte Schalter betätigen kann.

Diese Neuerung verändert das Gameplay in gewaltigen Maße, da man nun nicht mehr zu jeder Zeit zwischen zehn verschiedenen Figuren wechseln muss, wie es leider in LEGO: Herr der Ringe der Fall war, sondern dass man mit drei bis vier Figuren, in der richtigen Kombination, die meisten Aufgaben lösen kann. Netterweise hat man gleichzeitig eine Figurenauswahl von circa 130 Helden und Antihelden zur Auswahl. Darunter finden sich neben den Marvel-Größen auch Helden wie Squirrel Girl oder Stan Lee.

Abgesehen von den festen Episoden können weiterhin Open World-Aufgaben gelöst werden. Diese erstrecken sich über ganz New York. Hierbei müssen die Helden verschiedenen Bewohnern bei ihren Problemen helfen. Dabei geht es meistens um triviale Dinge, wie: besorge einen Questgegenstand, bringe einen Gegenstand von A nach B, finde eine vermisste Person, begleite eine Person sicher von A nach B oder betätige bestimmte Schalter. Hierfür bekommt man, wie schon in den vorherigen Legospielen üblich, goldene Steine. Um die 100 Aufgaben sind in diesem Spiel über die Stadt verteilt. Zusätzlich muss man den Comicbuchautor Stan Lee immer wieder aus Gefahrensituationen retten.

Für diesen Test wurde die Wii U Version des Spiels verwendet, bei der das Gamepad wahlweise eine Umgebungskarte, die gerade aktiven Spielfiguren oder das komplette Spiel anschaubar ist. Gerade die Umgebungskarte ist bei den Ausflügen durch New York sehr hilfreich und auch das Spielfigurentool ist eine schöne Neuerung. Endlich muss man nicht mehr wie doof durch sämtliche Spielfiguren wechseln, bis man die erwischt hat, die man eigentlich gerade spielen möchte. Leider schließt sich das Tool nach jedem Gespräch oder Videoeinspielung wieder, so dass die Funktion nur halb so toll ist, wie sie sein könnte.

Leider wurden auch gerade die zwei großen Bugs, die schon seit LEGO Star Wars: The Video Game (2005) auftauchen, nicht gefixt. Große Mengen an Gegner sorgen immer wieder für Ruckler im Spiel, was hoffentlich auf anderen Plattformen nicht mehr der Fall ist und vor allem respawnen Figuren teilweise immer noch im Fallen, anstatt an der Klippe oder Kante und wie es eigentlich sein sollte. Dies sorgt jedes Mal wieder dafür, dass man eine Episode neu anfangen muss. So schwierig kann es doch nicht sein diesen Fehler zu beheben oder?

Zumindest kann man sich zu zweit über diese Fehler ärgern, denn es gibt wieder einen Koop-Modus. Beide Spieler können dabei zusammen die Episoden durchspielen oder Open-World-Aufgaben lösen. Dank Split-Screen funktioniert dies wirklich sehr gut und erhöht den Spielspaß noch einmal um ein Vielfaches.

Grafik und Sound: Gigantische Legogebilde und zurückhaltende Musik

Die Grafik hat sich in den letzten Jahren nur marginal verändert. Immer noch gibt es eine gewisse Plastikoptik, die dem Spieler das Gefühl gibt, gerade durch eine riesige Legostadt zu laufen, die ein paar leicht autistische Kinder aufgebaut haben. Was sich jedoch wirklich verändert hat, ist die Detaildichte. An kleinen Souvenirständen in der Stadt hängen winzige Sonnenbrillen, wenn Fässer und ähnliches kaputt gehen tritt eine Flüssigkeit aus, die durch herumfliegende, kleine Legogegenstände verdeutlicht wird und die einzelnen Figuren haben alle ihre kleinen Details. Ob Nick Fury, der mit winzigen Burgern in der Hand herumläuft, Wolverin, der seine Klauen in der Hand hält (wie bei der wirklichen Legofigur) oder Tony Stark, der an einer Stelle seinen Iron Man-Anzug verliert und danach Stilecht in Herzcheboxershorts unterwegs ist, die Details bilden die einzelnen Figuren sehr realistisch ab und erwecken sie dadurch ein Stück weit zum Leben.

Dies geschieht auch über den Ton. Wie in den Vorgängern, ist auch dieses Spiel komplett synchronisiert. Die Figuren unterhalten sich dabei nicht nur während der Handlungsdialoge, sondern geben auch Kommentare während der Missionen ab. Dabei gibt es knapp 30 Synchronsprecher für 130 Figuren, was überhaupt nicht auffällt. Dass Professor Xavier und Spider-Man den gleichen Sprecher haben, merkt man in der englischen Version absolut gar nicht. Mich freut besonders, dass Troy Baker – Joel aus The Last of Us und Valvatorez in Disgaea 4 – als Loki und J.A.R.V.I.S. mit dabei ist.

Leider ist die Musik dieses Mal wirklich sehr unauffällig ausgefallen, so dass kaum eine Melodie hängen geblieben ist. Zumindest fällt sie nicht negativ auf, sondern begleitete den Spieler sanft durch das Spiel. Und gerade als ich dachte, dass das Spiel den vermeintlich langweiligsten Soundtrack der letzten Jahre haben müsste, hat mich das finale Kampflied in der X-Men-Villa (< href="http://www.youtube.com/watch?v=gNsxHB6OecE" target="_blank">ab 15:07) eines besseren belehrt. Okay, ein Kampflied, das klingt, als hätte man es aus Tekken kopiert, macht leider noch keinen guten Soundtrack.

Fazit: Marvelfanservice auf hohem Niveau

Bei diesem Spiel kommen Marvelfans wirklich auf ihre Kosten. TT-Games hat einfach sämtliche beliebten Marvelhelden in ein Spiel gepackt, New York und alle wichtigen Gebäude darin aus Lego nachgebaut und dann alles mit einer relativ simplen, aber sympathischen Geschichte verbunden. Der Spieler wird hin und her gerissen zwischen „Wie cool ist das denn?!“ und „Oh mein Gott, ist das niedlich!“, was grundsätzlich die beiden Attributen sind, die den Charme der Legospiele ausmachen. Die Orte und Figuren strotzen nur so voller kleiner Details, die Synchronsprecher sind wirklich großartig und die Musik – naja, sie stört nicht. Alles in allem ergibt es ein wirklich sehr nerdiges, witziges und unterhaltsames Spiel. Leider immer noch mit Respawn-Bug.

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