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Korbleger, kein Slam Dunk – NBA 2K18

von am 12. Oktober 2017
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Für Fans von:

Sport, speziell Basketball Fans

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amzn.to/2g2M3zU

Pluspunkte

+ Stadionästhetik perfekt eingefangen
+ Spielerdetails im Spiel
+ bombiger Soundtrack

Minuspunkte

- Karrieremodus wirkt gescripted
- Ingame-Währung = Pay-To-Win
- fehlende Mimik und Gestik außerhalb der Spiele

Editor Rating
 
GAMEPLAY
7.0

 
GRAFIK
9.0

 
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Zusammenfassung
 

NBA 2K18 setzt ein starkes Statement für Sportsimulationen. Mit atemberaubender Grafik, detailgetreuer Stadionästhetik und einer guten Spielphysik kommt der etablierte Basketball-Klassiker gut aus den Startlöchern. Ein perfekter Soundtrack aus Rap, Trap und Rock der letzten Jahre wird rundet das ganze hervorragend ab. Einige Kanten bleiben jedoch. Steife Interviews und Kommentatoren sowie der anscheinend festgeschriebe Karriereverlauf schmälern das ansonsten gute Spiel phasenweise leicht bis mittelschwer.
Das Pay-To-Win-Prinzip der Karriere stößt ebenfalls bitterböse auf.

 

Nicht nur EA werkelt seit 1995 an der Videospieladaption der NBA. Mit der NBA 2K-Reihe entwickelt Visual Concepts seit 1999 anfangs noch für SEGA Sports und seit 2005 für 2K Sports seine eigene Show auf dem Parkett. Mit NBA 2K18 halten wir, natürlich, den neuesten Teil der Hauptreihe in der Hand. Und der hat es nicht nur grafisch in sich.

Content bis zum Geht­nicht­mehr

Denn NBA 2K18 kommt mit reichlich Spielmodi, Online wie Offline, daher. So kann man das Spiel mit all’ seinen Kniffen in der 2KU erlernen, einem All-Star-Game im Internet beitreten oder die Begegnungen des aktuellen NBA-Spielplans nachspielen. Wem einzelne Spiele nicht genügen, der kann sich im “Mein GM/Meine Liga”-Modus selbst sein Dreamteam zusammendraften und die Playoffs erstürmen oder eben seine ganz eigene Liga gründen. Für die kompetitiven Onlinezocker kehrt mit “Mein Team” auch die Basketballvariante von FIFAs “Ultimate Team” zurück. Die größte Aufmerksamkeit zieht aber wohl eher der Karrieremodus auf sich, dem wir uns gleich widmen.

Das allgemeine Augenmerk liegt bei NBA 2K18 vorallem auf der Grafik. Spieler sind mit allen Details wie Frisuren und Tattoos realistisch wie nie ins Spiel gebracht worden. Mit Ritualen wie Tänzen, Handshakes und den eigenen Spieleigenheiten wie Freiwürfen und Dribblings, sind die Spieler ihren NBA-Counterparts unglaublich nah und bereichern die Optik des Spiels gewaltig.

“The Road to 99”

Jetzt, wo die Karrieremodi wie “The Journey” erstaunliche Dimensionen erreichen, muss man natürlich gleichziehen. Dabei erschafft NBA 2K18 ein ganzes Kleinstadtviertel, das erstaunlicherweise immer ein Trainingscenter des Vereins zu beherbergen scheint, bei dem ihr unterschreibt. Spaß beiseite: Ihr schlüpft in die Rolle von DJ, der den Sport hinter ich gelassen hat, um sich einen Namen zu machen. Zufällig hält die NBA in der Nachbarschaft ein kleines Testlager ab, bei dem das Feuer für den Ball erneut in DJ entfacht wird, er die Schuhe schnürt und sich auf dem Weg zu den Try-Outs macht.

Mit entsprechender Leistung, tritt ein Agent eures Lieblingsvereins an euch heran, den ihr vorher benannt habt. Dieser lädt euch zu einem weiteren Try-Out ein, um sich für die erste Mannschaft zu empfehlen oder zumindest in der G-League, sozusagen der zweiten Liga, eingesetzt zu werden. Ab hier geht der Profi-Alltag los. Trainingseinheiten, Fitnessstudio, eventuelle Agentengespräche oder Networken sind angesagt. Auch das Telefon bedarf nun ständig eines Blickes, nicht zuletzt der SocialMedia wegen. Wer nebenbei noch die Muße findet, kann sich auf den lokalen Plätzen Duelle mit anderen Spielern aus aller Welt liefern, den Dunk-Contest dominieren und andere Mini-Spiele genießen, die nebenbei nicht nur etwas Kohle bringen.

Denn auch die Skill-Plaketten geben ihr Comeback. Mit diesen könnt ihr, neben euren regulären Werten, auch noch spezielle Fähigkeiten wie eure Dunks über Verteidiger oder extrem schwere Würfe verbessern. Die Plaketten trainiert ihr dabei in den Spielen und beim Training und jede Plakette wird durch andere Aktionen trainiert.

Mehr als nur eine Wohn-und Spielgegend

Natürlich dreht sich in der Nachbarschaft nicht alles nur um Sport. Schuhe, Klamotten, Sports Gear und auch Kopfhörer gehören zum guten Image eines Sportlers, welches ihr ja nun auch erreichen solltet. So gibt es entsprechende Läden in unmittelbarer Nähe. Die Besonderheit bildet dabei die “2K Zone”. Der kleine arcarde-ähnliche Laden lässt euch die Sportergebnisse tippen, Körbe wie auf der Kirmes werfen und beim NBA Trivia Quiz mitmachen, bei dem ihr euch mit richtigen Antworten das Konto etwas aufbessern könnt.

Zudem dient die Nachbarschaft von NBA 2K18 auch als großer Multiplayer-Hub. Mit den Walk-On -Arenen könnt ihr euch ein Team aus echten Spielern zusammenstellen und die Rangliste erklimmen oder allein die Halle betreten, um zufällig mit neun anderen Spielern gepaart zu werden.

Mit Unbekannten zu spielen birgt durch mangelende Spielpraxis oder zu geringe Werte natürlich auch immer ein Problem zu Lasten der Spielqualität. NBA 2K18 hat dagegen jedoch eine angenehme Lösung. Ein Spieler, der mit seinen Aktionen seine Spielerbewertung (Notenartiges System von A-E) herunterzieht, wird ab einem gewissen Wert mit einer höflichen Nachricht aus dem Spiel entfernt und durch eine angemessene KI ersetzt.

Nicht alles was glänzt…

..ist auch Gold. Zu Beginn der Karriere war ich Feuer und Flamme für den Weg, den ich gehen werde. Allerdings gibt es wenig bis gar kein Briefing zur Steuerung oder zum Aufwerten seines Charakters. Die Anfänge lassen sich jedoch durch “learning by doing” ganz gut aneignen, wenn man sich nicht dem Tutorial unterziehen möchte. So vergingen die ersten Wochen und Spiele, manche gingen verloren, manche gewannen meine Bulls, teilweise mit und ohne mich. Die ersten Plakettenpunkte kamen rein, aber meine Gesamtwertung stagnierte bei 60. Auch auf dem Feld merkte ich die kleinen Trainingserfolge quasi kaum. Bis ich durch puren Zufall auf das Menü stieß, das mich meine Werte verbessern ließ. Mit den bisher gesammelten Münzen schraubte ich Korbleger, Dunks und Tempo erstmal nach oben. Münztechnisch gilt später die Faustregel: Zwei Spiele sind ein Punkt auf den Fähigkeitsbalken. Aber auch diese Regel wird in den höheren Bereichen hinfällig.

Allerdings beeinhaltet das Münzsystem eine viel tiefgehendere Problematik. “VC”, die Währung des Karrieremodus, ist gleichzeitig auch die Währung, mit der man im “Mein Team”-Modus, neben der spielbar erwerbbaren Münzen, auch Packs erwerben kann und die sich mit Echtgeld aufstocken lässt. Ein solches Modell wirkt reichlich undurchdacht und macht auch nicht den besten Eindruck im Bezug auf Funktionalität. Da muss sich NBA 2K18 den Vorwurf gefallen lassen, dass man nicht nur auf den Mikrotransaktions-Zug aufspringen, sondern auch eine ganz neue Form der Gier einführen wollte. Das Internet läuft bereits Sturm gegen das Pay-To-Win-Prinzip.

Denn egal, wie gut man sich in der NBA schlägt, es fühlt sich stets so an, als wäre die Saison vorgeschrieben. Manchmal führt mein Team zur Halbzeit mit 20 Punkten oder mein Spieler allein legt eine Wahnsinnspartie hin, kann am Ende die Niederlage dennoch nicht verhindern und so gehen sichere Spiele mal knapp und mal mit einem 30 Punkte-Blowout verloren. Auch SocialMedia fühlt sich traurigerweise sehr gescripted an. So bezeugen viele Tweets bei einem Sieg wie gut DJ, also ihr, wieder gespielt hat oder was er in einem Interview gesagt hat. Das fühlt sich bei Spielen, wo DJ lediglich fünf Punkte und einen Assist verbuchen konnte, einfach falsch an und bestätigt den Verdacht, dass der Karriereverlauf sehr klar strukturiert zu sein scheint. Wofür man wirklich kämpfen kann, sind die Startformation, die Titel “Rookie of the Year” und “MVP” oder sogar die Einladung zum “All Star Game”.

Aber auch die Optik hat einen Knick

Die Ästhetik der einzelnen Sportstätten sucht definitiv ihresgleichen. Bodenbelag, Ränge, Werbebanden und die große Infotafel in der Mitte sind entsprechend der echten NBA hervorragend in Szene gesetzt und verbreiten zusammen mit dem Blitzlichtgewitter aus den Oberrängen grandiose Stimmung. Allerdings vermissen wir die grafische Finesse bei den Einspielern und Kommentatoren der “2K Sports Show”, die eure Spiele jeden Abend präsentieren und denen auch der große Shaquille O’Neal beiwohnt. Denn Mimik und Gestik ist den Personen offensichtlich gänzlich abhanden gekommen und stimmt nahezu nie mit dem Gesprochenen überein, bzw. ist gänzlich unsichtbar.

Ende des letzten Viertels – Das Fazit

NBA 2K18 bewirbt sich als das kompletteste Sportspiel des Jahres und das ist tatäschlich nicht weit hergeholt. Mit reichlich Content, Spielmodi und einem fabelhaften Soundtrack ist dem Basketballfan hier eigentlich alles gegeben, was er sich wünschen kann. Mit den aktuellen Teams der NBA, sowie den historischen und All-Star-Ausführungen jener, ist auch den alten Hasen jeder Wunsch von den Lippen abgelesen. Jordan, Rodman, Pippen, sie alle sind dabei. Leichte bis mittelschwere Abstriche müssen durch eine leicht mangelnde Grafikdisziplin vorallem im Karrieremodus gemacht werden. Allgemein bleibt die “Road to 99” noch einiges schuldig. Die offensichtlich gescripteten Spielverläufe und wenigen Erklärungen, wie es in der Nachbarschaft zugeht, schmälern das ansonsten spannende Erlebnis, welches der Modus mit sich bringt. Ob und was noch gefixed wird, wird sich zeigen. Vorallem das Aufsteigen innerhalb der Karriere ohne zeitaufwendiges Grinden wäre eine willkommene Änderung.

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