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Hitman – Du hast da was am Hinterkopf!

von am 19. März 2016
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Lesezeit: 7 MinutenOb Klaviersaite, Pistole oder Gift, alles ist erlaubt! Mit dem Intro-Pack startet ein neues Hitman-Abenteuer, diesmal in episodischer Form. Was das für’s Gameplay bedeutet, und ob sich der Einstieg in das mörderische Spiel jetzt schon lohnt, zeigt sich jetzt schon recht deutlich. Wer also bereits mit dem Titel liebäugelt oder sich noch fragt ob er nach so einer langen Zeit Hitman-Entzug bereit ist sich auf was Neues einzulassen, sollte das hier unbedingt lesen!

Frei nach dem Motto “Erstmal reinschnuppern” gibt es nun die erste Episode des neuen Hitman-Spiels als Intro-Pack. Das ist besonders praktisch für all Jene, die dem neuen Titel noch etwas skeptisch gegenüber stehen, oder erst mal das Auftragskiller-Business austesten wollen ohne gleich einen Vollpreis-Titel zu kaufen.
Wer direkt einen Haufen Content erwartet, den mag ich an dieser Stelle gleich erstmal desillusionieren:
Das Intro-Pack besteht aus insgesamt drei Leveln, einer Trainingsmisson, der Abschlussprüfung, und der ersten Hauptmussion “Showstopper”. Klingt nicht unbedingt nach viel, und je nach Spielstil haben sich die drei Missionen auch schon nach kürzester Zeit erledigt. Ein Lichtblick ist aber der Wiederspielwert der Level, welche das Spielerlebnis der ersten Episode um einiges verlängern.

Good evening, 47. – Neues von Hitman

Klassisch für den “Pseudo-Reboot” der Reihe fangen wir natürlich ganz am Anfang an. Denn der neue Titel knüpft nur sanfte Bande mit der bereits bestehenden Reihe.Wir starten bei Agent 47 Aufnahme bei der International Contract Agency, oder kurz ICA. Hier stellen wir uns der Trainingsmisson und der anschließenden Abschlussprüfung unter den wachsamen Augen von Diana Burnwood, unserer zukünftigen Betreuerin, und Erich Soders dem Trainingsleiter der ICA.

Wer sich jetzt fragt was warum der Protagonist 47 heißt, wer diese Diana ist, und was die ICA so treibt, hat sicher noch keinen der Vorgänger gespielt und dadurch einige gute Spiele verpasst. Als Klon zum perfekten Killer ausgebildet arbeitet 47 für die ICA. Eine Agentur zu Beseitigung unerwünschter Personen, um es mal nett auszudrücken. Diana ist dabei die Betreuerin von 47 und kümmert sich um die Operationen im Hintergrund.

Im neusten Teil treffen wir nun schon als Anwärter auf Diana und stellen uns quasi dem Vorstellungsgespräch der ICA in Form eines Übungsattentats. Auf den Trainingsanlagen stellen wir also unser Können unter Beweis.
Verkleidet als Mechaniker, Wache oder Soldat, aber immer unauffällig infiltrieren wir die Anlagen in denen sich unser Ziel befindet. Hierbei handelt es sich einmal um ein Boot, ein anderes mal um eine Militäranlage.
Drinnen schleichen, eliminieren und manipulieren wir so viel wir wollen. Leise, unauffällig und tödlich infiltrieren wir die Gebiete und bereiten alles darauf vor zuzuschlagen . Helfen tun dabei die Vielzahl von Verkleidungen, welche wir überwältigten Personen abnehmen können. So erhalten wir zu bestimmten Bereichen Zugang ohne bemerkt zu werden, einzig und allein NPCs der gleichen Gruppe können uns dann noch erkennen. Wer ganz viel Glück hat, erwischt auch mal einen einzigartigen NPC dessen Verkleidung dann uneingeschränkten Zugang gewährt, das ist unheimlich praktisch und macht das weiter Vorgehen sehr viel leichter.
Zum Abschluss der Mission erledigen wir unsere Ziele und ziehen uns zurück als seien wir nie da gewesen. Ob wir die Sache nun kalt und kalkuliert angehen, oder einfach wie einen tragischen Unfall aussehen lassen und uns dann aus dem Staub machen, ist ganz uns überlassen.

Danach geht es auf nach Frankreich, hier richtet das Designerlabel Sangiune eine Modenschau mit Haute Couture und coolem Electro aus.
Der Schauplatz, eine Villa, voll gepackt mit der High-Society, Presse, Event-Technikern und dem Sicherheitsdienst CICADA.
Doch was nur die wenigsten wissen, hinter der Fassade der Modenschau findet eine geheime Auktion statt. Dort werden keine Kleider sondern geheime Non-Official-Cover-Listen über britische Agenten und weitere geheime Daten versteigert. Denn was die wenigsten wissen, Viktor Novikov und Dalia Margolis, sind nicht das harmlose Deigner und Ex-Model Paar das sie vorgeben zu sein.
Sie leiten IAGO, ein skrupelloses Spionage Netzwerk. Da ist es nicht ungewöhnlich, das 47 auf die beiden angesetzt wird. Stück für Stück infiltrieren wir also das Event und begeben uns an die Arbeit.

Mit weiteren Details über die Level halte ich mich an dieser Stelle lieber zurück, denn das Sandbox-System des neuen Hitman zeigt hier was es kann. Eine ganze Menge Möglichkeiten die sich nach Lust und Laune kombinieren lassen ergeben hier einen tödlichen Mix. Vorrausgesetzt man lässt sich nicht erwischen.

Target eliminated. – Kreative Killerpläne

Überall in den Leveln finden sich diverse Möglichkeiten sich unserer Ziele anzunehmen. Ob ganz klassisch mit der Pistole, oder völlig unbemerkt mit Gift, man kann hier mixen und kombinieren wie einem lustig ist. Das Spiel unterstützt diese Spielweise durch an jeder Ecke platzierten Möglichkeiten und Waffen. In der Küche finden wir Rattengift, im Bad eine Scheere, oder wir mixen unauffällig etwas Gift in den Champagner der am Buffet steht.

Es macht verdammt viel Spaß immer neue Gelegenheiten zu entdecken und den Auftrag an die Grenzen zu treiben. Denn natürlich sind nicht alle Vorgehensweisen sonderlich diskret und bringen 47 schnell in ernste Schwierigkeiten.
Dieses sehr offene System wird durch die Trainingsmissonen perfekt eingeführt. Denn zunächst werden wir einmal Komplett mit der Unterstützung von Diana durch die Möglichkeiten und Regeln geführt, bevor wir dann volle Handlungsfeiheit erhalten.
Durch die ansteigende Größe und Komplexität der Level bleibt die Lernkurve konstant und überfordert nicht sofort.

Wer von der großen und komplexen französischen Villa dennoch eingeschüchtert sein sollte kann auch jederzeit nach so genannten Gelegenheiten ausschau halten. Diese werden zufällig während der Mission entdeckt, durch das belauschen von Gesprächen oder das Finden von Briefen und Dokumenten. Wollen wir die Gelegenheit annehmen braucht es eigentlich nicht mehr als einen Klick, und wir bekommen ein Mini-Briefing von Diana zur Planung der nächsten Schritte.
Ist eine Gelegenheit aktiv können wir ganz einfach dem auf der Karte und über einen Marker angezeigten Aufgaben folgen und bekommen so einzigartige Möglichkeiten unsere Ziele zu erledigen. Wem der angezeigte Marker zu simpel ist und den Spielspaß raubt, kann diesen natürlich auch ausblenden lassen und versuchen selber herauszufinden was nun zu tun ist, so wie es die wahren Killer tun!
Startet man eine Gelegenheit gibt es jedoch ein Problem: Man weiß nicht was am Ende passiert, jedenfalls nicht beim ersten Durchgang. Natürlich geben das Briefing und die Beschreibung eine grobe Zusammenfassung. Doch kann es auch sein, dass man den Plan bis zum Ende befolgt und dann feststellen muss das es komplett unnütz war. Das kostet Zeit und frustriert unnötig.

Das ist aber nunmal der Preis eines Sandbox-Designs. Welches IO Interactive durch viel input der Fans wieder einführte, denn da wurde klar, dass das Gamedesign von Hitman:Bloodmoney zurückkehren müsste. Wo das SDesign von Hitman Absolution durch seine eingebauten Schlauchlebel zwar Plot-Twists und Story einfacher einbinden konnte schlägt der neue Titel die perfekte Brücke.
Die Story entfaltet sich hier daher in kleinen Hinweisen, um danach in einer Zwischensequenz aufgelöst zu werden. Die Story wird zwar hauptsächlich in Zwischensequenzen erzählt, dann aber in den Leveln selber vertieft und ausgereift. Das wirkt stimmig und bietet eine gute Mischung aus offenen Umgebungen und vorgegebener Handlung.

Excellent work, 47. – Wiederspielwert wie er sein sollte

Wer glaubt mit einem einfachen Kill, sei die Sache gegessen hat sich aber stark geirrt. Nach dem Abschluss der Storymission geht’s erst richtig los. Das Level kann nämlich immer wieder und wieder gespielt werden, und durch vorranschreitende Erfahrung schalten wir neue Waffen und Startpunkte auf der Map frei. Das hilft massiv dabei das Hitman trotz der wenigen Stages nicht schon nach kurzer Zeit an Wert verliert.
Mit der Wiederholung lernen wir auch die Umgebung kennen, lernen wo was ist, welches Ziel sich wann so aufhält und wie man am besten vorgeht.

Dann wären da noch Herrausforderungen, Aufträge auf den gleichen Maps, bei denen wir aber andere Ziele ausschalten müssen. Gekoppelt mit einigen Herausforderungen kann das ganz schön knifflig werden. Auch können eigene Herrausforderungen erstellt und mit anderen Spielern geteilt werden, vorrausgesetzt man selber schließt die erstellte Mission dann auch erfolgreich ab.

Apropos erfolgreich, das ist auch die Optik von Hitman! Nicht nur sind die Level wirklich bis zum Rand voll mit NPC’s die miteinander interagieren und der Umgebung ein Eigenleben geben, sondern wirkt der Look von Hitman einfach perfekt, alles ist durchgestyled und detailreich, einfach schön!
Ja, wir müssen zugeben ein wenig bunter hätte das ganze schon sein können, denn auch wenn es passend wirkt, sind die Farben dennoch ein wenig ausgewaschen und blass. Das ist schade, denn hier findet sich viel Potential noch etwas mehr aus dem Spiel herraus zu kitzeln.
Auch wird das gekonnte Adlerauge erkennen das sich einige der NPC-Modelle wiederholen, und Animationen und Routen stets gleich ablaufen. Das ist aber nicht weiter schlimm, da es beim normalen spielen nicht auffällt. Bei der Anzahl an Personen, kann man aber auch nicht erwarten das jedes Modell individuell ist, drücken wir also einfach mal ein Auge zu!

Die GUI von Hitman ist minimalistisch und unauffällig. Personen die unsere Tarnung auffliegen lassen könnten sind mit einem weißen Punkt über dem Kopf markiert, sehen sie uns erscheint ein weißer Halbkreis der zeigt in welche Richtung wir schnell die Sichtlinie unterbrechen sollten. Die Alamiertheit von NPCs wir zudem über Ausrufezeichen und Fragezeichen gekennzeichnet, also ob sie uns verdächtigen oder uns jagen.
Einzig und allein unsere ausgerüstete Waffe und die Minimap bleibt immer sichtbar und markiert uns zudem unseren aktuellen Status und ob wir in der aktuellen Verkleidung ohne Probleme im entsprechenden Bereich herumlaufen dürfen.
Alles andere wird über Menüs geregelt, hier liegt leider das größte Problem von Hitman! Einzig und allein das Menü zum Wechsel von Waffen ist schnell zu erreichen und reaktiv. Alles andere ist langsam und stockend. Ein kurzer Blick auf die Übersichtskarte oder das checken der Missionsziele wird dadurch zur Tortur mit unnötiger Klickerei und Wartezeiten. Das macht einfach keinen Spaß!
Allgemein ist die Ladezeit von Hitman nicht gerade das gelbe vom Ei. So verbringt man jede menge wertvolle Spielzeit in Ladebildschirmen.

The money has been wired to your account.

Alles in allem macht Hitman seine Sache verdammt gut und legt damit eine perfekte Grundlage für die kommenden Episoden. Diese führen 47 dann nach Italien und Afrika, es bleibt also spannend wie es weiter geht.
Bis auf die langen Ladezeiten und die klobige Menüführung, gibt es wenig an Hitman auszusetzen. Diese kleinen Markel können durch Patches durchaus ausgeglichen werden.
Besonders eingesessene Hitman Fans werden dir Rückkehr zu den offenen Levels zu schätzen wissen und sind hier bestens beraten zuzuschlagen! Es sollte auch erwähnt werden, das keine deutsche Sprachausgabe verfügbar ist, aber alles sehr gut mit Untertiteln ausgestattet ist. Schlimm ist das nicht unbedingt, da 47 ohnehin wenig redet, Dialoge zwischen den NPCs nicht wirklich relevant sind, und die Stimme von Diana einfach zu toll ist um sie nicht hören zu wollen!
Mit 15€ ist das Intro-Pack durchaus erschwinglich und bietet trotz des geringen Umfangs einen weitreichenden Wiederspielwert der sich sehen lassen kann.
Einzig und allein der Story-Teil von Hitman lasst uns etwas hängen, es wird eine spannende Geschichte angefangen, welche in einem Cliffhanger endet bevor sich auch nur ansatzweise ein roter faden entwickeln kann.
Wer darüber hinwegsehen kann und Lust auf stealthlastige und einfallsreiche Killer-Action hat kann hier erstmal reinschnuppern bevor man sich dann für die Vollpreis-Variante entscheidet.
Hitman Fazit Grafik

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