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Guilty Gear Strive – Fighting-Game-Fans, Unite!

von am 4. Juli 2021
DETAILS
 
Spieldauer:

Story : ~4 Stunden

Für Fans von:

Dragonball Fighter Z, Blazblue und Fighting-Games im Allgemeinen

Amazon-Link:

amzn.to/3oL8qL5 WERBUNG

Pluspunkte

+ einsteigerfreundlich
+ abwechslungsreiche Charaktere
+ spannende Kämpfe

Minuspunkte

- zum Teil sehr lange Ladezeiten
- kein spielbarer Story-Modus

Editor Rating
 
GAMEPLAY
9.0

 
GRAFIK
10

 
SINGLEPLAYER
8.0

 
MULTIPLAYER
7.0

 
SOUND
9.0

Gesamt-Wertung
9.0

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GAMEPLAY

 
GRAFIK

 
SINGLEPLAYER

 
MULTIPLAYER

 
SOUND

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Zusammenfassung
 

"Guilty Gear Strive" ist das Kampfspiel für Anfänger und Profis zugleich. Das hat sich Arc System Works groß auf ihr Banner gedruckt. Mit einem starken Roster an Charakteren kann es der Spieler entweder allein, zu zweit oder im Onlinemodus richtig krachen lassen. Um einen Überblick über das Spiel zu gewinnen, gibt es nicht nur ein Tutorial, sondern auch einen Missionsmodus. Das Gameplay wird unterstützt durch hochpolierte Grafik und einem rockigen Soundtrack. Ein animierter Anime Film erzählt die Geschichte um den Protagonisten Sol Badguy der mit den Charakteren des Spiels eine weitaus größere Bedrohung bekämpft. Die sehr langen Ladezeiten rauben zwar ein wenig Lebenszeit, aber die Action und die Aufmachung von "Guilty Gear Strive" machen das locker wieder wett.

 

Lesezeit: 8 MinutenMit Guilty Gear Strive meldet sich eine der Fighting-Game-Größen zurück. 1998 kam die Serie mit ihrem rockigen Soundtrack und einzigartigen Charakteren auf den Markt und gilt seitdem in der Szene als fest etablierte Serie. Der letzte Teil der Reihe Guilty Gear Xrd: Revelator erschien 2016. Kein Wunder also, das sich viele Fans einen neuen Ableger gewünscht haben. Entwickler Arc System Works hat dafür in den letzten Jahren eine Menge an Erfahrungen sammeln können und holte sich mit der Blazblue-Reihe und dem sehr erfolgreichen Dragonball Fighter Z eine Menge neuer Fans ins Haus. Guilty Gear selbst gilt jedoch als ein eher schweres Einstiegsmedium für diese Art von Beat ’em Up. Um das zu ändern, möchte der japanische Entwickler mit dem neuesten Teil der Reihe auch Anfängern die Möglichkeit bieten, sich in ein durchaus komplexes Kampfspiel einzufuchsen. Was heißt das genau? Kann selbst ich als blutiger Anfänger das Spiel leicht erlernen? Die Antworten auf diese Fragen und all’ das, was Guilty Gear Strive sonst noch zu bieten hat, gibt es jetzt hier im Review-Artikel.

GUILTY GEAR -STRIVE- Teaser Trailer at EVO2019


Let me tell you a Story…

Wie auch die anderen Teile der Reihe besitzt Guilty Gear Strive einen Story-Modus. Dieser besteht – wie im Vorgänger – allerdings nur aus Cutscenes. Anstatt also spannende Kämpfe in einer Story zu absolvieren, bekommen wir einen ca. vierstündigen Anime-Film präsentiert. Die Story schließt die Geschichte rund um Serien-Protagonist Sol Badguy und “That Man” Asuka R. Kreutz ab. Das geht natürlich nicht ohne eine Menge cooler Leute, einer Rocker-Hexe, dem amerikanischen Präsidenten und einer Menge Chaos.

Guilty Gear Strive – “That Man” Asuka R. Kreutz mit Sol Badguy und Präsident Vernon

Da wir es hier mit dem siebten Teil der Reihe zu tun haben, sind Figuren und Story schon sehr weit fortgeschritten in ihrer Charakter-Entwicklung und für Einsteiger ein wenig schwer nachzuvollziehen. Entweder kennt man sich schon mit der Geschichte aus oder man liest sich in die Lore von Guilty Gear ein. Dafür eignet sich das im Spiel enthaltene Glossar. Dieser versorgt euch mit Hintergrundinformationen zu Charakteren und Ereignisse aus der Spiel-Welt. Aber nicht alle spielbaren Charaktere haben in der Geschichte ihren Platz. Allerdings haben auch weitere Figuren der Reihe eine Rolle in der Story. Vielleicht ist das ja ein Ausblick auf DLC-Charaktere… Wer weiß!?

Wer traut sich in den Ring?

In Guilty Gear sind alle Figuren und Charaktere einzigartig und sehen abgefahren aus. In Guilty Gear Strive gibt es 15 verschiedene Kämpfer, von denen jeder ein unterschiedliches Moveset besitzt. Zum Beispiel der Brite “Axel Low” der im Fernkampf überzeugt, oder der riesige Soldat “Potemkin”, der ordentlich Schaden austeilen kann. Relativ ausgeglichen und für Anfänger geeignet sind Protagonist “Sol Badguy” und sein Rivale “Ky Kiske”. Wer es gerne etwas unkonventioneller mag, kann auf den bizarren “Doktor Faust” zurückgreifen, der mit absurden Angriffen attackiert oder dem Gegenüber einen Afro verpasst.

Neu hinzugekommen sind dieses Mal die Secret Service-Agentin “Giovanna”, die ihre Kämpfe zusammen mit ihrem Geister-Wolf “Rei” bestreitet und der Vampir-Samurai “Nagoriyuki”, der sich einen Teil seiner HP einfach zurückholen kann.

Leider gibt es keine freischaltbaren Kämpfer oder Ähnliches. Allerdings ist ein DLC schon bestätigt und steht schon im Juli in den Startlöchern. Darin sollen sowohl Veteranen als auch komplett neue Charaktere hinzugefügt werden. Auf insgesamt 20 Charaktere möchte Arc System Works das Roster bis Ende des ersten Seasonpasses erweitern. Auch Stages und Story-Inhalte werden mitgeliefert.

Guilty Gear Strive – Auswahlbildschirm mit den 15 Charakteren

Ordentlich Haue

Wie in den meisten Fighting-Games haben die einzelnen Charaktere verschiedene Inputs. Guilty Gear Strive besitzt gleich fünf davon. Da wären einmal der Punch, der Kick, der Slash, ein Heavy Slash und die sogenannte Dust Attack. Diese fünf Aktionen können mit den Richtungstasten kombiniert werden, um Spezialangriffe auszuführen. Die sind je nach Charakter unterschiedlich und müssen, um diese zu beherrschen, auswendig gelernt werden. Ebenso gibt es Burst- und Tension-Leisten. Füllt ihr beispielsweise die Tension-Leiste auf, könnt ihr die sogenannten Overdrive-Angriffe entfesseln. Diese starken Angriffe werden nicht selten von einer kleinen Cinematic-Sequenz begleitet.

Neu sind Wallbreaks. Wird der Gegner oder der Spieler gegen die Arenawand geschlagen, kann er mit genügend Schaden durch die Wand brechen und in einen neuen Teil der Stage katapultiert werden. In dieser Reihe ist das eine Neuheit.

Guilty Gear Strive – Haut ihr zu fest zu, bricht die Wand

Wechselnde Schlagabfolge

Eine weitere Änderung zu vergangenen Teilen ist das Abändern des sogenannten Gatlings. Gemeint ist damit die Möglichkeit, von einer simplen Eingabe wie einem Punch zur nächsten stärkeren Attacke überzugehen und damit eine sehr lange Verkettung an Angriffen zu kreieren. In Guilty Gear Strive wurde das Gatling nun abgeändert. Anstatt Attackenketten über die einfachen Inputs wie Punch und Kick aufrecht zu erhalten, können diese jetzt nur noch kleinere Kombos einleiten. Es ist zwar noch möglich, eine sehr lange Attackenkette durchzuführen, aber nicht mehr mit purem Button-Mashing von Schlägen und Tritten. Die jeweiligen Kombinationen muss man sich dann merken und das Timing im Kopf behalten.

Diese Neuerung wird von vielen Fans stark kritisiert, da das Gatling ein fester Bestandteil der Reihe war. Viele Fans behaupten nun, das Spiel sei jetzt zu Casual geworden. Aber auch ohne das exzessive Gatling hat Guilty Gear Strive noch genug andere Techniken, die es für Anfänger zu meistern gilt. Ein gutes Beispiel dafür sind die sogenannten “Roman Cancels”, von denen es direkt vier verschiedene gibt.

Spaß allein

Spielt ihr allein, könnt ihr es mit KI-Gegnern so richtig krachen lassen. Zur Verfügung stehen euch der typische “Vs CPU-Modus”, ein “Überlebens”-Modus, in dem ihr es so lange mit neuen Gegnern zu tun bekommt, bis ihr umfallt und natürlich dem Arcade-Modus. In letzterem kämpft ihr euch durch eine Reihe von neun Stages. Die Schwierigkeit hängt dabei von euch und eurem Spielvermögen ab. Seid ihr gut, werden eure Gegner schwerer. Solltet ihr einen Kampf verlieren, heißt es aber nicht sofort “Game Over”, denn bestimmte Kämpfe dürft ihr auch verlieren. Allerdings ist der Endgegner des Arcade Modus mit allen Wassern gewaschen und absolut nichts für Anfänger.

Guilty Gear Strive – Im Arcade Modus wird mit harten Bandagen gekämpft

Nach jedem Kampf gibt es eine Wertung für euer Können. Die wichtigen Punkte sind hierbei die Offensive, die Defensive, das Herz und die Technik. Genauer gesagt misst das Spiel hier euer Verhalten. Seid ihr mehr ein aggressiver Typ, habt ihr vermutlich mehr Punkte in der Offensive. Traut ihr euch auch mal riskante Situationen einzugehen, bekommt ihr mehr Punkte für das Herz. Hat man genug von KI-Gegnern, kann man sich entweder im lokalen Zwei-Spieler-Modus mit seinen Freunden duellieren oder man erforscht ein wenig den Onlinemodus.

Ins Netz gegangen

Im Netzwerk-Modus habt ihr die Wahl zwischen weiteren Modi. Als Erstes wäre da der Turm zu nennen. Dieser ist eine Art von Ranked-Mode, in dem ihr auf einer Ebene des Turms eingestuft werdet und durch Siege entweder nach oben steigt oder durch Niederlagen nach unten absinkt. Im “Park” geht es ein wenig lockerer zu. Hier finden die Standard-Online-Matches statt. Ihr könnt aber auch einfach eure eigenen Matches gegen Freunde online bestreiten.

Für diese Modi besitzt der Spieler in Guilty Gear Strive einen Online-Avatar. Das kleine Pixel-Männchen könnt ihr selbst einkleiden und im Angelmodus mit neuen Klamotten versorgen. Ab und zu findet man dabei auch ein Musikstück aus den Vorgänger-Spielen.

Guilty Gear Strive – Mit der Angel fängt man so manche Olle Klamotte

Viele Probleme macht der Onlinemodus nicht und das auch nicht ohne Grund. Schon in der Beta-Phase wurde Guilty Gear Strive für den hervorragend funktionierenden Rollback-Netcode gelobt und das findet man auch im Spiel so vor. Lags tauchen so wie gar nicht auf und Matches können reibungslos ablaufen. Ihr solltet euch allerdings gut überlegen, ob ihr euch direkt in ein Online-Match stürzen wollt. Damit man als Anfänger nicht direkt ordentlich verhauen wird, sollte man erst einmal etwas üben.

Übung ist der beste Lehrmeister

Der beste Ort, um seine Fähigkeiten zu verbessern, sind wohl die Kämpfe selbst. Könnte man sagen… Aber Guilty Gear Strive hat es sich auf die Fahne geschrieben, besonders Anfängern, das Spiel so angenehm wie möglich zu gestalten. Darum ist eine der Möglichkeiten euer Können zu verbessern das Dojo.

Das Tutorial widerum ist recht hilfreich für die Basics des Spiels und ist zudem voll vertont. Danach könnt ihr entweder im freien Training Angriffe und Combos ausprobieren. Oder aber ihr versucht euch am Missionsmodus.

Den Missionsmodus könnte man auch als “Akademie für Prügelei” bezeichnen. In einer Reihe von Missionen lernt ihr nach und nach Gameplay-Elemente und die verschiedenen Techniken des Spiels kennen. Manche der Aufgaben sind sehr simpel wie “Springe in der Luft zwei Mal” oder “Haue deinen Gegner ein paar Mal auf die Mappe”. Andere wiederum sind wirklich hart und brauchen Übung, um sie zu meistern. Fortgeschrittene Techniken werden hier ebenfalls vorgestellt.

Aufgebaut ist das Ganze in Kapiteln oder Gebieten. Sollte euch also eine Aufgabe zu schwer sein, könnt ihr jederzeit zu einer anderen wechseln und später mit ein wenig mehr Erfahrung zurückkehren. Danach heißt es: üben bis der Arzt kommt!

Guilty Gear Strive – Übersichtskarte im Missionsmodus

Fest für die Sinne

Eine der größten Stärken von Guilty Gear ist die Aufmachung. Die Mischung aus rockigem Soundtrack, schöner Anime-Grafik und grandiosen Spezialeffekten machen Kämpfe zu einem Fest zum Anschauen und zuhören. Das Highlight eines jeden Kampfes sind Combos und die bereits erwähnten Overdrive-Attacken. Folgt auf eine Reihe von Angriffen ein abschließender cinematisch in Szene gesetzter Spezialangriff, schaut man einfach sau gerne zu.

Vielleicht ein wenig unterschätzt sind die wunderschönen Stages. Neben dem Kampfgeschehen finden wir auf den unterschiedlichen Schauplätzen mal eine Menschenmenge, die im Hintergrund herumläuft, ein anderes Mal jemanden der Wäsche auf einem Luftschiff aufhängt. Aber auch bei weniger ereignisreichen Stages kann die Umgebung bewundert werden. Durch die neuen Wall-Breaks und die Stage-Transition haben die einzelnen Arenen gleich dreifach so viel zum Anschauen.

Guilty Gear Strive – Overdrives kommen mit Cinematics daher

Im Storymodus ist das Visuelle ebenfalls auf einem sehr guten Level. Allerdings ist das Effektfeuerwerk ein wenig zurückgeschraubt und ab und zu trifft man auf etwas eigentümliche Animationen. Aber das ist verkraftbar.

In puncto Sound erwartet euch ein hauptsächlich rockiger Soundtrack. Ab und an sind ein paar ruhigere Tracks dabei, aber der Großteil bleibt dem Guilty Gear-Musikgeschmack treu. Die Sprachausgabe gibt es zwar nur in Englisch und Japanisch, Untertitel gibt es zum Beispiel aber auch in Deutsch.

Für jeden was dabei

Guilty Gear Strive macht alles in allem einen verdammt guten Job. Die variablen Hilfen in Form von Tutorials und Missionen helfen Anfängern, sich in die Fighting-Game-Welt ein wenig einzuleben. Um an die Profis heranzukommen, braucht es aber deutlich mehr als nur den Missionsmodus. Die neuen Techniken und das veränderte Gatling spalten zwar die Fanbase, bringen aber auch einen frischen Wind mit sich. Die Kämpfe sind rasant, spannend und einfach nur schön anzuschauen. Zudem läuft das Spiel im Offline- aber auch im Onlinemodus flüssig.

Für den Storymodus hätte ich mir zwar gewünscht, etwas mehr eingreifen zu können, aber das ist nur meine Meinung. Eine erwähnenswerte Sache gibt es da aber noch: Die Ladezeiten des Spiels sind elendig lang. Startet man das Spiel auf der PS4 kann man seinen Controller ruhig noch mal zur Seite legen, da das Spiel mit dem Server kommuniziert. Laaaaaaaangeeeeee!

Guilty Gear Strive – Das passende Gesicht zu den langen Ladenzeiten.

Bin ich jetzt ein Pro?

So und jetzt mal Tacheles. Bin ich mit Guilty Gear Strive ein Fighting-Game-Pro geworden? Ganz sicher nicht. Ich muss aber sagen, dass mir gerade der Missionsmodus persönlich doch viel geholfen hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Menge an Casual-Spielern dem Spiel – auf lange Sicht gesehen – guttut. Die Kluft zwischen Anfängern du Profis wird auch ohne altes Gatling und die Änderungen weiterhin bestehen bleiben. Vielleicht können sowohl Anfänger, als auch langjährige Fans das Spiel genießen so wie es ist. Manche intensiver und manche eher Casual. Mein Interesse und Kampfgeist wurden aber geweckt und ich werde erst mal dranbleiben und schauen, was ich da alles rausholen kann. Und damit Glückwunsch an Arc System Works. Am Ende des Tages habt ihr es mit Guilty Gear Strive geschafft, einen Casual-Spieler anzulocken und womöglich auch zu behalten.

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