Lesezeit: 6 MinutenNach Orcs Must Die! geht mit Trendy Entertainment’s Dungeon Defenders ein weiteres Tower Defense-Action-Spiel an den Start. Diesmal sogar inklusive RPG-Elementen (individuelle Charaktere, Level-Ups und Multiplayer, etc. pp.); ganz zu schweigen von der Möglichkeit gerankte Spiele durchzuführen, wahnwitzige Herausforderungen zu bestehen oder in PvP-Arenen gegen andere Spieler anzutreten und, ach ja, und beinahe hätte ich vergessen es zu erwähnen: Orks zu sprengen – oder auf irgendeine andere Art und Weise um die Ecke zu bringen.
Wir müssen die Welt vor dem Untergang bewahren!
Wir sind einer von vier Jünglingen, die das Schloss und das Königreich Eternia, einst ein Ort lebender Legenden, hüten sollen, während unsere erwachsenen Vorbilder unterwegs sind, um an einem weit entfernten Ort gegen eine dunkle Bedrohung zu kämpfen. Dummerweise ist das keine besonders spannende Beschäftigung und während wir herumalbern und von großen Abenteuern träumen, passiert es. Wir zerbrechen einen Kristall und schwuppiwupp ist die Kacke am Dampfen. Horden von Monstern tauchen aus den Tiefen des Schlosses auf und versuchen die Eternia-Kristalle zu vernichten. Jetzt liegt es an uns schnell selbst zu echten Helden zu werden und die Bedrohung aufzuhalten. Dabei kämpfen wir uns vom Keller des Schlosses bis zu den höchsten Türmen Level für Level vor. Jeder dieser Level hat ein einzigartiges Design, von dunklen Kerkern, über verwinkelte Magierquartiere oder das Alchemielaboratorium bis hin zu den prachtvollen königlichen Gärten und bietet einzigartige Herausforderungen, die sich in den gesteigerten Schwierigkeitsgraden (schwer und irrsinnig, wobei irrsinnig in der Tat verdammt irrsinnig ist) auch wie richtige Herausforderungen anfühlen, dafür aber auch höhere Belohnungen abwerfen. In schön gestalteten Comic-Zwischensequenzen wird die Rahmenhandlung vorangetrieben.
Vier Charakterklassen mit individuellen Skillsets
Als Erstes erstellen wir uns einen Charakter, die können wir entweder im lokalen Modus basteln, oder im Online Modus (Charaktere aus dem lokalen Modus können nicht online verwendet werden!). Wählen können wir dabei zwischen vier verschiedenen Klassen: Magier, Ritter, Jägerin oder Mönch, die dann mit jedem Level, das sie aufsteigen eine bestimmte Anzahl an Skillpunkten vergeben können. Diese wiederum verwendet man entweder dafür den Held selbst aufzuwerten (mehr Schaden, mehr Geschwindigkeit, etc.) oder seine Verteidigungsanlagen aufzuwerten (mehr Schaden, höhere Feuerrate, etc.).
Genau in der eben genannten Reihenfolge ist im Übrigen auch der Schwierigkeitsgrad der Klassen zu verstehen. Während wir als Magier (baut magische Türme die je nach Art Feuer-, Blitz oder physischen Schaden anrichten können) in den meisten Leveln der normalen mittleren Schwierigkeitsstufe keinerlei Schwierigkeiten haben werden zu bestehen, ähnliches gilt für den Ritter (ein Tank-Charakter, der starke Barrikaden bauen kann), benötigen Jägerin und Mönch weitaus größeres spielerisches Können. Spieler dieser Klassen müssen definitiv ganz genau wissen was sie tun, wenn sie eine Chance haben wollen. Als Jägerin legen wir Sprengfallen verschiedener Art – die ab einem gewissen Level verdammt großen Schaden anrichten können – und als Mönch sind wir in der Lage unsere Gegner mit Auren zu verlangsamen, mit Elektrizität zu malträtieren, unsere Mitspieler zu heilen oder den Gegner zu schwächen. Der Mönch ist auch der einzige Charakter der sowohl über einen Fern- als auch einen Nahkampfangriff verfügt, was ihn vielseitig einsetzbar macht.
Im Multiplayer geht die Post ab
Gerade Mönch und Jägerin sind ideale Supportklassen im Multiplayer, denn während Magier und Ritter eine uneinnehmbare Festung rings um die “Eternia-Kristalle” – die es ja zu beschützen gilt – aufbauen, wird der Mönch den Gegner schwächen und die Jägerin ihn entweder mit ihrer Waffe (das geht von Armbrüsten, über Pistolen bis hin zu Miniguns, wie bei Team Fortress 2’s Heavy) in Schach halten oder eben mit einer Sprengfalle in die Luft jagen. Wenn ich hier allerdings Gegner sage, dann spreche ich gerade im Multiplayer-Koop eher von einer riesigen Horde von Gegnern. Goblins, Orks, Dunkelelfen, Oger und sogar Wyverns werden auf uns losgelassen, in den höheren Levels bis zu 1000 (Tendenz eher steigend)! Zwischen jeder Kampfphase gibts es aber zum Verschnaufen eine Bau-Phase, in der die Verteidungsanlagen mit dem pro Kill verdienten und eingesammelten Mana repariert, aufgewertet oder neugebaut werden können. Ganz zu schweigen von all dem Loot!
Nach manchen Kampf-Phasen kann man kaum einen Schritt machen ohne über irgendwelche Gegenstände zu stolpern. Praktischerweise werden diejenigen, die ein Upgrade für unser bisheriges Equipment darstellen gleich schon grün auf der Minimap dargestellt, sodass man sie nicht verfehlen kann. Alles was wir nicht einsammeln, wird bei Beginn der nächsten Kampfphase automatisch an die Bank verkauft und das Mana unserem Reservoir hinzugefügt. Mit diesem Mana können wir nachher unsere Gegenstände aufwerten oder auch neue Gegenstände und tierische Begleiter (geflügelte Tiger, Drachen etc.) für uns zu kaufen die uns unterstützen können und unsere eigenen Fähigkeiten boosten.
Es gibt dabei zwei verschiedene Online- und Multiplayer-Modi. Zum Einen gibt es lokales Koop, zum anderen die Möglichkeit eine Art direkte Verbindung zum anderen Mitspieler aufzubauen, in diesem Modus werden die lokal erstellten Charaktere verwendet und man hat die Möglichkeit Mods und dergleichen anzuwenden, und zum Anderen die offiziellen “TrendiNet” Server mit gerankten Spielen, die auf die Online-Charaktere zurückgreifen. Wenn man das Spiel über Steam spielt kann man das Spiel von jemanden aus seiner Freundesliste einfach zu betreten oder auch Freunde einzuladen, der Einstieg ins Spiel ist aber immer nur während der Bauphasen möglich (beim ersten Mal hab ich doch ziemlich erstaunt geschaut als ich plötzlich nicht mehr allein sondern zu dritt in meinem Spiel war…). Je nachdem wieivele Spieler dabei sind, wird die Gegenerzahl entsprechend vergrößert und am Ende eines Levels bekommt man eine en Details Statistik vorgelegt, in der auch gleich herausgestellt wird, wer denn der Spieler mit der besten Leistung im Team war – also am meisten Feinde ins Nirvana geschickt hat.
Definitiv nichts für Epileptiker
Und wenn man sich mit tausenden von Gegnern und wahnwitzigen Abwehrmaßnahmen konfrontiert sieht, kann das auch mal ganz schön hektisch werden. Und bunt. Vor allen Dingen bunt. Oh Gott die Farben! Besonders wenn man als Magier spielt (aber auch sonst) weiß man vor lauter farbenfrohen Geschossen schon manchmal kaum noch wo oben und unten ist; ein Drogeninduzierter Trip könnte wohl kaum farbenfroher sein als Dungeon Defenders, was meiner Meinung nach keine schlechte Sache ist und die meisten Leute, die mir bisher mal beim Spielen über die Schulter geschaut haben, sofort fasziniert hat.
Fazit: farbenfrohes Multiplayer-Spektakel mit Suchtfaktor
Ein normales Tower-Defenser-Spiel hat in der Regel schon großes Suchtpotential für mich. Ein Action-Tower-Defenser-Spiel wie Orcs Must Die! oder Sanctum ist sogar noch schlimmer was das angeht, aber Dungeon Defenders schlägt sie alle was das angeht, mit Leichtigkeit. Die ganze Zeit sitzt man da: nur noch eine Welle, nur noch ein Level, nur noch 3K Mana mehr und dann kann ich mir nächste Waffe kaufen, das nächste Upgrade leisten, das nächste Level freischalten oder mich an Challenge X versuchen. Und wenn man mal scheitert, hat man nur noch größeren Ansporn es noch einmal zu versuchen, besonders im Multiplayer. Da werden mit den Freunden eifrig Strategien ausgetauscht (was tatsächlich nicht ganz ohne ist in den schwereren Leveln, zumal man während der Bauphase frei zwischen seinen eigenen Helden wählen kann, um die best mögliche Verteidigung zu bauen) wie Charakter A am besten zu spielen ist, oder welche Fähigkeit von Charakter B in Situation Y am effektivsten ist und so weiter und so fort. Erwähnenswert ist an dieser Stelle auch, das das Spiel gleich mit integriertem Voice-Chat daherkommt, der als Default-Einstellung übrigens eingeschaltet ist. Das einzige Manko ist die bisweilen etwas, sagen wir launische Internetverbindung zum TrendyNet, die besonders anfangs wirklich schrecklich war, hat sich zwar gebessert, ist aber immer noch manchmal nicht besonders berauschend. So wie ich das sehe läuft es auch immer noch nicht direkt über Server, sodass derjenige mit der schnelleren Internetverbindung besser das Spiel einleiten sollte, wenn man längerere Zeit lag-frei spielen möchte.
Crossplattformspiele zu XBLA oder PSN oder iPhone oder Android Phone sind zumindest gerade in Planung.

























Na vielen Dank auch, Sam. Jetzt muss ich mir dieses Spiel natürlich auch runterladen. Hätte das nicht mal ein schlechtes Spiel sein können? Igendwann läuft meine Xbox-Festplatte über.
Ist vorgemerkt!
Tja, ja. Ich kann’s jedenfalls nur empfehlen :D.
Macht richtig Laune und mittlerweile gibt’s auch schon die ersten DLCs, Mission Packs und das jeweils anders geschlechtliche Pendant zu den vier Charakteren.