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A Plague Tale: Innocence – Überraschend perfekt

von am 7. Juni 2019
DETAILS
 
Spieldauer

ca. 10-12 Stunden

Für Fans von:

Hellblade: Senua's Sacrifice, Horizon: Zero Dawn, The Last of Us

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Pluspunkte

+ großartige Story und Charaktere
+ herausragende Vertonung (englisch)
+ ansprechende und lebendige Spielwelt
+ eine gelungene Mischung aus Schleichen und Action

Minuspunkte

- Puzzle und Rätsel sind in der Regel recht rudimentär
- Kampf- und Herstellungssystem ist wenig komplex

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Zusammenfassung
 

"A Plague Tale: Innocence" ist definitiv einer der Hits in 2019. Dieses Spiel ist in Sachen Storytelling einer der neuen Maßstäbe für kommende Generationen von Spielen. Darüber hinaus wird A Plague Tale: Innocnce in seiner Gesamtheit vordringlich von seiner genialen Vertonung und den einzigartigen Charakteren getragen. Ein recht rudimentäres Kampf- und Herstellungssystem sind im Zuge dieses herausragenden Alleinstellungsmerkmals nahezu vernachlässigbar und haben keinerlei nennenswerten Einfluss auf dieses nahezu makellose Gesamtpaket.

 

Dass das Leben im Mittelalter kein Zuckerschlecken war, muss man vermutlichen kaum einer Person erklären. Dass man allerdings beim Hinabsteigen in dunkle Kellergewölbe von einem erbarmungslosen Schwarm todbringender Ratten gejagt wird, war auch schon vor rund tausend Jahren eher ungewöhnlich. In A Plague Tale: Innocence ist das dagegen ein durchaus existentielles Problem für die zeitgenössischen Bewohner des südöstlichen Frankreichs. Was es mit dieser Plage auf sich hat und warum selbst der Rattenfänger von Hameln in diesem Spiel nicht viel zu lachen hätte, das erfahrt ihr jetzt.

Tod und Verderben säumen euren Weg

Das Leben der jungen Amicia könnte eigentlich nicht besser sein – zumindest aus der Perspektive eines mittelalterlichen Zeitgenossen. Als junge Adlige genießt Amicia ein durchaus angenehmes Leben. Sie lebt auf einer feinen Burg in Südfrankreich, geht hin und wieder mit ihrem Vater zur Jagd und einen niedlichen Hund hat sie auch noch. Eigentlich alles in Butter, oder? Naja, wie das halt in Spielen manchmal so ist, gehen die Dinge doch immer recht flott den Bach herunter. Wir erinnern uns, was seinerzeit in jedem JRPG der 90er Jahre mit dem Dorf und seinem Ältesten passierte, wenn der Hauptcharakter sein 16. Lebensjahr erreichte. Richtig: Irgendetwas Schreckliches! Und so kommen die Dinge, wie sie eben kommen müssen.

Alles geht den Bach runter

Bei einem Jagdausflug mit eurem Vater wird zunächst euer treuer Hund von einer bis dahin noch unbekannten Entität verschlungen und kaum kommt ihr zurück zu eurer Burg, wird diese von Soldaten der heiligen Inquisition angegriffen. Die hat nun wirklich niemand erwartet. Schnell stellt sich heraus, dass die Soldaten nicht hinter euch oder eurem Vater her sind, sondern vielmehr euren seit der Geburt kränkelnden Bruder Hugo im sprichwörtlichen Visier hatten. Irgendwie gelingt euch allerdings die Flucht und binnen weniger Augenblicke ist von eurem vormals privilegierten Leben nicht mehr viel übrig. Gejagt von den Soldaten der Inquisition schlagt ihr euch durch Wälder, Wiesen und Dörfer, die von einer unbekannten Seuche heimgesucht werden. Und als ob all das noch nicht schlimm genug wäre, brechen aus den Schatten nun ganze Schwärme von aggressiven Ratten, die alles Essbare in ihrem Wahn verschlingen und selbst vor Land und Leuten nicht halt machen. Dort steht ihr nun also, als junges Mädchen, das ihren kränkelnden kleinen Bruder beschützen muss, in einer Welt, die feindlicher kaum sein könnte.

Durch hohes Gras und dunkle Bauten

Was hat ein vielleicht sechszehnjähriges Mädchen den schwer gepanzerten Soldaten der Inquisition schon entgegen zu setzen? Im offenen Kampf nicht sonderlich viel und so ist es wenig überraschend, dass Amicia schnell das Zeitliche segnet, solltet ihr in direkte Kämpfe verwickelt werden. Glücklicherweise wachsen in Südfrankreich Gräser und Büsche scheinbar besonders gut, was euch im gesamten Spielverlauf zugute kommt. Hier gilt es, ganz wie zum Beispiel in Horizon: Zero Dawn, durchs Unterholz zu pirschen, um Gegner entweder zu umgehen oder aber mit einem gezielten Schuss aus eurer Schleuder zu erledigen.

Es werde Licht!

A Plague Tale: Innocence spielt sich in dieser Hinsicht über weite Strecken wie ein Stealth-Abenteuer, in dem ihr euch mit Geschick und List eurer Gegner entledigen könnt. Die allgegenwärtigen Rattenschwärme, die im Spielverlauf eine immer reellere Gefahr werden, lassen sich durchaus auch als Waffe verwenden. Wenn es nämlich eine Sache gibt, die die tollwütigen Nager hassen, dann ist es Licht. Auf der einen Seite könnt ihr euch so mit Fackel und anderen Lichtquellen die Viecher vom Hals halten. Auf der anderen Seite jedoch wäre es doch eine bedauerliche Tragödie, wenn die Lichtquelle, in welcher gepanzerte Wachen stehen, auf einmal von euch gelöscht werden würde, oder?

Amicia hat hier durchaus verschiedenste Optionen, um sich durch die recht linearen, aber niemals linear wirkenden Level zu schlagen. Damit ihr für jede Situation gewappnet seid, könnt ihr an verschiedensten Punkten im Spiel immer mal wieder Ressourcen einsammeln, die ihr zur Herstellung von allerlei nützlichen Werkzeugen und Waffen braucht. Nach und nach wächst somit euer Arsenal und habt ihr euch erst einmal mit den grundlegenden Mechaniken des Spiels vertraut gemacht, könnt ihr eure Gegner mitunter auf kreativste Art und Weise besiegen. Doch darin liegt nicht einmal die größte Stärke des Spiels.

Ein Spiel, in dem niemand nervt!

Wisst ihr, ich habe mit Action-Adventures häufig ein ganz bestimmtes Problem. Irgendwie gibt es immer den einen Charakter, der mich gehörig nervt (Zu lesen als: Jeder Hauptcharakter aus Final Fantasy!). Irgendeine überzeichnete Figur, die entweder ein wandelndes Klischee ist oder auf eine andere, ganz spezielle Art und Weise stört. In A Plague Tale: Innocence gibt es das nicht. Wenn es eine Sache gibt, die mich von diesem Spiel zu 100% überzeugt hat, dann waren es die Charaktere und die Story, die auf eine solch liebenswerte Art und Weise in Szene gesetzt werden, dass selbst so ein Miesepeter wie ich nichts zu meckern hat. Ich hatte zu Beginn doch ernsthafte Bedenken, dass Hugo vielleicht so ein nerviges Kind wäre, das an den unpassendsten Stellen Unsinn macht und mich ins Verderben reißt, doch ich irrte – Hugo ist gar ein kleiner Schlaufuchs!

Die Protagonisten und ihre Bühne

Die Beziehung zwischen Amicia und Hugo ist einfach reizend und selbst die Nebencharaktere sind allesamt Teil eines packenden Abenteuers, das durchgehend durch wirklich hochklassige Dialoge und eine gut in Szene gesetzte Spielwelt zu überzeugen weiß. Und was die Spielwelt angeht: Diese sieht selbst auf der PS4 wirklich hübsch aus und besticht durch einen Detailreichtum, von dem sich manch anderer Titel drei oder vier Scheiben abschneiden könnte. Dabei ist es egal, ob ihr durch dicht bewachsene Wälder, finstere Ruinen oder über in Blut getränkte Schlachtfelder stapft – A Plague Tale: Innocence ist ein wirklicher Augenschmaus, der zudem auch ohne irgendwelche nennenswerten Frame-Einbrüche daherkommt.

A Plague Tale: Innocence ist der Überraschungshit 2019

A Plague Tale: Innocence ist für mich definitiv einer der Überraschungshits in diesem Jahr. Neben dem Trailer, den ich vor einiger Zeit mal auf Youtube fand, erschien dieses Spiel wie gefühlt aus dem Nichts. Ich hatte im Grunde keine Ahnung, auf was ich mich einließ und war in der Konsequenz umso überraschter, als ich realisierte, dass ich vielleicht gerade eines der potentiell besten Spiele des Jahres in meinen Händen hielt.

Ich meine, das Crafting- und Schleichsystem in A Plague Tale: Innocence ist nicht bahnbrechend, aber der Witz ist, dass das vollkommen egal ist! Die Qualität dieses Spiels liegt weder im Schwingen eurer Schleuder, noch dem Zusammenpanschen von Stinkbomben, sondern in seinen Charakteren. Es erzählt eine Geschichte, die durchweg kohärent, glaubhaft und immersiv ist. Die Charaktere sind keine Idioten, die unsinnige Entscheidungen treffen und haben alle einen Wiedererkennungswert und eine eigene Agenda. Insbesondere die Beziehung zwischen der jungen Amicia und ihrem kleinen Bruder Hugo ist das Herzstück dieses Spiels, das eine Geschichte aus düsteren Zeiten erzählt. Eine Geschichte, die trotz all’ der Tristesse und dem Grauen ein exzellentes Lehrstück darüber ist, welcher Wert im familiären Zusammenhalt und dem besonderen Bund zwischen Geschwistern, die einander helfen und beistehen, liegen kann.

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