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Tales from the Pad – Die Sache mit der Mittelerde-Lore

von am 25. Februar 2020
 

Lesezeit: 4 MinutenIch war Städtebauer, Rennfahrer, Kriegsheld, Eisenbahn-Tycoon, Rebell im Star Wars-Universum und so vieles mehr. Und manchmal dürstet es mich nach mehr. Nach dem vollständigen Eintauchen in eine Welt, die soviel größer ist, als das man sie an einem Abend, einer Woche oder einem Monat erfassen könnte. Ich habe gerade zum wiederholten Male in chronologischer Reihenfolge Tolkiens Mittelerde-Saga aus der Feder von Peter Jackson gesehen und möchte mehr. Ich möchte tiefer in die Lore eintauchen und darin herumstöbern. Was liegt da näher, als mich mit den Spielen des Der Herr der Ringe-Universums zu beschäftigen?

Meine persönliche Reise durch Mittelerde

Eigentlich geschah alles, weil ich nach einem gebrauchten Tag mit Kopfschmerzen und all’ seinen Begleiterscheinungen zu nichts weiter zu gebrauchen war, als auf meiner Couch zu liegen und den Fernseher einzuschalten. Zack: Amazon Prime anschalten und siehe da: Der Hobbit: Eine unerwartete Reise im Extended Cut wurde mir da vorgeschlagen. Extended Cut? Den kannte ich noch nicht. Und überhaupt, war es eine gewisse Zeit her, dass ich mich in Mittelerde umsah.

Ehe ich mich versah, verschlang ich Tag für Tag einen weiteren Teil der Hobbit-Saga. Und danach folgte auch direkt die Der Herr der Ringe-Trilogie. Und dann? Dann war da die Leere. Alles geguckt. Ich erwischte mich sogar bei dem Gedanken mir die Animations-Adaption von 1978 anzuschauen, die ich um das Jahr 1991 in England mal gesehen hatte. Damals konnte ich mit dem Film nichts anfangen. 1993 habe ich mit Der kleine Hobbit dann das erste Mal einen ernsthaften Fuß in die Lore rund um Hobbits, Elben, Orks, Zwerge und Menschen gesetzt. Es folgte damals die typische grüne Der Herr der Ringe-Ausgabe, die ich mir von meinem Bruder lieh. Der war schon einen Schritt weiter und studierte Das Silmarillion.

Die Filme und die Videospiele

Nachdem ich meine anfänglich ablehnende Haltung gegenüber Peter Jacksons Filmen aufgegeben hatte, wollte ich damals mehr. Der Zufall kam mir 2011 zur Hilfe: Der Herr der Ringe: Krieg im Norden aus den Snowblind Studios brachte mich einmal mehr nach Mittelerde. Gemeinsam mit meinem besten Freund streifte ich durch die nördlichen Gefilde und kämpfte für die Sache des Lichts und gegen Sauron und die Seinen. Leider beendeten wir unser Abenteuer nie gemeinsam. So liegt das Spiel ungenutzt seit dem in einem meiner Videospiel-Regale.

2014 packte mich nach den Hobbit-Filmen erneut das Verlangen tiefer in den Canon einzutauchen. Mit Mittelerde: Mordors Schatten von Monolith Productions bekam ich auf der Xbox 360 die Gelegenheit dazu. Erneut kämpfte ich mit meinem besten Freund Schlacht um Schlacht in den Weiten Mittelerdes. Woche für Woche saßen wir in seinem Wohnzimmer und schnetzelten uns durch Unmengen von Orks und anderen Lakeien des Bösen. Und ein weiteres Mal brachten wir unser Abenteuer nicht gemeinsam zu Ende. Aber ich hatte Blut geleckt.

Wie das Leben eines Videospiel-Redakteurs so spielt, war das Spiel zu zeitaufwändig, um mich noch länger damit zu beschäftigen. Dabei bekam ich sogar ein Exemplar der aufgewerteten Xbox One-Version geschenkt, die – wie ich zu meiner Schande gestehen muss – noch jungfräulich im selben Regal schlummert wie Der Herr der Ringe: Krieg im Norden.

Mit Mittelerde: Schatten des Krieges kämpften wir 2018 und 2019 erneut gegen Sauron und das Böse in Tolkiens Fanstasy-Welt. Dieses Mal spielten wir mehrere Dutzend Stunden abwechselnd und gemeinsam und ich erfuhr immer mehr über die Hintergrund-Geschichte. Mehr über die Elben, mehr über die Nazgul, mehr über den Hexenmeister von Angmar, mehr über die Orks, Caragore, Graugs und natürlich über Talion und seine Weggefährten.

Karte von Mittelerde


Wie geht es weiter?

Ich frage mich, welche Abenteuer noch in Mittelerde auf mich warten. Ich will die Ufer des Baranduin bereisen, nach Lond Daer, den Angren überqueren und Gondor von West nach Ost durchqueren. Da warten sicher Abenteuer in Erech und Edhellond auf mich und das Delta des Anduin dürfte auch ein imposanter Anblick sein, ehe man in Süd-Gondor die Straße nach Harad passiert, um dann am südlichen Gebirge, welches Mordor abgrenzt entlang in noch unerforschte Gebiete vordringt. Und was ist mit den weiten Flächen hinter Mirkwood? Gibt es Siedlungen entlang des Celduin-Flußes, der von Esgaroth aus südlich der Eisenberge zum “Sea of Rhun” fließt? Und wo kamen eigentlich die Korsaren her, die im Dienste Saurons in die Schlacht um Minas Tirith zogen?

Tolkiens Welt hält noch so unendlich viele Abenteuer bereit. Vielleicht sollte ich mir Das Silmarillion zulegen. Immerhin gibt es ja noch zwei Zeitalter, die vor den Ereignissen aus Der Kleine Hobbit und Der Herr der Ringe. Vollgestopft mit fantastischen Wesen, Getümen und Ungetümen, Helden-Geschichten und finsteren Taten. Aber auf jeden Fall wird es Zeit für mich, zumindest die Möglichkeiten auszuschöpfen, die ich ohnehin schon hier herumliegen habe. Und damit meine ich natürlich Der Herr der Ringe: Krieg im Norden und Mittelerde: Mordors Schatten. Diese beiden Titel sollte ich mir unbedingt für 2020 auf meine Liste setzen. Und vielleicht auch ein wenig streamen. Was meint ihr?

Und wie sehr seid ihr schon in Tolkiens Welt eingetaucht? Habt ihr die Bücher gelesen? Nur die Filme gesehen? Habt ihr die Spiele gespielt und wenn ja, welche und bis zum Schluss? Oder könnt ihr gar nichts mit Hobbits, Elben, Orks und Zauberern anfangen?

Ich freue mich jetzt schon darauf, (für mich) neue Abenteuer in Mittelerde erleben zu dürfen.

Kommentare
 
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    MonkeyHead
    27. Februar 2020 at 11:23

    Meine Berührungspunkte mit dem Herr der Ringe-Universum beschränkt sich auf die Bücher und die Filme. Damals hatte ich den ersten Teil im Kino gesehen und war total begeistert. Wie wohl jeder mit 12, der zum ersten Mal so einen Film im Kino sieht (Das ist jetzt 19! Jahre her). Danach musste ich unbedingt die Bücher lesen. Zum Glück hatte mein Vater noch die alten grünen Taschenbücher in einem Dreierschuber und so konnte ich bis zum 2. Teil die ersten beiden Bände lesen und mich nach dem 2. Film für den letzten Teil Spoilern in dem ich Band 3 las. Zum Glück gab es damals noch keine Spoiler und was jetzt besser war, Buch oder Film war mir relativ egal. Trotz allem übertrug sich meine Faszination der Welt nie so wirklich auf Videospiele. Ab und zu hatte ich mir mal Spiele zum Film aus der Videothek ausgeliehen, aber ich hatte nie selbst ein Spiel besessen. So war es dann auch mit späteren Spielen, die im gleichen Universum spielten.
    Als dann die Hobbit-Filme ins Kino kamen, war ich natürlich hellauf begeistert. Trotz all der Widrigkeiten die es während der Produktion gab. Endlich wieder in die Welt abtauchen. Doch dann kamen die drei Filme die nach und nach immer schlechter wurden bis hi zum 3. Teil, der eine absolute Frechheit war. Seitdem ist auch mein Interesse an der Welt verloren gegangen.

    P.S. Trotzdem besitze ich beide Trilogie in der Exteded-Version auf BluRay. Nun ja…


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