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The Shattering – Die Scherben deiner Vergangenheit

von am 30. August 2016
DETAILS
 
Plattform
Publisher
Genre
Für Fans von:

Layers of Fear, Alan Wake, psychologischen Horrorspielen

Pluspunkte

+ "weißes Horrospiel"
+ psychologischer Horror
+ spannende Inszenierung
+ interessante Geschichte

Minuspunkte

- nicht immer klar, was gefordert wird (könnte Spieler frustrieren)

Editor Rating
 
GAMEPLAY
10

 
GRAFIK
10

 
SINGLEPLAYER
10

 
MULTIPLAYER
10

 
SOUND
10

Gesamt-Wertung
10

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Lesezeit: 3 MinutenEins meiner persönlichen Highlights der gamescom 2016 war der Indietitel The Shattering von Super Sexy Software. Nicht nur war das Interview mit der Gründerin des Studios Marta Szymańska supercool, sondern der Titel ist genauso toll gewesen. Das Spiel wird als eine Art “weißes Horrorspiel” beschrieben, um zu verdeutlichen, dass es sich vom klassisch düsteren Horrorspiel abhebt. Auch gibt es keine Jumpscares, was mich persönlich sehr gefreut hat, da ich kein Freund dieses klassischen Stilmittels bin. Doch da war auch nicht nötig, denn der Horror kam von einer ganz anderen Stelle.

Die Demo begann damit, dass John erneut in seinen Traumzustand geschickt wird und dort eine niedrigere Dosis eines Mittels nehmen soll. Der Sinn hinter der ganzen Übung ist, dass er sein Trauma seiner Vergangenheit verarbeiten kann und so herausfindet, was wirklich passiert ist. Was mir dabei sofort auffiel, war das Fehlen eines HUDs oder irgendwelcher Hinweise. Alles, was ich wissen musste, wurde mir durch Sounds vermittelt. Beispielsweise lockte mich das Ticken einer Uhr zu einem Regal oder eine Stimme zu einem Tonbandgerät. Fortschritte machte ich, indem ich Johns Erinnerungen zusammenflickte. Dazu musste ich in die Nähe verschiedener Dinge gehen und diese anschauen oder drehen, damit sie sich verändern. Ein gutes Beispiel dafür war eine Zeitung, die ihre Schlagzeile änderte, sobald ich hineinzoomte. Hatte ich genügend Erinnerungen gesammelt zersprang die Wand, als wäre sie aus Glas und ich konnte in das nächste Gebiet. Besonders auffällig war auch, dass das gesamte Spiel komplett in hellen Farbtönen gehalten ist. Genauer gesagt bis auf wenige Ausnahmen nur in Weiß oder Grautönen. Gerade so helle Töne vermitteln normalerweise ein Gefühl der Sicherheit. Allerdings nicht in The Shattering, wie ich bald merken sollte.

Nach dieser kurzen, ruhigen Einführung bekam ich nämlich einen direkten Einblick, warum The Shattering ein Horrorspiel genannt wird. Ich befand mich in einem Hotelzimmer, das wie jedes andere aussah. Doch mit jeder näheren Betrachtung gewisser Gegenstände änderte sich etwas zum Schlechteren. Die aufgeräumte Kommode mit der geschlossenen Minibar war plötzlich unordentlich und überall lagen leere Flaschen und Gläser. Ein weißes Blatt Papier wurde plötzlich zu einem Abschiedsbrief auf dem zusätzlich stand, dass John verfolgt wird. Während ich noch versucht mir einen Reim aus dem Ganzen zu machen hämmerte es plötzlich an der Tür. Öffnen konnte ich diese zwar nicht, aber das Zimmer veränderte sich so, dass John die Türe mit einem Stuhl verriegelte. Das Ganze ging schließlich noch eine gewisse Zeit so weiter, bis sich schließlich die Tür des vorher verschlossenen Badezimmers öffnete.

The Shattering Trailer

Das blutrote Entspannungsbad

Im Badezimmer wurde es schließlich richtig unheimlich. John wollte den Plan sein Leben zu nehmen scheinbar durchführen und so musste ich ihm dabei helfen, eine andere Möglichkeit hatte ich nicht. Ich öffnete die Wasserhähne, drehte das Radio auf volle Lautstärke, zerstörte den Spiegel, nahm eine Scherbe und blickte ein letztes Mal auf den Ehering auf dem Waschbecken. Eingraviert waren die Worte “I never loved you”. Schlussendlich setzte ich mich in die Badewanne. Und auf einmal veränderte sich alles. Die Wahrnehmung wurde verschwommen, das Badewasser färbte sich rot und lief über den kompletten Fußboden und überall waren nur die Worte “GET OUT!!” zu sehen. Doch anstatt sofort aufzustehen, schaute ich mich genauer um und fand eine weitere Nachricht, verborgen in den anderen, “They’re watching you.” Schließlich stieg ich doch aus der Badewanne und schaffte es dem Hotelzimmer zu entkommen. Doch damit endete auch meine Zeit mit The Shattering.

Nachdem ich die Kopferhörer absetzte, kam Marta an und fragte mich direkt, wie ich das Spiel fand. Und meine Meinung ist heute immer noch unverändert. Ich bin der Meinung, dass The Shattering ein echt fesselndes Spiel ist. Der Horror in diesem Titel kommt nicht etwa von den typischen Stilmitteln von Horrorspielen. Weder ist es düster und dunkel, noch werdet ihr von irgendwelchen Monstern verfolgt. Es ist alles rein psychologisch. Und genau das sorgt dafür, dass es eigentlich noch unheimlicher wird. Ihr wisst nicht, was euch verfolgt. Ihr wisst auch nicht, was als Nächstes passiert. Die Traumwelt von John lässt sich nicht mit normaler Logik erklären. Auch die Augen haben mich mehrfach getrübt, da sich viele Dinge ständig verändern oder sogar erst auftauchen, wenn ihr euch nähert. Gerade deshalb ist der Sound in diesem Spiel so wichtig. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt und freue mich auf The Shattering.

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