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Zurück in die Stadt der Engel – L.A. Noire

von am 6. Dezember 2017
DETAILS
 
Spieldauer

25-40 Stunden

Für Fans von:

Film Noir, Krimi, Rätselraten

Amazon-Link:

amzn.to/2jgvL8j

Pluspunkte

+ Los Angeles noch schöner
+ alle DLCs mit dabei
+ Film Noir grafisch und musikalisch perfekt getroffen

Minuspunkte

- marginale Bugs
- kein neuer Content

Editor Rating
 
GAMEPLAY
9.0

 
GRAFIK
9.0

 
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Zusammenfassung
 

Unterm Strich ein solides Remake eines grandiosen Spiels. L.A. Noire hat bereits zum Release 2011 für reichlich Aufregung gesorgt und etablierte mehr Kameras und Motion-Capturing, um Personen realer als je zuvor darstellen zu können. Sechs Jahre später gibt es für alles abseits der Gesichter nochmal ne Schicht Make-Up oben drauf. Sieht gut aus, spielt sich 'n Tick besser als das Original und ist durchaus ein Hauptverdächtiger auf den Titel "Remake des Jahres".

 

Rund sechs Jahre nach dem hinterhergeschobenen Release der PC-Version, bekommt L.A. Noire das zeitgemäße Upgrade für die aktuelle Konsolengeneration. Dabei tritt das Remake ein beachtlichtes Erbe an, schließlich hat der Noir-Krimi von 2011 mit seinem Versuch, Emotionen so echt wie nie auf die virtuellen Gesicher zu bringen, erfolgreich für ordentlich Aufregung gesorgt.
Wir haben mal ordentlich durch das neuaufgelegte Los Angeles der 1940er gefahndet und legen euch hier die Ergebnisse unserer Ermittlungen dar.

So fromm ist die Stadt der Engel nicht

Ihr schlüpft in die Rolle von Cole Phelps, einem Veteran des zweiten Weltkriegs, den es einige Zeit nach dem Krieg zur Polizei in Los Angeles zieht. Schnell stellt ihr fest, dass die Stadt der Engel neben Ruhm und Glamour von mehr oder minder organisiertem Verbrechen und Korruption nur so strotzt. So geht es für Phelps durch sämtliche Dezernate des LAPD, vom einfachen Polizisten über Verkehr und Drogen bis hin zum Sittendezernat. Neben der aktuellen Karriere des aufstrebenden Detectives, erfahrt ihr in Zwischensequenzen auch Alles über Phelps’ Zeit im Krieg.

Phelps’ neuer Arbeitsalltag steht hier natürlich im Vordergrund. Dabei fallen Spurensicherung, Befragungen und Festnahmen alle in euren Arbeitsbereich. Und hier spielt L.A. Noire seinen größten Trumpf aus. An den Tatorten sind überall Informationen, Indizien und wichtige Gegenstände vorhanden, die es zu finden gilt, um den Täter dingfest zu machen. Dabei legt euer Gespür für kleine Details den Grundstein für euren Erfolg. Denn ohne das entscheidende Puzzleteil, wird auch die größte Anschuldigung vor Gericht zerpflückt. Auch variieren eure möglichen Fragen für das Verhör, abhängig davon, ob ihr beispielsweise den Brief der Affäre oder die gestohlenen Waren im Schuppen findet oder nicht.

Guter Cop, Böser Cop: Die Psyche spielt mit

Die Verhöre selbst stellen jedoch die Krönung von L.A. Noire dar. Denn hier kommt es nicht nur auf die Antworten der Befragten und deren vermeintliche Beziehung zum Opfer an. Stattdessen ist es wichtig, sein Gegenüber stets im Auge zu haben. Unwohlige Körperbewegung, rastlose Augen, ein Lippenbeißen; der Körper kann eine wortgemachte Lüge niemals aufrecht erhalten. Mittels akribischer Kameratechnik, macht sich die Mechanik hier mehr als bezahlt. So wurden die Sprecher mittels einer Vielzahl an Kameras quasi 1:1 ins Spiel übersetzt. Sprache und Lippen passen perfekt zusammen und das Unbehagen im Kreuzverhör ist ein noch größerer Anreiz, den Täter mit dem entscheidenen Detail zu konfrontieren.

Jede Aussage braucht eine passende Antwort von euch. So könnt ihr der Aussage Glauben schenken oder sie als Lüge betiteln, den bösen Cop raushängen lassen und die Wahrheit mit Drohungen herauspressen. In jedem Verhör wird sich irgendwann die Frage stellen, deren Antwort den Täter entlarvt, vorausgesetzt, ihr habt die entsprechenden Hinweise gefunden. Aber nicht jeder Gangster wandert einfach so hinter schwedische Gardinen. So muss man gelegentlich doch mal das gute alte Schießeisen zum Einsatz bringen oder die Fäuste des Gesetzes schwingen.

L.A. Noire - Tatort

So what’s new

Natürlich dienen die Remakes aktuell hauptsächlich dazu, alte Klassiker auf den grafischen Stand von heute zu holen. Gerade mit der PS4 Pro und der neuen Xbox One X sind die Ambitionen für Remakes deutlich gewachsen. Aber L.A. Noire kann sich mit einem detaillierten Los Angeles absolut sehen lassen. Mit weicheren Kanten und schöneren Texturen warten hübschere Menschen, lesbarere Schilder und allgemein eine schönere Stadt auf euch.

In Sachen Beleuchtung wurde ebenfalls nachgebessert, um die Atmosphäre noch besser in Szene setzen zu können. Zudem läuft L.A. Noire nun in nativen 1080p. An den Luxus von Sonys und Microsofts Flaggschiffen wurde natürlich auch gedacht. Der 4K-Support versteht sich natürlich von selbst. Auch für die Nintendo-Fans ist all’ das eine ganz erfreuliche Nachricht. Denn auch der Switch-Ableger hebt sich deutlich von der Ursprungsversion ab, kommt aber natürlich nicht an seine beiden großen Mitstreiter ran.

Ein Remake heutzutage wäre kein richtiges Remake, wenn nicht alles dabei wäre, was bis dato dafür erschienen ist. So kommt L.A. Noire auf den aktuellen Konsolen mit allen fünf DLC-Missionen, zusätzlichen Waffen und weiteren Outfits daher, die damals ein Pre-Order-Bonus waren.

Das Remake rollt aber nicht alles neu auf

Trotz der aufgemotzten Grafik und einiger Feinheiten, bleibt L.A. Noire – wie so manches Remake – auf seinen alten Fehlern sitzen. Zwar ist die Kampagne originalgetreu übernommen, hätte für die Neuauflage aber gut und gerne noch ein wenig mehr “Bonusmaterial” beeinhalten dürfen. Weitere Fälle oder neue Arten, diese zu lösen; irgendetwas zusätzlich zum Ursprung hätte hier gewiss gutgetan. Ebenfalls fällt negativ auf, dass das Spiel hier und da einfach viel zu langsam ist. Briefe und Broschüren sind stets durch Untertitel begleitet, deren Ladezeit die Spannung um den Fall etwas schmälert. Es sind keine großen Dinge und der Gesamteindruck leidet wenig bis garnicht darunter, aber noch ein wenig ausgefeilter hätte es durchaus sein dürfen.

L.A. Noire - Büro

Ermittlung abgeschlossen: Es war…

..ein richtig gutes Spielerlebnis. Die Story kann sich nicht nur mit einem grandiosen Erzählstil rühmen, sondern diesen auch perfekt umsetzen. Dabei wirkt im Spiel zu keinem Zeitpunkt etwas “out of character”. Die Fälle sind mal schwerer und mal leichter und erfordern immer ein gewissen Maß an Aufmerksamkeit. Im Vergleich zum Release von 2011 hätte aber gerne noch etwas neuer Content dazugedurft. Auch wäre durchaus noch etwas im Bereich Benutzerfreundlichkeit zu holen gewesen. Ansonsten ist die Formel eines Noir-Krimis auch 2017 genauso spannend wie sechs Jahre zuvor.
Ob Remakes wirklich so nötig sind, löst seit geraumer Zeit rege Diskussionen aus. Fakt ist:
Die hier gemachten Feinschliffe rücken L.A. Noire nicht nur auf den derzeitigen technischen Standard, sondern runden auch einige Ecken des Spiels noch ab und das Spielerlebnis auf. Hier und da finden sich noch kleinere Bugs, die aber eher dann auftreten, wenn man ein furchtbar ungünstiges Timing hat und dem Originalcode geschuldet sind. Mit allen zugehörigen DLCs und Co. ist das Remake von L.A.Noire vorallem dann eine gute Ergänzung für den Schrank, wenn man das Spiel auf der PS3, der Xbox 360 oder dem PC übersprungen hat.

Wie wir das Spiel 2011 erlebt haben, erfahrt ihr hier am Originaltatort.

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