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Ninja Captains – Tollpatschige Ninja-Katzen im Test

von am 30. November 2009
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Lesezeit: 4 MinutenAls ich das erste Mal von Nordcurrents Wii-Partygame Ninja Captains hörte und den ersten Trailer zu Gesicht bekam, musste ich unweigerlich an die wohl verrücktesten Nagetiere der Videospiel-Geschichte denken. Eine Minispielsammlung im Stile von Rayman Raving Rabbids ist es auf jeden Fall, aber ob das Game die Erwartungen erfüllen kann? Ihr erfahrt es hier!

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Der erste Eindruck

…ihn bekam ich während eines lustigen Wii-Abends mit drei Mitstreitern. Mit den Worten “Ich habe hier noch ein Spiel, dass wir zu viert spielen können” begann die verwickelte Geschichte. Das Spiel – im einfachen Comic-Look gehalten – handelt von vier Ninja-Katzen, die nichts Böses ahnend vor der heimischen Glotze sitzen, als plötzlich ihre Stadt von einer Godzilla-artigen Roboter-Maus angegriffen wird. Geschind wie der Wind springen die Kampf-Stubentiger vom Sitzmöbel und rennen tolpatschig – wie sie sind – nicht zum Ort des Geschehens, sondern direkt zum Flughafen und werden an Bord des Fliegers direkt zum Kotztütenhalten abkommandiert.

Klingt ein wenig skurril und ist auch ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Oder kommt nur mir das spanisch vor, dass sich die vier Ninja-Katzen auf dem Weg zu einer gigantischen Robotermaus, erst zum Flughafen und dann in ein Flugzeug verirren?

Nun befinden wir uns jedenfalls im Flieger und müssen den Passagieren bei ihrer Übelkeit behilflich sein. Jeder Spieler übernimmt eine Sitzreihe mit je vier Reisenden. Übermannt einen der Fluggäste die Reisekrankheit eilen wir herbei, versuchen zu helfen und reichen im Notfall die Kotztüte. Je besser wir das machen, desto mehr Punkte kriegen wir. Klingt eigentlich recht einfach, ist es aber leider nicht, da dieses Minigame an einer hochgradig rudimentären und doch unpräzisen Steuerung leidet. Egal wie man herumfuchtelt, so richtig funktionieren will das mit dem Flugbegleitertum nämlich nicht.

Jetzt beginnt eine aberwitzige Reise um den Globus. Denn die Ninja Captains müssen so schnell wie möglich in ihrer Heimatstadt zurück, um gegen die Riesenmaus zu kämpfen. Dabei führt uns die Reise zurück an unzählige Orte auf allen Kontinenten. Darunter Städte wie London, Sydeny, Paris, New York, Tokio und Rio de Janeiro. Jeder Schauplatz birgt eine neue Aufgabe, damit auch ein neues Minispiel, und bringt uns ein Stückchen weiter. Zwischendurch werden wir mit kurzen amüsanten Videos bespaßt

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Die Minispiele

Hier müssen wir auf Dreisienen um die Wette Hindernissen ausweichen, rennen in Pamplona vor einen schnaubenden Stier durch enge Altstadt-Straßen, hasten an Hochhausfassaden auf Fensterputz-Geländern empor, schneiden Haare, schlittern verschneite Berge hinab, gondolieren durch Venedig, paddeln durch Wildwasser, kraxeln den Ayers Rock hinauf, müssen uns als Straßenkünstler durchschlagen und surfen auf Bussen herum. Insgesamt warten 20 Minispiele auf die Zockerinnen und Zocker.
Die Ideen sind lustig, die Spiele allerdings bei einem großen Teil, viel zu schnell vorbei und irgendwie alle schon mal in besserer Form dagewesen auf der Wii. Grafisch, wie spielerisch. Denn wenn man mal von der eher durchschnittlichen Ideenvielfalt und Abwechslung absieht, ist das Spiel grafisch wirklich kein Augenschmaus und hat bei gut der Hälfte der Spiele eine dermaßen unpräzise Steuerung, dass sich einem Spieler glatt die Fußnägel aufrollen.

Der Humor

Schmunzeln muss man schon hier und da, das gebe ich zu. Wer aber vorher, so wie ich die vielen Videos gesehen hat, die die Ankunft der Ninja Captains quasi prophezeit haben, hat zweifellos mehr erwartet. Zwei dieser Videos könnt ihr hier begutachten:

Ninja Captains – This is Ninjaaaaaa!
Ninja Captains – Mission Impossible?

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Das Ende

Das Ziel der Reise – unsere Heimatstadt wird noch immer von der Riesen-Roboter-Maus verwüstet – erreichen wir schließlich nach einer guten Stunde Gameplay. Den fiesen Widersacher erledigen wir dann schließlich damit, dass wir im Inneren der Maus mit Ninja-Sternen Schaltkreise kaputtwerfen. Das Biest ist erledigt – das war’s. Keine Erklärung warum das Vieh überhaupt losgezogen ist, um die Welt zu zerstören, noch woher es kam. Es war da, wir reisten versehentlich um die ganze Erde, zerschmeissen ein paar rotglühende Schaltkreise und die Welt ist gerettet. Das kommt nicht nur mir ein klein wenig seltsam vor, oder?

Fazit

Die durchaus nicht geringen Erwartungen meiner Wenigkeit zu erfüllen war sicherlich keine einfache Aufgabe für Entwickler Nordcurrent. Es wäre ein echter Überraschung-Coup gewesen, wenn es den Jungs aus Litauen tatsächlich gelungen wäre, einen ähnlich guten Multiplayer-Titel zu fabrizieren, wie die Entwickler von Ubisoft es mit ihren verrückten Hasen hinbekommen haben. Ninja Captains ist leider von beiden vorgenannten Zielen weit entfernt. Die Defizite des Spiels sind so zahlreich, dass es mir schwer fällt etwas Nettes zu sagen. Auch die “Zielgruppen-Frage” kann dem Spiel keinen Blumentopf sichern. Auch wenn sich das Game an ein sehr junges Publikum richtet, sind die Mängel in puncto Gameplay und Grafik einfach eine Spur zu gravierend. Es kommt verdammt selten vor, dass ich tue, was ich nun tun muss, aber eine Kaufempfehlung kann ich hier leider nicht aussprechen. Der Titel hatte jede Menge Potential, hat sich aber allem Anschein nach bei den vorab veröffentlichten Trailern so verausgabt, dass ihm schlicht und ergreifend die Luft wegblieb.

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